authentisches Leben und authentische Religion

Sola
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Re: authentisches Leben und authentische Religion

Beitrag von Sola » Do 5. Jul 2018, 17:08

Hallo Maryam
Bei dem, was ich aus Röm 7+8 und 1 zu erklären versucht habe, geht es nicht um Rachsucht Gottes.

Es geht darum, dass ein Mensch ohne Gott den "Begierden seines Herzen" ausgeliefert ist und es nicht schafft, sich mit seinem Willen, Gutes zu tun (nach seiner inneren Überzeugung) durchzusetzen.

Es ist eine sehr anschauliche Erklärung dafür, was Paulus an anderer Stelle ganz kurz und knapp so zusammenfasst:

Röm 6,16 Wisst ihr nicht? Wem ihr euch zu Knechten macht, um ihm zu gehorchen, dessen Knechte seid ihr und dem gehorcht ihr – entweder als Knechte der Sünde zum Tode oder als Knechte des Gehorsams zur Gerechtigkeit.

Auch Jesus gebrauchte diese Formulierung: Joh 8,34 Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht.

Das ist die Ausgangslage des sündigen Menschen und zeigt dessen Erlösungsbedürftigkeit.

Von dem Erlösten heisst es dann:

Röm 6,14 Denn die Sünde wird nicht herrschen über euch, weil ihr ja nicht unter dem Gesetz seid, sondern unter der Gnade.

Röm 5,17 Denn wenn wegen der Sünde des Einen der Tod geherrscht hat durch den Einen, um wie viel mehr werden die, welche die Fülle der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen, herrschen im Leben durch den Einen, Jesus Christus.
Liebe Grüsse
Sola

michaelit
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Re: authentisches Leben und authentische Religion

Beitrag von michaelit » Do 5. Jul 2018, 17:56

Das, was ich hier wiedergegeben habe, ist Paulus, nicht meine Privatmeinung, Michaelit.

Und es geht nicht darum, Gesetz und Geist gegeneinander auszuspielen - das wird klar, wenn man Röm 7 und 8 zusammen liest.
Und auch Jesus selbst hat das nicht so getrennt.
Das Gesetz ist aber völlig gegen Geist und Liebe und belebt stattdessen die Sünde und kann kein Vorbild sein. Siehst du das überhaupt ein oder bist du schon Legalist geworden?
Für unseren Weg ist es nicht nötig, alles ganz genau zu verstehen. Denn nicht unsere Erkenntnis ist die Grundlage unseres Glaubens
Die Frage ist, ob wir Gott mehr vertrauen als unserem logischen Verstand und ob wir uns im Vertrauen auf ihn einlassen können, da wo wir an die Grenze des Begreifbaren kommen. Oder ob wir innerhalb unserer Grenzen bleiben wollen.
Das stimmt soweit. Ich versuche auch Gott zu vertrauen. Dazu allerdings kommt das Existenzielle was die Bibel und viele Teile der christlichen Lehre stiefmütterlich betrachten und wo immer noch versucht wird einen stolzen und harten Gott zu befriedigen. Man kann doch nicht ernsthaft behaupten man wäre für Tugend und für alles Gute, und dann sagen das ist in der Bibel deutlich abgebildet. Welche Güte steckt denn in den Steinigungsvorschriften des mosaischen Gesetzes?

Sola
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Re: authentisches Leben und authentische Religion

Beitrag von Sola » Do 5. Jul 2018, 18:10

michaelit hat geschrieben:
Das Gesetz ist aber völlig gegen Geist und Liebe


Das kann eigentlich nicht sein, denn es gilt doch:

Röm 13,8 Seid niemandem etwas schuldig, außer dass ihr euch untereinander liebt; denn wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt.
9 Denn was da gesagt ist (2. Mose 20,13-17): »Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht begehren«, und was da sonst an Geboten ist, das wird in diesem Wort zusammengefasst (3. Mose 19,18): »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.«
10 Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung.

