Habt ihr ein frohes Herz?

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Tree of life
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Re: Habt ihr ein frohes Herz?

Beitragvon Tree of life » Mi 4. Jul 2018, 20:07

Ziska hat geschrieben:Wir Menschen sind ja im Bilde Gottes erschaffen. Also mit den Eigenschaften und Gefühlen, die der Schöpfer des Menschen hat.
Wenn wir schon vor seelischem Schmerz bei all dem Leid verzweifeln, wie muß es wohl Gott berühren,
wenn er das Leid der Menschen und das Leid der Tiere hier sieht?

Dein Gott wusste doch schon vor der Erschaffung des Menschen was kommen wird, also kann es ihn gar nicht mehr berühren.
Wozu schuf er dann?
Der Gedanke es gibt keinen Gott und die Dinge sind nun mal wie sie sind, weil teils "Launen der Natur", ist für mich erträglicher, als an einen Schöpfergott zu glauben.

Mirjam
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Re: Habt ihr ein frohes Herz?

Beitragvon Mirjam » Mi 4. Jul 2018, 23:48

Spr 4, 23 hat geschrieben:
Behüte dein Herz mehr als alles, was zu bewahren ist; denn von ihm aus sind die Ausgänge des Lebens.

Ein schöner und weiser Spruch, aber ich bin mir nicht so sicher, ob der direkt auf Freude und Fröhlichkeit abzielt.

Michaelit bezog sich in einem der ersten Beiträge auf das Herz als Muskel, während Sola das Herz als Sitz der Gefühle anspricht:
Sola hat geschrieben:Daher ist es kein Wunder, dass das Herz von jeher als Sitz der Gefühle angesehen wurde.
Solche Ausdrücke, die Körperteile mit Seelischem in Verbindung bringen, wie "gebrochenes Herz", "ans Herz wachsen", "das Herz auf dem rechten Fleck", "Herzensangelegenheit" usw versteht eigentlich jeder intuitiv.

Beides halte ich für moderne Interpretationen, die wenig mit dem alten Testament zu tun haben.

Beim AT muss man nämlich bedenken, dass das "Herz" hier eher als Sitz von Verständnis, Gewissen und Weisheit gilt. Also Eigenschaften, die wir heutzutage eher unter "Geist" sortieren würden.
Überhaupt, die moderne Trennung u. Gegensätzlichkeit von Geist und Gefühl, Herz und Kopf, ist im alten Orient nicht in gleicher Weise vorhanden.


Wenn wir aber zum Thema zurück kehren:
Oft fühle ich mich machtlos und sprachlos angesichts des Leids, das so viele Menschen und Tiere ertragen müssen. Dann frage ich mich: Was soll das eigentlich alles? Wozu eine Schöpfung, die so grausam und ungerecht ist? Und ich habe darauf auch keine wirkliche Antwort - denn ich glaube weder an den Gott der Christen noch an seinen paradoxen Heilsplan.
Doch andererseits sehe ich auch die Schönheit, die Liebe und die Hoffnung. Ich glaube fest daran, dass auch das Gute existiert und das es sich lohnt, dafür zu arbeiten. Wir dürfen uns vom Bösen und vom Leid nicht zu sehr in Beschlag nehmen lassen, sondern müssen uns einfach jeden Tag wieder aufrappeln: die neuen Chancen sehen, unser Bestes geben, und jedes kleine Glück genießen. Ob das als "frohes Herz" zählt?

Mir ging das nicht immer so - ich war in meinem Leben auch schon sehr niedergeschlagen und verzweifelt. Aber heute gibt mir mein Glauben viel Gelassenheit und Zuversicht.

" Folge deinem Herzen solange du lebst,
tue nicht mehr als dir aufgetragen ist
und verkürze nicht die Zeit des dem-Herzen-folgens, denn das ist der Seele ein Gräuel"

aus der Lehre des Ptah-Hotep.
Auch im ägyptischen ist "Herz" eine Metapher für Intuition, Gewissen und innere Weisheit.


