authentisches Leben und authentische Religion

janosch
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Re: authentisches Leben und authentische Religion

Beitragvon janosch » Do 12. Jul 2018, 11:44

michaelit hat geschrieben:Seit einiger Zeit kristallisiert sich bei mir der Gedanke heraus daß in der heutigen Religion und Theologie nicht vom authentischen Mensch-Sein ausgegangen wird sondern von einem religiös-ideellen Menschsein. Der tatsächliche lebende und sterbende, glückliche und leidende Mensch ist gar nicht mehr oft das Thema, stattdessen werden Bücher wie die Bibel hergenommen und der Mensch hat zu sein was die Bibel aussagt. Beispielsweise geht der Römerbrief am Anfang wenigstens schlicht davon aus daß jeder Mensch böse ist und eigentlich Strafe verdient hat. Wenn ich nun in meinem authentischen Leben nach dem Guten und Bösen suche finde ich aber beides, mir selbst wurde von Menschen sowohl Gutes als auch Schlechtes angetan und auch ich habe anderen Menschen Gutes getan aber ihnen auch manchmal wehgetan. Wenn ich das Große und Ganze hernehme war mein Leben aber gut und ich habe mich trotz mancher Schwierigkeiten mit den mir wichtigen Menschen immer verstehen können und habe sie geliebt und wurde von ihnen geliebt.

Ich sehe nun ein authentisches Leben des Menschen wie ich es relativ leicht fassen kann, und ein ideelles Leben des Menschen wie es die Religion anhand ihrer biblischen Dogmen sieht, und diese beiden Lebensauffassungen stimmen nicht überein. Mir ist als spräche die Religion leider oftmals gar nicht zu meiner Authentizität, zu meinem authentischen Ich. Mein Glück und mein Leid ist gar nicht das Thema, es geht nur darum wie ich zu Gott stehe und was ich von Gott halte, Gott ist einfach nur ein Richter und denkt nur an meine Sünden. Eigentlich hat das keine Substanz. Ja, ich habe gesündigt in meinem Leben, aber ich bin auch gar nicht mal so selten gerecht gewesen, und das stimmt auch für fast alle anderen Menschen die ich kenne. Zudem bin ich überzeugt daß zum Leben mehr gehört als die Beurteilung durch ein Gericht Gottes, vor allem mehr als ein Gericht nach dem Maßstab des mosaisch geprägten Bibelgesetzes.

Worauf ich hinauswill ist dies, ich bin der Meinung daß man zum Leben eigentlich Gott braucht, sonst wird es nicht rund und verliert sich irgendwann im Sinnlosen, im Tod, im Nihilismus und in der Unwahrheit und Desorientierung. In meinem Erleben gibt es Gott und wenn ich bestimmte wichtige spirituelle Gesetze betrachte, dann ist er mir nahe. Etwa darf ich mich nicht einem Haß hingeben sondern muß in der Liebe leben. Aus der Liebe und ihren Rückwirkungen auf mich weiß ich wer und wie Gott ist. Dieses spirituelle Gesetz ist gültig und wenn ich es breche ist es als ob ich Gott nicht kenne. Aber das mosaische Gesetz mit seinen harten Strafen ist nicht so ein spirituelles Gesetz. Es ist nicht richtig daß ein Mensch für eine Sünde wie Ehebruch oder Unzucht gleich sterben soll, oder daß man für einen Diebstahl die Hand abgehackt bekommt. Es ist nicht richtig weil wir ja in der Liebe leben sollen, und ein liebender Mensch darf das Böse nicht hart strafen sondern muß mit Weisheit und Barmherzigkeit handeln und Gott hinzuholen und das Böse mit Gutem überwinden. Klar ist das manchmal nicht einfach und wenn man noch unerfahren ist kommt man oft an den Punkt wo man nicht weiter weiß. Aber mit der Zeit und mit Gottes Hilfe geht es und man lernt hinzu und auch das praktische Leben wird rund mit Gott und seinen Lehren.

