Mithraskult und Christentum

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renato23
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Mithraskult und Christentum

Beitrag von renato23 » Do 5. Mär 2020, 12:41

Travis hat geschrieben:
Mi 4. Mär 2020, 22:13
Abischai hat geschrieben:
Mi 4. Mär 2020, 22:06
Wie und wo wird diese Elite zu Karfreitag gefeiert? Steht das in der Bibel oder einer anderen historischen Schrift, oder gibt es aktuelle Praktiken, die das so halten?
Das scheint vom TE eine ziemlich durchsichtige Generelakritik der großen Kirchen zu sein.
Du meinst jener RKK die auf dem Mithraskult gründet und nicht auf Christi Glaubenslehre aufbaute? Die dann aber bestimmte, welche Bücher im Kanon der Bibel aufzunehmen seien?

Jesus lehrte weder 7 Sakramente, noch lehrte er man soll auf Erden jemanden Vater/Papst nennen, und dass die Bischofsmütze noch immer Mitra heisst ist auch klares Indiz, dass sich die RKK das Christentum unter den Nagel gerissen hat.

Lies hier:https://www.jesus-christus-erloesungswe ... askult.php

Gesegnete Grüsse renato

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Magdalena61
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Re: Mithraskult und Christentum

Beitrag von Magdalena61 » Mi 11. Mär 2020, 16:06

Hm.

Ob man den Mithraskult so einfach als "heidnisch", als "antichristlich", als Götzenreligion abstempeln kann?

Es gibt viele Gemeinsamkeiten mit dem Christentum, und damit meine ich nicht die Sakramente oder andere Spezialitäten der RKK, über die man eigentlich auch ausführlicher sprechen sollte, um bestehende Wissenslücken zu schließen.

Nicht alles, das von Freikirchlern als "falsch" eingeordnet wird, ist es auch. :)
LG
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Magdalena61
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Re: Mithraskult und Christentum

Beitrag von Magdalena61 » Mi 11. Mär 2020, 16:09

Die von dir verlinkte Seite ist, wie soll man sagen... ich würde sagen: Mit äußerster Vorsicht zu behandeln.

Begründung: Botschaften von Gott, dem himmlischen Vater und seinem Sohn Jesus dem Christus

Eine Mischung aus biblischer Lehre und... sorry, das, was da steht ist eine FRECHHEIT, eine unerhörte Anmaßung... wilde Hetze gegen Gläubige anderer christlichen Konfessionen in einer pseudobiblischen Sprache, das ist NIE und NIMMER die Stimme des Guten Hirten, sondern: Hier spricht ein falscher Prophet. Einer von vielen, vor denen Jesus Christus warnte.

Und das kann ich auch gerne näher begründen.
Da reicht ein einziger Punkt. Der Verfasser dieses Textes ist offenbar auch der Meinung, es sei möglich, in diesem Leib sündlos zu werden. Die Lehre von der Sündlosigkeit dominiert seine Webseite.

Besser hätten es die Pharisäer auch nicht formulieren können. "Tu dies, tu das... dein Heil liegt in deinen Händen".

Zu einseitig. Die gute Nachricht lautet nicht: "Strengt euch an! Werdet sündlos, damit Gott euch nicht verwirft!" sondern: "Er- Jesus Christus- hat euch - die ihr glaubt- aus euren Sünden erlöst!" und zwischen diesen beiden Aussagen besteht ein gewaltiger Unterschied.

Für die erste Strategie braucht man Verstand und Willenskraft, für die zweite Strategie braucht man Glauben. Das Letztere ist schwieriger. Man soll an einen Gott glauben, den man nicht sieht. Man soll einem Gott gehorchen, den man nicht versteht. Und vertrauen soll man ihm auch noch. Der biblische Glaube beinhaltet selbstverständlich den Glaubensgehorsam, also das Halten der Gebote in der Nachfolge.

Wie viel einfacher ist es doch, ein Regelwerk aufzustellen und zu befolgen. Gemüseopfer. Kain. Ich gebe Gott dies und das, was ich für angemessen halte, und dafür muss Er mich segnen und mir das ewige Leben geben.

