Im Spannungsfeld zwischen Säkularismus und Scharia

Säkularismus
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closs
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Re: Im Spannungsfeld zwischen Säkularismus und Scharia

Beitragvon closs » Sa 9. Jun 2018, 17:33

piscator hat geschrieben: Jeans werden getragen, weil sie bequem sind, preiswert, praktisch und klassenübergreifend.
Aber sie kommen aus den USA. - Genau so wie Jazz aus den USA kommt und noch in den 60ern als "Negermusik" bezeichnet - heute ist Jazz "normal". So wird es auch mit Kopftüchern sein.

piscator hat geschrieben: ein Bestandteil unserer westlichen Kultur ist unter anderem, dass man Christ oder Moslem sein kann, ohne dass man das durch äußeres Zeichen kund tun muss.
Muss man doch nicht. - Aber "Kultur" kann doch nicht nur aus Negation bestehen.

piscator hat geschrieben:Wird man hier schief angesehen, wenn man keine Jeans trägt?
Wird eine Muslima schief angesehen, wenn sie kein Kopftuch trägt?

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piscator
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Re: Im Spannungsfeld zwischen Säkularismus und Scharia

Beitragvon piscator » Sa 9. Jun 2018, 18:26

Aber sie kommen aus den USA. - Genau so wie Jazz aus den USA kommt und noch in den 60ern als "Negermusik" bezeichnet - heute ist Jazz "normal". So wird es auch mit Kopftüchern sein.
Das glaube und hoffe ich nicht. Ich denke, dass sich langfristig die Vernunft durchsetzen wird und die linken Hirngespinste in der Versenkung verschwinden.

Im übrigen erinnern mich deine krampfartigen Versuche, Kopftuch und Jeans zu verbinden, an die verzweifelten Versuche der Kreationisten, die Evolution zu widerlegen. :lol:
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closs
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Re: Im Spannungsfeld zwischen Säkularismus und Scharia

Beitragvon closs » Sa 9. Jun 2018, 18:32

piscator hat geschrieben:Ich denke, dass sich langfristig die Vernunft durchsetzen wird und die linken Hirngespinste in der Versenkung verschwinden.
Bezieht sich das jetzt auf Jazz oder auf Kopftuch? - Und meinst Du auch diesmal mit "links" die satte Mitte?

piscator hat geschrieben:Im übrigen erinnern mich deine krampfartigen Versuche, Kopftuch und Jeans zu verbinden, an die verzweifelten Versuche der Kreationisten, die Evolution zu widerlegen. :lol:
Oje - da sind wir weit auseinander. - Wie auch immer: Uns beide verbindet, dass unsere Meinungen ziemlich irrelevant sind und sich das Formative des Faktischen durchsetzen wird.

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piscator
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Re: Im Spannungsfeld zwischen Säkularismus und Scharia

Beitragvon piscator » Sa 9. Jun 2018, 19:29

Nun lieber Closs, da sind wir tatsächlich weit auseinander. Ich kann mir in etwa vorstellen, wie du denkst. So dachte ich vor sehr vielen Jahren auch. Die Zeit in der SPD, bei den Falken und den üblichen organisationen, wie Jugendzentrum, Jugendclub etc haben mich geprägt. Wir wollten tatsächlich die Welt verbessern, etwas bewegen. Irgendwann habe ich erkannt, dass die viel beschworene Solidarität nur Fassade war und nur sehr wenige etwas einbrachten und arbeiteten, aber sehr viele sich nur ins gemachte Nest setzten.
Irgendwann hatte ich genug von den Leuten, die das Haus meiner Eltern vergesellschaften wollten, jeden Tagedieb faszinierend fanden und das Fremde, egal wie erbärmlich oder schlecht es war, dem bestehenden vorgezogen haben.

