Warum legt man die Bibel falsch aus?

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JackSparrow
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Re: Warum legt man die Bibel falsch aus?

Beitragvon JackSparrow » Do 12. Jul 2018, 11:24

Helmuth hat geschrieben:Denn alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes.

Die würde dann ja sowieso nur als Staubfänger in der Glasvitrine stehen.

Ich frage euch nun: Feht es euch diesbezüglich an Erkenntnis?

Womöglich mangelt es dir diesbezüglich an Lesekompetenz.

Beide lebten gerecht vor Gott und wandelten untadelig nach allen Geboten und Vorschriften des Herrn. Lk1:6

Wie viel sündenfreier sind dann wohl erst Nichtjuden, denen der Herr niemals ein Gebot oder eine Vorschrift auferlegt hat?

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Rilke
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Re: Warum legt man die Bibel falsch aus?

Beitragvon Rilke » Mo 16. Jul 2018, 08:03

Helmuth hat geschrieben:Genau. Um in der Wahrheit zu bleiben reicht das völlig aus. Weil das Problem auch nicht das ist alles intellektuell aufzulösen, d.h. nicht alles wissen zu müssen sondern in welchem Geist wir wandeln. In einem Geist der beständigen Rechthaberei oder in dem der Sanftmut. Ein anderer kann gern auch etwas anderes denken, aber ob er in der Wahrheit ist, sieht man erst an den Taten, seine Worte können dazu ganz anders sein. Soweit meine Erfahrung.

Ich wage eben zu bezweifeln, dass Schrift und Geist ausreicht, um die Gemeinschaft Christi problemlos zu ermitteln. Es gibt ja zigtausende Gruppen, die sich nur auf Schrift und Geist berufen und sich diametral unterscheiden in geistlichen Angelegenheiten. Während man also Sola Scriptura ruft, vergisst man gerne, dass sogar die Kanonbildung aus einer katholischen Tradition entstanden ist. Ich sehe darin ein Hauptproblem, warum viele die Bibel falsch auslegen: Weil sie ohne jegliche Autorität nach eigenen Maßstäben urteilen und dabei Schmarrn herauskommt. In der Apostelgeschichte wird Phillipus gefragt, ob er das Buch Jesaja verstehe. Anstatt selbstgerecht nach eigenen Erfahrungen zu urteilen und zu analysieren akzeptiert dieser seine Kenntnis, die nicht ausreicht um den Sinn der Propheten vollständig zu verstehen und sagt "Wie könnte ich es, wenn mich niemand anleitet?" (Apg 8,31)
Aber soweit mir bekannt ist, hat jede Christengemeinschaft eine Autoritätsstelle, der das Auslegen der Schriften zukommt. Also auch in den Gemeinden gibt es geschlossene Glaubenskonstrukte (bezüglich dem dir erwähnten Dogma erwähnt).
Aber die Tradition wird bereits bei Paulus erwähnt, nämlich im Korintherbrief, als er sagte:
„Ich lobe euch, dass ihr in allem an mich denkt und an den Überlieferungen festhaltet, wie ich sie euch übergeben habe.“ (1. Kor 11,2).
Eh klar, nirgends in der Heiligen Schrift steht geschrieben, dass die Heilige Schrift als einzige Autorität anzuerkennen sei - wer das aber tut, schlägt sich mit anderen die Köpfe ein und Spaltungen geschehen, also genau das, wovor Paulus uns warnte, geschieht.

Helmuth hat geschrieben:Was führte denn zu den Spaltungen? Waren es nicht die Verzerrungen der Schrift durch später eingeführte Dogmen? Zeitweise stand eine Infragstellung sogar unter Todesstrafe. Dabei ging es nicht einmal darum, wer Jesus leugnete, sondern nur das über ihn aufgestellte Kirchendogma. Was meinst du wäre ein anderer Grund gewesen?

Nein, ich denke das kommt schon hin, wie du es beschrieben hast - man versuchte eben die Einheit der Kirche zu bewahren und das mit den damalig angewendeten Mitteln. Ist keine romantische Geschichte, das stimmt und vieles hätte besser gemacht werden können.
Aber wenn man die Leitung durch den Heiligen Geist anerkennt und den Glauben nicht als starres, seit 2000 Jahren stillstehendes Konstrukt ansieht, sondern als laufende Offenbarung des christlichen Mysteriums, dann fällt es auch nicht schwer, sich einer solchen Autorität unterzuordnen.
Auch du hast dein Dogma - deinen unitarischen Glauben, an dem es nichts zu rütteln gibt. Das sind endgültige Glaubensentscheidungen, die jeder von uns trifft, manche als Individuen, manche als Teil einer Gemeinschaft, die sich in der Leitung des Heiligen Geistes behauptet. Da gibt es einige mehr als die RKK. Warum sich jeder am Dogma aufhängt, ist mir ein Rätsel.

