Libertär-Konservativ - ein aktraktives Modell?

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Novas
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Re: Libertär-Konservativ - ein aktraktives Modell?

Beitrag von Novas » Do 20. Jul 2017, 18:49

Ska'ara hat geschrieben:
Novalis hat geschrieben: Wenn etwas eine Gefahr für die Demokratie ist, dann mangelnde Bildung und soziale Ungerechtigkeit, aber mit Sicherheit nicht der Islam. Denn wie bereits gesagt: Gebildete Muslime sind imstande ihren Glauben auf der Höhe der Zeit auszulegen.
Gebildete ... vielleicht ja. Sind alle gebildet?
In den islamischen Ländern gibt es viel Wissensmangel und soziale Ungerechtigkeit. Eine islamische Aufklärung wird es erst geben, wenn diese sozialen und kulturellen Mängel behoben werden.

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Ska'ara
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Re: Libertär-Konservativ - ein aktraktives Modell?

Beitrag von Ska'ara » Do 20. Jul 2017, 18:56

Andreas hat geschrieben:
Tree of life hat geschrieben:
Andreas hat geschrieben: Diese käme aber besonders den deutschen Muslimen zu gute und würde deren Geburtenrate ja noch mehr in die Höhe treiben als die der Deutschen Christen
Das klingt irgendwie so, als würde Deutschlands Bevölkerung nur aus Moslems und Christen bestehn.
Bei Halman klingt das so, weil seine Islamkritik nun mal Religion zum Inhalt hat und er "unsere" Kultur = Deutschland vom Islam bedroht sieht.
Ich halte deinen Blickwinkel für zu einseitig, weil du nur von wenigen Erfahrungen ausgehst und dabei subjektiv interpretierst. Die Kultur in Deutschland ist bedroht, aber nicht nur die, auch unsere Gesetze und die Menschenrechte.
Politische Lösungsansätze hätten nur dann einen nachvollziehbaren Sinn, wenn sie christlichen Deutschen gegenüber moslemischen Deutschen Vorteile verschaffen würden. Aber das wäre wohl nicht mit dem GG vereinbar, wenn eine Religion zu Diskriminierung führen würde.
Es gibt immer Lösungen, aber wir sind nicht befugt, sie umzusetzen. Religionsfreiheit muss begrenzt werden, und ja, wer sich nicht an unsere Gesetze hält, sollte diskriminiert werden.

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Re: Libertär-Konservativ - ein aktraktives Modell?

Beitrag von Novas » Do 20. Jul 2017, 18:59

Ska'ara hat geschrieben:
Andreas hat geschrieben:
Tree of life hat geschrieben:
Andreas hat geschrieben: Diese käme aber besonders den deutschen Muslimen zu gute und würde deren Geburtenrate ja noch mehr in die Höhe treiben als die der Deutschen Christen
Das klingt irgendwie so, als würde Deutschlands Bevölkerung nur aus Moslems und Christen bestehn.
Bei Halman klingt das so, weil seine Islamkritik nun mal Religion zum Inhalt hat und er "unsere" Kultur = Deutschland vom Islam bedroht sieht.
Ich halte deinen Blickwinkel für zu einseitig, weil du nur von wenigen Erfahrungen ausgehst und dabei subjektiv interpretierst. Die Kultur in Deutschland ist bedroht, aber nicht nur die, auch unsere Gesetze und die Menschenrechte
Schon im 20. Jahrhundert sprach Oswald Spengler vom Untergang des Abebdlandes. Stattdessen kam nach der Befreiung von den Nazis das Wirtschaftswunder. Heute ist Deutschland wieder eine der führenden Nationen, ökonomisch und geistig.

Wo siehst Du eine Bedrohung? :)

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Re: Libertär-Konservativ - ein aktraktives Modell?