Die Lehre von der Sündlosigkeit im Fleisch ist eine Irrlehre. Sie führt nicht zu Christus hin, sie fokussiert sich nicht auf Christus, sondern auf das eigene ICH, in der Absicht, vollkommen zu werden. Das ist ja gerade unser Dilemma. So sehr wir uns auch darum bemühen, Gott zu gefallen und selbstlos zu wandeln... letztlich drehen wir uns ständig und unaufhörlich und auch in unseren besten Absichten und Taten um uns selbst, um unser Ich... und wenn wir uns die Heiligkeit erarbeiten wollen, dann verstärkt sich dieser Egoismus, denn wir müssen uns ja selbst unablässig beobachten, damit wir Fortschritte feststellen und Mißstände abstellen können.

Hier spricht angeblich Jesus: Ich, der für euch starb.
Solche "Prophetien" kann jeder, der einigermaßen mit der Sprache der Bibel vertraut ist, selbst erstellen.

Ich bin entsetzt. Wie kann ein Mensch es sich anmaßen, im Namen Gottes zu reden und dem König aller Könige Worte in den Mund zu legen?

Alleine schon das ist eine furchtbare Sünde. Dagegen ist der Papst ein Waisenknabe- zumal derjenige, der sich "Heiliger Vater" nennen lässt, die Position eines Paulus einnimmt, welcher Timotheus sein "Kind im Glauben" nannte 1. Tim. 1,2, und ein Kind hat nun einmal natürlicherweise auch einen Vater. Es gibt geistliche Väter und geistliche Mütter im Glauben... das sind die Menschen, die sich junger Christen annehmen und diese lehren und begleiten. Und "heilig" sind alle, die zu Jesus Christus gehören. Nicht nur der Papst. :)

Über die theologische Kritik auf dieser Seite kann man streiten. Es sind auch gute Ansätze dabei. Leider werden diese durch diese knallharte Einseitigkeit relativiert.
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Re: Mithraskult und Christentum

Beitrag von PeB » Mi 11. Mär 2020, 16:24

Magdalena61 hat geschrieben:
Mi 11. Mär 2020, 16:06
Hm.

Ob man den Mithraskult so einfach als "heidnisch", als "antichristlich", als Götzenreligion abstempeln kann?
Naja, es war ein Stierkult,den ich biblisch am ehesten noch mit dem Goldenen Kalb in Verbindung bringen würde.

Aber auf der anderen Seite würde ich bestreiten wollen, dass der Katholizismus ursächlich vom Mithraskult initiiert war. Möglicherweise hat er einen liturgischen Einfluss ausgeübt.
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Re: Mithraskult und Christentum

Beitrag von Magdalena61 » Mi 11. Mär 2020, 16:39

Aber eigentlich würde ich mich gerne mit dem Mithraskult beschäftigen.
Das ist ungeheuer interessant.
Wie schon angedeutet gibt es einige mehr oder minder augenscheinliche Parallelen zwischen Mithraskult und Christentum. Beide sind Erlösungsreligionen, die dem Einzelnen dadurch, dass dieser dem Gott in seinem Tun nachfolgt, Heil versprechen. Beide Kulte kennen das Motiv der leidenden Gottheit. So entspricht dem christlichen „Das-Kreuz-auf-sich-Nehmen“ Jesu Mithras´ mühsames Tragen des Stieres durch die ganze Welt.

Jesus wie Mithras sind Götter, die das Licht verkörpern. Dies schlägt sich in der Lichtsymbolik beider Kulte nieder, z.B. an der Tatsache, dass der Geburtstag Jesu wie auch der Geburtstag des Mithras am Tag der Wintersonnenwende, dem 25. Dezember gefeiert wird.

Neben diesen Gemeinsamkeiten in der Lehre stehen die Parallelen in der Ausgestaltung der Kultpraxis. Vor allem ist dies natürlich die Taufe zur Aufnahme in die religiöse Gemeinschaft, der ein Katechumenat vorausgeht und der eine Konfirmation folgt. Des weiteren gibt es in beiden Gemeinschaften ein Abendmahl mit Brot und Wein, das dem Erlangen persönlichen Heils dient. Beide Kulte verlangen vom Gläubigen eine streng ethische Lebensführung, in der Nachfolge der Gottheit (Jesus, bzw. Mithras) gesehen wird.

Parallelen gibt es aber auch in der Symbolik. So hat das Sonnenkreuzi des Mithraskults starke Ähnlichkeit mit dem Christusmonogramm.
basiswissen-christentum.de
Man muss auch noch berücksichtigen, in welchem geographischen Raum der Mithraskult entstand.

Die Juden und die Christen haben die Bibel, und das ist auch o.k. so.

Doch auch außerhalb der Schriften des AT und des NT und vor Abraham gab es so etwas wie ein Basiswissen. Abraham lebte etwa 2000 v. Chr. Er kam aus dem Irak. Babel, Babylon. Hoch entwickelt (damals).

