Gott - ein reales Phänomen?

Säkularismus
Geistliches und Weltliches verbinden
Novas
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Re: Gott - ein reales Phänomen?

Beitragvon Novas » So 9. Apr 2017, 11:58

SilverBullet hat geschrieben:
Novalis hat geschrieben:Der atheistische Materialismus reduziert den Menschen auf sein materielles Dasein und ignoriert und leugnet sein spirituelles Dasein und seine Einbindung in eine höhere Ordnung der Dinge.

Es ist eine gegenstandslose Behauptung, dass eine Reduktion oder eine Leugnung durchgeführt werden würde


Ich habe schon bessere Witze gehört. Diese Reduktion und Leugnung wird unablässig betrieben, in dem einfach alles jenseits des materialistischen Tellerrandes zur unwichtigen Illusion oder Spinnerei erklärt wird. Du rennst eben mit deiner Brille durch die Welt, das ist ok. Aber ich kann sie nicht gebrauchen :)

Pluto hat geschrieben:
Novalis hat geschrieben:Die Evolution muss keineswegs als ein geistloser, sinnloser und zielloser Vorgang verstanden werden.
Muss es nicht, das stimmt. Aber wenn keine Spuren vorhanden sind, ist es eine reine Behauptung, die erst verifiziert werden muss. Bis dahin gilt die vage Vermutung.


Diese Spuren sind überall sichtbar, zu allen Zeiten, in allen Kulturen, Religionen und Völkern. Doch Du leugnest sie. Der Mensch ist ein geistbegabtes Wesen, in unsrem Leben spielen Gedanken und Ideen, Träume und Wünsche bekanntlich eine sehr wichtige Rolle. Jeder Mensch begibt sich nachts in die Welt des Traumes, die eine rein geistige Welt ist.

Wie kannst Du sagen, dass es keine geistige Welt gibt oder sie unwichtig ist, wenn Du sie ständig erfährst und ohne sie keine Wissenschaft existieren würde und das ein zentraler Bestandteil unsrer Menschlichkeit ist? Es gibt keine Kultur, in der die Aussage „dieser Mensch ist seelenlos/geistlos“ ein Kompliment ist, da Begeisterung unser Menschsein ausmacht. Wir benennen sogar ganze Epochen nach besonders geistreichen Menschen (wie die Goethezeit). Daraus kann ich schließen, dass Evolution kein geistloser Vorgang ist.

Versuchen kannst Du es mal damit:

MEDITATION - DEN EIGENEN GEIST ERFAHREN
Buddhistische Meditationen sind praktische Übungen, um den eigenen Geist zu erkennen. Sie führen sowohl zu Geistesruhe als auch zum unmittelbaren Erkennen der Natur des Geistes.
[...]

Die Erklärungen über den Geist werden bisweilen als geheim bezeichnet. Das klingt überraschend, da einem doch nichts näher liegt als der eigene Geist. Aber geheim nennt man diese Erklärungen nicht etwa deshalb, weil sie unter Verschluss gehalten würden; vielmehr kann der Geist als geheim in sich selbst bezeichnet werden. Denn er ist kein "Ding". Er hat weder Farbe, Form, Größe noch Geschmack. Und obwohl er nicht zu finden ist, ist er die Grundlage allen Erlebens. Der Geist, der durch die Augen schaut, durch die Ohren hört, der erfährt und versteht, ist sich aller Erfahrungen bewusst, ohne dabei sich selbst zu sehen. Meditation wirkt in der Weise, dass sie den Geist in einen Zustand führt, in dem er sich selbst erkennen kann. Dies ist vergleichbar mit einem Auge, das die Welt sieht, aber sich selbst erst beim Blick in den Spiegel sehen kann.


http://www.buddhismus-schule.de/inhalte ... tisch.html

Das empfiehlt jede Religion um den Geist und das eigene Selbst zu erkennen und zu erforschen: Meditation und Gebet.

SilverBullet
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Re: Gott - ein reales Phänomen?

Beitragvon SilverBullet » So 9. Apr 2017, 13:44

Novalis hat geschrieben:Diese Reduktion und Leugnung wird unablässig betrieben, in dem einfach alles jenseits des materialistischen Tellerrandes zur unwichtigen Illusion oder Spinnerei erklärt wird.

Was ist denn deiner Ansicht nach „jenseits des materialistischen Tellerrandes“?
- das „Unsichtbare“?
- das „Unerreichbare“?
- das „Unverstehbare“?
- oder das „Nicht-Materielle“? („Wow“)

Worüber redest du eigentlich?
=> Du weisst selbst nicht, ob du überhaupt über etwas redest.

Du weisst nicht, was du bist, wie du funktionierst, möchtest aber einen „sicheren Einblick“ in etwas haben können, das du mit „unerreichbar“ begründen musst, weil du nichts „davon“ feststellen kannst.