Das linke Geschwurbel, das aufgesetzte Verständnis und die gezwungene Toleranz lehne ich ab.
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Re: Im Spannungsfeld zwischen Säkularismus und Scharia

Beitragvon Kingdom » Sa 9. Jun 2018, 20:22

Andreas hat geschrieben: Dieses Kopftuch war so schön weich und die Farben so leuchtend: türkis, smaragdgrün und kobaltblau mit ein wenig rot dazwischen. Ich sehe es noch deutlich vor mir. Nonnen gehörten ebenfalls zum Straßenbild, weil fast jede Krankenschwester und Krankenpflegerin damals noch eine Nonne war und niemand hat sich darüber aufgeregt.


Andreas niemand hat sich darüber aufgeregt, weil diese Kopftuch für andere Werte stand als Sharia, Politischer Islam und man sich zu 100 % sicher war, das die Nonnen eine freie Wahl getroffen hatten und keine von einem Mann dazu gezwungen wurde und man konnte davon ausgehen das die Menschen die mit Ihren Werten konfrontiert wurden, nicht einmal als Sprengstoffattentäter endeten.

Das Kopftuch das heute zu uns kommt, das ist Teil der Identität in den Ländern wo Menschen unterdrückt werden, Menscherechte zum Teil ein Tabu sind, Relgionsfreiheit meist gar nicht existiert, Israel gehasst wird und auch Meinungsfreiheit oft gar nicht geduldet wird. Zudem dort wo diese Religion eben im Staat das sagen hat, sieht man diese Auswirkungen sehr klar, mit ein paar wenigen Ausnahmen wo die Unterdrückung lediglich Gesellschaftlich und Familär stattfindet, für die welche einen anderen Weg wählen, für Ihr Leben.

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Re: Im Spannungsfeld zwischen Säkularismus und Scharia

Beitragvon Munro » Sa 9. Jun 2018, 20:47

Kingdom hat geschrieben:Das Kopftuch das heute zu uns kommt, das ist Teil der Identität in den Ländern wo Menschen unterdrückt werden, Menscherechte zum Teil ein Tabu sind, Relgionsfreiheit meist gar nicht existiert, Israel gehasst wird und auch Meinungsfreiheit oft gar nicht geduldet wird. Zudem dort wo diese Religion eben im Staat das sagen hat, sieht man diese Auswirkungen sehr klar, mit ein paar wenigen Ausnahmen wo die Unterdrückung lediglich Gesellschaftlich und Familär stattfindet, für die welche einen anderen Weg wählen, für Ihr Leben.


Leider nur allzu wahr.
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Re: Im Spannungsfeld zwischen Säkularismus und Scharia

Beitragvon closs » Sa 9. Jun 2018, 20:55

piscator hat geschrieben:Wir wollten tatsächlich die Welt verbessern, etwas bewegen. Irgendwann habe ich erkannt, dass die viel beschworene Solidarität nur Fassade war und nur sehr wenige etwas einbrachten und arbeiteten
Diese Zeit kenne ich in der Tat auch noch - nur hat das mit demThema nichts zu tun. - Bei unserem Thema wäre strikte Rechtsstaatlichkeit das Mittel der Wahl - hier denke ich vermutlich wie die FDP (der Freiburger Thesen - Baum, Hirsch, etc.).

Ich schreibe gerade aus Frankreich und sehe dort wunderschöne afrikanisch-stämmige Frauen in afrikanischer Tracht (meine Frau hebt schon die Augenbrauen, wenn ich gucke) :oops: - Das ist hier normal. ---- Außerdem sind wir heute im Café mit einem Ur-Burgunder zusammengetroffen (ein Rechtanwalt), der achselzuckend gemeint hat: Wenn wir nicht mehr Kinder bekommen und diese zudem keine sub-"akademischen" Arbeiten mehr machen wollen, dürfen wir uns nicht wundern, wenn wir in Zukunft mehr Afrikaner und Moslems bei uns haben als Ur-Franzosen (siehe auch: Houllebecq).

piscator hat geschrieben:aber sehr viele sich nur ins gemachte Nest setzten
Da ist was dran - aber das ist nicht "links", sondern "mittig". - Ein 68ger Studienrat ist nicht links, sondern fett in der Mitte.