Gal 5,14 Denn das ganze Gesetz ist in dem einen Wort erfüllt (3. Mose 19,18): »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!«

1Joh 5,2 Daran erkennen wir, dass wir Gottes Kinder lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten.
3 Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer.

Und gegen den Geist kann es doch auch nicht sein, wenn es heisst:

Röm 7,14 Denn wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft.
Liebe Grüsse
Sola

Maryam
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Re: authentisches Leben und authentische Religion

Beitrag von Maryam » Do 5. Jul 2018, 19:22

Sola hat geschrieben:
michaelit hat geschrieben:
Das Gesetz ist aber völlig gegen Geist und Liebe


Das kann eigentlich nicht sein, denn es gilt doch:

Röm 13,8 Seid niemandem etwas schuldig, außer dass ihr euch untereinander liebt; denn wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt.
9 Denn was da gesagt ist (2. Mose 20,13-17): »Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht begehren«, und was da sonst an Geboten ist, das wird in diesem Wort zusammengefasst (3. Mose 19,18): »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.«
10 Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung.

Gal 5,14 Denn das ganze Gesetz ist in dem einen Wort erfüllt (3. Mose 19,18): »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!«

1Joh 5,2 Daran erkennen wir, dass wir Gottes Kinder lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten.
3 Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer.

Und gegen den Geist kann es doch auch nicht sein, wenn es heisst:

Röm 7,14 Denn wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft.
Hallo Sola,

es herrscht in der Bibel nunmal ein wirrwar, mischmasch bezüglich Gesetze und Gebote. michaelit bezieht in dem obigen Satz DAS GESETZ meines Erachtens auf all die lieblosen, erbarmungslosen SteinigungsGESETZE, welche gegen Geist und Liebe Gottes sind und zum Töten, also gottlosem Handeln anstiften/auffordern.

Das sieht man doch genau im Zusammenhang mit Römer 13.8 und 10. Paulus zählt da ja die Gebote auf, die durch gelebte Liebe erfüllt werden. In Römer 7 geht klar hervor, dass es wieder um die Gebote handelt, respektive DAS GEBOT DER LIEBE.

Gal.5.14 hätte Paulus, als er noch Pharisäer war wohl als Irrlehre abgetan, er war ja damals noch der AT-Gesetzlichkeit unterworfen und dort liessen viele Anordnungen mehr als nur an Liebe mangeln.

Hier beispielsweise sieht man, wie es eigentlich gemeint ist. Und was viele übersehen. Auch Johannes findet das Halten der Gebote nicht schwer. Glaubst Du nicht auch, dass damalige Menschen im Clinch mit sich waren, wenn sie zum Steinigen aufbrechen mussten? Wer Jesus nachfolgte enthielt sich sicher davon, weil alles Gesetze, die zu Lieblosigkeiten anstifteten bei IHM und somit auch bei seinem Vater im Himmel ungültig waren.

Jesus kam ja, um Israel von deren Sünden zu erlösen. Das machte er u.a. durch Klarstellung was dem wahren Willen seines Vaters entspricht und was nicht.

Schön, dass Du auch noch 1. Joh.5.2 erwähnst. Denn dort scheinen Viele zu übersehen, dass Johannes schon zu jener Zeit erkannte, das das Halten der Gebote nicht schwer sei.
Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer.

Sola
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Re: authentisches Leben und authentische Religion

Beitrag von Sola » Fr 6. Jul 2018, 01:55

Maryam hat geschrieben: Hallo Sola,

es herrscht in der Bibel nunmal ein wirrwar, mischmasch bezüglich Gesetze und Gebote. michaelit bezieht in dem obigen Satz DAS GESETZ meines Erachtens auf all die lieblosen, erbarmungslosen SteinigungsGESETZE, welche gegen Geist und Liebe Gottes sind und zum Töten, also gottlosem Handeln anstiften/auffordern.
Hallo Maryam
Eigentlich wussten die Menschen schon, worauf es ankam, das sieht man hier:

Mk 12, 28 Und es trat zu ihm einer der Schriftgelehrten, der ihnen zugehört hatte, wie sie miteinander stritten. Als er sah, dass er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches ist das höchste Gebot von allen? 29 Jesus antwortete: Das höchste Gebot ist das: »Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, 30 und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und mit all deiner Kraft« (5. Mose 6,4-5). 31 Das andre ist dies: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (3. Mose 19,18). Es ist kein anderes Gebot größer als diese. 32 Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Ja, Meister, du hast recht geredet! Er ist einer, und ist kein anderer außer ihm; 33 und ihn lieben von ganzem Herzen, von ganzem Gemüt und mit aller Kraft, und seinen Nächsten lieben wie sich selbst, das ist mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer. 34 Da Jesus sah, dass er verständig antwortete, sprach er zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes.

Und es sind nicht Steinigungsgesetze, von denen es heisst, dass sie Leben und Segen bringen.
Das waren Strafgesetze für übeltäter.
Ja, grausam. Ich bin froh, dass ich nicht in dieser Zeit lebe und auch nicht unter einem islamistischen Regime, in dem heute noch so grausame Bestrafungen üblich sind.
Liebe Grüsse
Sola

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Re: authentisches Leben und authentische Religion

Beitrag von Magdalena61 » Fr 6. Jul 2018, 03:22

michaelit hat geschrieben:Seit einiger Zeit kristallisiert sich bei mir der Gedanke heraus daß in der heutigen Religion und Theologie nicht vom authentischen Mensch-Sein ausgegangen wird sondern von einem religiös-ideellen Menschsein.
Es gibt eine Zielvorgabe: Das "Bild des Sohnes".
Jesus war der perfekte Mensch, und Gott möchte, dass alle Menschen sich an Ihm orientieren und danach streben, Ihm ähnlich zu werden. Hier geht es um ideelle werte. Um Prioritäten. Darum, nicht auf Kosten anderer zu leben, sondern ein Segen zu sein für andere und für die Welt. Positive Impulse zu geben. Nicht zerstören, sondern fördern, tragen, lindern, trösten, heilen, erhalten.
und der Mensch hat zu sein was die Bibel aussagt. Beispielsweise geht der Römerbrief am Anfang wenigstens schlicht davon aus daß jeder Mensch böse ist und eigentlich Strafe verdient hat.
Meinst du das hier?
Röm. 3, 10-12 (LUT): »Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer. Da ist keiner, der verständig ist; da ist keiner, der nach Gott fragt. Alle sind sie abgewichen und allesamt verdorben. (
Paulus wettert gegen geistlichen Stolz, Selbsterhöhung und Selbsttäuschung derjenigen, die offenbar meinten, etwas Besseres zu sein, weil sie "das Gesetz" hatten. Paulus schreibt mehr oder weniger, sie seien keinen Deut besser als die von ihnen verachteten Heiden.
michaelit hat geschrieben:Gott ist einfach nur ein Richter und denkt nur an meine Sünden.
?
Wie liest DU denn die Bibel?
Kennst du das hier nicht?
Joh. 3, 16-17 (LUT): Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde.
Alle Sünder, die an Ihn - den Sohn- glauben, werden das ewige Leben haben. Was soll Gott denn NOCH tun?
michaelit hat geschrieben:Aber das mosaische Gesetz mit seinen harten Strafen ist nicht so ein spirituelles Gesetz. Es ist nicht richtig daß ein Mensch für eine Sünde wie Ehebruch oder Unzucht gleich sterben soll, oder daß man für einen Diebstahl die Hand abgehackt bekommt.
Einem Dieb die Hände abzuhacken ist KEIN Gebot der Bibel.