Beitrag von Novas » Do 20. Jul 2017, 19:28

Andreas hat geschrieben:
Tree of life hat geschrieben:
Andreas hat geschrieben: Diese käme aber besonders den deutschen Muslimen zu gute und würde deren Geburtenrate ja noch mehr in die Höhe treiben als die der Deutschen Christen
Das klingt irgendwie so, als würde Deutschlands Bevölkerung nur aus Moslems und Christen bestehn.
Bei Halman klingt das so, weil seine Islamkritik nun mal Religion zum Inhalt hat und er "unsere" Kultur = Deutschland vom Islam bedroht sieht
Bei solchen Sichtweisen besteht die Gefahr des Kulturrassismus (der sich eben nicht mehr auf den Begriff der Rasse, sondern der Kultur stützt) der gerne von Rechtsaußen befeuert wird, schließlich möchten die "Neuen Rechten" wieder ins Gespräch kommen. Da Rasse nicht so toll klingt, wird lieber über die Kultur gesprochen.
Er ist aber im Unterschied zum einfachen Rassismus nicht nur eine Haltung gegen Menschen, die andere Natur, Kultur oder Religion für das Normkonstrukt von Rassisten darstellen, sondern ein prinzipieller Kulturalismus, der die fremde Kultur in eine Feindschaft zur eigenen stellt und in einen systematisierten Hass auf eine bestimmte Kultur entwickelt, die zum Fokus einer Kulturbedrohung gemacht wird und in der sich unmittelbar ein sittliches Bedrohungsgefühl begründen soll, das sich an entsprechenden Eigenarten einer fremden Sittlichkeit, z.B. an ihrer vorherrschenden Religion festmacht (siehe Antisemitismus oder Antiislamismus)
https://kulturkritik.net/begriffe/begr_ ... rrassismus

Dazu sei gesagt, dass alle christlichen Nationen ein Problem mit Rassismus hatten. Am 7. März 1965 knüppelten weiße Polizisten in Selma im Bundesstaat Alabama noch schwarze Demonstranten nieder, weil sie ihr Wahlrecht und grundlegende Bürgerrechte forderten (Mehr Informationen)
Sie hatten ihre besten Kleider angezogen an jenem Sonntagmorgen im Jahr 1965. Alle sollten sehen, dass Schwarze, die ihre Bürgerrechte einfordern, kein gewalttätiger Mob sind. Die etwa 600 Demonstranten wollten am 7. März von der Stadt Selma ins 80 Kilometer entfernte Montgomery, die Hauptstadt des US-Bundesstaates Alabama, marschieren. Doch ihre Demonstration für Gleichberechtigung wurde von der weißen Südstaatenpolizei an der Edmund-Pettus-Brücke gestoppt und brutal niedergeschlagen.

Das Fernsehen übertrug die Bilder von Menschen, die mit Schlagstöcken und Tränengas malträtiert und sogar von Pferden niedergetrampelt wurden. Weiße standen am Straßenrand, sie beschimpften und bespuckten ihre schwarzen Mitbürger. Aber die Sieger des Tages sollten sich irren. Der Bloody Sunday (Blutiger Sonntag) löste Empörung und weitere Proteste in vielen Teilen der USA aus. Fünf Monate später wurde das neue Wahlrechtsgesetz verabschiedet, das den Afroamerikanern die volle Gleichberechtigung garantierte.

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Re: Libertär-Konservativ - ein aktraktives Modell?

Beitrag von Novas » Do 20. Jul 2017, 19:45

Ska'ara hat geschrieben:Es gibt immer Lösungen, aber wir sind nicht befugt, sie umzusetzen. Religionsfreiheit muss begrenzt werden, und ja, wer sich nicht an unsere Gesetze hält, sollte diskriminiert werden.
So wie auch braunes Gedankengut diskriminiert werden sollte? Bei manchen Deutschstämmigen gibt es wohl ebenfalls einen Integrationsbedarf.

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Re: Libertär-Konservativ - ein aktraktives Modell?

Beitrag von Ska'ara » Do 20. Jul 2017, 19:54

Novalis hat geschrieben: Schon im 20. Jahrhundert sprach Oswald Spengler vom Untergang des Abebdlandes. Stattdessen kam nach der Befreiung von den Nazis das Wirtschaftswunder. Heute ist Deutschland wieder eine der führenden Nationen, ökonomisch und geistig.

Wo siehst Du eine Bedrohung? :)
Dann überleg mal, warum es gerade in Deutschland ein Wirtschaftswunder gab. Das wird sich bald ändern, wenn die Deutschen weniger werden.
So wie auch braunes Gedankengut diskriminiert werden sollte? Bei manchen Deutschstämmigen gibt es wohl ebenfalls einen Integrationsbedarf.
Ja.

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Re: Libertär-Konservativ - ein aktraktives Modell?

Beitrag von Novas » Do 20. Jul 2017, 20:55

Ska'ara hat geschrieben:
Novalis hat geschrieben: Schon im 20. Jahrhundert sprach Oswald Spengler vom Untergang des Abebdlandes. Stattdessen kam nach der Befreiung von den Nazis das Wirtschaftswunder. Heute ist Deutschland wieder eine der führenden Nationen, ökonomisch und geistig.

