Die Existenz in Christus, der Bibel und im Leben

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michaelit
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Die Existenz in Christus, der Bibel und im Leben

Beitragvon michaelit » Fr 22. Jun 2018, 16:31

Hallo,

ich weiß nicht genau wie ich es ausdrücken soll, aber seit 10 Jahren etwa, ich bin nun schon 40, treibt es mich um daß ich verstehen will was das Leben ausmacht. Früher war ich wie in einer Art Traum, ich muß an Platons Höhlengleichnis denken, ich ging irgendwann aus der Höhle hinaus und mich traf das grelle Sonnenlicht. Für mich ist das nicht immer das Gute, es gibt auch dummes Zeug was im Leben passiert. Mein Vater starb vor 8 Jahren und seitdem fürchtete ich mich auch vor dem Tod und mußte ohne Vati auskommen.

Das grelle Sonnenlicht bedeutet eben oft auch Angst und Leid zu sehen auf der Welt. So ganz genau weiß das ja keiner mit dem Nachleben. Und das Leben selbst ist auch oft hart, wenn man leidet und gleichzeitig auch einsam ist dann geht das Spiel immer weiter und man wird wie gequält. Und diese Qualen können tiefgehen, es geht nicht um einen Piekser.

Was mich auch oft trifft ist daß unsere Existenz, wie es der französische Philosoph Sartre ausdrückte, zur Freiheit verurteilt ist. Freiheit heißt eben nicht nur heißa, ich darf immer an den Kühlschrank, sondern sie bedeutet auch, heißa wenn sich die Bösen anstrengen können sie an dich ran. Und es bedeutet auch, Gott wird mir nicht alles abnehmen, er macht nicht alles gleich leicht wenn ich mal bete.

Wie nun muß ich das in Christus überwinden? Ich komme da immer an die Liebe. Die Bibel beschreibt das im Johannesbrief so daß die Liebe die Furcht austreibt. Damit ist nicht nur Liebe zu Gott sondern auch Menschenliebe gemeint. Hier im Wohnheim kann ich mich an viele Menschen wenden, und es wird mir deutlich, wir hängen alle zusammen, sitzen im selben Boot. Und da sehe ich auch daß die Bibel ihre Stellen hat die es keinen Sinn machen zu lesen und in sich zu nehmen und zu integrieren. Wo ich bei den Menschen entweder den guten Kern herausschimmern sehe oder eben manchmal auch den Wahnsinn der Bosheit, dort sieht die Bibel nur einen zu richtenden Verbrecher. Diese Bibelstellen kann man nicht so ernst nehmen.

Um das zu fördern muß man nachsehen woran Jesus Christus eigentlich gestorben ist. Manchmal scheinen Christen davon auszugehen sogar daß Christus deswegen gestorben ist weil die Menschen das Gesetz brachen, weil sie nicht wie die tolle moderne Christenheit bibeltreu waren. Doch Christus starb weil die Menschen die Bibel hernahmen und aufgrund ihrer Zwiespältigkeit religiöse Autoritäten aufrichteten die über Menschen entschieden. Und als Christus kam und die Liebe und Gottes Reich und die Vergebung predigte, da kam schnell der Bock der Pharisäer und man fing an sich auszudenken was man Christus tun könnte.

Doch Christus, im Leben verankert, suchte sich Menschen denen er vertraute, seine Mutter, die Jünger, das normale Volk auf der Straße. Und diese Menschen hörten ihm zu und ließen sich oft inspirieren. So daß Jesus dann mutig wurde seinen eventuellen Tod einfach selbst anzustreben um diesen Menschen mit seinem Kreuz die Last von Bosheit und Schuld die im Leben kommen kann, abzunehmen und ihnen zu helfen. Zudem hat das Kreuz ja auch mit dem Abendmahl zu tun und dieses betrachte ich als Wundermedizin. Ich nehme es selbst oft wenn ich mich nicht mehr wohl fühle. Ich spüre da meistens etwas Erhebendes, so als wäre Gott dabei jedes Mal anwesend. Und würde mir bestätigen daß er mich liebt und daß Christi Opfer und seine Liebe seit der Auferstehung, für alle gilt, und eben auch für mich.

Diese Liebe Gottes zu treffen im existentiellen Leben ist dann manchmal alles wieder wert. Und man findet eine Tür durch die man gehen kann um wieder in die Welt und in das Leben zu kommen, man hat ja nun wieder das Licht des Lebens. Mein Vater bevor er starb war manchmal eine Figur für mich der ich vertraute weil er älter und größer war. Christus ist nun auch so ein Älterer und Größerer. Ich brauche nicht mehr alles selbst zu schaffen und für mich ans Kreuz zu gehen. Jesus nimmt mir die Last ab und ist bei mir und tröstet mich!

Das ist dann nicht mehr nur existentielles Leben sondern ewiges Leben. Und es wachsen Glück, Frohsinn und wenn ich daran denke, die Liebe zu allen Menschen, die ich dann auch oft selbst empfange.

Viel Segen!

Daniel

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Nicole
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Re: Die Existenz in Christus, der Bibel und im Leben

Beitragvon Nicole » Mi 4. Jul 2018, 15:26

Ich habe deinen Beitrag mit Interesse gelesen. Eine richtige Frage hast Du nicht gestellt. So bleibt mir nur den Sehen zu erwidern. Gott möge Dich behüten. Bleib weiterhin neugierig und interessiert. „ Was das Leben im Innersten zusammenhält“? Das ist eine Frage, die uns begleiten wird bis uns Flügel gewachsen sind. Sehen über Dich
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michaelit
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Re: Die Existenz in Christus, der Bibel und im Leben

Beitragvon michaelit » Mi 11. Jul 2018, 18:16

"Was das Leben im Innersten zusammenhält...?"

Jawohl, eine tiefe Frage und nur langwierig zu beantworten. Vielleicht ist Leben wie Geschichte und es entspannen sich Dramen, Komödien und Tragödien in ihm, und man ist wie auch Gott sein eigener Zuschauer und das alles kann man dann psychologisch-theologisch interpretieren. Mein Fokus ist seit einer Weile die Authentizität. Ich hätte gern daß Gott zu meinem echten Ich spricht, also jenem Menschen in mir der liebt und leidet und sich freut und der Kummer trägt und der Angst hat. Ich will nicht so eine Christenidentität haben nach der mich Gott liebt weil ich Christ bin, das scheint mir ein Grundfehler zu sein. Ich bin ein Mensch und etwas anderes als eine Mücke im Wald die nicht denkt und liebt. Ich weiß was Liebe ist und würde Liebe gern erfahren von Gott und dann auch lernen diese Liebe zu erwidern.

Manchmal läuft jemandem ein kranker Hund zu und man kümmert sich um ihn und er fühlt sich wohl im Haus und bleibt dann da. So fühlt sich in der Regel ein Mensch dem von Gott her Güte widerfährt. Menschen sind schon öfters dumm zueinander und machen Mist, aber dann wieder sind wir doch edle Kreaturen, gar von Gott geboren bzw geschaffen. Diese Verbindung müßte doch genug sein für ein Miteinander von Gott und Mensch. Warum muß man über das Gesetz eine juristische Situation herstellen? Mein leiblicher Vater würde mich kaum verklagen wenn ich Mist baue. Er würde schimpfen und mich dann akzeptieren und mit mir nach einer Lösung suchen. Diese Geduld sollten wir auch in Gott finden können, und das tun wir auch und brauchen nicht so sehr die Dogmen der Bibel.


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