Religiös bedingte Psychose

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sven23
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Re: Religiös bedingte Psychose

Beitrag von sven23 » So 29. Apr 2018, 08:51

closs hat geschrieben:
sven23 hat geschrieben:Das ist nun mal das Thread-Thema: Religiös bedingte Psychose.
All das, was Du als "Wahn" beschreibst, kann natürlich AUCH religiös bedingt sein - es gibt SChönheits-Wahn, Erfolgs-Wahn, Religions-Wahn und viele andere "Wähne". - Wenn die Frage des Threads ist "Gibt es psychotische ERscheinungen, die religiös bedingt sind?", ist das ok. - Aber bei Dir kommt es immer so raus, als gäbe es ötfer spirituell begründeten Wahn als materialistisch bedingten Wahn.
Ob es ihn öfter gibt, weiß ich nicht. Es gibt ihn auf jeden Fall und das war das Threadthema.
closs hat geschrieben:
AlTheKingBundy hat geschrieben:Insofern sehe ich hier keinen logischen Fehler in der Benennung des Themas.
Dein Thread ist ok - aber Sven versucht "Religiosität als solche" mit "Wahn" in Verbindung zu bringen.
Wo habe ich das geschrieben?
closs hat geschrieben: Hier geht es aber um Sven, der es so formuliert, als sei Religion an sich ein "Wahn" (Wahn ist medizinisch eine Psychose). -
Das kannst du sicher auch belegen. :roll:
closs hat geschrieben: Allerdings ist davon abzuraten, solche Einflüsse bei anderen zu identifizieren - das bringt nichts. - Denn entweder der andere weiß es, dann braucht er keine Aufklärung. - Oder er weiß es nicht, dann versteht er es nicht.
Das ist doch gerade das Kennzeichen von Psychosen/Wahnvorstellungen, dass der Betroffene es selber nicht merkt, bzw. er sich gegen kritische Argumente immunisiert hat.

Ein religiöser Wahn ist eine falsche, unerschütterliche Idee oder Glaubensvorstellung religiöser Art, die nicht zum Bildungsstand oder kulturellen und sozialen Hintergrund des Patienten passt und mit außergewöhnlicher Überzeugung und subjektiver Gewissheit vertreten wird, und dies trotz der Unvereinbarkeit mit der objektiv nachprüfbaren Realität und auch angesichts von gegenteiligen Beweisen.
Quelle: Wikipedia
Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell

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closs
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Re: Religiös bedingte Psychose

Beitrag von closs » So 29. Apr 2018, 10:35

sven23 hat geschrieben: closs hat geschrieben:
Hier geht es aber um Sven, der es so formuliert, als sei Religion an sich ein "Wahn" (Wahn ist medizinisch eine Psychose). -


Das kannst du sicher auch belegen.
Darf ich dies als zartes Pflänzchen verstehen, dass ich Dich falsch interpretiert habe. - Dann nehme ich meine Interpretation gerne zurück und erinnere Dich beim nächsten Mal - insofern ist das ein wichtiges Ergebnis.
sven23 hat geschrieben:Das ist doch gerade das Kennzeichen von Psychosen/Wahnvorstellungen, dass der Betroffene es selber nicht merkt, bzw. er sich gegen kritische Argumente immunisiert hat.
Das ist wieder mal ein klassischer Sven: Ohne Beachten des Kontextes Aussagen dagegenstellen, die "nackig" vollkommen richtig sind.

Meine Aussage bezog sich darauf, dass wir uns nicht gegenseitig "Wähne" unterstellen sollten und besser mit der Sprache umgehen sollten.

Es gibt wenige aus dem medizinischen und geistigen Bereich, die damit umgehen können und deshalb diagnostisch auftreten können - das Fußvolk, zu dem wir hier gehören, sollte sich hierbei eher zurückhalten.

