Das Geschäft mit dem Tod

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Pluto
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Re: Das Geschäft mit dem Tod

Beitrag von Pluto » Fr 17. Mär 2017, 18:19

1Johannes4 hat geschrieben:Um die Qualität eines Arztes beurteilen zu können, sollte man dessen berufsspezifischen Fertigkeiten beurteilen können. Beim Arzt wären das die Diagnosenstellung und die Therapie. Mal angenommen es wäre klar, was ein Patient hat, dann wird ein Arzt in der Regel die Therapie vorschlagen, die für den Patienten einen möglichst großen Vorteil bei möglichst geringem Risiko oder Schaden verspricht.
Für mich sind Taten wichtiger als Worte.
Am meisten hat mich mein Arzt damals beeindruckt, als er 4 Monate lang in Afrika gearbeitet hat.

1Johannes4 hat geschrieben:Zum Beispiel bei einer Gelenkspunktion, wie sie von Pluto geschildert wurde, kann trotz Desinfektion der Einstichstelle ein Keim in die Nähe des Gelenkes eingebracht werden, was in der Folge zu einer Entzündung führen könnte - bis hin zur Zerstörung des Gelenks. Ob Pluto auch dann diesen Arzt so gut gefunden hätte?Der Arzt kann aber nicht mehr machen als entsprechend der medizinischen Sorgfalt vorzugehen, kann aber eine solche Komplikation trotzdem nicht ausschließen.
Ein Arzt kann nicht ohne eine Risikoabwägung funktionieren. Alle Medikamente und jede Behandlung hat Nebenwirkungen. Wahrscheinlichkeit gehört für den Arzt zum Alltag (Ist wohl in fast jedem Beruf so).
Es gilt immer abzuwägen, was die Wahrscheinlichkeit einer Heilung ist, gegenüber den Nebeneffekten. Eine gut Abschätzung der Risiken macht es aus.
Bei der Gelenkspuntion ist die Behandlung indiziert. Bei meinem anderen Beispiel, hat er wohl das Risiko einer Spritze in die Achillessehne für zu hoch angesehen (andere Ärzte machen das).

1Johannes4 hat geschrieben:Gibt es Komplikationen wird der Arzt für schlecht erachtet, gibt es keine Komplikationen sind Patienten dem Arzt dankbar und finden diesen gut.
Für mich ist ein Arzt gut, wenn er das Risiko vor Augen hat und dieses einzuschätzen weiß.
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

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Magdalena61
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Re: Das Geschäft mit dem Tod

Beitrag von Magdalena61 » Mo 27. Mär 2017, 00:21

Debatte um Sterbehilfe - Der Fall Brittany Maynard


Mir wurde bewusst, dass meine Tochter auf einen grausamen Tod zusteuerte. Brittany war bereits oft schlecht und sie konnte aufgrund unerträglicher Kopfschmerzen kaum noch schlafen. Ich hatte darüber gelesen, was nun als nächstes kommen würde: Krampfanfälle. Lähmung. Verlust der Sprache, des Sehvermögens und Gehörs. Qualvolle Schmerzen.

„Mama, lass mich nicht so sterben“, hatte meine Tochter mich immer und immer wieder angefleht.

„Das werde ich nicht“, hatte ich immer gemurmelt, die Realität verdrängend. Doch jetzt blickte ich dem Tod direkt ins Auge, wie meine Tochter schon lange zuvor. Endlich wurde ich aktiv. Ich flog mit meinem Kind nach Oregon und wir mieteten für ein Jahr ein Haus, damit sie die Voraussetzung erfüllte, um das Gesetz in Anspruch zu nehmen.

Der Weg meiner Tochter in einen würdevollen Tod
"Unerträgliche Kopfschmerzen", Tag und Nacht...

Ein Staat, ach was, JEDER, der die Abtreibung gesunder Kinder toleriert oder sogar befürwortet, sollte zum Thema "Sterbehilfe für unheilbar Kranke/ Schmerzpatienten" besser nicht Gott oder irgendwelche ethischen Prinzipien bemühen-- das ist einfach nur scheinheilig und widerlich.
LG

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Janina
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Re: Das Geschäft mit dem Tod

Beitrag von Janina » Mo 27. Mär 2017, 08:18

"Es gibt verschiedene Fälle, die im Zuge dieser Geschichte recherchiert wurden, wo Menschen mit einem ähnlichen Krebs das überlebt haben."
Diese Aussage ist falsch. Ein Glioblastom ist noch niemals geheilt worden. Es ist völlig unverantwortlich, sowas öffentlich zu behaupten, so ein Dummschwätzer!

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Vitella
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Re: Das Geschäft mit dem Tod

Beitrag von Vitella » Fr 7. Apr 2017, 11:39

AlTheKingBundy hat geschrieben: Zum einen ist da die maßlose Inkompetenz von Ärzten, man hat den Menschen beinahe verhungern lassen. Und, Sterbehilfe ist nicht erlaubt... natürlich, sonst dreht man den Geldhahn zu.


Ja, es gibt furchtbare Geschichten und ich wäre froh nie auf diesen Kreislauf angewiesen zu sein.

...aber wo beginnt es mit diesen Lebens verlängerten Medikamentengaben, erst wird jeder um jeden Preis mit Medikamenten am Leben erhalten und dann soll man auf einmal Sterben lassen, wo ist da die Grenze der Einmischung.?