Würdest du tatsächlich „etwas“ feststellen können, dann würdest du ganz einfach in dich hinein lächeln und dir sicher sein, dass es sich früher oder später durchsetzen wird.

Tja, so komfortabel ist die Lage aber nicht.

Seit tausenden von Jahren ist die „Idee“ des Nicht-Materiellen nun schon „in der Welt“ und die Befürworter sind genau da, wo sie gestartet sind – die nachfolgenden Generationen fangen immer wieder bei Null an und sind keinen Millimeter weiter.

Du bestätigst es sogar mit deiner Textauswahl (http://www.buddhismus-schule.de/inhalte ... tisch.html)
Zitat: vielmehr kann der Geist als geheim in sich selbst bezeichnet werden. Denn er ist kein "Ding". Er hat weder Farbe, Form, Größe noch Geschmack. Und obwohl er nicht zu finden ist, ist er die Grundlage allen Erlebens.

Ich wiederhole: „nicht zu finden“!
Dennoch tauchen ständig irgendwelche „Experten“ auf, die dem „Nicht-Zu-Findenden“ einen objekthaften und handelnden Charakter andichten (eigenartig "körperliche Zusammenhänge"): „geheim in sich selbst“ und „er ist die Grundlage allen Erlebens“.

Wenn dazu dann jemand sagt, dass dies der falsche „Weg“ ist, dann ist es ein „Leugnen“ und eine „Reduktion“ dessen, was du nicht finden kannst…

Man könnte einfach aufhören mit „dieser Verdinglichung des Nicht-Auffindbaren“ und einfach von einer Reaktion ausgehen. Dadurch entsteht aber ein Problem für die „Experten“, denn die Reaktion liegt direkt erkennbar im Gehirn vor, wodurch man schlicht kein Nicht-Materielles mehr braucht.

=> Es gibt aber wohl schon zu viele Bücher über das Nicht-Finden-Können, als dass die „Experten“ bereit wären, das Nicht-Gerfundene als Nicht-Zu-Finden beiseite zu legen.

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Re: Gott - ein reales Phänomen?

Beitragvon R.F. » So 9. Apr 2017, 14:27

Christian41285 hat geschrieben:- - -
Alles ist mit allem verbunden und zwar durch den Glauben.

Wenn ein Atheist behauptet Gott gäbe es nicht so erlebt er ein Leben ohne Gott.

Gott, genauer: Jesus “erleben” konnten nur einige wenige Angehörige der Ur-Gemeinde. Zum Beispiel Paulus. Die Beweise für die Existenz Gottes wahrnehmen kann indes ein jeder Vernunftbegabte. Dazu genügt es, mit wachen Sinnen die Welt zu betrachten. Das kann durchaus beim morgendlichen Frühstück mit einer Orange oder einer anderen Frucht sein. Wer anders die Herkunft dieser wundersamen Früchte als durch eine spontane Schöpfung meint erklären zu können, möge es mal versuchen. Hier und jetzt! (Damit sich niemand unnötigerweise bemüht: Ich kenne die materialreichen Erklärungsversuche).
Christian41285 hat geschrieben:Beim Gottesglaeubigen ist es das Gegenteil doch man muss beide Seiten anerkennen denn

es sind reale Erlebnisse.

So ist auch Wissenschaft und Religion miteinander verbunden.
- - -

Hier sollten wir scharf trennen: “Wissenschaft” ist im Gegensatz zu echter Wissenschaft etwas für Realitätsverweigerer. Die Gründe für diese weit verbreitete Realitätsverweigerung sind schnell erklärt, die ich aber nicht näher ausführe, weil ich nicht ge-Maas-regelt werden möchte...

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Re: Gott - ein reales Phänomen?

Beitragvon Pluto » So 9. Apr 2017, 16:02

R.F. hat geschrieben:Hier sollten wir scharf trennen: “Wissenschaft” ist im Gegensatz zu echter Wissenschaft etwas für Realitätsverweigerer. Die Gründe für diese weit verbreitete Realitätsverweigerung sind schnell erklärt, die ich aber nicht näher ausführe, weil ich nicht ge-Maas-regelt werden möchte...
Zurecht...
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

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Re: Gott - ein reales Phänomen?

Beitragvon closs » So 9. Apr 2017, 17:48

SilverBullet hat geschrieben:Ausser dem „Körper in der Welt“ kannst du rein gar nichts feststellen
Physikalistisch kann ich in der Tat nur das Materielle feststellen.

SilverBullet hat geschrieben:> die „Vogelschau“-Fähigkeit ist deine Phantasie, die du als Voraussetzung benötigst, aber nicht rechtfertigen kannst.
Geistig kann man das sehr wohl rechtfertigen - aber nur denen gegenüber, die über das Physikalistische hinausdenken.

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Re: Gott - ein reales Phänomen?