Wo siehst Du eine Bedrohung? :)
Dann überleg mal, warum es gerade in Deutschland ein Wirtschaftswunder gab
Wegen dem Marshallplan.
Der Marshallplan, offiziell European Recovery Program (kurz ERP) genannt, war ein großes Wirtschaftswiederaufbauprogramm der USA, das nach dem Zweiten Weltkrieg dem an den Folgen des Krieges leidenden Westeuropa zugute kam. Es bestand aus Krediten, Rohstoffen, Lebensmitteln und Waren.
Eine der effektivsten Waffen gegen religiösen Fundamentalismus sind gebildete Menschen. Universelle Grundbildung für alle gehört deshalb zu den großen Milleniumszielen:
Or­ga­ni­sa­ti­on der Ver­ein­ten Na­tio­nen für Er­zie­hung, Wis­sen­schaft und Kul­tur (UNESCO)

Die Or­ga­ni­sa­ti­on der Ver­ein­ten Na­tio­nen für Er­zie­hung, Wissen­schaft und Kul­tur (United Na­tions Ed­u­ca­tional, Sci­en­tific and Cul­tural Or­ga­ni­za­tion, UNESCO) ist ei­ne UN-Son­der­or­ga­ni­sa­ti­on. Durch die För­de­rung der in­ter­na­tio­na­len Zu­sam­men­ar­beit in Bil­dung, Wis­sen­schaft, Kul­tur und Kom­mu­ni­ka­ti­on will die UNESCO zur Er­hal­tung von Frie­den und Si­cher­heit bei­tra­gen. Die UNESCO hat das brei­tes­te Pro­gramm­spek­trum al­ler UN-Sonder­orga­ni­sa­tionen, Bil­dung ist da­bei das grö­ß­te Ak­ti­ons­feld. Die UNESCO ko­or­di­niert un­ter an­de­rem die in­ter­na­tio­na­le In­itia­ti­ve "Bil­dung für al­le (EFA)" als Bei­trag zur Er­rei­chung des Millenniums­entwicklungs­ziels Num­mer 2 "Uni­ver­sel­le Grund­bil­dung für al­le".
Bundeszentrale für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Durch das Internet haben immer mehr Menschen Zugriff auf Informationen. Überlege mal. Die Erfindung des Buchdrucks führte zur Reformation und die Reformation zur Aufklärungsbewegung und Herausbildung der modernen Wissenschaft. Das Internet wird noch sehr viel größere Auswirkungen haben (der arabische Frühling war vermutlich nur eine Aufwärmübung) in den islamischen Ländern ereignet sich heute jener Kampf zwischen reformorientierten und orthodoxen Kräften, der sich bei uns im 19. Jahrhundert ereignete.

Der größte Fehler den der Westen nun machen kann: den Kampf der Kulturen propagieren, denn das wird den orthodoxen Kräften in die Hände spielen. Stattdessen sollten wir die Reformisten unterstützen und uns mit ihnen solidarisieren. Entweder wird der Islam modernisiert oder abgeschüttelt werden. Entwicklungen in diese Richtung sind deutlich erkennbar, wenn man aufmerksam ist: Malala Yousafzai ist die ist die jüngste Preisträgerin in der Geschichte des Nobelpreises und die mit Abstand jüngste in der Geschichte des Friedensnobelpreises. Das zeigt mir persönlich, dass wir vorallem von den muslimischen Frauen sehr viel erwarten dürfen.

Bild
Wandmalereien in Rom, Malala Yousafzai gewidmet

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Re: Libertär-Konservativ - ein aktraktives Modell?