Helmuth hat geschrieben:Im harmlosen Fällen erfolgt nur eine Trennung, in schweren ein unaufhörlicher Streit bis hin zu Nachstellungen, es ist bis heute dieselbe Leier. Sektierer und solche die immer Recht behalten wollen legen m.E. immer falsch aus.

Wohl wahr, und eigentlich ist es jammerschade, dass sich der Leib Christi selbst verletzt.

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Kingdom
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Re: Warum legt man die Bibel falsch aus?

Beitragvon Kingdom » Mo 16. Jul 2018, 15:22

Rilke hat geschrieben:Ich wage eben zu bezweifeln, dass Schrift und Geist ausreicht, um die Gemeinschaft Christi problemlos zu ermitteln.


Hallo Rilke, der menschliche Geist reicht sicher nicht aus, der Heilige Geist schon.


Es gibt ja zigtausende Gruppen, die sich nur auf Schrift und Geist berufen und sich diametral unterscheiden in geistlichen Angelegenheiten. Während man also Sola Scriptura ruft, vergisst man gerne, dass sogar die Kanonbildung aus einer katholischen Tradition entstanden ist. Ich sehe darin ein Hauptproblem, warum viele die Bibel falsch auslegen: Weil sie ohne jegliche Autorität nach eigenen Maßstäben urteilen und dabei Schmarrn herauskommt.


Wenn man man es aber mal auf das Wesentliche herunterbricht, sind die Unterschiede nicht so stark oder schlimm wie es auf den ersten Blick aussieht. Jede Person und Gemeischaft hat verschiedenen Erkenntnisstände und Prioritäten welche sie stärker oder weniger stark vertritt unter diesem Aspekt gesehen ist der Unterschied nicht so dramatisch. Auch ist nicht jede Kirche ist gleich schnell in der Lage sich von bösen Dingen zu trennen so wie dies eben auch bei manchen Menschen länger braucht um gewisse Sünden dauerhaft zu erkennen und überwinden. Wir sind zwar vom Geist Christi gelenkt aber der eigene Geist der begehrt ja manchmal auch noch auf und den dauerhaft so zu binden das alles Böse draussen bleibt, dazu ist auch Geduld gefragt. Der eigene Wille und die Traditonen unter den gehorsam Christi zu nehmen, mit diesen Kämpfen sind alle Menschen und Kirchen konrontiert.


In der Apostelgeschichte wird Phillipus gefragt, ob er das Buch Jesaja verstehe. Anstatt selbstgerecht nach eigenen Erfahrungen zu urteilen und zu analysieren akzeptiert dieser seine Kenntnis, die nicht ausreicht um den Sinn der Propheten vollständig zu verstehen und sagt "Wie könnte ich es, wenn mich niemand anleitet?" (Apg 8,31)


Philippus hat verstanden und er war der den Kämerer fragte ob er denn verstehe, was er liest.


Aber soweit mir bekannt ist, hat jede Christengemeinschaft eine Autoritätsstelle, der das Auslegen der Schriften zukommt. Also auch in den Gemeinden gibt es geschlossene Glaubenskonstrukte (bezüglich dem dir erwähnten Dogma erwähnt).
Aber die Tradition wird bereits bei Paulus erwähnt, nämlich im Korintherbrief, als er sagte:
„Ich lobe euch, dass ihr in allem an mich denkt und an den Überlieferungen festhaltet, wie ich sie euch übergeben habe.“ (1. Kor 11,2).
Eh klar, nirgends in der Heiligen Schrift steht geschrieben, dass die Heilige Schrift als einzige Autorität anzuerkennen sei - wer das aber tut, schlägt sich mit anderen die Köpfe ein und Spaltungen geschehen, also genau das, wovor Paulus uns warnte, geschieht.