1Johannes4
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Re: Religiös bedingte Psychose

Beitrag von 1Johannes4 » So 29. Apr 2018, 11:05

Hallo zusammen,

in dem Wikipedia-Artikel „Religiöser Wahn“, aus dem auch Sven zitierte, wird ansatzweise auch auf die Unterscheidung von religiösem Wahn und religiösem Glauben eingegangen:
Abgrenzung des religiösen Glaubens vom religiösen Wahn

Der religiöse Wahn wird durch einige spezifische Unterschiede vom religiösen Glauben abgegrenzt:

Eine Wahnäußerung behauptet Wissen, nicht Glauben. So kann eine Person, die einem Wahn unterliegt, inmitten eines Alltagsgespräches sich selbst als die Jungfrau Maria bezeichnen. Hierbei handelt es sich dann nicht um ein Bekenntnis ihres Glaubens, sondern um eine Aussage darüber, wie diese Person die Realität wahrnimmt.

Der religiöse Glaube erlaubt eine mehr oder weniger realistische Selbsteinschätzung, beim religiösen Wahn wird diese durch eine überhebliche Selbsteinschätzung überlagert. Daneben ermöglicht der religiöse Glaube die innere Distanzierung und zwar seltene, doch vorkommende Infragestellung religiöser Inhalte, wohingegen im religiösen Wahn fixe Ideen die Gedankenwelt des Betroffenen bestimmen. Die Glaubensinhalte sind beim religiösen Wahn meist ohne Übereinstimmung mit den Glaubensinhalten der jeweiligen religiösen Gemeinschaft. Sie sind, wie auch beim religiösen Glauben, nicht überprüfbar.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Religiö ... iösen_Wahn

Dabei finde ich es vor allem beeindruckend, wie unscharf die Differenzierung zu sein scheint, weswegen es eben auch nicht gerade unwahrscheinlich ist, dass wenn bei jemanden „religiösen Wahn“ behauptet, es sich tatsächlich einfach nur um einen Glauben handelt, den man schlicht nicht versteht. Das wird auch daran ersichtlich, dass gemäß solcher Maßstäbe vermutlich auch die Apostel die Diagnose „religiöser Wahn“ gestellt bekämen - zumindest fiel mir kein Kriterium in dieser Beschreibung auf, das dergleichen ausschließen würde. Also ein weiterer Grund mit solchen Schubladen eher zurückhaltend zu sein.

Grüße,
Daniel.

JackSparrow
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Re: Religiös bedingte Psychose

Beitrag von JackSparrow » So 29. Apr 2018, 21:54

AlTheKingBundy hat geschrieben:Mit "religiös bedingt" meinte ich, dass man sich in einen religiösen Wahn und somit auch in eine Psychose hineinsteigern/hinenleben kann, ohne dass es einer anderen Ursache bedarf
Psychische Erkrankungen treten bei religiösen Menschen nicht häufiger auf als bei nichtreligiösen Menschen.
Travis hat geschrieben:Die Frage ist doch, was schlimmer ist? Eine Krankheit anzunehmen, oder eine Besessenheit, wie Du es machst?
An Schizophrenie erkrankt man mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:2, wenn man einen ebenfalls an Schizophrenie erkrankten eineiigen Zwilling hat. Das ist deutlich höher als die Prävalenz in der Gesamtbevölkerung. Die Gene müssen auf die Erkrankung also einen sehr viel höheren Einfluss haben als Satan, Geister oder Dämonen.

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AlTheKingBundy
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Re: Religiös bedingte Psychose

Beitrag von AlTheKingBundy » So 29. Apr 2018, 22:30

JackSparrow hat geschrieben:
AlTheKingBundy hat geschrieben:Mit "religiös bedingt" meinte ich, dass man sich in einen religiösen Wahn und somit auch in eine Psychose hineinsteigern/hinenleben kann, ohne dass es einer anderen Ursache bedarf
Psychische Erkrankungen treten bei religiösen Menschen nicht häufiger auf als bei nichtreligiösen Menschen.
.
Das habe ich auch gar nicht behauptet.
Beste Grüße, Al

Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.
(Albert Einstein, 1879–1955)

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Re: Religiös bedingte Psychose

Beitrag von JackSparrow » So 29. Apr 2018, 22:57

AlTheKingBundy hat geschrieben:Das habe ich auch gar nicht behauptet.
Wäre Religiösität ein Risikofaktor für Psychosen, dann würden nichtreligiöse Menschen seltener an Psychosen erkranken als religiöse Menschen, da dann bei den nichtreligiösen Menschen ein Risikofaktor weniger vorliegen würde als bei den religiösen Menschen.

