Christen und Ärzte

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Medizin & Krankheit
Novas
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Re: Christen und Ärzte

Beitragvon Novas » Di 1. Mai 2018, 07:13

Was mich persönlich angeht, so berührte mich bei Jesus, Friede auf Ihm, vorallem seine Tätigkeit als großer Heiler, nicht der glorifizierte Christus Pantokrator, sondern der sehr menschliche Christus medicus („Christus der Arzt“) der ein Bruder und Freund aller Menschen ist. „Hilf, Christus, du allein bist unser Arzt!“, so lautete ein Gebetsruf der frühen Christen. Mich berührte dieses Vorbild so sehr, dass ich mir schon öfter überlegte ein Medizinstudium zu absolvieren, um ebenfalls wie dieser große Meister ein Medicus zu werden. Hier ein sehr schöner Beitrag darüber:
Ein Arzt ist uns gegeben: Christus medicus (von Dr. Beate Jakob)

„Christ-Sein“, wenn man es als Imitatio Christi versteht, bedeutet eine heilende Präsenz in dieser Welt zu sein. Deswegen muss man nicht gleich Medizin studieren, aber es liegt sehr nahe. Für mich ist Medizin eine göttliche Wissenschaft und Kunst, die in Europa auf die hippokratische Medizin zurück geht, die einerseits eine rationale Wissenschaft ist, aber andererseits ein Bewusstsein dafür besaß, dass es eine Dimension des Göttlichen gibt, die noch darüber hinaus geht. Der hippokratische Eid, was ich sehr faszinierend finde, beinhaltet eine Anrufung der Götter.

Ich schwöre bei Apollon dem Arzt und bei Asklepios, Hygieia und Panakeia sowie unter Anrufung aller Götter und Göttinnen als Zeugen, daß ich nach Kräften und gemäß meinem Urteil diesen Eid und diesen Vertrag erfüllen werde [...]


„Glaube“ ist sicher hilfreich und unterstützt den Heilungsprozess. Doch die moderne Medizin ist eine empirisch-rationale Wissenschaft. Oder noch präziser gesagt: „Medicine is an art based on science.;) :thumbup: das schließt nicht aus, dass auch Religion die Absicht und die Kraft zur Heilung besitzt und die wissenschaftlich arbeitende Medizin ergänzen kann. Wenn man einen ganzheitlichen Blick auf den Menschen hat, nicht nur alles auf eine Betrachtung des materiellen Körpers reduziert, sondern auch seine Seele im Blick hat, dann ist das selbstverständlich. In der islamischen Medizin ist das bis heute selbstverständlich, weil sie vom Prinzip der Einheit [tauhid] ausgehen und eine Überlieferung des Propheten Muhammad, salallahu alaihi wa salam, besagt, dass es keine Krankheit gibt, für die es nicht auch eine Heilung gäbe. Im Zusammenhang mit Krankheiten heißt es über Abraham im heiligen Qur'an

Und wenn ich krank bin, heilt Er mich. (26:80).


Die gottergebenen Menschen sollten also niemals die Hoffnung aufgeben, selbst wenn die Ärzte mit ihrem Latein am Ende sind. In einem spirituelles Leben mit Gott gibt es immer ein Licht der Hoffnung am Ende des Tunnels. Wir sind Menschen der Hoffnung, denn in der Geschichte, so wie sie von einer wahren Religion erzählt, geglaubt und gelebt wird, triumphieren Licht, Gerechtigkeit und Leben über Tod, Unrecht und Angst. Ein legendäres Beispiel für die Einheit von Wissenschaft und Religion, die uns heute als Vorbild dienen kann (im Gegensatz zu einem gottlosen und seelenlosen Materialismus), ist sicher Avicenna (auch Ibn Sina genannt) er ist ein Beispiel dafür, wie Wissen und Glauben harmonisch zusammen fließen und so ein wahrlich heilbringendes Amalgam ergeben können. Ibn Sina wurde in dem Film Der Medicus (beruhend auf dem gleichnamigen Weltbestseller Der Medicus von Noah Gordon) ein Denkmal gesetzt, gespielt von dem meisterhaften Schauspieler Sir Ben Kingsley. Der Film ist sehr sehenswert, weil er sehr gut deutlich macht, wie wichtig das Streben nach Wissen ist und was der Unterschied zwischen wahrer und falscher Religion ist.

Wahre Religion erstrebt Wissen, ermutigt zum freien Denken, umfasst und integriert die Wissenschaft, während es andererseits ein Charakteristikum der falschen Religion ist, dass sie sich dem verschließt und damit das geistige Wachstum behindert. Wahre Religion kann selbst als eine religiösen Wissenschaft aufgefasst werden, wie al- Ghazālī mit seiner Schrift Ihyāʾ ʿulūm ad-dīn (Die Wiederbelebung der religiösen Wissenschaften) und al-Iqtisād fī al-iʿtiqād (Das rechte Maß in der Glaubenslehre) deutlich machte. Auf das rechte Maß kommt es an. „Religiöse Wissenschaft“ und Medizin sind Geschwister, denn beiden geht es um das Heil des Menschen.


