Warum?

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SamuelB
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Re: Warum?

Beitrag von SamuelB » Do 1. Nov 2018, 20:41

closs hat geschrieben: 5) Seit diesem "Sündenfall" schwankt der Mensch zwischen Gott-Orientierung und Ich-Orientierung.
Ich nicht (mehr). :angel:
closs hat geschrieben:6) Der Mensch soll BEWUSST (spirituell) erkennen, dass er die Ich-Orientierung überwinden muss, um SELBST erkennen zu können, wer oder was "Gott" ist.
Kann man das in der materiellen Welt überhaupt angesichts unserer Triebe?
Ich halte das zudem für gefährlich. Es gibt genug Persönlichkeitsstörungen. Menschen, die sich und andere eben nicht erkennen können. Das wäre nach meinem Verständnis die Konsequenz von 'Ich-Überwindung'.
Um andere - hier Gott - zu erkennen, muss man wissen, wer man selbst ist, damit es zu keiner Verwechslung kommt. Trennen zu können, ist Voraussetzung für Erkenntnis. Ich sehe keinen Grund, das zu überwinden.
Viele Grüße
von Sam

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closs
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Re: Warum?

Beitrag von closs » Do 1. Nov 2018, 20:45

sven23 hat geschrieben:So kann nur ein Psychopath reden, der nicht zur Empathie fähig ist.
Falscher Zungenschlag - die Sache ist seriöser als das.
sven23 hat geschrieben:Man muss nicht selbst Krieg erlebt haben, um zu wissen, dass Menschen im Krieg leiden. Das nennt man Empathie.
Das äußert sich dann so, dass jeder bei jedem Mucks "geschockt"und "traumatisiert", obwohl er NICHTS versteht.

Ich kenne einige Schmerzpatienten (und ich meine damit WIRKLICHTE Schmerzpatienten. - Sage nie einem Schmerzpatienten, dass Du seinen Zustand nachvollziehen kannst. - "Empathie" heißt hier, es NICHT zu tun - denn es wäre falsch.
Lena hat geschrieben:Könnten Antworten gefunden werden, fragte man anstelle von warum - wozu?
Vielleicht ist das leichter. --- Irgendwo habe ich das Gefühl, dass wir in unserer Zeit verlernt haben, Dinge, die wir nicht verstehen, als Fügung zu schlucken. - Im Grunde haben wir hier das Motiv des "Dein Wille geschehe". - Meines Erachtens ist eine Antwort auf diese Frage nur individual-mystisch möglich: Ohne Intellektualität ins Tiefste gehen.

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closs
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Re: Warum?

Beitrag von closs » Do 1. Nov 2018, 20:50

SamuelB hat geschrieben:Ich nicht (mehr). :angel:
:lol:
SamuelB hat geschrieben:Kann man das in der materiellen Welt überhaupt angesichts unserer Triebe?
Letztlich eben NICHT. - Das ist doch die Grundlage des Wortes "Erlösung" - herausgezogen WERDEN. - Das ist übrigens der Grund, warum Groß-Kirchen Jesus als göttlich verstehen - jemand, der nur Mensch ist, könnte das nicht.
SamuelB hat geschrieben:Ich halte das zudem für gefährlich. Es gibt genug Persönlichkeitsstörungen. Menschen, die sich und andere eben nicht erkennen können. Das wäre nach meinem Verständnis die Konsequenz von 'Ich-Überwindung'.
Das ist anders gemeint. - Es soll ja gerade durch echte Ich-Erkenntnis eine Ich-Befreiung erfolgen.
SamuelB hat geschrieben:Um andere - hier Gott - zu erkennen, muss man wissen, wer man selbst ist, damit es zu keiner Verwechslung kommt.
;) - So ist es. - Davon abgesehen: Zu (irdischen) Lebzeiten erkennt NIEMAND Gott - was man erkennen kann, ist die Spur dorthin und das Vertrauen, dass es die richtige Spur ist. - Siehe 1.Kor. 13,12:
"Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin".
SamuelB hat geschrieben:Trennen zu können, ist Voraussetzung für Erkenntnis. Ich sehe keinen Grund, das zu überwinden.
Aber das Ziel dieser notwendigen Trennung ist die Erkenntnis der Einheit. - Dann kann man die Trennung wieder aufgeben.

SilverBullet
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Re: Warum?

Beitrag von SilverBullet » Do 1. Nov 2018, 21:41

traydor hat geschrieben:Wie kann man mit diesem Gottesbild, dass die Bibel vermittelt ernsthaft leben?
Es ist nicht so einfach eine Prägung zu überwinden, vor allem wenn man denkt, dass sie toll ist.

Unter dem Deckmäntelchen der „Religionsfreiheit“ findet ein „freudiges Stopfen“ von antiken Gesellschaftsvorstellungen in die Köpfe junger Menschen statt.
Von jungen Jahren an wird trainiert.

