selbständiger glaube und religion

Rund um Bibel und Glaube
michaelit
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selbständiger glaube und religion

Beitragvon michaelit » Mo 18. Jun 2018, 10:51

Hallo,

das hier wird eine etwas längere Nachricht. Ich möchte versuchen darzulegen was sich bei meiner geistlichen Suche so ergeben hat. Seit einigen Jahren suche ich nach Gott und auch nach Christus, habe ihn aber im Rahmen der christlichen Religion nicht richtig finden können. Daher ging ich zurück zu meinen Anfängen. Aufgewachsen als Atheist hat mir dennoch Gott seit Beginn meiner Jugend immer gefallen und ich habe ihm auch immer vertraut. Als ich dann allerdings einige Krisen erlebte und dann versuchte Gott durch Bibellese und Kirchgang zu finden und meine Beziehung zu ihm so auszubauen, wurde ich unglücklich in meinem Glauben.

Besonders die Bibel aber auch das christliche Miteinander haben mir viel Leben und Kraft geraubt. Statt mich glücklich und frei zu machen wurde die Religion mein Unglück. Heute empfinde ich die traditionelle christliche Lehre als einengend und nicht wahrheitsgetreu. Ich lese lieber Goethe als Luther. Ich gehe manchmal noch in den Gottesdienst, aber nur zu modernen und liberalen Kirchen im Sinne von Käßmann und dem ehemaligen EKD Vorsitzenden Schneider. Ich finde es ist Zeit für eine zweite, weitergehende Reformation. Die Welt hat unter der traditionell verstandenen Religion nicht viel Fortschritte machen können, im Gegenteil war diese so verstandene Religion immer ein Hinderniss für den Fortschritt und hat sich auch an vielen Menschen versündigt. Statt uns frei zu machen wurden die Menschen unmündig. Statt bei Gott anzukommen wurden die Menschen Opfer derjenigen in der Religion die engstirnig und grausam waren und den Menschen über viele Manipulationen ihre Würde nahmen und ihre eigentlich gottgewollte Freiheit unmöglich machten.

Leiden die durch die Religion hervorgerufen werden können sehr schlimm sein. Einerseits setzt man sich Gott voll aus und versucht ihm tief zu vertrauen, andrerseits wird man von dieser Religion ausgenutzt und je freier und unabhängiger man sein will, um so mehr wird man unterdrückt oder, wenn man nicht so wichtig ist, wenigstens ignoriert und nicht ernst genommen.

Ich habe in der Zeit meiner Suche von 2005-2007 viele Gotteserfahrungen gemacht. Ich hatte sogar Visionen und hörte manchmal die Stimme Gottes oder eines Engels. Etwa ging ich einmal im Mai in einen Park und legte mich auf die Erde. Ich betete zu Gott um eine Eingebung, und plötzlich hörte ich eine kraftvolle alte Stimme zu mir sagen, "Spürst du wie sich die Erde unter dir dreht?". Ich schaute nach unten und spürte dann geistlich die ganze Erde wie eine riesige Kugel, und sie drehte sich mächtig und gewaltig vorwärts. Ein andermal war ich in meinem Zimmer und betete zu Gott, und sagte ihm, ich könne gar nicht einmal wissen ob es Jesus überhaupt gegeben hat. Da kam plötzlich eine Stimme zu mir die klang wie Windsausen und wie ein Wasserfall, und sie sagte auf eine ganz mystische Weise, "Ich werde dich weisen.".

Um mir diese Gotteserfahrungen zu erklären ging ich dann in die Kirche. Vor allem Online traf ich mich auf Foren mit anderen Christen und bat sie um Hilfe. Mir wurde nahegelegt die Bibel zu studieren und daß ich der evangelikalen Richtung des christlichen Glaubens und deren Lehrern vertrauen sollte. Ich geriet wieder in Lebenskrisen und setzte mein Geld voll auf diese Spielart der christlichen Religion. Von meiner heutigen Warte her war das ein großer Fehler. Durch die Bibellese verlor ich mein ursprüngliches Zutrauen zu Gott und begann stattdessen zu versuchen sehr fundamentalistisch zu denken. Ich konnte die Bibel damals nicht anders verstehen als sie wortwörtlich zu interpretieren. Gott haßte Sünder, dachte ich. Gott gebot mir gegen Atheisten und Angehörige anderer Religionen zu streiten. Gottesdienst war Pflicht. Ich hatte Gott zu loben und zu preisen egal was geschah, denn ich war ja nicht wichtig und meine eigenen Sünden waren Grund genug ebenfalls immer Strafe von Gott zu erwarten. Die Kirche war wie die Partei im Kommunismus, sie hatte immer Recht. Meine Familie die größtenteils aus ziemlichen Atheisten besteht war nicht mehr wichtig, ich sollte sie für Christus ablehnen um ihn zu gewinnen. Ich wurde auch gezwungen an die Hölle zu glauben, jeden Tag ausgiebig zu beten und meine Probleme die ja in Wirklichkeit ganz normal waren, als unbedeutend zu sehen und sie zu ignorieren.