Viele Grüße

Mirjam

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Helmuth
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Re: Habt ihr ein frohes Herz?

Beitragvon Helmuth » Do 5. Jul 2018, 04:37

Mirjam hat geschrieben:Ein schöner und weiser Spruch, aber ich bin mir nicht so sicher, ob der direkt auf Freude und Fröhlichkeit abzielt.

Nicht nur, da hast du schon recht. Es geht darum, nichts ins Herz zu lassen, das dir schaden kann. Lügen schaden, Verleumdungen schaden, Intrigen schaden. Diese Dinge können einem in vielen Lebensaktivitäten auf die falsche Fährte bringen und viel Unruhe in deinem Leben und damit Herzen verursachen.

Ich erzähle einen praktischen Fall, mit dem ich mich gerade herumschlage.

Ich wurde damit kompromittiert, mich von einem meiner Brüder zu distanzieren. Tue ich das nicht, wird sich diese Person von mir lösen. Das hat mich schwer bedrückt und ich war betrübt, denn es geht dabei um meine eigene Verwantschaft. Mit anderen Worten: Ich könnte gleich zwei wertvolle Menschen auf einmal verlieren. Nun hat mein Herz beschlossen, der Sache zwar auf den Grund zu gehen, aber mein Herz wird es nicht wagen, in Unruhe zu verfallen, selbst wenn dann der besagte Mensch sich von mir löst.

Ich will der Gerechtigkeit genüge tun und nicht dem Intrigenspiel folgen. Und siehe da, nachdem ich diese Entscheidung getroffen habe, kam das Herz zu seiner alten Ruhe zurück. Ich führe es auf eine wunderbare Wirkung des Heilige Geistes in mir zurück. Ich strebe zuerst nach Gottes Reich und seiner Gerechtigkeit.

Wenn also die besagte Person das nicht mit mir teilt, wird sie am Ende kein Teil des Reich Gottes, das Jesus für uns gerade vorbereitet. Denn darin wandeln nur Gerechte und nicht Intreganten. Es wir hart aber diese Entscheidung muss ich nun der Person mitteilen und ich stehe gerade im Gebet um Weisheit und Führung darüber, wie ich ihr das beibringe. Vielleicht ändert sich der Mensch ja.

Ein Verlust wäre sehr traurig, aber mein Herz muss von solchen Intrigen bewahrt bleiben um nicht ausschließlich nur Menschen zu gefallen. Nach ca. 2-3 Tagen der Niedergeschlagenheit kann ich nun wieder fröhlichen Sinnes weitere Schritte setzen. Ich will nie aus der Unruhe heraus agieren, d.h. ich behüte mein Herz hier, den Frieden und die Freude nicht zu verlieren.
Herzliche Grüße
Helmuth

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Magdalena61
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Re: Habt ihr ein frohes Herz?

Beitragvon Magdalena61 » Di 10. Jul 2018, 03:28

Helmuth hat geschrieben:Ich wurde damit kompromittiert, mich von einem meiner Brüder zu distanzieren. Tue ich das nicht, wird sich diese Person von mir lösen. Das hat mich schwer bedrückt und ich war betrübt, denn es geht dabei um meine eigene Verwantschaft. Mit anderen Worten: Ich könnte gleich zwei wertvolle Menschen auf einmal verlieren.
Das ist Erpressung. Emotionale Erpressung.
mein Herz wird es nicht wagen, in Unruhe zu verfallen, selbst wenn dann der besagte Mensch sich von mir löst.
Wenn du nicht hinter der Forderung des anderen stehen kannst, dann solltest du ihr auch nicht nachgeben. Denn bei solchen Entscheidungen muß man von der Richtigkeit derselben überzeugt sein. Eines Tages werden wir Rechenschaft ablegen müssen für das, was wir getan haben. Wir werden wohl auch die Auswirkungen sehen, die unsere Worte und Werke auf andere hatten.