Gepriesen sei der Herr, in dem wir seiner Schöpfung dienen.
~ Der Medicus






Bund für islamische Bildung: Islamische Medizin: 1000 Jahre ihrer Zeit voraus

As-salāmu ʿalaikum Friede sei mit dir/euch!

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Re: Christen und Ärzte

Beitragvon Catholic » Di 1. Mai 2018, 13:29

Helmuth hat geschrieben:...
Ich z.B. konsultiere zuerst Gott. Leitet er mich an, dass er mich heilen wird, dann benötige ich den Arzt nicht länger für die Heilung, für die Nachbehandlung durchaus.
...


So ähnlich hat eine gute Bekannte von mir auch mal gedacht,sie ist charismatisch eingestellt und war fest überzeugt,dass sie nie schwer erkranken würde,Gott habe ihr das auch schon im Gebet mitgeteilt.

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Re: Christen und Ärzte

Beitragvon Helmuth » Di 1. Mai 2018, 19:12

Catholic hat geschrieben:So ähnlich hat eine gute Bekannte von mir auch mal gedacht,sie ist charismatisch eingestellt und war fest überzeugt,dass sie nie schwer erkranken würde,Gott habe ihr das auch schon im Gebet mitgeteilt-

Ich kann für irgendwelchen was auch immer Glauben anderer nichts. Und was Gott zu dieser Person gesagt hat, wie soll ich das überprüfen? Du schubladierst Charismatiker. Was meinst du könnte ich mit Katholiken machen?

Mir hat Gott noch nie versprochen, dass ich nie krank werden könnte. Aber er verspricht mir durch sein Wort immer mit mir zu sein und mich zu heilen, geistig, seelisch und körperlich. Und das konnte ich schon mehrfach erleben.
Herzliche Grüße
Helmuth

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Re: Christen und Ärzte

Beitragvon Catholic » Di 1. Mai 2018, 20:10

Helmuth hat geschrieben:Mir hat Gott noch nie versprochen, dass ich nie krank werden könnte. Aber er verspricht mir durch sein Wort immer mit mir zu sein und mich zu heilen, geistig, seelisch und körperlich. Und das konnte ich schon mehrfach erleben.


Verstehe ich das richtig,dass Gott Dir versprochen hat,Dich immer geistig,seelisch und (!) körperlich zu heilen?

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Re: Christen und Ärzte

Beitragvon Travis » Di 1. Mai 2018, 20:24

Catholic hat geschrieben:Verstehe ich das richtig,dass Gott Dir versprochen hat,Dich immer geistig,seelisch und (!) körperlich zu heilen?
Das kann er nicht gemeint haben, da Gott solche Zusagen nicht macht. Denn der Geist eines Christen ist bereits heil. Körperlich können Christen immer mal wieder Heilung erleben, aber wir haben kein Recht darauf.
In der Länge liegt die Last. (c)O.U.K.
Jak 1,19 "Ihr sollt wissen: Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn."

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Re: Christen und Ärzte

Beitragvon Janina » Di 1. Mai 2018, 20:33

Ziska hat geschrieben:Gottes Ansicht über das Blut ist mir sehr wichtig. Für ihn steht Blut für das Leben.
Es heißt für mich aber auch, kein Blut durch die Vene in meinen Körper aufzunehmen.
Für den Arzt heißt das dann Narkose. :roll:

Ziska hat geschrieben:Sich des Blutes zu enthalten wird von vielen Christen auf die leichte Schulter genommen.
Sie essen ohne nachzudenken ihre Blutwurst...
Oder machen den ganzen Monat keine Ehepause... :P

Ziska hat geschrieben:Werden sie darauf aufmerksam gemacht, was Gott dazu sagt,
schütteln sie mit dem Kopf und sagen: „Das gilt aber nicht mehr heute für mich!“
Wobei der gute Mose wohl auch kaum Informationen über die moderne Transfusionsmedizin gehabt haben dürfte. 8-)

Ziska hat geschrieben:Doch diese Angelegenheit ist sehr ernst! Es steht nämlich Leben auf dem Spiel!
Richtig, deshalb müssen Zeugen dafür immer sediert werden.
Was aussieht wie Dummheit, ist vielleicht keine. Möglicherweise profitiert jemand davon, nur du bist nicht dabei.
http://www.4religion.de/viewtopic.php?p=161626#p161626
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Helmuth
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Re: Christen und Ärzte

Beitragvon Helmuth » Mi 2. Mai 2018, 07:30

Catholic hat geschrieben:Verstehe ich das richtig,dass Gott Dir versprochen hat,Dich immer geistig,seelisch und (!) körperlich zu heilen?

Ich weiß nicht, wie "immer" du es verstehen willst, ich habe es nochmals gelesen und denke mich klar ausgerückt zu haben. Wer es missinterpretiert, der tue es eben.

