Offenbarung aus präteristischer Sicht

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AlTheKingBundy
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Offenbarung aus präteristischer Sicht

Beitragvon AlTheKingBundy » Fr 12. Okt 2018, 15:37

PeB hat geschrieben:Angebot angenommen!
Eröffne bitte einen Thread mit dem Thema "Offenbarung aus präteristischer Sicht" und wir arbeiten das Punkt für Punkt durch. Ich verspreche dir - ich begebe mich in die Rolle eines der Theorie geneigten, der willig ist, Übereinstimmungen zwischen der Schrift und der historischen Wirklichkeit auch im präteristischen Sinne aufzufinden.


Eine Bitte: da ich nicht die ganze Zeit 10 unterschiedliche Fragen auf einmal beantworten kann, bitte immer nur eine Frage (ein Kontext), wenn diese erledigt ist oder man sich einigt, dass man nicht weiter kommt, gerne die nächste. Übrigens gehe ich nicht auf Beitragsformulierer ein, die meine Fragen nicht beantworten, aber fortwährend Antworten von mir abverlangen (siehe z.B. Hemul).

Eine Frage: soll ich einen Opener formulieren, aus der sich eine Frage ergibt oder willst Du anfangen?
Beste Grüße, Al

Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.
(Albert Einstein, 1879–1955)

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PeB
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Re: Offenbarung aus präteristischer Sicht

Beitragvon PeB » Fr 12. Okt 2018, 18:17

AlTheKingBundy hat geschrieben:
PeB hat geschrieben:Angebot angenommen!
Eröffne bitte einen Thread mit dem Thema "Offenbarung aus präteristischer Sicht" und wir arbeiten das Punkt für Punkt durch. Ich verspreche dir - ich begebe mich in die Rolle eines der Theorie geneigten, der willig ist, Übereinstimmungen zwischen der Schrift und der historischen Wirklichkeit auch im präteristischen Sinne aufzufinden.


Eine Bitte: da ich nicht die ganze Zeit 10 unterschiedliche Fragen auf einmal beantworten kann, bitte immer nur eine Frage (ein Kontext), wenn diese erledigt ist oder man sich einigt, dass man nicht weiter kommt, gerne die nächste. Übrigens gehe ich nicht auf Beitragsformulierer ein, die meine Fragen nicht beantworten, aber fortwährend Antworten von mir abverlangen (siehe z.B. Hemul).

Eine Frage: soll ich einen Opener formulieren, aus der sich eine Frage ergibt oder willst Du anfangen?

Formuliere ruhig eine Frage, aber ich würde eine aus der Kathegorie "Grundsätzliches" bevorzugen; beispielsweise: inwieweit spiegelt die Offenbarung eine chronologische Abfolge von Ereignissen wider. Oder dergleichen.
Deine Worte sind mein Leben. Ich freue mich von Herzen, wenn du mit mir redest, denn ich gehöre ja dir, Herr, du Allmächtiger. (Jeremia 15,16)

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AlTheKingBundy
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Re: Offenbarung aus präteristischer Sicht

Beitragvon AlTheKingBundy » Fr 12. Okt 2018, 18:32

Gut, ich fange mal an, ein paar Verse zu zitieren, mit der Fragestellung: sollte sich die Offenbarung bald nach ihrer Niederschrift erfüllen oder erst sehr viel später? Übrigens sollten wir nicht nur aus der Offenbarung zitieren, weil diese sich oft nur durch Parallelen zu den Evangelien oder dem NT erklären lässt.

Offb 1,1 Offenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gab, um seinen Knechten zu zeigen, was bald geschehen muss;

Offb 1,3 Glückselig, der liest und die hören die Worte der Weissagung und bewahren, was in ihr geschrieben ist! Denn die Zeit ist nahe.

Offb 3,11: Ich komme bald. Halte fest, was du hast, damit niemand deinen Siegeskranz nehme!

Offb 22,10 Und er spricht zu mir: Versiegle nicht die Worte der Weissagung dieses Buches! Denn die Zeit ist nahe.

Offb 22,20: Der diese Dinge bezeugt, spricht: Ja, ich komme bald. Amen; komm, Herr Jesus!