Jesus sagt bezüglich des Heiligen Geistes:

Joh 14:26 der Beistand aber, der heilige Geist, welchen mein Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

Solange also ein Christ oder eine Christliche Gemeinschaft auf das hört, braucht sie nichts mehr. Es ist aber ein Fakt das nicht alle hören können oder eben bereit sind das gehörte in die Tat um zu setzen. Selbst Christus sagte es werden auch falsche Christusse und Propheten kommen um in die Irre zu führen von daher ist es unvermeidlich das auch diese, bis zum Ende wirken werden. Sowohl die meisten Freikirchen, Katoliken und Protestanten akzeptieren Paulus seine Schriften und dies zeigt eben das man trotz Auslegung, Erkenntnisfragen und Prioritäten auf dem richtigen Weg ist. Aber ja es gibt auch schon Irrlehrer die diese verwerfen wie das AT. Auf gut Deutsch, solche die weder hören und verstehen wird es eben auch immer geben bis zum Ende.




Aber wenn man die Leitung durch den Heiligen Geist anerkennt und den Glauben nicht als starres, seit 2000 Jahren stillstehendes Konstrukt ansieht, sondern als laufende Offenbarung des christlichen Mysteriums, dann fällt es auch nicht schwer, sich einer solchen Autorität unterzuordnen.
Auch du hast dein Dogma - deinen unitarischen Glauben, an dem es nichts zu rütteln gibt. Das sind endgültige Glaubensentscheidungen, die jeder von uns trifft, manche als Individuen, manche als Teil einer Gemeinschaft, die sich in der Leitung des Heiligen Geistes behauptet. Da gibt es einige mehr als die RKK. Warum sich jeder am Dogma aufhängt, ist mir ein Rätsel.


Der Autorität kann man sich bei kleinen Verfehlungen unterordnen aber nicht wenn sie ständig an offensichtlichen Sünden festhalten will und nicht bereit ist sich eben von diesen zu trennen. Einer Leitung der Busse tun ein Greuel ist und die Busse nicht als Fortschritt sieht sondern eben als Gefahr, da glaube ich wäre es falsch wenn man sich ständig zu einer solchen bekennen würde. Klar kann da die Menschliche ungeduld auch zu fehlschritten führen aber die Gnade Gottes ist auch für solche ungeduld gross genug. Das der Busse wiedersetzen, wird einer Kirche keinen Fortschritt bringen.

Vielfältigkeit im Leib Christi muss aber wie gesagt nicht immer davon zeugen, das es eine wahre Spaltung gibt. Der wahre Gläubige erkennt die erlösten gleich in welcher Denomination sie sich im Moment befinden. Das heisst die Menschliche Abgrenzung in den Kirchen muss nicht zwangsläufig dazu führen, das die Schäfchen sich untereinander erkennen.





Helmuth hat geschrieben:Im harmlosen Fällen erfolgt nur eine Trennung, in schweren ein unaufhörlicher Streit bis hin zu Nachstellungen, es ist bis heute dieselbe Leier. Sektierer und solche die immer Recht behalten wollen legen m.E. immer falsch aus.

Wohl wahr, und eigentlich ist es jammerschade, dass sich der Leib Christi selbst verletzt.[/quote]

Die erlösten Christi bleiben eins, weil uns nichts von der Liebe mehr trennen kann.

Das aber auch der Unkrautsäer umher geht und sät, darunter leiden vor allem die Unerlösten und ja für die Erlösten, bleibt dabei nicht immer ein gutes Bild übrig. Christus der Erlöser, war als er am Kreuze hing, Weltlich gesehen der Leib der verloren hatte. In Tat und Wahrheit zeigte er aber genau an diesem Tage der Welt das er das Alpha und Omega ist.

Lassen wir uns also nicht täuschen über den Schein, welche der Leib Christi heute abgibt, sondern seien wir gewiss, das er derjenige ist, der die Welt überwunden hat.

Lg Kingdom

traydor
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Re: Warum legt man die Bibel falsch aus?

Beitragvon traydor » Mo 16. Jul 2018, 16:06

Ich würde mal die Frage in den Raum stellen, ob man die Bibel überhaupt richtig auslegen kann? Wenn man sich die hunderte und tausende der verschiedenen Kirchen, Gemeinden, Sekten, etc. ansieht, die sich alle auf dieses Buch und den heiligen Geberufen, könnte man den Eindruck gewinnen, dass dies wohl nicht möglich ist bzw. so schwer, dass das doch Wohl nicht so der Wille Gottes sein kann.