Aber ich brauche es daß Gott zu meinem authentischen Ich spricht. Ich brauche immer wieder Hilfe und Beistand. Ich kann nicht mehr so einfach für mich existieren und Gott als Märchengestalt ansehen und mit dem Leben trotzdem noch zurechtkommen. Es wäre nur ein langsames Sterben und ein Leiden ohne jeden Trost, es wäre Egoismus, es wäre Angst und auch Haß. Da denke ich manchmal daran daß Jesus vor seiner Kreuzigung im Johannesevangelium sagt, Sünde ist der Unglaube. Es geht nicht um irgendwelche Straftaten. Es geht nicht um einen Gotteszorn. Sünde bedeutet zuallererst Mangel und daraus resultierendes Leid. Und Gott will dem immer abhelfen dadurch daß wir in Christus neues Leben bei ihm finden. Vergebung ist garantiert. Gnade ist sicher. Die Hölle, so sehr ich es, ist ein Lebenszustand wenn man nicht mehr beachtet was Christus aussagt oder wer er ist. Der chinesische Taoist oder der iranische Muslim sind immer noch von der Hölle weit weg, auch wenn sie nicht an Jesus glauben, wenn sie daran festhalten wofür Jesus steht, nämlich Liebe und Vertrauen. Wenn ich authentische Liebe in mir trage dann kenne ich doch Gott, auch wenn es ein Muslim mehr für Frieden ansehen würde und ein Taoist für die Reinheit des Himmels. Hölle ist wenn man diese authentische Liebe aus welchen Gründen auch immer ablehnt oder verliert. Es mag vielleicht kein großes Leid daraus kommen weil der egoistische Mensch auch ohne Liebe sich eine zeitlang behelfen kann und vielleicht durch Böses stark wird und sich Vorteile erobert. Aber irgendwann bricht das zusammen und Hitler sitzt im Bunker, und es bleibt nur der Suizid übrig und die bleibende Erkenntnis das man alles verloren und verraten hat und das einen kein Mensch mehr liebhaben und annehmen kann. Wohlbemerkt, ich glaube daß Gott Hitler doch angenommen hat weil er jeden annimmt. Doch Hitler, so stelle ich mir das vor, mußte im Himmel radikal neu anfangen, einen neuen Namen annehmen, sich von seinem Lebensich trennen und durch heilige Übungen immerzu reinigen. Er ist ein kleiner Mann nun, und viele ehedem kleine Menschen auf Erden werden im Himmel im Gegensatz sehr groß und wichtig. Diese Konsequenz besteht und sie ist gewichtig.

Gott muß zu meinem authentischen Ich sprechen, nicht zu einem imaginären Ich. Ich leide und dieses Leidensich muß Hilfe und Trost erfahren, nicht das Christenclubmitgliedsich. Ich bin glücklich und dieses Glücksich muß sich bedanken und seine Freude mit Christus und anderen Menschen teilen, und es darf keine Scheinchristenfreude sein die ich mir aus Pflichtgefühl aneigne doch am Ende nur vorspiele. Wir brauchen eine authentische Religion die den Mensch nicht nach dem beurteilt was in der Bibel steht solange wir nicht reflektieren was die Menschen der Bibel eben auch falsch gemacht haben. Da fühlen sich die Fundamentalisten total belämmert weil sie nichts mehr zu sehen glauben wenn sie nicht streng nach wörtlicher Bibelauslegung gehen können. Aber es gibt keinen anderen Weg, unauthentisch zu sein führt dazu daß man eigentlich verrückt wird und noch dazu nur noch unehrlich sein kann und die Fehler der Bibelcharaktere immerzu wiederholt und nicht mehr weiterkommt.

Ich hoffe ihr versteht mich. Falls ihr Bibelfundamentalisten seid, überdenkt eure Haltung. Sie ist oft hart und ungerecht und ihr wißt nicht daß Menschen durch sie in tiefes Leid und in tiefe Angst getrieben werden können. SIe macht den Menschen hilflos. Das muß anders werden!


Sehr gute Analyse, als Philosophische Gedanken, könnte in ein Buch gefast werden...nun fehlt hier was, dein Zeugnis!

