Der totalitäre Gott.

Säkularismus
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sven23
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Re: Der totalitäre Gott.

Beitrag von sven23 » Sa 3. Jan 2015, 16:16

closs hat geschrieben:Der Mensch und seine Wahrnehmung verheddert sich.


Dann wäre ja das komplette AT eine falsche Wahrnehmung. Kann doch eigentlich nicht sein bei einer göttlich inspirierten Schrift.
Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen.
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closs
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Re: Der totalitäre Gott.

Beitrag von closs » Sa 3. Jan 2015, 17:04

sven23 hat geschrieben:Dann wäre ja das komplette AT eine falsche Wahrnehmung. Kann doch eigentlich nicht sein bei einer göttlich inspirierten Schrift.
Mit "göttlich inspiriert" kann ich deshalb auch nur sehr wenig anfangen, weil es mindestens missverständlich ist.

Ich glaube einerseits schon, dass die Bibel göttlich inspiriert ist - denn in ihr steht so viel Wahrheit, auf die man selber nicht draufkommen würde (ich zumindest nicht). - Andererseits sind die Bibeltexte kontaminiert, indem in ihnen das Unverständnis der Textverfasser zum Ausdruck kommt (von den Handlungs-Akteuren ganz abgesehen).

Favorisieren würde ich das Wort "gottgewollt" - alles Wahre ist drin UND es ist vermischt mit Falschem - "Prüfet alles und behaltet das Gute" - wieder das Motiv des "Erwerbe es, um es zu besitzen" (Goethe) - Wahrheit ablesen, funktioniert nicht.

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Martinus
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Re: Der totalitäre Gott.

Beitrag von Martinus » Sa 3. Jan 2015, 17:52

sven23 hat geschrieben:Trotzdem ist doch auffallend, daß selbst Gott sich im Gestrüpp der Dialektik verheddert und sich so manchen Kratzer einfängt.


Was dir alles auffällt ;)
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Martinus
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Re: Der totalitäre Gott.

Beitrag von Martinus » Sa 3. Jan 2015, 17:57

sven23 hat geschrieben:
closs hat geschrieben:Der Mensch und seine Wahrnehmung verheddert sich.


Dann wäre ja das komplette AT eine falsche Wahrnehmung. Kann doch eigentlich nicht sein bei einer göttlich inspirierten Schrift.


doch doch, bei einigen passiert das
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Salome23
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Re: Der totalitäre Gott.

Beitrag von Salome23 » Sa 3. Jan 2015, 20:10

closs hat geschrieben:Ich glaube einerseits schon, dass die Bibel göttlich inspiriert ist - denn in ihr steht so viel Wahrheit...

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Welche "deiner Ansicht nach" folgende (Wahrheiten) wären?

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closs
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Re: Der totalitäre Gott.

Beitrag von closs » Sa 3. Jan 2015, 20:35

Salome23 hat geschrieben:Welche "deiner Ansicht nach" folgende (Wahrheiten) wären?
Das wäre jetzt wirklich ein 100faches Thema - als zusammenfassenden Brocken kann ich Dir folgendes hinwerfen: Es wird gezeigt, wie durch die Aufhebung der Dialektik die ontologische Differenz zwischen Sein und Dasein überwunden wird. (Ich meine das ernst, aber trotzdem :oops: ) :lol:

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Re: Der totalitäre Gott.

Beitrag von Pluto » Sa 3. Jan 2015, 21:02

closs hat geschrieben:Es wird gezeigt, wie durch die Aufhebung der Dialektik die ontologische Differenz zwischen Sein und Dasein überwunden wird. (Ich meine das ernst, aber trotzdem :oops: ) :lol:
Das klingt sehr klug, aber darunter verstehe ich überhaupt nichts. Weder den Sinn der Dialektik noch das Sein, noch die ontologische Differenz.

Mag sein, dass es an mir liegt. :(
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closs
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Re: Der totalitäre Gott.

Beitrag von closs » Sa 3. Jan 2015, 21:24

Pluto hat geschrieben: aber darunter verstehe ich überhaupt nichts
Das ist auch eine Zusammenfassung von ganz vielem in wenigen Worten. - Das Problem ist: Wenn man es erklärt, kommen wieder 1.000 Sätze, von denen einzelne je nach weltanschaulicher Definition angreifbar sind, so dass sich dann da jeweil auch nochmal 1.000 Sätze abzweigen.

Überm Daumen ließe sich mein Satz auch zusammenfassen in: Gott ist die Liebe - jeder wird erkennen, wie er erkannt ist. - Aber dann kommt dasselbe Problem: Man braucht wieder 1.000 Sätze, warum das eine dasselbe ist wie das andere. - Inhaltlich würde sich Ockham freuen, erklärungs-technisch würde er die Hände über den Kopf zusammenschlagen.

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Re: Der totalitäre Gott.

Beitrag von Pluto » Sa 3. Jan 2015, 21:52

closs hat geschrieben:
Pluto hat geschrieben: aber darunter verstehe ich überhaupt nichts
Das Problem ist: Wenn man es erklärt, kommen wieder 1.000 Sätze, von denen einzelne je nach weltanschaulicher Definition angreifbar sind, so dass sich dann da jeweil auch nochmal 1.000 Sätze abzweigen.
Bemüh' dich nicht. Es wäre (an mir) die reinste Verschwendung.

closs hat geschrieben:Inhaltlich würde sich Ockham freuen, erklärungs-technisch würde er die Hände über den Kopf zusammenschlagen.
Das glaube ich weniger.
Der arme William würde sich auch keinen Reim daraus machen können. Ich sehe schon wie er sich vor Verzweiflung im Grabe umdreht.
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closs
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Re: Der totalitäre Gott.

Beitrag von closs » Sa 3. Jan 2015, 22:29

Pluto hat geschrieben:Der arme William würde sich auch keinen Reim daraus machen können.
Unterschätze ihn nicht. 8-)

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