Mittlerweile bin ich aus diesem Sumpf wieder fortgegangen. Das war gar nicht so einfach gewesen. Obwohl ich im realen Leben in meiner Dorfkirche gar nicht so sehr gegängelt worden bin, habe ich dennoch online und auch in manchen Gesprächen viel Dummheit und Unterdrückung erfahren. Ich habe auch in dieser falschreligiösen Zeit Gott nur ganz selten erfahren. Die vorher häufigen Visionen und Eingebungen hatten aufgehört. Ich mußte mich streng von der Bibel trennen, und dazu hatte ich erst keinen Mut und ich hatte auch eine Angststörung und eine Theophobie entwickelt. Mir ging es in etwa wie Tilman Moser der ein Buch schrieb mit dem Namen, "Die Gottesvergiftung". Ich fühlte mich bei Gott nicht mehr wohl, hatte aber Angst vor ihm und blieb aus Furcht vor Strafe bei der Stange. Aber wie gesagt, als es dann zu albern wurde und als mein geistliches Leben gar nicht mehr klappen wollte, rebellierte ich und entkam der Hölle des Evangelikalismus.

Heute glaube ich sehr anders. Ich gehe davon aus daß die Bibel größtenteils gefälscht ist und daß viele Worte den jüdischen Propheten und auch Jesus durch Pharisäer in den Mund gelegt worden sind. Das Thema Jesu war die Anerkennung eines freien und guten Gottesgeistes mit dem man einfach so leben konnte und der nie an Strafen dachte wie es die Bibel ja anders erzählt. Wie es bei Paulus noch durchleuchtet wollte Jesus Freiheit von den Gesetzen der Bibel und daß die Menschen sich als Kinder Gottes sahen die nicht mehr einfach so von Pharisäern ausgenutzt werden konnten. Jesus wurde von den damaligen Pharisäern sehr oft ausgenutzt und auch nach seinem Tod blieben die Menschen von den sich dann entwickelnden christlichen Pharisäern nicht verschont. Auch ich hatte von diesen Menschen viel auszustehen. Allerdings bin ich mittlerweile wieder frei von dem Angstglauben den diese Menschen predigen. Wenn ich zu Gott gehe dann immer in dem Bewußtsein daß er nicht der strenge Droh- und Strafegott der Bibel ist. Ich glaube so eigenständig wie es geht. So sehe ich auch meine früheren Gotteserfahrungen in einem anderen Licht, daß Gott mir damals schon nahe sein wollte und daß er mir so den Weg zu Christus weisen wollte wie es der Wahrheit und weniger der korrumpierten Bibel und Kirchenlehre entspricht. Wie gesagt, manches in der Bibel ist ganz gut und richtig, aber vieles ist pharisäisch vergiftet. Es gibt viele gute Christen die sich um Nächstenliebe bemühen, aber selbst bei diesen finde ich verrücktes und abersinniges Zeug wie Glaube an Hölle und Sintflut und andere Stories in der Bibel.

Nehmen wir nur einmal die Lehre von Satan. Laut der evangelikalen Kirche gibt es dieses Wesen und obwohl es schwächer ist als Gott hat es die Freiheit als Herr des Bösen die Menschen zu quälen die ihm in die Hände geraten. Und wie es auch die Erfahrung manch anderer Menschen war, man wird von Satan nicht wirklich frei es sei denn man begibt sich in strengen Gehorsam zu Gott und stumpft sein Gewissen ab. Man muß ständig wie ein Gladiator im Kolliseum vor Gott mit Satan kämpfen, und Gott richtet über den Ausgang des Kampfes und ich muß ständig meine Loyalität beweisen, sonst werde ich bestraft. Statt als gute Macht den Satan gleich zu enthronen hat der Bibelgott sich den Satan zunutze gemacht den wie im Buch Hiob steht hat er etwas zu sagen und der Mensch gilt als würdeloses Wesen das Gott nicht dankbar ist es sei denn Gott verwöhnt ihn. Daß im realen Leben nur wenige Menschen verwöhnt werden und daß viele Menschen ein Leiden tragen wird nicht berücksichtigt. Auch die Güte des Menschen die ich selbst in meinem Leben oft erlebt habe, und das von den unterschiedlichsten Leuten her, gilt nicht und wird mißachtet. Es ist als wäre Satan ein mächtiger Diener Gottes mit dem der Herr Kumpelage macht da er die Menschen nicht leiden kann.

Natürlich stimmt das alles nicht. Es gab nie einen bösen Satan, nur eine Erzengelsmacht die Feindlichkeiten kontrolliert und die man aber mit entsprechenden Kenntnissen ausnutzen kann. Sie ist nicht groß und mächtig und wird nur durch falschen Glauben und biblische Gehirnwäsche real für einen Menschen. Ansonsten hätte in Gott bald angegriffen und vernichtet, wie auch anderes Böses und böse Reiche und Systeme von Gott wieder befreit wurden damit der Mensch leben kann. So ist es bei Hitler und den Nazis geschehen, es dauerte nur 12 Jahre bis Hitler weg vom Fenster war.

Mittlerweile interessiere ich mich für die Freimaurerei. Freie Religion hat schon immer ihre Vertreter gehabt, wie etwa Persönlichkeiten wie Goethe und andere. Es gibt Gott und er ist dem Menschen wohlgesonnen und ist in jeder Religion zu finden.

Ich freue mich auf Diskussionen und kann auch in meinen Erklärungen weitergehen.

Ich wünsche euch einen guten Tag und viel Segen vom Schöpfer!

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