Mit "Unzucht" meinst du vermutlich vorehelichen Verkehr? Darauf stand aber nicht in jedem Fall die Todesstrafe.-- Wenn ein Mann es mit einer jungen Frau trieb, die weder verheiratet noch verlobt war, musste er sie heiraten. Wenn er mit einer verlobten oder verheirateten Frau schlief, sah die Sache anders aus, denn diese Frau "gehörte" ja einem anderen Mann. 5. Mose 22

Heißblütige Männer mit orientalischem Blut muß man bremsen, zum Schutz der Frauen und der Gesellschaft. Schau dir doch die aktuellen Verbrechen an... ständig werden Frauen vergewaltigt und viel oft auch getötet-
Du kannst nicht deine eigene, zurückhaltende, westlich geprägte Art auf Männer übertragen, die ganz anders ticken als du.
Gott kannte/ kennt sie. Du nicht. :)

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Re: authentisches Leben und authentische Religion

Beitrag von Magdalena61 » Fr 6. Jul 2018, 03:33

Und Ehebruch...
Bitte bedenke: Eine Ehe brechen konnte ein Mann ja im Prinzip nur mit einer Frau, die bereits mit einem anderen Mann verheiratet war. Nicht seine eigene Ehe. Denn eine ledige Person hätte er ja heiraten können, da es auch erlaubt war, mehrere Frauen zu haben.

Ehebruch ist traumatisch für den betrogenen Partner und die Kinder.
Israel war nicht so riesig. Die Menschen lebten in ihre jeweiligen Stammensgebieten.
Die Fläche des heutigen Staates Israel beträgt etwa 22 000 qkm. Israel hat 8,5 Millionen Einwohner.
Zum Vergleich: Bayern hat ca. 70 000 qkm und 12,5 Millionen Einwohner.

Als Frau, deren Ex nicht treu war, kann ich nur sagen: Es ist fürchterlich. Da die Ehe bei der Trauung von Gott zusammengefügt wird, fühlt es sich an, als schneidet dich jemand in der Mitte durch. Aber nicht nur einmal, sondern über einen langen Zeitraum hinweg. Es sind unbeschreibliche seelische Schmerzen. Völlige Desorientierung. Mich wundert nicht, dass manche der verlassenen/ betrogenen Partner zu Mördern werden. Es gibt eine Phase, da funktioniert man nicht mehr richtig, man lebt zeitweise nicht mehr in der Realität, da diese nicht zu ertragen ist.

Noch schlimmer wird es, wenn das "Verhältnis" des Ehepartners eine scham- und charakterlose Person ist, die es noch genießt, die betrogene Ehefrau und deren Kinder zu demütigen, anzustarren, zu mobben, zu verleumden... und ihre Opfer können nicht ausweichen, weil man nun einmal in derselben Stadt lebt und sich immer wieder begegnet.
Was denkst du wohl, wie das für die Kinder ist? (Gottes Lösungen sind die besseren Lösungen! sage ich)

Die Tochter der Tusse, mit der mein Ex zusammen war, ging in dieselbe Grundschule wie zwei meiner Kinder, damals etwa 8-10 Jahre alt. Nein, es waren drei, rechne ich gerade nach... der Dritte war gerade eingeschult worden.

Tusse hat, wenn sie ihre Tochter, die übrigens von einem anderen verheirateten Mann stammte, abholte, meine Kinder jedes Mal (!) auffallend, penetrant und feindselig angestarrt, sodass sie meinen Kindern immer präsent war. Sie drängte sich auf, hielt meine Kinder da nicht raus, erinnerte sie ständig an ihren Verlust und an ihren Schmerz.

Erst etwa vier Jahre später konnten wir da wegziehen. Die Kinder und ich.

In Deutschland kann man sich leichter aus dem Weg gehen. Als Israel das Gesetz erhielt, war das nicht möglich. Das Volk hockte sozusagen immer auf einem Haufen, auch später, in Kanaan.