Und selbst, wenn wir "falsch" entschieden hatten, dann sollte das mit einem aufrichtigen, reinen Herzen nach bestem Wissen geschehen sein. Nicht gegen die eigene Überzeugung. Wie will man denn sonst vor Gott dazu stehen können?
nachdem ich diese Entscheidung getroffen habe, kam das Herz zu seiner alten Ruhe zurück.
Ist ein Gefühl für dich der Anzeiger für die Richtigkeit deines Denkens und Handelns?

Mein "Herz" ist oftmals nicht "ausgeglichen" und "ruhig" in kritischen Situationen. Ich weiß zwar, dass ich das in der jeweiligen Situation - aus meiner Sicht gesehene- Richtige getan habe. Aber Gefühle des Unwohlseins und der Beunruhigung oder des Bedauerns oder der Sorge können trotzdem bleiben.
Es wir hart aber diese Entscheidung muss ich nun der Person mitteilen
Wenn du von einer Heilsgefährdung der betreffenden Person ausgehst, wirst du das wohl tun und sie außerdem warnen müssen.

Hast du schon mit ihr gesprochen?
Vielleicht ändert sich der Mensch ja.
Du musst sie nur warnen. Nicht unter Druck setzen.

Ich will nie aus der Unruhe heraus agieren, d.h. ich behüte mein Herz hier, den Frieden und die Freude nicht zu verlieren.
"Freut euch in dem Herrn allezeit" wäre eine Zumutung, wenn man dieses Kommando auf menschliche Gefühle bezieht.
Das KANN kein Christ, der nicht komplett von der Welt abgehoben hat.

Vielleicht sollten wir näher ergründen, wie dieser Vers gemeint ist.
LG

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Helmuth
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Re: Habt ihr ein frohes Herz?

Beitragvon Helmuth » Di 10. Jul 2018, 06:39

Magdalena61 hat geschrieben:Das ist Erpressung. Emotionale Erpressung.

Ich weiß das und gegenüber Außenstehenden kann ich das leichter abwehren, aber es ist schwerer, wenn es dabei um den Famiienzusammenhalt geht.

Magdalena61 hat geschrieben:Ist ein Gefühl für dich der Anzeiger für die Richtigkeit deines Denkens und Handelns?

Davon habe ich nicht geredet, sondern ich möchte diesen Zustand der Herzensunruhe nicht. Hier hilft mir Sprüche 4,23 mächtig auf die Sprünge.

In solchen Phasen der Unruhe habe ich gelernt keine Entscheidung zu treffen. Darum ist dein Wort auch goldrichtig sich emotional nicht erpressen zu lassen. Das bringt die Person, um die es geht, momentan noch mehr auf, aber da muss dann sie durch und nicht ich.

Gerade in solchen Phasen des Aufwühlens kann ich kaum richtige Gedanken fassen. Erst die Ruhe und der Friede Gottes in mir ermöglicht es wieder mein Denken und Handeln auf Gott auszurichten, dann, wenn das Herz wieder im von ihm behüteten Zustand ist. Zuvor wirkte offensichtlich der Satan.

Magdalena61 hat geschrieben:"Freut euch in dem Herrn allezeit" wäre eine Zumutung, wenn man dieses Kommando auf menschliche Gefühle bezieht. Das KANN kein Christ, der nicht komplett von der Welt abgehoben hat.

Vielleicht sollten wir näher ergründen, wie dieser Vers gemeint ist.

Ja, das passt gut hierher. Es geht nicht darum jedes Gefühl und jede Regung zu unterdrücken, denn das wäre nur eine fromme bzw. religiöse Übrung, die in Heuchelei ausartet, aber man sollte einen Weg suchen, der es wieder ermöglicht, Freude zu empfinden. Dabei meine ich eine echte und nicht gekünstelte oder vorgespielte.

Ein Spruch in meiner Anfangszeit als Christ war: Wenn Satan dir deine Freude nicht rauben kann, dann hat er bereits verloren. In etwas gereifter Form wende ich es heute an.