Beitrag von Novas » Do 20. Jul 2017, 22:34

Detlef hat geschrieben:
Novalis hat geschrieben:Wenn Atheisten behaupten, dass eine Welt ohne Religion erstrebenswert ist (dabei verweisen sie gerne auf die "Kriminalgeschichte der Religion", was ein weiterer rhetorischer Trick ist, denn dabei verschweigen sie für gewöhnlich all das Gute, was durch sie ebenso in die Welt gekommen ist), dann sollten sie wenigstens eine bessere Alternative aufzeigen.
Gehst du tatsächlich davon aus, dass man diese Problematik derart grobgestrickt betrachten kann. Du stellst einfach mal eine riesige inhomogene Gruppe in eine Ecke und phhhh.... fackelst sie ab (der hinreichend bekannte Strohmann musste mal wieder dran glauben)
Ich habe niemanden "abgefackelt" und auch auf der rein menschlichen Ebene nicht das geringste Problem mit Atheisten. Denn was jemand glaubt oder nicht muss jeder selbstständig entscheiden (jeder Mensch ist selbst verantwortlich für seine Spiritualität!) und ich bin selbst in einer säkularen Familie groß geworden (mein Vater hat Karl Heinz Deschners "Die Kriminalgeschichte des Christentums" im Schrank stehen ;) ) Allerdings habe ich ebenso das Recht den Materialismus (und der "Atheismus" ist eine seiner Spielarten) kritisch zu betrachten. Hier geht es für mich vorallem um das Menschenbild, denn das menschliche Wesen ist für mich ein essenziell spirituelles Wesen (imago dei: "You are the Imago Dei" Richard Rohr) mit dazugehörigen Bedürfnissen, die ebenso beachtet und gepflegt werden wollen, wie die physischen Bedürfnisse. Der Körper braucht Vitamine für ein funktionierendes Immunsystem und die Seele braucht geistige Nahrung.
Detlef hat geschrieben:
Novalis hat geschrieben:hierzu könnte dieses Buch von Rupert Sheldrake lesenswert sein:
Der Wissenschaftswahn: warum der Materialismus ausgedient hat zusammenfassend sagt der Materialismus, dass alles seiner Natur nach nur materieller/physischer Art ist, ebenso der Geist (seit dem 19. Jahrhundert ist dies ein herrschendes Dogma) der Witz dabei ist, dass der Materialismus selbst nichts anderes, als eine Vorstellung des Geistes ist. Der menschliche Geist hat die Leistung vollbracht eine Weltanschauung zu erfinden, die in dem Glauben an seine eigene Irrelevanz besteht. Das finde ich gleichermaßen tragisch und komisch, denn „der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes geht.
Da habe ich meine Zweifel, sein "Die kosmische Intelligenz" war ein übles, wissenschaflich/ metaphysisches Gequirle, hofft der immer noch auf die Wiederkehr der Engel im neuen Jahrtausend?
Du nennst es "metaphysisches Gequirle", doch für Menschen wie mich ist es ein absolut zentraler Bestandteil des menschlichen Lebens. Wenn es nach mir geht, so braucht es keine "Wiederkehr der Engel", weil sie niemals wirklich weg gewesen sind.
Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar
~Dietrich Bonhoeffer
Ich glaube an Gott, seine Engel, die heiligen Schriften (das beginnt mit der Bibel, aber endet nicht mit ihr, denn viele andere Weisheitstexte, wie die Tora, der Koran, die Bhagavad Gita oder die Lehrreden des Buddha, haben sicher einen hohen geistigen Nährwert :) ) und ich glaube an alle seine Gesandten und Propheten :engel: im Falle von Christen, Muslimen und Juden gibt es schon deshalb eine gemeinsame Basis, weil sie sich alle auf Abraham berufen. Das zeigt sich unteranderem darin, dass für Muslime Abrahams Sohn Ismael (vgl. Genesis 16,16 und 17,20), der Ahnherr der arabischen Stämme ist, deren Spross Muhammad entstammt. Der Koran übernimmt viele biblische Geschichten, Metaphern und Figuren mit Adam über Abraham, Mose, die Propheten bis hin zu Jesus (arabisch Isa Al-Masih). Mose wird im Koran übrigens 136mal, Maria 34mal und Jesus 24mal, während der Name "Muhammad" nur 4mal erwähnt wird (Inârah. Institut zur Erforschung der frühen Islamgeschichte und des Koran. Inârah Institute for Research on Early Islamic History and the Koran)

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Detlef
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Re: Libertär-Konservativ - ein aktraktives Modell?