Da zwischen Religiosität und Psychosen keine Korrelation vorliegt, muss die Risikofaktor-Hypothese verworfen werden. Von einer Religion kann man sich genauso gut oder schlecht in eine Psychose hineinsteigern wie vom Spazierengehen oder von der Lektüre eines Kochrezeptes.

Umgekehrt muss man leider auch folgern, dass Jesus Christus nicht vor Psychosen schützt - sonst bestünde hier nämlich eine negative Korrelation zugunsten der Religionen.

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Re: Religiös bedingte Psychose

Beitrag von AlTheKingBundy » Mo 30. Apr 2018, 07:34

JackSparrow hat geschrieben: Da zwischen Religiosität und Psychosen keine Korrelation vorliegt, muss die Risikofaktor-Hypothese verworfen werden. Von einer Religion kann man sich genauso gut oder schlecht in eine Psychose hineinsteigern wie vom Spazierengehen oder von der Lektüre eines Kochrezeptes.
Woher willst Du das wissen, hast Du eine wissenschaftliche Umfrage durchgeführt? Auch wenn eine derartige Umfrage existieren sollte, so wäreen die Ergebnisse fragwürdig, weil:

1. Wie diagnostiziert man eine Psychose mit einer Sicherheit von 100%?

2. Psychosen können in der Regel nur dann diagonstiziert werden, wenn sich Patienten in Behandlung begeben und das kann durchaus bei religiös indizierten Psychosen seltener der Fall sein.

3. Auf eine Korrelation zwischen Religion und Psychose kam es mir überhaupt nicht an (jedenfalls nicht, so wie ich es glaubte verstanden zu haben, wie Du es meinst).
Beste Grüße, Al

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sven23
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Re: Religiös bedingte Psychose

Beitrag von sven23 » Mo 30. Apr 2018, 10:18

closs hat geschrieben:
sven23 hat geschrieben: closs hat geschrieben:
Hier geht es aber um Sven, der es so formuliert, als sei Religion an sich ein "Wahn" (Wahn ist medizinisch eine Psychose). -
Das kannst du sicher auch belegen.
Darf ich dies als zartes Pflänzchen verstehen, dass ich Dich falsch interpretiert habe. - Dann nehme ich meine Interpretation gerne zurück und erinnere Dich beim nächsten Mal - insofern ist das ein wichtiges Ergebnis.
Du hast mal wieder was rausgelesen, was niemand geschrieben hat.
closs hat geschrieben:
sven23 hat geschrieben:Das ist doch gerade das Kennzeichen von Psychosen/Wahnvorstellungen, dass der Betroffene es selber nicht merkt, bzw. er sich gegen kritische Argumente immunisiert hat.
Das ist wieder mal ein klassischer Sven: Ohne Beachten des Kontextes Aussagen dagegenstellen, die "nackig" vollkommen richtig sind.
Wieso? Das Thema sind religiös bedingte Psychosen. Und Kennzeichen von Psychosen ist, dass es Betroffene selbst oft gar nicht merken, d. h. sie benötigen Hilfe von außen.
closs hat geschrieben: Meine Aussage bezog sich darauf, dass wir uns nicht gegenseitig "Wähne" unterstellen sollten und besser mit der Sprache umgehen sollten.
Hat das denn jemand hier getan?
closs hat geschrieben: Es gibt wenige aus dem medizinischen und geistigen Bereich, die damit umgehen können und deshalb diagnostisch auftreten können - das Fußvolk, zu dem wir hier gehören, sollte sich hierbei eher zurückhalten.
Warum das denn? Psychosen sind von der WHO klassifiziert und können u. a. medimakentös behandelt werden.
Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell

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