Anscheinend wird in der Offenbarung Wert darauf gelegt mitzuteilen, dass die Dinge bald geschehen würden oder die Zeit nahe ist. Verwirrend wäre Vers 1 gewesen, wo es heißt, dass seinen Knechten gezeigt wird, was bald geschehen muss, wenn die ersten Christen damit nicht gemeint wären. Es wäre eine Täuschung gewesen, ihnen dies mitzuteilen, weil sie zwangsläufig davon ausgehen mussten, die Knechte Gottes zu sein. Oder wenigstens hätte ein Hinweis erfolgen müssen, dass sie damit nicht gemeint sind sondern spätere Knechte Gottes. Abgesehen davon sind die Aussagen sprachlich klar formuliert und in keine Bildrede eingebunden.
Beste Grüße, Al

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Re: Offenbarung aus präteristischer Sicht

Beitragvon Munro » Fr 12. Okt 2018, 18:55

Was in aller Welt ist denn "präteristisch"?

Ist das prä-terristrisch?
Oder präter-istisch?
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Re: Offenbarung aus präteristischer Sicht

Beitragvon Otto » Fr 12. Okt 2018, 18:59

Nur ein kleiner Gedanke meiner Wenigkeit: Entscheidend dabei ob die Offenbarung aus präteristischer Sicht betrachtet werden kann, ist der Zeitpunkt ihrer Niederschrift. In diesem Punkt „streiten“ sogar die Fachleute unter sich. Die Frage aller Fragen lautet: Ist die Offenbarung VOR oder NACH der Zerstörung Jerusalems (70 nChr) geschrieben? :?:
LGrüße von Otto

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Re: Offenbarung aus präteristischer Sicht

Beitragvon AlTheKingBundy » Fr 12. Okt 2018, 19:00

Munro hat geschrieben:Was in aller Welt ist denn "präteristisch"?

Ist das prä-terristrisch?
Oder präter-istisch?


Beim Präterismus handelt es sich um eine eschatologische Auslegungsform, die davon ausgeht, dass sich alles erfüllt hat. Lateinisch praeter = vorbei. Es existiert aber auch der Teilpräterismus.
Beste Grüße, Al

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Re: Offenbarung aus präteristischer Sicht

Beitragvon AlTheKingBundy » Fr 12. Okt 2018, 19:01

Otto hat geschrieben:Nur ein kleiner Gedanke meiner Wenigkeit: Entscheidend dabei ob die Offenbarung aus präteristischer Sicht betrachtet werden kann, ist der Zeitpunkt ihrer Niederschrift. In diesem Punkt „streiten“ sogar die Fachleute unter sich. Die Frage aller Fragen lautet: Ist die Offenbarung VOR oder NACH der Zerstörung Jerusalems (70 nChr) geschrieben? :?:


Ich glaube, hier werden wir keinen Beweis finden. Du hast es richtig dargestellt: die Fachleute sind sich nicht einig.
Beste Grüße, Al

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Re: Offenbarung aus präteristischer Sicht

Beitragvon PeB » Fr 12. Okt 2018, 19:15

Otto hat geschrieben:Nur ein kleiner Gedanke meiner Wenigkeit: Entscheidend dabei ob die Offenbarung aus präteristischer Sicht betrachtet werden kann, ist der Zeitpunkt ihrer Niederschrift.

Das ist richtig. Aber ich würde diesen Aspekt einfach mal beiseite lassen, weil wir ihn hier nicht entscheiden können.
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Re: Offenbarung aus präteristischer Sicht

Beitragvon PeB » Fr 12. Okt 2018, 19:32

AlTheKingBundy hat geschrieben:Gut, ich fange mal an, ein paar Verse zu zitieren, mit der Fragestellung: sollte sich die Offenbarung bald nach ihrer Niederschrift erfüllen oder erst sehr viel später? Übrigens sollten wir nicht nur aus der Offenbarung zitieren, weil diese sich oft nur durch Parallelen zu den Evangelien oder dem NT erklären lässt.

Damit zäumst du zwar das Pferd von hinten auf, aber ist okay. Vielleicht ganz gut so.

Offb 1,1 Offenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gab, um seinen Knechten zu zeigen, was bald geschehen muss;

Offb 1,3 Glückselig, der liest und die hören die Worte der Weissagung und bewahren, was in ihr geschrieben ist! Denn die Zeit ist nahe.

Offb 3,11: Ich komme bald. Halte fest, was du hast, damit niemand deinen Siegeskranz nehme!

Offb 22,10 Und er spricht zu mir: Versiegle nicht die Worte der Weissagung dieses Buches! Denn die Zeit ist nahe.

Offb 22,20: Der diese Dinge bezeugt, spricht: Ja, ich komme bald. Amen; komm, Herr Jesus!