Das Gesetz, welches bei Ehebruch die Todesstrafe verhängt, will die Opfer schützen. Damit die weiterleben können, aber nicht in ständiger Demütigung!
michaelit hat geschrieben: Es ist nicht richtig weil wir ja in der Liebe leben sollen, und ein liebender Mensch darf das Böse nicht hart strafen sondern muß mit Weisheit und Barmherzigkeit handeln und Gott hinzuholen und das Böse mit Gutem überwinden.
Das sagst du hoffentlich nicht dem Opfer von satanischer, krimineller Energie in der akuten Phase seines Schmerzes.

Richten sollen wir nicht, das stimmt. Das wird Gott erledigen. Aber be- urteilen sollen wir. Und zwar geistlich. Und wir sollen nicht "gut" nennen, was Gott "böse" nennt.
Wenn jemand Mist baut, dann muß ich das auch Mist nennen, mich davon distanzieren und eventuell dem Täter ins Gewissen reden. Sonst werde ich zum Komplizen seiner Sünde.

Ich habe Tusse "ins Gewissen geredet", schriftlich. Daraufhin erstattete diese Zicke Anzeige gegen mich, mit falschen Anschuldigungen. SO tickt die Sünde, die Bosheit einer verlorenen Welt. Um nicht auch noch vorbestraft zu sein, musste ich einen teuren Privatdetektiv engagieren, damit dieser genügend Beweise für die Verlogenheit dieser Person sammelte, sodass das Verfahren gegen mich eingestellt wurde.

Die Todesstrafe würde ich für eine solche Person zwar nicht fordern. Aber Verbannung. :mrgreen: SIE soll gehen (die Stadt verlassen) müssen, nicht ICH.
LG

Maryam
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Re: authentisches Leben und authentische Religion

Beitrag von Maryam » Fr 6. Jul 2018, 07:53

Hallo Magdalena¨
Du schriebst an michaelit
Einem Dieb die Hände abzuhacken ist KEIN Gebot der Bibel.
das zumindest sehe ich auch so aber:
Frau musste gemäss mosaischem Gesetz nicht einmal stehlen, sondern lediglich ihrem Mann zu Hilfe eilen um eine Hand zu verlieren.
5. Mose 25.11 Wenn zwei Männer miteinander hadern und des einen Weib läuft zu, daß sie ihren Mann errette von der Hand dessen, der ihn schlägt, und streckt ihre Hand aus und ergreift ihn bei seiner Scham, 12 so sollst du ihr die Hand abhauen, und dein Auge soll sie nicht verschonen.
Nachfolgende Worte kann ich von Herzen unterstreichen. Doch weder in den gängigen angeblichen Wegen zu Gott, noch bei " Evangelisationen" wird konkret darauf hingewiesen, dass man sich Jesus Christus Worte(Gebote, Sicht der Gesetzeserfüllung) in der Bibel einverleiben solle um ihm ähnlich werden um künftig eine ebenso intensive, innige Gottverbundenheit erleben zu können.
Es gibt eine Zielvorgabe: Das "Bild des Sohnes".
Jesus war der perfekte Mensch, und Gott möchte, dass alle Menschen sich an Ihm orientieren und danach streben, Ihm ähnlich zu werden. Hier geht es um ideelle werte. Um Prioritäten. Darum, nicht auf Kosten anderer zu leben, sondern ein Segen zu sein für andere und für die Welt. Positive Impulse zu geben. Nicht zerstören, sondern fördern, tragen, lindern, trösten, heilen, erhalten.
Da heisst es ja meist, kein Mensch würde es je schaffen, ein fortan sündenfreies Leben führen zu können. Das steht aber keineswegs in der Bibel. Im Gegenteil. Es wird vorausgesetzt, wie z.B. Paulus lehrte, sich von fleischlicher Gesinnung zu trennen, nurmehr im Geiste zu wandeln. Authentisches Leben in Christus führt nachweislich zu einer erlebbaren geistlichen Neugeburt aus Gott, erfülltem Leben.
Bevor Jesus Christus mit seiner Aufklärungskampagne über einzig wahres Gottverständnis und dem damit verbundenen Evangelium vom Reich Gottes durch Umkehr allfälliger -unwissentlichen- Sünder -durch Teilnahme an Steinigungen- herrschte ja wirklich ein zwiespältiges Gottverständnis. Seine Jünger und auch andere jüdische Glaubensgeschwister wechselten deshalb zu jenem von Jesus vermittelten Gottverständnis (Paulus ist das prominenteste Beispiel) das ihnen als mit Liebe und Barmherzigkeit, Gnadenvol verbunden einleuchtete.

