Im Spannungsfeld zwischen Säkularismus und Scharia

Säkularismus
Geistliches und Weltliches verbinden
Benutzeravatar
piscator
Beiträge: 2752
Registriert: So 21. Apr 2013, 11:18
Wohnort: immer unterwegs

Re: ÂAcharia

Beitrag von piscator » Mo 11. Jun 2018, 17:43

closs hat geschrieben:
piscator hat geschrieben:? Ist der Westen aus deiner Sicht so schlecht?
Zivilisatorisch halte ich den Westen für AAA - geistig-kulturell für C.
Wieso das? Weil wir unseren Kindern nicht die Vorhaut abschneiden, Frauen unterdrücken oder Schwule oder Lesben nicht verfolgen? Oder dauernd winselnd vor irgendeinem Gott im Staub kriechen? Frage: Verlangt der christliche Gott, dass du das tust? Oder wie tritt der christliche Gott dir entgegen?
Was IST deutsche Kultur, wenn man starke regionale Kulturträger (Plattdeutsche oder Oberbayrische, etc.) damit nicht meint?
Wenn du das wissen willst, dann geh man nach Anatolien, dem Jemen, Ägypten oder den Iran und sage öffentlich, dass du schwul bist. Dann kann es durchaus passieren, dass dir die dortige Kultur hilft, dein Schwul sein umgehend deinem Gott persönlich zu erklären.

Oder - ganz einfach - gehe in einem muslimischen Land in eine Buchhandlung, falls du eine findest und schau, was du dort kaufen kannst.
Als Gott mich schuf wollte er angeben!

SilverBullet
Beiträge: 1413
Registriert: Mo 17. Aug 2015, 19:04

Re: Im Spannungsfeld zwischen Säkularismus und Scharia

Beitrag von SilverBullet » Mo 11. Jun 2018, 18:07

closs hat geschrieben:Das hat nichts mit "Nicht-Integration" zu tun, sondern mit möglichen Straftaten. - Das sollte man nicht verwechseln.
Ich habe explizit geschrieben, dass es sich um einen Aufreger handelt, der das eigentliche Problem der Nicht-Integration überlagern kann.
Die Wahlen in Österreich sind nicht wegen „etwas Kriminalität“ nach „rechts“ ausgegangen (hier eine kleine Auflistung).

Die ausländische Finanzierung von Religionsgemeinschaften ist in Österreich wohl tatsächlich verboten. Österreich versucht anscheinend mit derartigen Gesetzen eine österreichische Islamversion zu forcieren.

Das Problem daran ist: Gesetze und Handlungen zur Eingrenzung von Ausländern können rechte Politiker am besten vertreten. Sobald man sich also nicht wirklich um die Unzufriedenheit der Bevölkerung kümmert, gewinnen die altbekannten „Meine Nation zuerst“-Marktschreier.

Die Lösung dieses Dilemmas sehe ich im klaren Ansprechen der Nicht-Integration und im Darlegen der Zusammenhänge, wie integrierte Angehörige unterschiedlicher Kulturen interagieren können, damit es nicht zu Konflikten kommt.
closs hat geschrieben:Das kann auch zu "unter-der-Decke-halten" führen.
Kein Problem, der Verfassungsschutz ist ja jetzt bereits aktiv.
closs hat geschrieben:Zumal: Was ist das für eine Kultur, die aus Negation besteht ("Neutralität")?
Neutralität ist keine Negation sondern pure Leistung, denn es ist das Finden eines Weges um zusammenzuleben, ohne einen Zwang auf den jeweils anderen auszuüben.

Exakt dies ist ja die Basis für eine Entwicklung, die offensichtlich auf „Menschen aller Welt“ magnetisch anziehend ist.
closs hat geschrieben:Für Verstöße gegen Gefährdung der Gesetzestreue sind Exekutive und Judikative da
Da gibt es auch noch eine dritte Gewallt, die je nach Stimmungslage schon mal aus dem rechten Lager stammen und lustige Gesetze erlassen kann – das sollte eigentlich bekannt sein.
closs hat geschrieben:Das ist die globalisierte Welt und seit jeher normal in Weltstädten. - Man kann andere nicht für die eigene Farblosigkeit reglementieren.
„Farblosigkeit“ ist eine sonderbare Einschätzung, wenn es unter Menschen von aussen eine enorme Neigung zu geben scheint, sich genau inmitten der „Farblosigkeit“ niederlassen zu wollen. Sie wollen woanders weg und lieber in der „Farblosigkeit“ sitzen, allerdings mit exakt der „Farbenpracht“ wegen der sie ihren Herkunftsort verlassen mussten.
Fazit
=> die „Farblosigkeit“ scheint die bessere Funktionalität zu liefern.