Gott wird immer mit mr sein, also wird er mir auch immer beistehen, egal durch welche Scheißgasse ich gehe. Das wusste schon David und schrieb darauf den Psalm 23. Man könnte hier seitensweise die Worte Gottes mit all seine Verheißungen auflisten. Das kann aber jeder Christ selbst.

Auf dieser Verheißungsliste sehe ich aber nirgendwo Krankheit. Sie ist kein Normalzustand des Menschen in Christus. Das ist nicht "IN" Christus! Krankheit ist Folge des Fluchs und Fluch Folge der Sünde über den Menschen. Genesis 3 ff!

So etwas können auch Ärzte nicht brechen, das sollte doch klar sein, oder? Darum sagte ich heilen kann NUR Gott. Man sollte wissen was "heilen" im biblischen Sprachgebrauch im Unterschied zum säkularen Verständnis bedeutet. Man kann sich immer behandeln lassen, hier sollte man sich mit den Methoden etwas auseinandersetzen.

Gott setzt aber Bedingungen, er heilt aus Gnade aber nicht bedingungslos. Dies soltte man sich genauer ansehen, denn eines sollte klar sein: Ohne Gehorsam passiert nichts, das gilt zunächst mehr als alles andere für den Gaubensgehorsam.
Herzliche Grüße
Helmuth

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Re: Christen und Ärzte

Beitragvon Janina » Mi 2. Mai 2018, 11:29

Helmuth hat geschrieben:Auf dieser Verheißungsliste sehe ich aber nirgendwo Krankheit. Sie ist kein Normalzustand des Menschen in Christus.
So etwas können auch Ärzte nicht brechen, das sollte doch klar sein, oder?
Hallo, falsch verbunden? Ärzte sollen Schäden beheben, nicht Flüche brechen. :shock:
Oder gehst du zum Medizinmann?
Was aussieht wie Dummheit, ist vielleicht keine. Möglicherweise profitiert jemand davon, nur du bist nicht dabei.
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Re: Christen und Ärzte

Beitragvon Sonnenblume » Mi 2. Mai 2018, 12:52

Im alten Israel und in den Nachbarnationen gab es Ärzte:

"Da warf sich Josef über seinen Vater und weinte über ihm und küsste ihn. Und Josef befahl seinen Dienern, den Ärzten, dass sie seinen Vater zum Begräbnis salbten. Und die Ärzte salbten Israel, bis vierzig Tage um waren; denn so lange währen die Tage der Salbung. Und die Ägypter beweinten ihn siebzig Tage.


Der Jünger Lukas wird "der geliebte Arzt" genannt (Kol 4:14).

"Und da war eine Frau, die hatte den Blutfluss seit zwölf Jahren und hatte viel erlitten von vielen Ärzten und all ihr Gut dafür aufgewandt; und es hatte ihr nichts geholfen, sondern es war nur schlimmer geworden. Da sie von Jesus gehört hatte, kam sie in der Menge von hinten heran und berührte sein Gewand. Denn sie sagte sich: Wenn ich nur seine Kleider berühre, so werde ich gesund. Und sogleich versiegte die Quelle ihres Blutes, und sie spürte es am Leibe, dass sie von ihrer Plage geheilt war."(Markus 5: 25-29)


Nirgends wird in der Bibel etwas Schlechtes über den Arztberuf gesagt, geschweige denn, einem Christen verboten, zu einem Arzt zu gehen.

Was das Blut betrifft, sollte man sich schlau lesen, bevor man hier veraltete Informationen weiter gibt. Man tut gut daran, auf den biblischen Rat zu hören, "sich des Blutes zu enthalten." Früher konnten JZ immer nur sagen, dass es so in der Bibel steht. Heute haben wir ganz viele gute Informationen, nicht nur von JZ. Auch haben wir kein Problem mehr, uns in Deutschland ohne Bluttransfusionen operieren zu lassen. Im Blut ist das Leben und das gehört unserem Schöpfer. Deshalb mussten die Israeliten ihre Tiere ausbluten lassen und durften kein Blut essen. Aus dieserm Grund wurde dieses Gebot von den ersten Christen übernommen. Auch existierte die Aussage, kein Blut zu essen schon vor dem mosaischen Gesetzesbund.

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Ska'ara
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Re: Christen und Ärzte

Beitragvon Ska'ara » Mi 2. Mai 2018, 14:24

Sonnenblume hat geschrieben:Heute haben wir ganz viele gute Informationen, nicht nur von JZ. Auch haben wir kein Problem mehr, uns in Deutschland ohne Bluttransfusionen operieren zu lassen. Im Blut ist das Leben und das gehört unserem Schöpfer. Deshalb mussten die Israeliten ihre Tiere ausbluten lassen und durften kein Blut essen.

Das Blut lebt ohne den dazugehörigen Körper? Kaum. Es galt damals nur einfach als heilig, vielleicht weil ein verblutetes Tier ja bald tot war. Es sollte auch kein unnötiges Blut vergossen werden. Bei Unfällen, bei der z. B. die Milz betroffen ist, ist das Leben des Menschen nicht heilig genug, um es zu retten? Tut mir leid, das klingt mir alles zu esoterisch.


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