Dass Jesus Christus klar bezeugte, dass niemand den Vater im Himmel somit den allein wahren Gott je gesehen habe und niemand ausser ihm jenen kenne der ihn gesandt hatte, ihn zur Erkenntnis zu geben ( der seinen Sohn ja in erster Linie zu den Verlorenen Schafe des Hauses Israel geschickt hat), scheinen jene Christen entweder nicht zu verstehen, noch immer nicht erkannt zu haben, die noch immer glauben, dass jener der Mose all die erbarmungslosen Gesetze in der Hütte diktierte und gar zum Töten und Bestehlen, Blutschmierereien aufrief mit dem Vater Jesu identisch sein soll.

Der Gott der Christen sollte doch einzig und allein der von Jesus Christus authentisch auf Erden vertretene Vater im Himmel sein. Für die Jünger und Apostel in der Bibel war es so, auch für all jene, welche Jesus Christus nicht nur anhimmeln, sondern auch ihr Gottverständnis einzig nach dem Seinen ausrichten. Und der Vater ist ja wie der Sohn. Wer Jesus sieht, sieht doch den Vater im Himmel und nicht Moses HERRN. Da sind doch biblisch festgehaltene unübersehbare Gegensätzlichkeiten.

Authentisches Leben in Christus bedingt doch der Sünde wahrhaftig abgestorben zu sein, den neuen gottgefälligen Menschen angezogen zu haben. Den Hl.Geist findet man doch bei Menschen die Gott gehorchen und entsprechend leben, biblisch gesehen nurmehr im Geiste wandeln, Ikeine fleischliche Gesinnung mehr aufweisen, sich von aller Bosheit bekehrt haben. Es gibt noch mehr Ansätze, Merkmale, Leitfäden für authentisches Christsein im Sinne Jesus Christus im NT.

Warum werden eigentlich Gottsuchende bei Evangelisationen nicht damit konfrontiert, was ihnen hilft Jesus Christus immer ähnlicher zu werden, dass Gott, also der Vater im Himmel auch zu ihnen mal sagen kann, Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe? Mit dem üblichen Bekehrungsprozedere verhindert, respektive hemmt man doch eher den Weg zu einem authentischen Leben im Sinne Jesu Christi. Das sollte sich doch Jesus zuliebe ändern, finde ich.

lg Maryam

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Travis
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Re: authentisches Leben und authentische Religion

Beitrag von Travis » Fr 6. Jul 2018, 08:07

michaelit hat geschrieben:Ich hoffe ihr versteht mich. Falls ihr Bibelfundamentalisten seid, überdenkt eure Haltung. Sie ist oft hart und ungerecht und ihr wißt nicht daß Menschen durch sie in tiefes Leid und in tiefe Angst getrieben werden können. SIe macht den Menschen hilflos. Das muß anders werden!
In meinem Umfeld erlebe ich gegenteiliges. Je weniger gläubige Menschen die Bibel kennen, je hilfloser sind sie darin Gottes Willen zu erkennen. In einem größeren Umfang als notwendig entscheiden sie halt aus eigenem Gefühl und eigener Überlegung heraus. Steht die Bibel ihrem Handeln entgegen, so wird die eigene Entscheidung als maßgebend angesehen und die Aussagen in der Bibel als falsch, nicht relevant oder dem eigenen Willen zumindest nicht übergeordnet angesehen.