Ich habe gelernt, dass Zeiten der Betrübnis dazu gut sind, damit Gott an deinem Herzen ein Service durchführen kann, also muss man ihn auch ranlassen. Doch wie ich oben schrieb, ist dies dann meine Zeit des Gebets und Fastens, als auch des Ausschüttens des Herzens und des Weinens vor Gott und nicht die Zeit für das Setzen von Taten.
Herzliche Grüße
Helmuth

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Magdalena61
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Re: Habt ihr ein frohes Herz?

Beitragvon Magdalena61 » Mi 11. Jul 2018, 02:41

Helmuth hat geschrieben:
Magdalena61 hat geschrieben:Das ist Erpressung. Emotionale Erpressung.

Ich weiß das und gegenüber Außenstehenden kann ich das leichter abwehren, aber es ist schwerer, wenn es dabei um den Famiienzusammenhalt geht.
Ja, das kann ich verstehen.

Du bist doch Charismatiker :) . Mein Eindruck gerade eben war, ich sollte dir ein Wort von Joyce Meyer posten.
Von den "täglichen Andachten" auf ihrer Seite hatte ich vor etwa 10 Jahren viele kopiert und abgespeichert. Sie haben mehrere PCs überlebt.

Ich hoffe... die Richtige gefunden zu haben. Wenn so etwas im Familienkreis ansteht, ist man bestrebt, möglichst wenig Schaden anzurichten. Aber man ist nicht gelassen, weil man sich emotional natürlich nicht raushalten kann. Damit hat man die schlechteren Karten, man ist angreifbar.

Ich schlage vor: Kümmere dich gerade und genau jetzt zuerst einmal um DICH. :) Damit du Stärke gewinnst, die es dir ermöglicht, bei aller Entschiedenheit liebevoll zu agieren, auch dann, wenn du unter Druck gesetzt wirst. Du weißt ja, wer hinter solchen Attacken steht. Der Herausforderer, welcher sich zum Werkzeug machen lässt, ist nur das "Medium".

Fühlst du dich abgelehnt?

Alle, die Mir mein Vater gibt [anvertraut] werden zu Mir kommen; und derjenige, der zu Mir kommt, den werde Ich ganz gewiss nicht hinauswerfen [Ich werde nie, nein, niemals, einen zurückweisen, der zu Mir kommt].
—Johannes 6,37


Gott gab mir ein Wort, als ich mich auf ein Treffen vorbereitete, das ich leiten sollte. Es ist für jeden, der es braucht:

”Viele Meiner Kinder sind gefangen, weil sie sich selbst nicht annehmen. Viele von ihnen sind begabt und talentiert, aber sie drücken sich nicht aus, weil sie Ablehnung fürchten. Sie fürchten Menschen. Sie haben Angst davor, was andere Menschen denken könnten.

”Ich möchte Mein Volk lieben, aber sie halten Mich auf Armeslänge von sich weg und lassen sich nicht wirklich von Mir lieben, weil sie von anderen verletzt wurden. Sie befürchten, dass Ich sie aufgrund ihrer Schwachheiten ablehnen würde, wie es andere getan haben. Aber Ich werde sie niemals ablehnen.

”Sag ihnen, dass Ich sie liebe.

”Sage ihnen, dass sie aufhören sollen, so hart daran zu arbeiten, um für Mich akzeptabel zu sein und dass sie erkennen sollen, dass Ich sie so annehme, wie sie sind. Sage ihnen, dass Ich keine vollkommene Leistung von ihnen verlange. Ich möchte einfach, dass sie Mich lieben und sich von Mir lieben lassen.“

Gott wird dich nicht wegen deiner Schwachheiten oder Fehler ablehnen. Er möchte dich von früheren Verletzungen heilen, die durch Ablehnung verursacht wurden. Er möchte, dass du weißt, dass Er dich nie ablehnen wird.

Bete dies:
“Vater, ich danke Dir, dass Du mich liebst. Ich danke Dir, dass ich immer angenommen bin und niemals abgelehnt werde. In Jesu Namen, Amen.“

Quelle: joyce-meyer.de, 21. Juni 2007
LG


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