Ein Widerstand, ein Ablehnen solch eingefahrener „Ideen“ ist oftmals verbunden mit der Aufgabe einer Gemeinschaft, was für Gruppentiere (verständlicherweise) nicht so einfach ist.

Religionen (egal ob „gross“ oder „klein“) setzen explizit auf das Gemeinschaftsprinzip und den "Zusammenhalt der Herde".
Man kann das leicht an dem Verhalten der „Gläubigen“ ablesen, wenn es tatsächlich mal zu Aussteigern kommt. Diese werden viel schlechter behandelt, als Leute, die erst gar nicht mitmachen wollen.

Wenn man diese Abhängigkeiten und die Strategien zu deren Aufbau, mit der Idee von Religionsfreiheit abgleichen möchte, dann stimmt da etwas gewaltig nicht.

„Die Religionen“ waren stark und sie haben übelst agiert.
traydor hat geschrieben:Wie kann man diese Fragen verdrängen?
Wegen den Konsequenzen, wobei es (wie gesagt) nicht nur um die eingebildeten Konsequenzen geht, sondern die Konsequenzen innerhalb der sozialen Kontakte.
„Hier und jetzt“ würde alles zusammenbrechen.

„Soziale Kontakte“ ist eines der stärksten Lockmittel von Religionen.
Später ist es eines der stärksten Bindemittel.
traydor hat geschrieben:Wie kann man nicht zugrunde gehen, wenn man daran denkt, dass ein nahestehender Mensch nur durch das Vorgehen Gottes für immer gefoltert wird (Gott wusste es und hat es in Kauf genommen)?
Es geht bei Religionen um das Mitmachen, nicht um das Kritisieren oder gar das Aussteigen.
Die „Gläubigen“ merken (hoffentlich) selbst, dass da vieles nicht stimmen kann, aber sie machen dennoch mit, weil das Gegen-den-Strom-schwimmen eine enorme Aufgabe darstellt.

Es gibt oft Situationen, in denen Gequälte nicht weglaufen.
Frauen, die von ihren Ehemännern geschlagen werden, bleiben wohl häufig treu daheim und halten es unter der Decke. Frauen stellen in den „Liebes“-Religionen die eigentliche Basis dar (auf der man wunderbar herumtreten kann).

Hier spielt es vermutlich eine Rolle, dass Religionen einen Liebes- und Harmlosigkeits-Singsang auflegen und so die üblen Zwangsauflagen kaschieren. „Gläubige“ sind dann hin und her gerissen.

Grundsätzlich würde ich sagen:
der „Gläubige“ ist selbst das erste Opfer seiner Sportart.
traydor hat geschrieben:Wie kann man als Christ damit umgehen, dass der Teufel gewinnt?
Ich vermute:
=> Nicht zuviel über diesen dümmlichen Käse nachdenken, sich nicht anmerken lassen, dass man sich nicht damit beschäftigt und vor allem: bei der Predigt bloss nicht einschlafen -> "die Nachbarschaftsüberwachung schlägt sonst zu"

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sven23
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Re: Warum?

Beitrag von sven23 » Fr 2. Nov 2018, 06:34

closs hat geschrieben:
sven23 hat geschrieben:So kann nur ein Psychopath reden, der nicht zur Empathie fähig ist.
Falscher Zungenschlag - die Sache ist seriöser als das.
Natürlich ist Empathie ein seriöser Begriff. Wenn diese fehlt oder nur gering ausgebildet ist, spricht man von einer psychopathischen Störung.
closs hat geschrieben:
sven23 hat geschrieben:Man muss nicht selbst Krieg erlebt haben, um zu wissen, dass Menschen im Krieg leiden. Das nennt man Empathie.
Das äußert sich dann so, dass jeder bei jedem Mucks "geschockt"und "traumatisiert", obwohl er NICHTS versteht.
Was ist daran nicht zu verstehen, dass Menschen im Krieg leiden? :roll:
closs hat geschrieben: Ich kenne einige Schmerzpatienten (und ich meine damit WIRKLICHTE Schmerzpatienten. - Sage nie einem Schmerzpatienten, dass Du seinen Zustand nachvollziehen kannst. - "Empathie" heißt hier, es NICHT zu tun - denn es wäre falsch.
Empathie befähigt aber dazu, zu wissen, dass er leidet. Nur so läßt sich auch Mitgefühl erzeugen.
Einen Psychopathen läßt das völllig kalt.
Ein chinesisches Sprichwort sagt: nichts ist leichter zu ertragen als das Schicksal der anderen.
Manche scheinen nach diesem Motto zu leben.
Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell

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sven23
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Re: Warum?

