Im Spannungsfeld zwischen Säkularismus und Scharia

Säkularismus
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piscator
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Re: Im Spannungsfeld zwischen Säkularismus und Scharia

Beitrag von piscator » Di 12. Jun 2018, 11:32

Das hat mit unserer Liberalität zu tun, die selbstverständlich uneingeschränkt gut ist. - Aber hast Du gemerkt: Auch Du definierst "Kultur" mit dem, was man NICHT tut: "NICHT abschneiden, NICHT unterdrücken, NICHT verfolgen".
Solches subsummiere ich unter "freiheitlichen Grundordnung", an die sich in Gestalt von Gesetzen jeder halten MUSS. - Halten wir also fest: Der Westen hat ein hohes Maß an Liberalität ("Ihr dürft im Rahmen freiheitlich definierter Gesetze alles tun, was nicht gegen diese Gesetze verstößt". - Das ist gut, sehr gut sogar - aber das ist keine Orientierung. Denn "Orientierung" heißt nicht "Du darfst Dich kulturell im Rahmen der Gesetze ausleben", sondern "Was IST eigentlich die Kultur, die ich ausleben will".
Kultur kannst du am besten ausleben, wenn die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen. Dann blüht auch die Kultur.
Dasselbe: Über "Wir sind liberal" kommst Du nicht hinaus. - By the way: Zu dieser Liberalität gehört auch, dass man Kopftuch tragen kann.
Oder noch besser, dass man das Tuch auch wegwerfen kann, weil man es nicht mehr braucht. Ist das so schwierig zu verstehen?
Weil Europa zivilisatorisch super ist - die Kultur bringen sie selber mit.
Was für ein Kultur denn? Das Abschneiden der Vorhaut bei den Jungs und Kopftücher für die Frauen? Dazu noch überholte patriarchalische Familienstrukturen ? Danke, da ist unsere sooo schlechte Kultur doch ein bisschen weiter.
Als Gott mich schuf wollte er angeben!

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piscator
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Re: Im Spannungsfeld zwischen Säkularismus und Scharia

Beitrag von piscator » Di 12. Jun 2018, 11:36

closs hat geschrieben:
Helmuth hat geschrieben:Unsere Gesellschaft verfällt zusehends moralisch und öfffnet in ihrem Wahn die Türen für den Islam.
Der Grund dafür liegt aber im Säkularismus und nicht im Islam.
Dann frage ich mich ernsthaft, warum so wenige erwachte, kulturell und geistig extrem hochstehende Mitteleuropäer nicht in Massen in islamische Staaten auswanden, weil der moralische Verfall hierzulande langsam unerträglich ist?
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Janina
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Re: Im Spannungsfeld zwischen Säkularismus und Scharia

Beitrag von Janina » Di 12. Jun 2018, 12:11

Dasselbe: Über "Wir sind liberal" kommst Du nicht hinaus. - By the way: Zu dieser Liberalität gehört auch, dass man Kopftuch tragen kann.
Oder sich als Mann verkleiden, um ins Fußballstadion zu kommen. Der Iran mit seinem eigenen CSD! :lol:
https://ze.tt/diese-iranerinnen-verklei ... u-koennen/
Das ist doch ne Monty-Python-Nummer!

Warum duerfen Frauen nicht zu den Steinigungen gehen, Mama?
-Weil es geschrieben steht. Deswegen.
Einen Bart, Madame?
- Hach sie sehen doch, ich hab keine Zeit, zur Steinigung zu gehen. Er hat sich wieder an irgendwas den Magen verdorben.
Steine, der Herr?
-Nein! Wir haben ja da oben auf dem Berg genug rumzuliegen.
Nicht so frische wie diese hier. Sehen sie sich das mal an. Fühlen sie die Qualitaet. Das ist Handwerkskunst.
-Ähm. Naja gut. Dann nehmen wir zwei mit Spitzen... ääh, und einen großen Flachen.
Kann ich einen Flachen haben Mama?
-Pscht!
Entschuldige: Vati.

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piscator
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Re: Im Spannungsfeld zwischen Säkularismus und Scharia

Beitrag von piscator » Di 12. Jun 2018, 13:25

Frauen im Iran dürfen zwar nicht ins Fußballstadion, aber sie haben einen würdigen Ersatz:

Sie dürfen sicher zusehen, wenn mal wieder jemand an einem Baukran aufgeknüpft wird.

Zugegeben, so etwas gibt's bei uns nicht, uns fehlt es da einfach an der geistigen Orientierung und an der Kultur. :shock:

Aber dafür liefern wir das benötigte Material:

https://www.vice.com/de/article/ppwdvn/ ... en-sterben

Klar, jetzt kommt gleich wider das übliche Geschwurbel, wie der Iran ist nicht typisch für islamische Länder, das sind keine richtigen Muslime, außerdem ist das dort geltendes Gesetz und hier werden Schleier und Burka verboten, usw.

Aus meiner Sicht geht es hier nicht um Religion, sondern um schlichte Barbarei. :shock: :shock: :shock:
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Re: Im Spannungsfeld zwischen Säkularismus und Scharia

Beitrag von piscator » Di 12. Jun 2018, 15:41

closs hat geschrieben:Sehe gerade brühwarm, dass im Feuilleton der ZEIT "unser" Thema ausführlich besprochen wird - schau mal, ob Du noch eine kriegst.
Ich versuche das online zu lesen, um was geht es da genau?
Als Gott mich schuf wollte er angeben!

