Israel, Jerusalem und das Judentum

Judentum, Islam, Hinduismus, Brahmanismus, Buddhismus,
west-östliche Weisheitslehre
abc

Israel, Jerusalem und das Judentum

Beitrag von abc »

Dieser Thread möchte die Gelegenheit geben, die Relationen zu besprechen, die mit Israel, Jerusalem und Judentum assoziiert werden und Fragen nachgehen, die besagte Relationen beleuchten.

Mögliche Fragen: Was unterscheidet Isreal von anderen Staaten? Welche Bedeutung hat Jerusalem? Repräsentiert der israelische Staat alle Juden? Ist Israel wirklich eine Demokratie? Was wird wurde/wird aus Palästina, den palästinensischen Mitbürgern?



https://www.burgdame.de/2014/12/west-ba ... stina.html
abc

Re: Israel, Jerusalem und das Judentum

Beitrag von abc »

Die Sichtweise des Rabbiners Shapiro zu:

(1) Israel als jüdischer Nationalstaat



(2) Jerusalem als Hauptstadt Israels


Rembremerding

Re: Israel, Jerusalem und das Judentum

Beitrag von Rembremerding »

Im Alltag fördert eine zionistische Regierung einen Apartheidsstaat.
Nevis

Re: Israel, Jerusalem und das Judentum

Beitrag von Nevis »

abc hat geschrieben: Sa 14. Sep 2019, 08:45
Ist Israel wirklich eine Demokratie?
Rückfrage: Wo auf der Welt gibt es schon eine ideale Demokratie?
Nirgends, wahrscheinlich.
Auch bei den Griechen der Antike war die Demokratie keineswegs ideal.

Israel ist jedenfalls im Nahen Osten der demokratischste aller Staaten.
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lovetrail
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Registriert: Sa 1. Jun 2013, 20:00

Re: Israel, Jerusalem und das Judentum

Beitrag von lovetrail »

Finde ich interessant was dieser Rabbiner sagt. Wie repräsentativ ist denn seine Ansicht für Juden?

LG
Wache auf, der du schläfst, und stehe auf aus den Toten, so wird Christus dich erleuchten!
abc

Re: Israel, Jerusalem und das Judentum

Beitrag von abc »

lovetrail hat geschrieben: Sa 14. Sep 2019, 09:41 Finde ich interessant was dieser Rabbiner sagt. Wie repräsentativ ist denn seine Ansicht für Juden?
Hallo lovetrail, prima, du scheinst der Einzige zu sein, der sich die beiden Interviews mit Rabbiner Shapiro angehört hat. Ich meine, seine Ausführungen sind ungemein wichtig und helfen einen besseren Überblick (siehe Threadthema) zu bekommen, nicht nur für Israelis und Juden, sondern für den Rest der Welt, denn die meisten haben 'verkehrte' Vorstellungen von Israel, Jerusalem und dem Judentum.

Eine Ursache liegt sicherlich in der zionistischen Bewegung, die starken Einfluß genommen hat und Israel (innen- und außenpolitisch) seit Tag und Jahr prägt.

Da die beiden Interviews in englischer Sprache gehalten sind, möchte ich wesentliche Punkte seiner Ansichten kurz aufführen.

(1) Israel sei (repräsentativer) Nationalstaat aller Juden

Rabbiner Shapiro (Amerikanischer Staatsbürger) stellt klar, daß Israel in Wahrheit kein repräsentativer Nationalstaat der (aller) Juden sei. Israel könne nur verantwortlich sein für seine Staatsbürger, namentlich alle Israelis.

Shapiro stellt heraus, daß politische und religiöse Angelegenheiten vermischt wurden und das wahre Judentum von einer zionistischen Bewegung vereinnahmt und mißbraucht wurde, siehe Israel.

Das Judentum ist eine Religionsgemeinschaft. Jude ist, wer an die jüdischen Religion/Tradition glaubt, die am Berg Sinai (unter Mose) ihren Anfang nahm. Das Judentum wäre gerade dadurch gekennzeichnet, daß es keine Nation sei.

Das Judentum ist kein gewachsener Nationalstaat, sondern eine geographisch losgelöste Religionsgemeinschaft, die auf der ganzen Welt verstreut war und ist. Es gab/gibt darum auch keinen kulturellen Nenner, denn ein Jude in Polen lebt ein ganz anderes Leben als ein Jude, der seit Generationen in Äthiopien lebt.

Was alle Juden verbindet, daß ist ihre Religion, wobei 'Hebräisch' im ursprünglichen Sinn nie eine Alltagssprache war, sondern eine 'heilige Sprache' - in der Ausübung der jüdischen Religion.