Und für einVerloren „Seele“ das bis jetzt nicht mit Gott am Hut hatte. Zuviel unnötigen „Zeug“ und „Zeitverschwendung“ wenn, um Stunden oder sogar Minuten für ein Mensch über sein Ewigkeit nachzudenken und zu Entschieden hat. Besonders Todkranke menschen, das sie wollten in ihre Frühere leben mit GOTT garnicht was anfangen!

Also ein Medaillon immer Zwei Seite!

Und es gibt auch Viele, die überhaupt mit GOTT nicht zu tun haben wollen dann warum sollte „Gott“ diese menschen mit „seien Liebe" vergewaltigen?

Es gibt ein WEG, was genau beschrieben ist! Und das könnte man als „Regel“ (keine Gesetz, weil in ein „Frei Entscheidung“ ein Gesetz NIE ein Rolle spielen darf!) das der Mensch, durch ein Freie Entscheidung treffen muß.

Sonst der Mensch Steht „allein“ da und wird ein Ausnahmen fall für Gott, was du nicht beeinflussen kannst, weil du dein Gute oder Schlechte Taten nicht registrierst und du weiß nicht WIE Gott dich beurteilt, ob dein Liebe oder Guten Taten überwiegend als die Schlechten sind. Also ? Zeichen.

Naja, und du Muß „Gott“ kennen, also erst was du für dich Gott hälst überhaupt, und diese Gott hat auch entsprechend Ansprüche hat, was du als seine „Geschöpf" nicht ignorieren kannst!

Sonst Braucht du von ein „Gott“ gar nicht reden, denke ich! :roll:

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Re: authentisches Leben und authentische Religion

Beitragvon michaelit » Do 12. Jul 2018, 11:51

@Magdalena, man kann an deinem Bibelzitat gut erkennen wie es sich manchmal mit Prophetie verhält. Der weiße Reiter ist der Bibeljesus, nicht der demütige und sanftmütige Jesus der gestorben und auferstanden ist. Die Prophezeiung hier hat mit der strikten und immerzu nur konservativen und falschen Bibelreligion zu tun. Ihr folgen Heilige und Sünder und sie wird als treu und wahrhaftig angesehen. So verhält es sich mit vielen Prophezeiungen in der Offenbarung, es fehlt die Erkenntnis wie alles zusammenhängt und wie es besser gemacht werden kann. Johannes hat etwa gar nicht aufgeschrieben was dazu kommen muß, nämlich wie negative Vorhersagen aus einer Prophezeiung abgewendet werden können. Bei der Bibeljesusprophezeiung muß man vorsichtig logisch fantasieren darüber was der eigentliche Jesus ist und was er will, und das ist nur Gnade und Liebe wie es Gläubige ja auch meistens erleben. Er rennt auch nicht in einem blutbeschmierten Mantel herum.

janosch
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Re: authentisches Leben und authentische Religion

Beitragvon janosch » Do 12. Jul 2018, 12:18

michaelit hat geschrieben:Jack, ich denke über die Kreuzigung oft in unbiblischen Begriffen. Jesus hat sich geopfert weil er einen Deal mit den Pharisäern und mit dem Hohepriester gemacht hat, die für seinen Tod dann die Jünger straffrei ausgehen ließen. Das heißt sie wurden nur ausgepeitscht und mußten nicht selbst ans Kreuz und man war freundlicher zu ihnen. Es war eine harte Zeit und die Pharisäer wollten sich nicht an das jüdische Liebesgebot halten und damit das Gesetz ganz anders verstehen. Denn wenn man Nächstenliebe wirklich verinnerlicht tut man niemanden steinigen oder kreuzigen. Diese Einsicht hatten die Pharisäer zu Jesu Zeiten noch nicht alle.


Das ist natürlich auch ein Gute aspekt, aber das Erklärt gar nicht, und über haupt was LIEBE bedeute! Wenn du von „Liebe“ redest dann bringt es nicht wenn du diese Liebe nicht erklärst!

zB. „ ich lieb deine Frau!“ Ist das Gut oder schlecht? Du sagts vieleicht, du janoch was für A...bist!