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Re: Im Spannungsfeld zwischen Säkularismus und Scharia

Beitragvon SamuelB » So 10. Jun 2018, 07:21

Munro hat geschrieben:
Kingdom hat geschrieben:Das Kopftuch das heute zu uns kommt, das ist Teil der Identität in den Ländern wo Menschen unterdrückt werden, Menscherechte zum Teil ein Tabu sind, Relgionsfreiheit meist gar nicht existiert, Israel gehasst wird und auch Meinungsfreiheit oft gar nicht geduldet wird. Zudem dort wo diese Religion eben im Staat das sagen hat, sieht man diese Auswirkungen sehr klar, mit ein paar wenigen Ausnahmen wo die Unterdrückung lediglich Gesellschaftlich und Familär stattfindet, für die welche einen anderen Weg wählen, für Ihr Leben.


Leider nur allzu wahr.

Warum sich Christen über das islamische Kopftuch aufregen, verstehe ich nicht. Soweit ich weiß sind die selbst gegen die Gleichstellung von Mann und Frau. Es gibt sogar eine Bibelstelle im NT (!), nach der Frauen sich zum Beten so einen Lappen umhängen sollen. Über das Lehrverbot wurde hier im Forum auch schon mal diskutiert, seit ich angemeldet bin. Ich wurde dort von einem Nutzer sehr unfreundlich angepöbelt, dass es mich nichts anginge und ich mich raushalten solle.

Rein optisch finde ich ein Kopftuch nicht schlimm. Häufig sehe ich jüngere Frauen, bei denen die Gesamterscheinung die eigentliche Aussage des Kopftuches bereits unwirksam macht. Insgesamt lehne ich das Menschenbild dahinter ab - egal, ob christliches oder islamisches Kopftuch.
Ich mache derzeit eine Pause.

Im Notfall --> urakaabarameel@gmx.de Und wehe, es ist nicht wichtig!

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Re: Im Spannungsfeld zwischen Säkularismus und Scharia

Beitragvon Munro » So 10. Jun 2018, 13:49

SamuelB hat geschrieben: Insgesamt lehne ich das Menschenbild dahinter ab - egal, ob christliches oder islamisches Kopftuch.


Ebenso!
Nur: Gibt es denn ein "christliches Kopftuch"?
Ich meine: Nein.
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piscator
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Re: Im Spannungsfeld zwischen Säkularismus und Scharia

Beitragvon piscator » So 10. Jun 2018, 18:38

closs hat geschrieben:Wird eine Muslima schief angesehen, wenn sie kein Kopftuch trägt?
In einem "normalen" Umfeld mit Sicherheit nicht. In muslimisch dominierten Wohngebieten mit Sicherheit. Interessanterweise weiß ich aus Gesprächen mit meiner entsprechenden Mandantschaft, dass muslimische Frauen, die sich emanzipiert haben, wirtschaftlich unabhängig sind und sich westlich kleiden, relativ schnell die türkisch/muslimisch dominierten Gegenden verlassen und sich ganz normal unter die Bevölkerung mischen.

Und da komme ich wieder auf meine vorherige Aussprache zurück, dass unsere Freiheit nicht nur bedeutet, ein Kopftuch tragen zu dürfen, sondern auch bedeutet, das Kopftuch zurück zu lassen und die Freiheit, die unsere Gesellschaft gewährt, ohne Beschränkungen zu genießen.

Man braucht nur eine der üblichen, dämlichen politischen Talkshows im TV anzuschauen. Meist sitzt neben den üblichen Politschranzen die Muslima mit Kopftuch, die gelegentlich "Islam ist Frieden" säuselt. Was soll eigentlich dieser Quatsch? Warum nimmt man nicht eine ganz normale Frau, die Moslem ist und kein Kopftuch trägt?
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