(2) Jerusalem als Hauptstadt aller Juden

Jerusalem kann nur Hauptstadt der Israelis sein, aber nicht Hauptstadt der Juden, denn Jerusalem hat für Juden (Judaismus) in erster Linie eine religiöse Bedeutung, sie ist eine 'heilige Stadt' und kein Politikum.

Es spielt keine Rolle, zu welcher Nation Jerusalem gehören würde, ob nun unter britischer, französischer oder palästinensischer Flagge, denn die religiöse Verbindung zu Jerusalem bleibt für den Judaismus immer dieselbe.
abc

Re: Israel, Jerusalem und das Judentum

Beitrag von abc »

Dieser Bericht beleuchtet die zunehmende Problematik (eines sich radikalisierenden Judentums) im israelischen Staatswesen.


Faust

Re: Israel, Jerusalem und das Judentum

Beitrag von Faust »

abc hat geschrieben: So 15. Sep 2019, 08:40 Dieser Bericht beleuchtet die zunehmende Problematik (eines sich radikalisierenden Judentums) im israelischen Staatswesen.
Ja, es ist immer problematisch, wenn sich der religiöse Pathos mit dem Nationalismus verbindet. Erwähnenswert ist sicher, dass einige orthodoxe Juden in den Zionisten abtrünnige Ketzer sahen, die sich gegen das von Gott bestimmte jüdische Exil auflehnten und sich selbst erlösen wollten, anstatt auf die Ankunft des von Gott gesandten Messias zu warten. In der Tradition des Judentums wurden die Juden lange Zeit als Am Olam (etwa „Ewigkeitsvolk“ oder „Weltvolk“) bezeichnet. Sie sagten: die jüdische Volk ist ohne Ort, weil wir in der Ewigkeit Gottes beheimatet sind. Den Zionisten hingegen geht es um einen weltlichen Nationalismus.
Das Judentum ist eine geistige, religiöse Bewegung – der Zionismus ist eine politische Bewegung. Der Horizont des Judentums umspannt die ganze Welt, der des Zionismus nur einen schmalen Streifen Land am äußersten westlichen Rand von Asien. Nicht von ungefähr wurde das jüdische Volk „Am Olam“ (Welt Volk) genannt, da die ganze Welt seine Heimat ist. Einer der berühmtesten Gegner des Zionismus, Rabbi Israel Domb, meinte, wie viele andere, dass die Juden nicht eine rassische oder ethnische Besonderheit sind. Der Bund mit Gott, der am Berge Sinai geschlossen wurde, der allein macht die Juden zu etwas Besonderem. Allein dieser Bund, und um genau zu sein, die Treue der Juden zu ihm, entscheidet über das Schicksal der Juden und nicht ihre politischen oder militärischen Erfolge.
Die israelische Staatsdoktrin (der semit.de)
abc

Re: Israel, Jerusalem und das Judentum

Beitrag von abc »

Faust hat geschrieben: So 15. Sep 2019, 15:27 In der Tradition des Judentums wurden die Juden lange Zeit als Am Olam (etwa „Ewigkeitsvolk“ oder „Weltvolk“) bezeichnet. Sie sagten: die jüdische Volk ist ohne Ort, weil wir in der Ewigkeit Gottes beheimatet sind. Den Zionisten hingegen geht es um einen weltlichen Nationalismus.
Ganz genau, Danke für die Ergänzungen. Es gibt auch ein Interview, wo Rabbiner Shapiro das Wesen des Judaismus und das Entstehen des Zionismus erörtert, allerdings ein längerer Vortrag, den ich hier gerne verlinke.

Has Zionism hijacked Judaism
abc

Re: Israel, Jerusalem und das Judentum

Beitrag von abc »

Faust hat geschrieben: So 15. Sep 2019, 15:27 Den Zionisten hingegen geht es um einen weltlichen Nationalismus.
Dieser Nationalismus führt in Israel zu Auswüchsen, von der die Öffentlichkeit im Ausland (Europa) kaum etwas erfährt. Hinzu kommt, daß diese Auswüchse - man könnte auch von Rassismus und Ausgrenzung sprechen - nicht nur Ausdruck einer Minderheit ist, sondern Programm der Regierung.

Dazu zwei Dokumentationen, die die Problematik (hier am Beispiel afrikanischer Flüchtlinge) verdeutlichen.

(1) Bericht um 2013 - "Israels new racism"



(2) Bericht um 2018 - "Israel tells African refugees to leave or face imprisonment"


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