Beitrag von Detlef » Fr 21. Jul 2017, 13:28

Novalis hat geschrieben: Ich habe niemanden "abgefackelt"
Suche nach "Strohmann-Argument" in der Suchmaschine deines Vertrauens und lies noch mal, was du schriebst, vielleicht geht dir dann ein geistiges Licht auf.
Novalis hat geschrieben: und auch auf der rein menschlichen Ebene nicht das geringste Problem mit Atheisten. Denn was jemand glaubt oder nicht muss jeder selbstständig entscheiden (jeder Mensch ist selbst verantwortlich für seine Spiritualität!)
Na, also, was sollen dann deine höchst verallgemeinernden und größtenteils nicht zutreffenden plumpen Unterstellungen?
Novalis hat geschrieben: und ich bin selbst in einer säkularen Familie groß geworden (mein Vater hat Karl Heinz Deschners "Die Kriminalgeschichte des Christentums" im Schrank stehen ;) )
Da stehts gut, aber vielleicht hättest du es auch mal lesen sollen?
Novalis hat geschrieben: Allerdings habe ich ebenso das Recht den Materialismus (und der "Atheismus" ist eine seiner Spielarten) kritisch zu betrachten.
Selbstverständlich, du gebrauchst jedoch einfach nur "ismusse" wie Schubladen, aber kritisch betrachten heißt, sich mit konkreten Inhalten auseinanderzusetzen. Da kommt von dir nichts. Sonst hättest du vielleicht mal festgestellt, dass der historische Materialismus (Fr.Engels) längst weiter entwickelt wurde, dass heutzutage viel eher Positionen relevant sind, die man u.a. als erkenntnistheoretische Naturalismus und ethischen Naturalismus bezeichnet.
Novalis hat geschrieben: Hier geht es für mich vorallem um das Menschenbild, denn das menschliche Wesen ist für mich ein essenziell spirituelles Wesen (imago dei: "You are the Imago Dei" Richard Rohr) mit dazugehörigen Bedürfnissen, die ebenso beachtet und gepflegt werden wollen, wie die physischen Bedürfnisse.
Ja richtig, für dich, das heißt noch lange nicht, dass das auch für alle anderen Menschen gilt.
Novalis hat geschrieben:Der Körper braucht Vitamine für ein funktionierendes Immunsystem und die Seele braucht geistige Nahrung.
...und die bekäme sie nur mit Gottes-, Geisterglauben o.ä.? Quark.
Novalis hat geschrieben: Du nennst es "metaphysisches Gequirle", doch für Menschen wie mich ist es ein absolut zentraler Bestandteil des menschlichen Lebens.
Dreh mir nicht die Worte im Mund rum! Ich schrieb:"wissenschaflich/ metaphysisches Gequirle", was nichts anderes hieß, dass ich der Meinung war, dass Sheldrake (auf teilweise höchst abstruse Weise) Wissenschaft mit Metaphsik vermixte. Das sagt was ganz anderes aus, als du mir hier unterstellst.
Novalis hat geschrieben: Wenn es nach mir geht, so braucht es keine "Wiederkehr der Engel", weil sie niemals wirklich weg gewesen sind.
Wie Pluto schon sagte, mach ein Foto, wenn du sie wieder triffst.
Novalis hat geschrieben: Ich glaube an Gott, seine Engel, die heiligen Schriften...
Deine Sache, ich nicht, und mehr Worte muss man dazu beiderseits auch nicht verlieren.
Die Wahrheit lässt sich pachten, mit dem Glauben an des Gottes Sohn, doch die Thesen sind vergänglich, allen Gläubigen zum Hohn! (Gert Reichelt)

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Re: Libertär-Konservativ - ein aktraktives Modell?

Beitrag von Novas » Fr 21. Jul 2017, 20:39

Detlef hat geschrieben:
Novalis hat geschrieben: Ich habe niemanden "abgefackelt"
Suche nach "Strohmann-Argument" in der Suchmaschine deines Vertrauens und lies noch mal, was du schriebst, vielleicht geht dir dann ein geistiges Licht auf.
Ich begründe alles, was ich von mir gebe. Der Materialismus reduziert den gesamten Kosmos auf die physische Existenz und ignoriert oder unterschätzt alle anderen Bereiche. Zum Kosmos gehört zweifellos die Materie (das physische Universum) plus Leben (der vitale Bereich) plus Geist (der mentale Bereich) plus Seele (der psychische Bereich) plus GEIST/SPIRIT (der spirituelle Bereich). Das ist die große Kette des Seins. Genaueres dazu findet sich in Eros, Kosmos, Logos. Aus meinen Beiträgen kann der aufmerksame Leser herauslesen, dass ich Befürworter einer integralen Denkweise bin. Das heißt, ich habe kein Problem den Atheisten und Materialisten eine Teilwahrheit zuzugestehen, doch alles menschliche Wissen (und somit auch das ihre) ist Stückwerk (1.Kor. 13:9) ein Problem gibt es erst dann, wenn sie ihr Weltbild dogmatisch verordnen wollen, denn das akzeptiere ich nicht.
Na, also, was sollen dann deine höchst verallgemeinernden und größtenteils nicht zutreffenden plumpen Unterstellungen?
Was soll nun diese plumpe Unterstellung von Dir? :)
Detlef hat geschrieben:
Novalis hat geschrieben:Der Körper braucht Vitamine für ein funktionierendes Immunsystem und die Seele braucht geistige Nahrung.
...und die bekäme sie nur mit Gottes-, Geisterglauben o.ä.? Quark
Das heißt, dass Religion und Spiritualität ein integraler Bestandteil unsrer Menschlichkeit ist. Darum ist es unmöglich den Menschen das abzutrainieren. Wobei sich Spiritualität nicht auf eine bestimmte Religion beziehen muss (viele „Millenials“ verstehen sich als „Spiritual but not religious“ (SBNR)) die moderne Psychologie geht davon aus, dass „spirituelle Erfahrungen “vollkommen natürlich und weit verbreitet sind (sie thematisiert das mit Begriffen wie Flow-Experiences oder sogenannte „Gipfelerfahrung“, wie Abraham Maslow sie nannte) Die Humanistische Psychologie und die Transpersonale Psychologie finde ich besonders nennenswert. Die Transpersonale Psychologie untersucht nach eigenem Verständnis Bewusstseinszustände „jenseits“ (trans) der personalen Erfahrung (auf die Begriffe wie Spiritualität, Mystik, Transzendenz und Religion hinweisen)