Wenn man die Bibel als wörtlich inspiriertes Wort Gottes annimmt, kann man m.E. auch nur scheitern. Den schon ganz am Anfang werden Dinge gesagt (Schöpfung), die eben widerlegt sind - da können die Kreationisten noch so schreien, die Belege der Wissenschaft sind einfach zu überwältigend, als dass man sie ehrlich und aufrichtig leugnen könnte. Es wird trotzdem getan, da sonst eben das gesamte bisherige Leben, das Weltbild, also die Grundfesten eines Menschenlebens zusammenstürzen. Ich habe großes Verständnis für diese Position, aber sie ist eben nicht redlich.

So fängt das in der Bibel schon an... Dazu gibt es dann selbst in bibeltreuen Kreisen soviel Unklarheit über die absoluten Basics des Glaubens wie:
- War Jesus Gott? Da gibt es für beide Seiten sehr gute Argumente und die Frage ist anhand der Bibel eigentlich kaum entscheiden
- Ist nur JHWE Gott oder doch die komplette Dreieinigkeit?
- Vorherbestimmung oder freier Wille? (auch wenn es in der Form wie gemeint keinen freien Willen gibt)
- Kann ein Christ verloren gehen?
- Wirkt der Heilige Geist noch wie in Zeiten der Apostelgeschichte? Sind die Charismatiker komplett fehlgeleitet?
- Erlösung durch Bekehrung oder muss der Glaube auch durch Frucht in Form von Werken bestätigt sein?
- Heilsgeschichte: Dispensationalismus mit Sonderweg für Israel oder nicht?
- Das Gesetz (AT): Muss ich mich heute danach richten oder nicht? Sabbat?
- Was passiert mit den Menschen, die nie vom Evangelium hören konnten: Verloren oder vielleicht doch nicht?

Diese Liste könnte ich noch um ein Vielfaches ergänzen. Das sind alles NUR "innerbiblische Aspekte", über die Christen - zum Teil schon sehr lange - streiten, ohne dass es einen letztlichen Konsens gab bzw. gibt. Und z.T. sind es wirklich Grundpfeiler des Glaubens (Wer oder was ist Gott), über die Gläubige, die den heiligen Geist reklamieren, diametral entgegengesetzt streiten. Viele hier werden diese Frage für sich beantworten können, das ändert aber nichts am Problem.... (da die Antworten sich eben auch utnerscheiden / widersprechen würden).

Diese Problematik entsteht bei der "wörtlichen Auslegung" der Bibel. Man muss sich doch ehrlicherweise fragen, ob das Gottes Wille sein konnte, oder ob diese Position diesem Buch nicht eine Gewalt antut, für das es nicht gemacht wurde?

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Helmuth
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Re: Warum legt man die Bibel falsch aus?

Beitragvon Helmuth » Mo 16. Jul 2018, 16:56

Servus Rilke!

Rilke hat geschrieben:Aber soweit mir bekannt ist, hat jede Christengemeinschaft eine Autoritätsstelle, der das Auslegen der Schriften zukommt.

Das ist der springende Punkt. Diese Autoritätsstelle gibt es nicht. Die RKK maßt sich das aber an.. Die oberste Autorität MUSS das überlieferte Wort Gottes bleiben, kein Klerus oder Gemeinderat whatwever. Die Obrigkeit darf nicht nach dogmatisch vorgegebenen Regeln vorgehen, sondern hat im Einzelfall eine Entscheidung zu treffen. Das ist etwas ganz anderes als das Vorgeben der sogenannten "Lehre".

Ich mache ein Beispiel. Ein Gemeindemitglied, ein junger Mann, möchte sich von seiner Frau trennen, weil diese nicht gläubig ist und ihm das Leben zur Sau macht. So bittet er die Gemeinde um Erlaubnis. Hier muss ausgelegt werden, inwieweit die Gemeinde einer solchen Vorgangsweise zustimmen kann.

Sie hat aber nicht darüber zu verfügen nach welchen eigenen aufgestellten Kirchenregeln geschieden oder geheiratet werden darf. Damit würde sie ihre Autorität überschreiten, denn was darüber geoffenbart ist, steht längst geschrieben. Alles weitere ist ein Ausweiten bzw. Einengen von dem, was Gott dazu hat sagen lassen.