Wieso sollte es also ein Problem sein, genau auf diese Funktionalität zu pochen?

Benutzeravatar
closs
Beiträge: 34921
Registriert: Fr 19. Apr 2013, 20:39

Re: Im Spannungsfeld zwischen Säkularismus und Scharia

Beitrag von closs » Mo 11. Jun 2018, 20:57

piscator hat geschrieben:Wieso das? Weil wir unseren Kindern nicht die Vorhaut abschneiden, Frauen unterdrücken oder Schwule oder Lesben nicht verfolgen?
Das hat mit unserer Liberalität zu tun, die selbstverständlich uneingeschränkt gut ist. - Aber hast Du gemerkt: Auch Du definierst "Kultur" mit dem, was man NICHT tut: "NICHT abschneiden, NICHT unterdrücken, NICHT verfolgen".

Solches subsummiere ich unter "freiheitlichen Grundordnung", an die sich in Gestalt von Gesetzen jeder halten MUSS. - Halten wir also fest: Der Westen hat ein hohes Maß an Liberalität ("Ihr dürft im Rahmen freiheitlich definierter Gesetze alles tun, was nicht gegen diese Gesetze verstößt". - Das ist gut, sehr gut sogar - aber das ist keine Orientierung.

Denn "Orientierung" heißt nicht "Du darfst Dich kulturell im Rahmen der Gesetze ausleben", sondern "Was IST eigentlich die Kultur, die ich ausleben will".
piscator hat geschrieben:Oder - ganz einfach - gehe in einem muslimischen Land in eine Buchhandlung, falls du eine findest und schau, was du dort kaufen kannst.
Dasselbe: Über "Wir sind liberal" kommst Du nicht hinaus. - By the way: Zu dieser Liberalität gehört auch, dass man Kopftuch tragen kann.
SilverBullet hat geschrieben:Die Wahlen in Österreich sind nicht wegen „etwas Kriminalität“ nach „rechts“ ausgegangen
In Dresden gibtTV 0,5% Migranten und trotzdem wird so getan, als seien es 50%. --- Gesellschaftliche Top-Themen haben meistens nur bedingt mit der Realität zu tun.
SilverBullet hat geschrieben:Neutralität ist keine Negation sondern pure Leistung, denn es ist das Finden eines Weges um zusammenzuleben, ohne einen Zwang auf den jeweils anderen auszuüben.
Toleranz und Liberalität ist gut, ersetzt aber nicht eigene kulturelle Orientierung.
SilverBullet hat geschrieben:Da gibt es auch noch eine dritte Gewallt, die je nach Stimmungslage schon mal aus dem rechten Lager stammen und lustige Gesetze erlassen kann – das sollte eigentlich bekannt sein.
Der Mensch ist verführbar - und die Medien leben nun mal von der Überzeichnung und Dramatisierung.
SilverBullet hat geschrieben:Sie wollen woanders weg und lieber in der „Farblosigkeit“ sitzen
Weil Europa zivilisatorisch super ist - die Kultur bringen sie selber mit.

Benutzeravatar
Helmuth
Beiträge: 4859
Registriert: So 5. Jun 2016, 12:51

Re: Im Spannungsfeld zwischen Säkularismus und Scharia

Beitrag von Helmuth » Mo 11. Jun 2018, 21:20

closs hat geschrieben: In Dresden gibtTV 0,5% Migranten und trotzdem wird so getan, als seien es 50%. --- Gesellschaftliche Top-Themen haben meistens nur bedingt mit der Realität zu tun.
Sorry wenn ich mich mal einmische, weil hier Österreich angesprochen wurde. In Wien gibt es mindesten 25% Muslime, aber die offizielle Statistik gibt an nur 8%. Es sind nicht umsonst bereits 2 Bezirke mit einem Bezirksvorsteher der FPÖ. Die SPO Stadtregierung lügt uns hier vorsätzlich an. Man zählt Muslime einfach zu Österreichern, wenn sie unsere Staatsburgerschaft haben. Dabei können sie nicht einmal Deutsch nach 30 Jähriger Lebensdauer bei uns.