Ja, "bald" und "nahe" sind verständliche Formulierungen.
Andererseits dürftest du mir auch zustimmen, dass "bald" eine vage Zeitangabe ist. Wenn ich einen bestimmten Zeitpunkt benennen will, habe ich bessere sprachliche Möglichkeiten, dies zu tun: in einer Stunde, morgen, nächstes Jahr...
Wenn ich zu dir sage: "ich komme bald! Warte schon mal am Bahnhof auf mich", dann hast du die Last der Entscheidung, wann du zum Bahnhof kommen möchtest. Wenn dir unser Treffen wichtig ist, wirst du sofort losgehen und dort auf mich warten. Und wenn ich nicht komme, stellt das deine Geduld auf die Probe.
Wenn viel für dich von diesem Treffen abhängt, wirst du den ersten Zug abwarten, den zweiten, den dritten, den vierten...bis ich endlich aussteige.
Wenn du ungeduldig bist, wirst du vielleicht den ersten Zug abwarten und dann gehen mit den Worten "wahrscheinlich war er schon da"

Darum würde ich gerne erörtern, warum von "bald" und "nahe" die Rede ist und nicht gesagt wird: ich komme dann und dann.

Ich sehe dafür drei mögliche Gründe, wobei ich den ersten schon gleich aus meiner Warte ausschließen würde:
1. die Wortwahl ist dem Sprecher egal,
2. der Sprecher weiß selbst nicht genau, wann er kommen wird,
3. der Sprecher möchte unsere Geduld erproben.
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Re: Offenbarung aus präteristischer Sicht

Beitragvon AlTheKingBundy » Fr 12. Okt 2018, 20:07

PeB hat geschrieben:Ja, "bald" und "nahe" sind verständliche Formulierungen.
Andererseits dürftest du mir auch zustimmen, dass "bald" eine vage Zeitangabe ist. Wenn ich einen bestimmten Zeitpunkt benennen will, habe ich bessere sprachliche Möglichkeiten, dies zu tun: in einer Stunde, morgen, nächstes Jahr...


Das stimmt schon, allerdings sagte Jesus, dass Tag und Stunde nur Gott kennen würde. Er sagte nicht Jahrhundert oder Jahrtausend. Ich verstehe es so, dass man eben nicht den exakten Zeitpunkt kennen sollte.

PeB hat geschrieben:Ich sehe dafür drei mögliche Gründe, wobei ich den ersten schon gleich aus meiner Warte ausschließen würde:
1. die Wortwahl ist dem Sprecher egal,
2. der Sprecher weiß selbst nicht genau, wann er kommen wird,
3. der Sprecher möchte unsere Geduld erproben.


Also 1. schließen wir gemeinsam aus, 2. halte ich für möglich (siehe oben), 3. sehe ich wenn dann im Zusammenhang mit 2. Noch einmal, Offb 1,1 wäre doch eine Täuschung für die ersten Christen, welche die Offenbarung gelesen haben, wenn mit keinem Wort erwähnt wird, dass sie nicht gemeint sind.

Es ist ja nicht so, dass es keine Hinweise in der Bibel gibt, welche Zeitspanne in etwa vergehen sollte ab Jesu Wirken bis zu seiner Wiederkunft:

Mat 10,23: Wenn sie euch aber verfolgen in dieser Stadt, so flieht in die andere! Denn wahrlich, ich sage euch, ihr werdet mit den Städten Israels nicht zu Ende sein, bis der Sohn des Menschen gekommen sein wird.

Mat 24,34: Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht (Generation) wird nicht vergehen, bis dies alles geschehen ist.

Mk 9,1: Und er sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Es sind einige von denen, die hier stehen, die den Tod nicht schmecken werden, bis sie das Reich Gottes in Kraft haben kommen sehen.

Joh 21,23: Es ging nun dieses Wort hinaus unter die Brüder: Jener Jünger stirbt nicht. Aber Jesus sprach nicht zu ihm, dass er nicht sterbe, sondern: Wenn ich will, dass er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an?

Heb 10,37 Denn noch eine ganz kleine Weile, und der Kommende wird kommen und nicht säumen.

Apg 2,15-16 Denn diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, denn es ist die dritte Stunde des Tages7;16 sondern dies ist es, was durch den Propheten Joel gesagt ist: 17 "Und es wird geschehen in den letzten Tagen,...


Hier ist von einer Zeitspanne die Rede, die einer Generation entspricht.
Beste Grüße, Al

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