Und hier kommt die Leitung durch den Heiligen Geist ins Spiel. Schau mal, dass sogar Mose einst nachgegeben hatte, als es um Scheidung ging. Hatte er irgendwo eine strenge Vebotsregel vorgegeben? Nein. Aber wegen der Härzenshärte erduldete er sogar diesen Missstand und Jesus gab dafür auch nicht Mose die Schuld, sondern prangerte die Härzenshärte der Menschen an. Und jetzt komme mir niemand und sage, ich würde das befürworten. Denn genau dann macht man was man nicht soll: Man legt es falsch aus und so wollte man damit auch Jesus einen Strick drehen.

Rilke hat geschrieben:Aber wenn man die Leitung durch den Heiligen Geist anerkennt und den Glauben nicht als starres, seit 2000 Jahren stillstehendes Konstrukt ansieht, sondern als laufende Offenbarung des christlichen Mysteriums, dann fällt es auch nicht schwer, sich einer solchen Autorität unterzuordnen.

Unterordnung und Lehre sind zwei paar Schuhe. Unterordnung gilt auch gegenüber der Staatsautorität. Der Staat begeht aber heute nicht den Fehler wie die Kirchen eine "Lehre", sprich Weltauffassung vorzuschreiben. Er gibt Gesetze vor und exekutiert sie für jeden Einzelfall.

Rilke hat geschrieben:Warum sich jeder am Dogma aufhängt, ist mir ein Rätsel.

Na, weil sie über die Schrift gestellt werden. Wir beide sind uns, ich würde sagen, zu 95% einig, jedenfalls was die Grundlagen anbelangt. Das war bei Gott nicht so, als du noch das Gesetz über Christus gestellt hast, erinnere dich. Du warst also damals anders geprägt. Und ich kann mich erinnern, dass du mir beinahe ein Strick daraus gedreht hast, der allerdings dich gebunden hatte, nur das erkanntest du nicht. Nun aber, als Chrsitus dich aus dieser Fessel befreit hat, bist du ein anderer Mensch, ein neuer Geist ist eingekehrt beurteilt alle Dinge neu.
Herzliche Grüße
Helmuth

janosch
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Re: Warum legt man die Bibel falsch aus?

Beitragvon janosch » Di 17. Jul 2018, 11:54

Helmuth hat geschrieben:
AlTheKingBundy hat geschrieben:
Helmuth hat geschrieben:Würden alle Menschen dem Evangelium zustimmen, müssten alle zugeben, welch ekelhafte Sünder sie sind und ihr Leben ändern.

Na gut, und was ist abfällig? Dass man die Dinge beim Namen nennt? Oder gibt es auch den liebevollen Sünder im Wort Gottes? Dann zeig mir die Stelle.

Du verwechselst was: Der nicht errettete Sünder ist ekelhaft, aber er wird desto trotz von Gott geliebt und ruft ihn zur Umkehr. Paulus und Petrus finden noch ganz andere Worte. Zitate gefällig?

Ich sagte oft zu meinen Kindern, dass sie ekelhaft sind, aber ich liebe sie dennoch. Wenn dir das nicht passt, dann fühl dich halt besser als "guter" Sünder, nur nenne ich das ein eitles Gehabe.

So ist es nicht weiter verwunderlich, dass falsche interpretationen aus Gottes Wort abgeleitet werden. Wenn Paulus schreibt, dass alle gesündigt haben, dann erklärt er uns zuvor auch das:
Römer 3,9-18 hat geschrieben:Wie nun? Haben wir etwas voraus? Ganz und gar nicht! Denn wir haben ja vorhin sowohl Juden als Griechen beschuldigt, dass sie alle unter der Sünde sind, wie geschrieben steht: »Es ist keiner gerecht, auch nicht einer; es ist keiner, der verständig ist, der nach Gott fragt.

Sie sind alle abgewichen, sie taugen alle zusammen nichts; da ist keiner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer!

Ihre Kehle ist ein offenes Grab, mit ihren Zungen betrügen sie; Otterngift ist unter ihren Lippen; ihr Mund ist voll Fluchen und Bitterkeit, ihre Füße eilen, um Blut zu vergießen; Verwüstung und Elend bezeichnen ihre Bahn, und den Weg des Friedens kennen sie nicht.

Es ist keine Gottesfurcht vor ihren Augen.«

Das ist bei mir mit einem Wort zusammengefasst: "ekelhaft"! Johannes der Täufer rief die Menschen daher auf sich reinigen zu lassen. Die sich im Herzen anspechen ließen, folgten dem Aufruf und ließen sich taufen. Sie gaben damit öffentlich zu dreckige Menschen zu sein. Oder müsste man einen Reinen reinigen?