Durch die teilweise drängende Unbeständigkeit ihrer Emotionen, Lebenssituationen, Gesundheitszustände und Gedanken hindurch, versuchen sie Gottes Willen zu erkennen und lehnen es ab, sich an der Bibel zu orientieren. Frei macht dieses Verhalten nicht. Auch nicht selbständiger, weicher oder gerechter. Im Gegenteil weicht die Beständigkeit und Ewigkeit göttlicher Gebote einer Situationsethik und einem teilweise romantisch anmutenden Emotionsglauben.
-Areopag Raumpfleger-

1Sam 3,9b "Rede, HERR, denn dein Knecht hört."

michaelit
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Re: authentisches Leben und authentische Religion

Beitrag von michaelit » Fr 6. Jul 2018, 08:36

@Magdalena61,

wir Menschen sind einfach nicht geübt darin daß Böse mit Gutem zu überwinden, und nicht Fluch auf Fluch zu erwidern. Das fängt schon bei der Erziehung an wo die modernen Mütter ihren Kindern immer Selbstbewußtsein einflößen wollen daß sie in der Lage sind Gewalt mit Gewalt zu begegnen. Auge um Auge und Zahn um Zahn ist auch heute noch ein beliebtes Prinzip wenn Bosheit aufkommt. Es reicht schon wenn sich zwei Menschen verbal fertigmachen wollen. In meinem Wohnheim arbeitet eine Betreuering die eine etwas einfache Person ist, und sie führt ständig Schimpfworte im Mund. Wenn ich diese erwidere wird sie wild wie ein Ochse und schlägt verbal um sich und macht mich dann fertig. Am Anfang haben wir uns nur bekriegt, mittlerweile versuche ich diesen Menschen zu verstehen und "trickse", sage Wörter die die Frau entschärfen und mache Demutsgesten. Demut bedeutet für mich nicht mehr Unterwerfung sondern ist eine besondere, wache Kunst des Guten. Ich gehe nicht mehr in den Kampfesmut sondern wähle eine andere Art von Mut und Kampf. Ich habe mich auch mit Rhetorik befaßt. Bei Salomo steht, ein mildes Wort kühlt den Zorn, und so ist es auch.

Was Ehebruch betrifft, ja es ist schlimm. Ich habe es auch schon zweimal durch, wenn auch bei Beziehungen ohne Trauschein und wenn wir auch noch keine Kinder hatten. Ich wollte dieses Böse aber nicht mit Bösem begegnen, das hätte mich nur verrückt gemacht und es wäre wie bei den Auseiandersetzungen geworden die ich weiter oben beschrieb. Ich habe dann alles mit Gedichten und Geschichten verarbeitet. Und gelesen und mit Freunden geredet. Ich bin eigentlich ein Hippie, aber treu. Ich will die Liebe erhalten, nicht unbedingt die eiserne Ehe. Ich bringe keinen Lustsex und kann daher das Promiskuitive nicht mitleben. Es reizt mich auch nicht. Ich will aber nicht einen Überlebensrentenvertrag abschließen. Im Altertum basierte die Ehe ja selten auf Liebe sondern hatte mit gegenseitigen Pflichten zu tun. Ich finde wenn man genau liest hat Jesus nicht die eiserne Ehe gepredigt sondern wieder einmal Agapeliebe. Wir sollen einander selbstlos helfen im Leben klarzukommen, und immer kooperieren statt in Wettstreit zu treten oder gar in Bosheit abzugleiten.