Naja, dan muß ich woll erklären was ich mit diese Liebe gemeint habe, oder?

zB. ich liebe dien Frau, weil sie irgendwo im Not sehe und Helfe ich im, wenn sogar meine Leben opfern muß! Dann schaut ganz anders aus.
Christus Redete aber unerlässlich von solche Opfer LIEBE!

Manche Glauben das „Jesus zu sien Vater SOOO Gehorsam war, das er tat nur das was seien Mörder Vater gewollt! Na dann er opferte sich nicht selbst! Das passt für ein „Selbst Opfer" überhaupt nicht. Oder sie verstehen nicht, was diese Ausgen bedeutet.
Könnte sein das diese Ausage NUR für den Damaligen Juden was bedeutet... ;) Aber momentmal... Wer Liebt uns Eigentlich??

Eigentlich ein „Lösegeld“ kann Tote oder Verurteilte mensch nicht bezahlen. Wer hat dann diese Lösegeld bezahlt?

Ich glaube man kann die Bibel oft als religiös-geschichtliches Dokument hernehmen und Informationen sammeln und spirituelle Meinungen erkunden. So ist es ein nützliches Buch. Aber wenn man es wie die Fundamentalisten als fehlerloses Wort Gottes nimmt dann kommt nichts Gutes dabei heraus. Dieses Dogma der Irrtumslosigkeit der Bibel wurde aber nicht immer eingehalten und kam im Katholizismus auch erst Ende des 19. JH hoch.

Bibel ist ein „Geferlichen Buch!“ .Ich würde sogar das AT verboten.... :lol: Scherz...aber gegenüber das Evangelium, das AT muß ein zweitrangigen Rolle einordnen. Und mit „Vorsicht genießen“ drauf schreiben... :)

Ich denke mit diese Hinsicht hat die Christlichen Kirche vieles (sehr Vieles) verbockt! Aber diese Vorteil auch geschaffen das heute Jeden das Evangelium lesen kann, und darum geht es, der Rest ist jedermann Sache!

Das steht auch geschrieben, (Simulanten werden nicht verschont.... :roll:) Achtung Jack du weiß zu viel! :lol:

30.
Zwar hat Gott über die Zeit der Unwissenheit hinweggesehen; nun aber, gebietet er den Menschen, daß alle an allen Enden Buße tun.

janosch
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Re: authentisches Leben und authentische Religion

Beitragvon janosch » Do 12. Jul 2018, 12:38

@
janosch hat geschrieben;
Manche Glauben das „Jesus zu sien Vater SOOO Gehorsam war, das er tat nur das was seien Mörder Vater gewollt! Na dann er opferte sich nicht selbst! Das passt für ein „Selbst Opfer" überhaupt nicht. Oder sie verstehen nicht, was diese Aussagen bedeutet.


Das kommt bestimmt für Christen komisch vor, oder sagen, „ janosch ist ein Spinner...“ aber denk ihr logisch nach, wenn du gerade mit ein Sterbende Mensch redest. Er/Sie hat nur einigen Minuten zu leben , dann wie würdest du „Christus Liebe“ für im bezeugen!

Fängst du mit Johannes 3, 16 zu erklären??

Nein, dafür hast du kein zeit und bringst du nur noch Verwirrung dadurch.

Du sagst ihm: „Mensch tue Buße, bereue deinen Sünde und nimm deine HERR Jesus Christus an, er ist dein Gott, Erlöser und Retter, dann hast du Ewiges leben!
Kann diese mensch gerettet =Gerecht werden, ohne das er/sie ein Wort von Jesus sein angeblichen „Vater Gott“ was hören sollte?

Selbstverständlich wird er gerettet, nur dadurch das Christus als HERR annimmt!

Ich denk damit habe ich bewiesen, das ich nicht falsches gesagt hier...

Ich kann auch nicht einfach „Gottes Liebe“ ohne wenn und aber berufen! Diese „Gott“ (begriff) so oft wurde mißbraucht das keine weis heute wer Gott ist.


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