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closs
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Re: Im Spannungsfeld zwischen Säkularismus und Scharia

Beitrag von closs » Di 12. Jun 2018, 18:32

Janina hat geschrieben:Wenn ich mir Konstantinopel/Byzanz heute angucke, kann ich nicht erkennen, dass die Stadt in Trümmern liegt.
Du schaust Dir Istanbul an - das ist was anderes.
Janina hat geschrieben: Ich kann in "unserer Gesellschaft" auch keinen säkular bedingten moralischen Verfall erkennen. Im Gegenteil, die Ansprüche werden immer höher, und wir haben heute einen Standard erreicht, der in den 50ern noch unvorstellbar war.
Du verwechselst Zivilisation mit Kultur.
Janina hat geschrieben: Und ein säkularer Staat ist nunmal die Garantie dafür, dass wir unsere Religion ungestört ausüben können, und zwar ALLE. Für diese Erkenntnis bekommt Raif Badawi gerade 1000 Stockschläge. HEUTE! Von unserem militärischen Bündnispartner!
Richtig - genau aus diesem Grunde MUSS die öffentliche Ordnung säkular/freiheitlich demokratisch bestimmt sein. - Aber die daraus resultierende Freiheit füllt nicht selbst diese Freiheit aus.
Detlef hat geschrieben:Popper ist METHODIKER.
piscator hat geschrieben:Kultur kannst du am besten ausleben, wenn die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen. Dann blüht auch die Kultur.
Das stimmt übrigens nicht ganz - es gibt viele Beispiele dafür, dass Kultur gerade dann blüht, wenn sie in Unterdrückung geschieht.
piscator hat geschrieben:Dann frage ich mich ernsthaft, warum so wenige erwachte, kulturell und geistig extrem hochstehende Mitteleuropäer nicht in Massen in islamische Staaten auswanden, weil der moralische Verfall hierzulande langsam unerträglich ist?
Das Christentum ist (aus meiner Sicht) besser - warum wechseln? - Nur hat es nicht viel Wirkung, weil Kultur heute nicht spirituell, sondern säkular definiert ist.
Janina hat geschrieben:Warum duerfen Frauen nicht zu den Steinigungen gehen, Mama?
-Weil es geschrieben steht. Deswegen.
Was hat das mit der normalen Kopfträgerin zu tun? - Der demokratisch gewählte Hitler hat den Holocaust angerichtet - also ist Demokratie scheiße?
piscator hat geschrieben:Ich versuche das online zu lesen, um was geht es da genau?
"Wie viel Anpassung muss sein?"/"So viel Anpassung darf sein".

Ich bin selber noch nicht durch - aber da geht es um u.a. um eine Bertelsmann-Studie in Bezug auf das Zusammenleben von Ethno-Deutschen und Zuwanderern.

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Re: Im Spannungsfeld zwischen Säkularismus und Scharia

Beitrag von Janina » Di 12. Jun 2018, 18:53

closs hat geschrieben:
Janina hat geschrieben:Wenn ich mir Konstantinopel/Byzanz heute angucke, kann ich nicht erkennen, dass die Stadt in Trümmern liegt.
Du schaust Dir Istanbul an - das ist was anderes.
Köln hat sich in der Zeit stärker verändert.

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Re: Im Spannungsfeld zwischen Säkularismus und Scharia

Beitrag von Detlef » Di 12. Jun 2018, 19:34

closs hat geschrieben:
Detlef hat geschrieben:Popper ist METHODIKER.
Das habe ich nicht geschrieben! :thumbdown: Dein Hang, durch Verstümmelung der Ausgangszitate diese für deine Antworten passend zu machen, schlägt langsam erstaunliche Blüten! Zuletzt habe ich dazu geschwiegen, langsam reicht's aber!
Die Wahrheit lässt sich pachten, mit dem Glauben an des Gottes Sohn, doch die Thesen sind vergänglich, allen Gläubigen zum Hohn! (Gert Reichelt)

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Re: Im Spannungsfeld zwischen Säkularismus und Scharia

Beitrag von closs » Di 12. Jun 2018, 22:51

Detlef hat geschrieben:Das habe ich nicht geschrieben!
Sorry - das habe ICH geschrieben, ist aber technisch zu Dir gerutscht. -Weiß nicht, was da passiert ist. - Da fehlt ein ganzer Absatz, den ich geschrieben habe.
Detlef hat geschrieben:Dein Hang, durch Verstümmelung der Ausgangszitate diese für deine Antworten passend zu machen, schlägt langsam erstaunliche Blüten!
Diesen Hang gibt es nicht. - In diesem Fall hier ist technisch was passiert - in anderen Fällen versuche ich, nicht ALLES zu zitieren, sondern das herauszunehmen, worauf ich antworte.

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Re: Im Spannungsfeld zwischen Säkularismus und Scharia

Beitrag von closs » Mi 13. Jun 2018, 08:58

Detlef hat geschrieben:Das habe ich nicht geschrieben!
Und schon wieder ist technisch was passiert: Mein letzter Beitrag kam gleich mehrmals - ebenfalls nicht geplant.

Also nochmals:
1) Der Satz "Popper war Methodiker" kam von MIR. - Es ging mir darum, dass die kritisch-rationale Methodik super ist, aber nicht die Verweltanschaulichung Poppers - nur degegen wettere ich.
2) Ich kann zukünftig Posts, auf die ich antworte, komplett zitieren - no problem. - Aber es entspricht nicht meiner Art - ich bemühe mich, bei Dir daran zu denken.

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