Woher hatte Abraham seinen Glauben? Ganz falsch kann dieser ja nicht gewesen sein, sonst hätte JHWH ihn nicht erwählt und berufen.
Abraham leistete dem Ruf Gottes Folge, verließ Haran, wo er mit seinem Vater gewohnt hatte (sein Vaterhaus) und gründete ein Volk. Nein, zwei Völker.

Das biblische Haran liegt heute in der Türkei, nahe der syrischen Grenze.
Karte

Aber andere Bewohner aus Ur sind ja dort geblieben. Was wußten und glaubten sie? Wie alt ist der Mithraskult?
Das Wort mitra (altiranisch/altindisch) bedeutet Vertrag, Bund, Treue. Daraus schließt man, dass Mitra ein Gott des Vertrags, der Ehre, der Tugend war.
basiswissen-christentum.de
Die Magoi aus dem Osten... kamen zuerst nach Jerusalem und dann nach Bethlehem, um den neugeborenen König der Juden zu ehren... und sie kamen nicht in feindlicher Absicht. Offenbar fühlten sie sich dazu verpflichtet, diesem König die Ehre zu geben.

Warum sollte Gott alle Menschen außerhalb des Judentums und des Christentums gänzlich unversorgt in die Verdammnis rennen lassen? frage ich mich immer wieder. Ich habe nicht die Absicht, meinen Glauben zu ändern oder zu wechseln. Aber ich schließe nicht aus, dass der Gott der Bibel auch zu Zeiten und an Orten wirkte, die in der Bibel nicht erwähnt werden.

Wie seht ihr das?
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Re: Mithraskult und Christentum

Beitrag von Magdalena61 » Mi 11. Mär 2020, 16:47

PeB hat geschrieben:
Mi 11. Mär 2020, 16:24
Naja, es war ein Stierkult,den ich biblisch am ehesten noch mit dem Goldenen Kalb in Verbindung bringen würde.
Baal.
Das ist natürlich auch möglich.

Baal treibt aber heute in diversen Ausprägungen immer noch sein Unwesen, auch in der Christenheit.

Baal ist, sehr einfach ausgedrückt, der Konkurrent von JHWH. Ein Plagiat. Wenn er bei den Gläubigen nicht mit Fruchtbarkeitsriten- Verführung zur Sünde in diversen unerlösten Bereichen- landen kann, nimmt er die Gestalt eines Religiösen Geistes an.

Isebel. Die war "gläubig", sie hatte sogar Propheten. Aber sie diente Baal und verfolgte die Diener des wahren Gottes.

Den Religiösen Geist erkennt man u.a. an seiner unbarmherzigen Gesetzlichkeit. Siehe Hexenverbrennungen, Hinrichtungen von HS und entehrten Jungfrauen... siehe Scharia... anhand solcher Gepflogenheiten, verkündet und durchgeprügelt "im Namen Gottes", kann man die Wesensart des Religiösen Geistes für Menschen der heutigen Zeit einigermaßen verständlich skizzieren, hoffe ich.
LG
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Re: Mithraskult und Christentum

Beitrag von PeB » Mi 11. Mär 2020, 18:48

Magdalena61 hat geschrieben:
Mi 11. Mär 2020, 16:47
PeB hat geschrieben:
Mi 11. Mär 2020, 16:24
Naja, es war ein Stierkult,den ich biblisch am ehesten noch mit dem Goldenen Kalb in Verbindung bringen würde.
Baal.
Das ist natürlich auch möglich.
Zu diversen Beimischungen alter Kulte ins frühe Christentum könnte man vielerlei sagen. Besonders interessant ist hier der Kybele-Kult, der auf dem Vatikan gepflegt wurde; mehr noch: die Kultstätten für Kybele wurden auch andernorts mons vaticanus genannt. Kybele war die Muttergottheit. Die Römer hatten sie zur Zeit der punischen Kriege (glaube ich) aufgrund einer Prophezeiung aus Kleinasien importiert - und zwar in Form eines Meteoriten, der sie verkörperte.
Der Kybelekult fand noch in christlich-römischer Zeit Verehrung, bis er schließlich im Zuge der zunehmenden Marienverehrung abebbte.

Der Tempel wurde wohl im 5. Jahrhundert von den Vandalen geplündert und die Ausstattung (vielleicht auch der Meteorit) nach Nordafrika verschleppt...
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