Es besteht bei allen Kulturen Integrationsbereitschaft mit Ausnahme der Muslime. 95% der Hauptschüler sind Muslime und die SPÖ will sie integrieren. Aber eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr hätte wohl Jesus gesagt.

Nimm zum Unterschied mal Berlin und nicht Dresen in deinen Vergleich, ein Ex DDR Land das ja keine Ausländer in der Zahl so haben kann. Bei uns sind sie ja seit 1960 kontinuierlich zugewandert.
Herzliche Grüße
Helmuth

Benutzeravatar
closs
Beiträge: 34921
Registriert: Fr 19. Apr 2013, 20:39

Re: Im Spannungsfeld zwischen Säkularismus und Scharia

Beitrag von closs » Mo 11. Jun 2018, 22:16

Helmuth hat geschrieben:In Wien gibt es mindesten 25% Muslime, aber die offizielle Statistik gibt an nur 8%.
Dannwird es schwierig: Wem soll man glauben? - 25% wäre sehr viel.
Helmuth hat geschrieben:95% der Hauptschüler sind Muslime
Das liegt aber auch daran, dass jeder hiesige Depp heute "Akademiker" werden soll und deshalb durch entsprechende Schulen gequält wird - davon abgesehen: Wer soll denn die sub-"akademischen" Arbeiten machen?
Helmuth hat geschrieben:Dabei können sie nicht einmal Deutsch nach 30 Jähriger Lebensdauer bei uns.
Die nächste Generation (alias Kinder) ist immer die wichtigste - bei der Erstgeneration ist es meines Erachtens ziemlich wurscht. - Nebenbei: Was ist mit Chinatown in NY?

Über allem steht jedoch was anderes:
Wenn die Mitteleuropäer zu wenig Kinder bekommen und kulturell schwächeln, darf man sich doch nicht wundern, wenn jüngere Kulturen Vakuen ausfüllen. - Ich bin selbst sehr heimatverbunden und komme bestens ohne Ausländer aus - aber umgekehrt kann ich nichts dagegen einwenden, wenn sich Gesellschaften ändern. - Protektionistisch kann man da auf Dauer nichts machen - da muss die eigene Kraft von innen kommen.

Benutzeravatar
Helmuth
Beiträge: 4859
Registriert: So 5. Jun 2016, 12:51

Re: Im Spannungsfeld zwischen Säkularismus und Scharia

Beitrag von Helmuth » Di 12. Jun 2018, 04:29

closs hat geschrieben: aber umgekehrt kann ich nichts dagegen einwenden, wenn sich Gesellschaften ändern.
Änderungen sind nicht das Problem, sondern die damit einhergehenden geistlichen Pervertierugen. Unsere Gesellschaft verfällt zusehends moralisch und öfffnet in ihrem Wahn die Türen für den Islam. Also Antichrist begegnet Antisemit. Derzeit meint man die wären sich einig, aber es kommt die Zeit da werden sie beginnen gemeinsam alles christlche und jüdische auszurotten.

Aber Jesus wir uns am Höhepnkt dieser Bedrängnis befreien. Soweit meine EInschätzung. Erhebt die Häupter, demm die Erlösung ist nahe. Ich hoffe ich bin zuvor nicht mehr hier am Leben und überdauere das in der Totenruhe. Wir habe aber das prophetische Wort als eine Leuchte. Auf das höre ich insbesondere. Es täglich zu lesen soltest du nicht verabsäumen.
closs hat geschrieben: Protektionistisch kann man da auf Dauer nichts machen - da muss die eigene Kraft von innen kommen.
Wir sollten uns weniger um die verderbte Gesllschaft kümmern, die gemäß Vorhersage des Wortes Gottes den Bach runtergeht, sondern wie Jesus sagt uns davor bewahren. Wir müssen schon auf der Hut sein, von dem was uns heuzutage alles so als "Christ" begegnet.
Herzliche Grüße
Helmuth

Benutzeravatar
closs
Beiträge: 34921
Registriert: Fr 19. Apr 2013, 20:39

Re: Im Spannungsfeld zwischen Säkularismus und Scharia

Beitrag von closs » Di 12. Jun 2018, 09:00

Helmuth hat geschrieben:Unsere Gesellschaft verfällt zusehends moralisch und öfffnet in ihrem Wahn die Türen für den Islam.
Der Grund dafür liegt aber im Säkularismus und nicht im Islam.