Nenne das alles von mir aus anders, es ändert daran nichts. Eher lieferst du mir ein Beispiel falscher Bibelauslegung. Der Grund für solche Fehldeutungen verbirgt sich hier m.E. gänzlich in der Herzenshaltung Gott gegenüber, bzw auch der Sünde gegenüber.


Naja, Helmuth...und wie stets mit deine „Auserwählten Volk“??? :roll: Die sind „ehren Würdig", ein Ausnahmen oder?

janosch
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Re: Warum legt man die Bibel falsch aus?

Beitragvon janosch » Di 17. Jul 2018, 11:59

1Johannes4 hat geschrieben:Hallo zusammen,

da sich manche hier über einen Ausdruck wie „Ekel“ regelrecht echauffieren, mal ein Beispiel aus der Bibel:
Denn er ist unser Gott, und wir sind sein Volk. Er kümmert sich um uns wie ein Hirte, der seine Herde auf die Weide führt. Hört doch auf das, was er euch heute sagt: »Verschließt eure Herzen nicht, wie es eure Vorfahren getan haben; damals, als sie mich in der Wüste herausforderten und mir bittere Vorwürfe machten. Jeden Tag erlebten sie, dass ich sie führte. Und trotzdem haben sie immer wieder neue Beweise meiner Macht verlangt. Vierzig Jahre lang ekelte ich mich vor diesem Volk. Schließlich sagte ich: ›Ihr ganzes Wünschen und Wollen ist verkehrt und leitet sie in die Irre. Die Wege, die ich sie führen will, verstehen sie nicht.‹ Darum habe ich in meinem Zorn geschworen: › Niemals sollen sie in das verheißene Land kommen, nie die Ruhe finden, die ich ihnen geben wollte!‹«
‭‭Psalm‬ ‭95:7-11‬ ‭HFA‬‬

Auch in anderen (aber nicht allen) Übersetzungen wird der gleiche Ausdruck „ekeln“ verwendet. Und wenn man nur mal einen kurzen Moment versucht zu verstehen, was es bedeutet, dass „ihr ganzes Wünschen und Wollen verkehrt ist und sie in die Irre leitet“, dann könnte man meiner Meinung darin durchaus eine Umschreibung des sündigen Menschen erkennen. Diese Umschreibung passt aber im Prinzip auch auf Kinder, die eben einer Erziehung bedürfen, damit sie gerade nicht in die Irre gehen, denn auch deren Wünsche und Wollen sind nicht wirklich zu deren Bestem.

Ob man nun diese Ausdrucksweise des ekelns mag oder nicht, man könnte zumindest den Ball flach halten und aus dieser Mücke keinen Elefanten machen.

Grüße,
Daniel.

P.S. Falls jemandem diese Psalmstelle sehr bekannt vorkommt: auf die bezieht sich auch der Verfasser des Hebräer-Briefes im dritten Kapitel.


Voraussetzung wenn du die BIBEL richtig auslegst, dann kommt die Erkenntnis darüber wer diese Hirte ist!
NA dann muss Wahnsinn umdenken, denke ich! 8-)

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Re: Warum legt man die Bibel falsch aus?

Beitragvon janosch » Di 17. Jul 2018, 12:23

Rilke hat geschrieben:
Helmuth hat geschrieben:
So sehe ich zwei Leitlinien für das richtige Verständnis:
- die Heiligen Schriften
- der Heilige Geist in uns

Alles andere braucht man nicht. Außerdem muss auch nicht jeder alles verstehen, was oft ein Problem der Eitelkeit und Aufgeblasenheit vieler „Gelehrter“ ist.
Was hatten die Apostel? Sie hatten exakt nur diese beiden Dinge, aber mir dem Unterschied des direkten Kontaktes zu Jesus. Deshalb zählt auch nur ihr schriftliches Material. Der Rest ist Übung, Erfahrung und Lebenspraxis.