Beitragvon SilverBullet » So 9. Apr 2017, 18:41

closs hat geschrieben:Physikalistisch kann ich in der Tat nur das Materielle feststellen.

Mit „Physikalistisch“ zielst du wohl auf ein tatsächliches Feststellen ab, während das „andere Feststellen“ dem Reich der Phantasie angehört.

closs hat geschrieben:
SilverBullet hat geschrieben:> die „Vogelschau“-Fähigkeit ist deine Phantasie, die du als Voraussetzung benötigst, aber nicht rechtfertigen kannst.

Geistig kann man das sehr wohl rechtfertigen - aber nur denen gegenüber, die über das Physikalistische hinausdenken.

Sorry, du kannst die Voraussetzung zur „Behauptung der Vogelschau“ nicht mit dem rechtfertigen, was du erst aus der „Vogelschau“ ableiten können möchtest.

Dass es wohl nur „denen gegenüber zu rechtfertigen ist, die über das Physikalistische hinaus denken“, sollte dir als sehr ungünstig auffallen, denn dies bedeutet:
du kannst die Voraussetzung nicht abklären, sondern kannst nur nach der Suggestion aufsetzen – das ist bei „Star Wars“ aber auch ohne Probleme möglich.

Wenn du nichts Besseres liefern kannst, dann ist das Ergebnis von 2000 Jahren Philosophie und Religion ganz einfach mit dem Begriff „Totalversagen“ zu beschreiben.
(Ohne diese Voraussetzung läuft auch „die Metaphysik“ auf eine reine Zeitverschwendung hinaus)

Jetzt ist Leistung gefragt… (Literatur gibt es ja genug und "Berühmtheiten" bewunderst du ja auch einige)

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Re: Gott - ein reales Phänomen?

Beitragvon closs » So 9. Apr 2017, 20:08

SilverBullet hat geschrieben:du kannst die Voraussetzung zur „Behauptung der Vogelschau“ nicht mit dem rechtfertigen, was du erst aus der „Vogelschau“ ableiten können möchtest.
ICh hätte auch mit Goethe sagen können: "Wär nicht das Auge sonnenhaft, Die Sonne könnt es nie erblicken". - Ähm - Goethe meint das NICHT physikalistisch.

SilverBullet hat geschrieben:du kannst die Voraussetzung nicht abklären, sondern kannst nur nach der Suggestion aufsetzen
Stimmt - WARUM der Mensch sehen kann, weiß ich nicht.

SilverBullet hat geschrieben:Jetzt ist Leistung gefragt
Wenn Du damit meinst, dass man einem Blinden die Farbe mit Mitteln der Dunkelheit erklären kann, täuschst Du Dich.

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Re: Gott - ein reales Phänomen?

Beitragvon SilverBullet » So 9. Apr 2017, 21:37

closs hat geschrieben:ICh hätte auch mit Goethe sagen können: "Wär nicht das Auge sonnenhaft, Die Sonne könnt es nie erblicken". - Ähm - Goethe meint das NICHT physikalistisch.

Stimmt - WARUM der Mensch sehen kann, weiß ich nicht.

Wenn Du damit meinst, dass man einem Blinden die Farbe mit Mitteln der Dunkelheit erklären kann, täuschst Du Dich.

OK, dieser „Antwortversuch“ passt natürlich eher zur Rubrik „Totalversagen“.

Da ist selbstverständlich eine Antwort, die man aus der Reaktionsfixierung heraus entwickeln kann, haushoch überlegen – übrigens auch für einen „Blinden“, denn an der Fixierung kommt nachweislich keine Religion/Philosophie vorbei.

Dein Ansatz ist nur (und man muss sogar sagen: war schon immer nur): Phantasie.

(Es ist gut, dass dies mal eindeutig auf den Punkt gebracht wurde, wobei du ja reichlich Gelegenheit hattest, Antworten zu liefern)

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Re: Gott - ein reales Phänomen?

Beitragvon closs » So 9. Apr 2017, 22:08

SilverBullet hat geschrieben:Dein Ansatz ist nur (und man muss sogar sagen: war schon immer nur): Phantasie. (Es ist gut, dass dies mal eindeutig auf den Punkt gebracht wurde...)
Puuh - dafür hast Du dann aber doch relativ lange gebraucht. - Unsere Weltbilder scheinen nur sehr wenig kompatibel zu sein.

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Re: Gott - ein reales Phänomen?

Beitragvon SilverBullet » So 9. Apr 2017, 22:26

@closs
Wenn du möchtest, bezeichnest du deine Phantasie als „Weltbild“.

Bei mir gilt jedoch: diesen Status kann man sich nicht mit Lücken erschwindeln.

Die Lücke in deinem Ansatz könnte nicht grösser sein.
Sie ist entlarvend, sie ist peinlich und stellt die Aktivitäten der Religion/Philosophie von tausenden Jahren in ein Licht, das mir ein Lächeln ins Gesicht zaubert.


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