Mir fällt da gerade eine historische Parallele ein:
Konstantinopel/Byzanz ist zwar 1453 durch die Muslime gefallen, aber der Grund war innerchristliche Zwietracht - alles war geschwächt.
Helmuth hat geschrieben:Wir sollten uns weniger um die verderbte Gesllschaft kümmern
Diese entscheidet aber, wo es in der Welt, also auch in Wien und Berlin, langgeht.
piscator hat geschrieben:...
Sehe gerade brühwarm, dass im Feuilleton der ZEIT "unser" Thema ausführlich besprochen wird - schau mal, ob Du noch eine kriegst.

Benutzeravatar
Janina
Beiträge: 6637
Registriert: Mo 15. Apr 2013, 23:12

Re: Im Spannungsfeld zwischen Säkularismus und Scharia

Beitrag von Janina » Di 12. Jun 2018, 09:47

closs hat geschrieben:
Helmuth hat geschrieben:Unsere Gesellschaft verfällt zusehends moralisch und öfffnet in ihrem Wahn die Türen für den Islam.
Der Grund dafür liegt aber im Säkularismus und nicht im Islam.

Mir fällt da gerade eine historische Parallele ein:
Konstantinopel/Byzanz ist zwar 1453 durch die Muslime gefallen, aber der Grund war innerchristliche Zwietracht - alles war geschwächt.
Wenn ich mir Konstantinopel/Byzanz heute angucke, kann ich nicht erkennen, dass die Stadt in Trümmern liegt. Ich kann in "unserer Gesellschaft" auch keinen säkular bedingten moralischen Verfall erkennen. Im Gegenteil, die Ansprüche werden immer höher, und wir haben heute einen Standard erreicht, der in den 50ern noch unvorstellbar war. Wer von Verfall redet, weiß definitiv nicht was er sagt. Und ein säkularer Staat ist nunmal die Garantie dafür, dass wir unsere Religion ungestört ausüben können, und zwar ALLE. Für diese Erkenntnis bekommt Raif Badawi gerade 1000 Stockschläge. HEUTE! Von unserem militärischen Bündnispartner!
https://www.zeit.de/feature/raif-badawi ... bobs-award

Benutzeravatar
Detlef
Beiträge: 735
Registriert: So 12. Feb 2017, 12:09
Wohnort: Alfred-Kunze-Sportpark

Re: Im Spannungsfeld zwischen Säkularismus und Scharia

Beitrag von Detlef » Di 12. Jun 2018, 09:51

closs hat geschrieben:
Helmuth hat geschrieben:Unsere Gesellschaft verfällt zusehends moralisch und öfffnet in ihrem Wahn die Türen für den Islam.
Der Grund dafür liegt aber im Säkularismus und nicht im Islam.
Zu dieser absurden Einschätzung kann nur jemand gelangen, der zwar ständig über Karl Popper redet, ihn aber offensichtlich nie gelesen hat. Deshalb als erste Anregung: https://www.getabstract.com/de/zusammen ... einde/5464
Die Wahrheit lässt sich pachten, mit dem Glauben an des Gottes Sohn, doch die Thesen sind vergänglich, allen Gläubigen zum Hohn! (Gert Reichelt)

Benutzeravatar
Helmuth
Beiträge: 4859
Registriert: So 5. Jun 2016, 12:51

Re: Im Spannungsfeld zwischen Säkularismus und Scharia

Beitrag von Helmuth » Di 12. Jun 2018, 09:58

closs hat geschrieben: Mir fällt da gerade eine historische Parallele ein:
Konstantinopel/Byzanz ist zwar 1453 durch die Muslime gefallen, aber der Grund war innerchristliche Zwietracht - alles war geschwächt.
Das kann man vergleichen mit den Geschehnissen aus dem Buch der Richter, wo sie zu Stacheln für das Volk Gottes eingesetzt wurden. Genauso sehe ich es auch heute, zur Züchtigung für das Volk, zum Verderben aber für die Gottlosen. Wir werden es vielleicht noch nicht sehen, aber die nächsten Generationen mit Sicherheit. Alles wie es in Richter geschildert wurde. Darum ist es wichtig die Kinder im Herrn zu erziehen.
closs hat geschrieben: Diese entscheidet aber, wo es in der Welt, also auch in Wien und Berlin, langgeht.
Wo die Gesellschaft noch halbwegs intakt ist, nehme ich daran teil, aber ich betrachte mich nicht mehr als Teil dieser gottlosen Welt. Sie vergeht ja eh irgendwann. Du solltes auch an ihr nicht mehr hängen.
Herzliche Grüße
Helmuth

Antworten