Interessant!
Nur die Heilige Schrift und der Heilige Geist, der uns leitet, zählen. Die Heilige Schrift haben alle Christen, an ihr allein liegt es nicht, sie falsch auszulegen, denke ich. Der Geist in uns legt sie möglicherweise falsch aus. Wer hat nun den Heiligen Geist, wenn sich zwei fromme und zutiefst gottergebene Menschen gegenüberstehen und dieselbe Heilige Schrift auf andere Art und Weise auslegen? Das kommt in protestantischen und reformierten Kreisen sehr oft vor. Die Folge sind Spaltungen, vor die uns der Apostel Paulus gewarnt hat. Auf die ersten historischen Spaltungen folgten im 16. Jhd. tausende - nun glaubt jeder den Heiligen Geist in sich zu tragen und da dieser allein als Autorität gilt, entsteht ein Rangeln und Kämpfen um Meinungen und Ansichten. Das scheint ein unlösbares Problem zu sein.
Also so ist meine bescheidene Ansicht der Dinge. :)


Es gibt einigen Bibelversen von Apostel Johannes, bezüglich den Salbung! Was bereit in christlichen Kreisen, bei Katholiker und Evangeliker wie auch Freikirchen ebenso gern praktiziert (missbraucht), als die sogenannten „Ordinieren“, oder übersetzt „auf“ oder „einsalben“ für Dienst.

Also „Gott zu dienen“??? :roll:


Apostel Johannes verbindet sogar das mit „LÜGEN“ wenn man diese Maßstab was geschrieben ist, sich abwendet.. egal wer das tut, die Kirche oder sonnst was.
Er redet von echten Salbung und das kommt nur von dem „Heiligen“! Hier sollte anfangen sortieren, vom wem kommt diese Salbung, oder Helligkeit? Es gibt NUR eine Wahre „Heilige". Und das ist Christus!

20.
Doch ihr habt die Salbung von dem, der heilig ist, und habt alle das Wissen.
21.
Ich habe euch nicht geschrieben, als wüßtet ihr die Wahrheit nicht, sondern ihr wißt sie und wißt, daß keine Lüge aus der Wahrheit kommt.



27.
Und die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und, ihr habt nicht nötig, daß euch jemand lehrt; sondern, wie euch seine Salbung alles lehrt, so ist's wahr und ist keine Lüge, und wie sie euch gelehrt hat, so bleibt in ihm.

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Re: Warum legt man die Bibel falsch aus?

Beitragvon janosch » Di 17. Jul 2018, 12:33

Rilke hat geschrieben:Das unlösbare Problem ist meiner Meinung nach den Frieden zwischen allen Brüdern und Schwestern wiederherzustellen - viele scheinen Ihrem Standpunkt eher zu dienen als dem Allmächtigen.
Ich persönlich glaube außerdem nicht, dass der Heilige Geist eine Spaltung in der Gemeinde Gottes verursachen würde - das widerspräche der Heiligen Schrift an den erwähnten Stellen.


Diese Zug ist bereit abgefahren! Zeit zu den Erkenntnis Rilke! Wenn du das nicht liest was dazu beträgt, dann du experimentierst nur mit dein Religion! Und das schon am Anfang mit Erfindung die RKK gescheitert ist!

Die Juden sie hatten der Messais bekommen genau für diese Anlass, und wieso sollte das wiederholt werden? :roll:

Nun die Christen wollen auch nur ein Messias sehen!

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Re: Warum legt man die Bibel falsch aus?

Beitragvon janosch » Di 17. Jul 2018, 12:59

janosch hat geschrieben:
Rilke hat geschrieben:Das unlösbare Problem ist meiner Meinung nach den Frieden zwischen allen Brüdern und Schwestern wiederherzustellen - viele scheinen Ihrem Standpunkt eher zu dienen als dem Allmächtigen.
Ich persönlich glaube außerdem nicht, dass der Heilige Geist eine Spaltung in der Gemeinde Gottes verursachen würde - das widerspräche der Heiligen Schrift an den erwähnten Stellen.


Diese Zug ist bereit abgefahren!


Damit meinte ich; ein Rettende Kirche oder Gemeinschaft gibt es nicht!

Zeit Paulus wahren noch diese Kirchen oder Gemeinden gegenwertig als „Rettung", weil NUR dadurch könnten Wort das Evangelium bekommen. Sie haben noch „Gebaut“ diese Leib Christi!

Heute benötigt sowas nicht mehr! Heute Baut kein mehr an Christi Leib!

Eigentlich die Kirche mehr als 1600 Jahre das „offene Wort“ gefesselt hat durch seine Macht, aber andererseits dadurch das Evangelium unbewusst verbrietet. Leider sein Dogmen zu Teife Spuren hinterlassen, so das nicht mal der Reformation fundamental daran ändern könnte.


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