Doch trotz dieser bemerkenswerten Versuche zu einem ganzheitlichen Verständnis des Menschen im Bereich der Psychologie, besitzt die westliche Psychologie die Tendenz die spirituelle Dimension der menschlichen Psyche zu ignorieren.
Detlef hat geschrieben:
Novalis hat geschrieben: und ich bin selbst in einer säkularen Familie groß geworden (mein Vater hat Karl Heinz Deschners "Die Kriminalgeschichte des Christentums" im Schrank stehen ;) )
Da stehts gut, aber vielleicht hättest du es auch mal lesen sollen?
Wenn wir schon dabei sind, könnten wir auch von einer Kriminalgeschichte des Atheismus reden. Von Michael Schmidt-Salomon gibt es einen Artikel darüber: Sind AtheistInnen die besseren Menschen? Anmerkungen zur Kriminalgeschichte des Atheismus (er spricht von den „dunklen Seiten der Religionskritik“) Josef Stalin war sicher einer der größten Schreibtisch-Mörder der gesamten Weltgeschichte. In der Zeit des „Großen Terrors“(1936-38) ließ er breit angelegte „Säuberungsaktionen“ durchführen, die unteranderem das Ziel hatten, die „letzten Reste der Geistlichkeit zu liquidieren“(da nach marxistischer Auffassung Religion nur das Opium des Volkes ist und eine konterrevolutionäre Kraft) Hierzu heißt es in dem „Schwarzbuch des Kommunismus“ :
Tausende von Priestern und nahezu alle Bischöfe fanden sich in den Lagern wieder, und dieses Mal wurde ein großer Teil von ihnen hingerichtet. Von den 20.000 Kirchen und Moscheen, die 1936 noch für religiöse Zwecke genutzt worden waren, standen 1941 nicht einmal mehr 1000 für den Gottesdienst offen. Die Zahl der amtlich registrierten Geistlichen wurde Anfang 1941 mit 5665 angegeben [...] 1936 waren es noch mehr als 24.000 Geistliche gewesen.
Wenn schon die Kriminalgeschichte thematisiert wird, dann bitte ganz umfassend. Mein persönlicher Eindruck ist, dass totalitären Systeme wie der Faschismus und Kommunismus eine Art Ersatzreligion darstellen, die der Mensch in dem verzweifelten Versuch geschaffen hat, den Verlust eines metaphysischen Sinn-Horizonts zu kompensieren. Beide Projekte sind kläglich gescheitert, während sich die großen Weltreligionen seit Jahrtausenden bewährt haben. Ist es nicht so: wahr ist, was dauerhaft funktioniert und sich bewährt und falsch ist, was nicht funktioniert.

Wenn ich mich nicht irre, hast Du mal das Manifest des Evolutionären Humanismus angesprochen. Der „Evolutionäre Humanismus“ müsste erst mal beweisen, dass er funktioniert. Wenn sie gemeinsam mit religiösen Menschen danach streben, das Leid in der Welt zu mindern, dann wäre das sicher erfreulich. Du bist herzlich dazu eingeladen im Namen der „universalen Brüderlichkeit“ (Nostra Aetate) die ein fester Bestandteil meines Glaubens im Geist Christi ist :wave:

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