Beitrag von sven23 » Fr 2. Nov 2018, 07:15

Ecki hat geschrieben:
Man muss nicht selbst am verhungern sein, um zu wissen, dass Hunger eine Geißel ist.
Und trotzdem interessiert es die meisten Deutschen nicht sonderlich, dass Menschen in anderen Ländern trotzdem hungern.
Sie geben lieber 10.000 €s für Autos aus und für Immobilien, statt zu spenden und zu spenden.
So ganz stimmt das nicht. 2017 betrugen die Spenden der Deutschen immerhin 5,2 Milliarden Euro. Und wenn eine Katastrophe medial begleitet wird, steigt auch die Spendenbereitschaft.
Hast du denn dein Auto verkauft und das Geld gespendet?
Ecki hat geschrieben:
Man muss nicht selbst Krieg erlebt haben, um zu wissen, dass Menschen im Krieg leiden.
Und trotzdem regen sich viele über die vielen Flüchtlinge auf, die unverschuldet nach Deutschland kommen müssen, weil andere Länder "im Krieg" ihre Häuser bombardieren.
Auf diesen Widerspruch habe ich schon öfters hingewiesen. Die AfD hat sich zwar christliche Wert auf die Fahnen geschrieben, aber wenn es um die praktische Umsetzung geht, will man nichts mehr davon wissen. Der barmherzige Samariter ist ihrer Meinung nach in der Bibel besser aufgehoben als im praktischen Leben.
Ecki hat geschrieben:
Das nennt man Empathie.
Ja, ein tolles Fremdwort. Also sind die Deutschen (ausgenommen die Psychopathen unter ihnen) trotz ihrer Empathie, eigentlich nur um ihr eigenes Wohl besorgt?! Schauen vergleichend auf den direkten Nachbarn und alles was nicht unter ihren Augen ist, ist auch nicht so dringend?!
Die Empathie ist natürlich nicht bei allen gleich stark ausgebildet. Und ob daraus dann konkretes Handeln erwächst, ist noch mal eine ganz andere Geschichte.
Zu viel Empathie kann auch zum Problem werden.

https://ze.tt/empathie-kann-eine-richtige-bitch-sein/
Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen.
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closs
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Re: Warum?

Beitrag von closs » Fr 2. Nov 2018, 08:51

sven23 hat geschrieben:Natürlich ist Empathie ein seriöser Begriff.
Es geht nicht um den Begriff "Empathie", sondern um Deinen Satz, in dem das Wort vorkommt.
sven23 hat geschrieben:Empathie befähigt aber dazu, zu wissen, dass er leidet. Nur so läßt sich auch Mitgefühl erzeugen.
Richtig.
sven23 hat geschrieben:Einen Psychopathen läßt das völllig kalt.
Richtig - deshalb war Dein Satz so daneben.

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Re: Warum?

Beitrag von sven23 » Fr 2. Nov 2018, 10:07

closs hat geschrieben:
sven23 hat geschrieben:Natürlich ist Empathie ein seriöser Begriff.
Es geht nicht um den Begriff "Empathie", sondern um Deinen Satz, in dem das Wort vorkommt.
Es gibt aber keinen Grund, menschliches Leid zu relativieren. Jeder normale Mensch weiß, dass dies kein erstrebenswerter Zustand ist. :roll:
closs hat geschrieben:
sven23 hat geschrieben:Einen Psychopathen läßt das völllig kalt.
Richtig - deshalb war Dein Satz so daneben.
Wieso? Der Satz ist universal gültig.
Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen.
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Re: Warum?

Beitrag von Ecki » Fr 2. Nov 2018, 15:34

sven23 hat geschrieben: So ganz stimmt das nicht. 2017 betrugen die Spenden der Deutschen immerhin 5,2 Milliarden Euro. Und wenn eine Katastrophe medial begleitet wird, steigt auch die Spendenbereitschaft.
Na, das klingt ja auf den ersten Moment nach viel Geld. Wenn man dann die Einwohnerzahl von 2017 berücksichtigt 82,52 Millionen, dann hat jeder Einwohner im kompletten Jahr aufgerundet 64€ gespendet. Plötzlich klingt es aber nicht mehr nach viel Geld.
Wenn du dann eine Statistik findest, wieviel Neuwagen 2017 gekauft wurden und mit dem Durchschnittspreis multiplizierst, kommt man in einen ganz anderen Geldbereich. Das nur zur Info! Warum Deutschen Materielles so wichtig ist?! Genau, weil da viel mehr dahinter steckt!
Eines bin ich mir sicher: Im Himmelreich gibt es eher Alkohol, als Leute die sagen: "Der säuft den ganzen Tag!" :mrgreen:

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Lena
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Re: Warum?

Beitrag von Lena » Fr 2. Nov 2018, 15:48

sven23 hat geschrieben: ... der nicht zur Empathie fähig ist.
Oder Menschen die erfahren haben, wie Leid ihren Charakter verändert hat zum guten.

Hast du so etwas in diese Richtung wirklich noch gar nie erlebt Sven?

closs hat geschrieben: Irgendwo habe ich das Gefühl, dass wir in unserer Zeit verlernt haben, Dinge, die wir nicht verstehen, als Fügung zu schlucken.
Hat vielleicht damit zu tun, dass Leute denken das man durch die Wissenschaft alles wissen könne.

Danke noch für Deine Auflistung. Gerne gelesen.

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