Mein Hinweis ist ein Leben wie es etwa Heinlein in "Der Mond ist eine herbe Geliebte beschreibt". Im Erdenleben ist eine Ehe oft logisch weil da zwei Menschen eine tiefe Beziehung aufbauen können. Aber eigentlich haben wir noch mehr Raum im Herzen und sollten eher wie die Urvölker in Sippen leben und uns gemeinsam umeinander und um die Kinder kümmern. Das heißt die Vielehe, also nicht nur ein Mann mit mehreren Frauen sondern mehrere Männer und mehrere Frauen die gemeinsam wohnen und leben. Ich glaube in der Ewigkeit wird es auch so. Ich bin mir sicher daß meine zwei Lieben die ich hatte im Himmel wiederkommen werden. Die zwei Frauen leben so vor sich hin und denken nicht an das Spirituelle. In diesem Leben wird das nichts mehr mit uns. Aber ich habe mich da hineingekniet. Als meine erste Freundin noch jung war und als wir zusammen waren sprachen wir oft über ihren ersten Freund der bei einem Unfall umgekommen war. Ich bin dann auf den Friedhof und habe Kontakt gesucht. Ich erhielt Bilder und hörte gute Stimmen, also nichts Schizophrenes sondern sehr angenehme und freundliche Dinge. Er bat mich auf Monique zu achten und ihre Trauer zu erleichtern. Er sagte er müsse sein Leben im Himmel leben und könne nicht immer kommen, er wäre bei den dazugehörigen heiligen Übungen nicht so gut und Monique wäre zu einfach und würde sich nicht gut genug an Gott orientieren. Das habe ich tief verinnerlicht und ich gehe heute noch viel zu Daniel auf den Friedhof (er heißt einfach so wie ich, bedeutet nichts). Monique und Indira sind für mich im Leben weg weil sie lieber ihr Ding durchziehen und selbst von Romantik nichts mehr halten und materiell geworden sind. Aber im Himmel wird das alles einmal anders sein, dieses Leben hier auf Erden ist ein Samenkorn leben und die meisten Menschen leben unbewußt und so wie ein Same, nicht wie ein richtiger Mensch.

Das merkt man auch bei den Christen. Sie sind alle bibelhypnotisiert und ich verstehe nicht richtig warum das so bleibt. Wenn man die Bibel rausnimmt klappert bei ihnen alles zusammen und sie scheinen gar nichts zu haben. Ich habe in den letzten Jahren oft frei nach Gott gesucht. Ich bin da manchmal ängstlich und will in die christliche Offenbarung zurück. Und sie hat auch einiges für sich und gilt. Doch es ist auch die freie Gottsuche nötig um das Richtige Bild von Gott zu haben. Ich weiß daß der Hindu und der Muslim und selbst der Atheist nicht so fern von Gott ist wie es christliche Lehrer hinstellen. Gott wirkt durch freie Gnade, doch Christen machen Gnade zu einem legalen Detail des Gesetzes. Paulus hat das mal so umschreiben wollen daß Christen ständig Jesus kreuzigen. Er wollte nur sagen, zwingt euch nicht in das biblische Sündensystem, lebt frei, dann seid ihr in der Auferstehung. Aber stattdessen wollen wir nur das Kreuz. Luther redet kaum von der Auferstehung. Die Bibel redet ja auch nicht soviel davon. Aber wir müßten da tiefer eintauchen. Für Paulus bedeutet es die Erlösung an sich, den Weg sich Gott anzueignen und raus aus dem Sündensystem zu kommen. Wenn schon der Tod Christi soviel bedeutet, was macht dann sein Auferstehungsleben aus? Leider predigen wir Jesus aber als die doch sehr herrische und übermenschliche Autoritätsperson und nicht als das Kindlein Gottes das mit uns den Tod besiegt in der Liebe.

Also, sorry nochmal für deine Erfahrungen, Magdalena. Ich nehme sie ernst und würde gerne helfen. Und wie gesagt, den Untreueschmerz kenne ich selbst und weiß wie weh der tun kann. Aber es nützt nichts da das Gesetz auszupacken. Du mußt dich stattdessen auf den Heiligen Geist beziehen. Das Gesetz fordert daß du allein bleibst. Im Geist kannst du dir jemanden Neues suchen und wieder in der Liebe leben und daraus deine Kraft beziehen. So ist es viel besser.

Liebe Grüße,

Daniel

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