Ich kenne keine älteren Menschen die nicht Blutverdünner, Wassertabletten, Blutdrucktabletten usw einnehmen.
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Pluto
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Re: Das Geschäft mit dem Tod

Beitrag von Pluto » Fr 7. Apr 2017, 13:28

Magdalena61 hat geschrieben:"Unerträgliche Kopfschmerzen", Tag und Nacht... "

Ein Staat, ach was, JEDER, der die Abtreibung gesunder Kinder toleriert oder sogar befürwortet, sollte zum Thema "Sterbehilfe für unheilbar Kranke/ Schmerzpatienten" besser nicht Gott oder irgendwelche ethischen Prinzipien bemühen-- das ist einfach nur scheinheilig und widerlich.
Ich wünsche dir ja so was ganz bestimmt nicht.
Aber solltest du einmal mit einem deiner Kinder in dieselbe Lage kommen, dann hoffe ich, wirst auch du den besten Weg finden.
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

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Re: Das Geschäft mit dem Tod

Beitrag von AlTheKingBundy » Fr 7. Apr 2017, 15:48

Vitella hat geschrieben:Ja, es gibt furchtbare Geschichten und ich wäre froh nie auf diesen Kreislauf angewiesen zu sein.

...aber wo beginnt es mit diesen Lebens verlängerten Medikamentengaben, erst wird jeder um jeden Preis mit Medikamenten am Leben erhalten und dann soll man auf einmal Sterben lassen, wo ist da die Grenze der Einmischung.?

Ich kenne keine älteren Menschen die nicht Blutverdünner, Wassertabletten, Blutdrucktabletten usw einnehmen.


Hi Vitella,

die Frage nach dem "wo fängt es an und wo hört es auf" muss man sich gar nicht stellen, denn jeder Mensch entscheidet für sich selbst, wann er sterben will, als "Externer" darf man das nicht entscheiden.
Beste Grüße, Al

Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.
(Albert Einstein, 1879–1955)

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Re: Das Geschäft mit dem Tod

Beitrag von 1Johannes4 » Fr 7. Apr 2017, 16:47

Hallo Al,

AlTheKingBundy hat geschrieben:denn jeder Mensch entscheidet für sich selbst, wann er sterben will, als "Externer" darf man das nicht entscheiden.


dann braucht unsere Leistungsgesellschaft ja nur noch den Alten, Behinderten und chronisch Kranken usw. oft genug einreden, dass man seinem Umfeld nicht unnötig zur Last fallen sollte - dann werden diejenigen früher oder später schon selber entscheiden, dass sie nicht länger leben möchten. Die Erben bekommen mehr und die Gesellschaft braucht auch nicht so lange zu unterstützen - sozusagen eine Win-Win-Situation ;) .

Deswegen sollte es eine "Freiheit des Sterbens" auch nur dort geben, wo diejenigen sich auch selber töten - eben auch weil das eine natürliche Hemmschwelle darstellt, da doch vieles leichter gesagt als womöglich getan ist.

Grüße,
Daniel.

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Re: Das Geschäft mit dem Tod

Beitrag von Christian41285 » Fr 7. Apr 2017, 17:04

Hallo zusammen!

Ich finde Sterbehilfe sollte erlaubt sein denn es ist jedermann eigene Sache sein Leben zu beenden.

LG
The ultimate way is the way you control!!!

SlipKnoT is my Life!

https://youtu.be/gtPpB2tgieI

:thumbup: :) :yawn:

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Re: Das Geschäft mit dem Tod

Beitrag von 1Johannes4 » Fr 7. Apr 2017, 17:41

Hallo Christian,

wenn es "jedermann eigene Sache" ist "sein Leben zu beenden" - warum sollen es dann Andere für einen tun, wie es ja bei der (aktiven) Sterbehilfe der Fall ist?

Grüße,
Daneil.

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Re: Das Geschäft mit dem Tod

Beitrag von AlTheKingBundy » Fr 7. Apr 2017, 18:09

1Johannes4 hat geschrieben:
AlTheKingBundy hat geschrieben:denn jeder Mensch entscheidet für sich selbst, wann er sterben will, als "Externer" darf man das nicht entscheiden.


dann braucht unsere Leistungsgesellschaft ja nur noch den Alten, Behinderten und chronisch Kranken usw. oft genug einreden, dass man seinem Umfeld nicht unnötig zur Last fallen sollte - dann werden diejenigen früher oder später schon selber entscheiden, dass sie nicht länger leben möchten. Die Erben bekommen mehr und die Gesellschaft braucht auch nicht so lange zu unterstützen - sozusagen eine Win-Win-Situation ;) .

Deswegen sollte es eine "Freiheit des Sterbens" auch nur dort geben, wo diejenigen sich auch selber töten - eben auch weil das eine natürliche Hemmschwelle darstellt, da doch vieles leichter gesagt als womöglich getan ist.


Hallo Daniel,

ich kann Dir nicht folgen, was hat das mit Sterbehilfe zu tun? Kann man nicht jetzt schon jemandem einreden, dass er seiner Umgebung zur Last fällt?
Beste Grüße, Al

Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.
(Albert Einstein, 1879–1955)

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