Kurt Gödel

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Reinhold
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Kurt Gödel

Beitrag von Reinhold » Mo 30. Aug 2021, 20:59

Der US-amerikanische Mathematiker, Physiker u. in der Fachwelt anerkannte Logiker Kurt Gödel-übrigens ein enger Freund von A. Einstein,* hat zu Lebzeiten den Gottesbeweis mit höchster Präzision der Fachwelt
unterbreitet. Mit Hilfe modernster Computerprogramme müssen heutige Wissenschaftler zugeben, dass an Gödels Berechnungen nicht das Geringste auszusetzen ist. Weiß vielleicht hier jemand etwas mehr darüber?
*Einstein der mit Gödel an der gleichen am. Universität einen Lehrstuhl hatte soll folgendes gesagt haben:
"Ich komme nur deshalb ins Institut, um das Privileg zu haben, mit Gödel zu Fuß nach Hause gehen zu dürfen."
Denn du, Jahwe, bist der Höchste in der ganzen Welt. / Hoch über allen Göttern stehst du.
NeÜ- Psalm 97,9

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Paul
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Re: Kurt Gödel

Beitrag von Paul » Mo 30. Aug 2021, 21:29

hab mich mal eine zeitlang damit beschäftigt, es handelt sich um einen ontologischen gottesbeweis mit den mitteln höherer modallogik...so leid es mir auch tut, es ist aber nicht jhwh, der da bewiesen wird :mrgreen:
der storch der sitzt am karpfenteich und hämmert alle karpfen weich

Reinhold
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Re: Kurt Gödel

Beitrag von Reinhold » Mo 30. Aug 2021, 21:43

Paul hat geschrieben:
Mo 30. Aug 2021, 21:29
hab mich mal eine zeitlang damit beschäftigt, es handelt sich um einen ontologischen gottesbeweis mit den mitteln höherer modallogik...so leid es mir auch tut, es ist aber nicht jhwh, der da bewiesen wird :mrgreen:
Sondern wer Paule? :)
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Paul
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Re: Kurt Gödel

Beitrag von Paul » Mo 30. Aug 2021, 21:51

habe es jetzt nicht mehr im kopf, gottes eigenschaften werden eigentlich in der beweisführung definiert, niergendwo taucht da ein name auf...wenn ich mich recht erinnere, handelt es sich einfach nur um gott :mrgreen:
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Hiob
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Re: Kurt Gödel

Beitrag von Hiob » Mo 30. Aug 2021, 22:06

Paul hat geschrieben:
Mo 30. Aug 2021, 21:51
wenn ich mich recht erinnere, handelt es sich einfach nur um gott
Stimmt - und da es nur einen gibt, ist ein Name unnötiger Luxus. - Nicht umsonst heißt "Jahwe" so was Ähnliches wie "Ich bin" = "Ich habe keinen Namen".
Reinhold hat geschrieben:
Mo 30. Aug 2021, 20:59
Weiß vielleicht hier jemand etwas mehr darüber?
Leider nicht. - Was ich verstanden habe ist:
Gödel geht ontologisch vor - oder wenn man will: Binär = "Sein vs. Nicht-Sein" (wobei die Zuordnung von Sein oder Nicht-Sein modalistisch gehandhabt wird). - Das Ergebnis ist (so wie ich es verstanden habe): Wenn es Sein/Realität/Entität/Existenz gibt, gibt es auch Gott. Das zeigt er mathematisch (wobei ich hier null folgen kann). - Mir gefällt dieser Ansatz, weil aus meiner Sicht (und in Anlehnung an Augustinus) das Böse der Mangel an Gutem ist, also ein Nicht-Sein des Guten ist. - So wie ein Vakuum ein Nicht-Sein an Luft ist, weshalb man erstickt.

Wäre schön, wenn einer mal Gödel verstanden hätte UND das für Normalos erklären könnte. - Hier mal was für Un-Normalos:
fu-berlin
Eine Übersetzung von Gödels Beweisskizze (in der Version des Gödel-Schülers Dana Scott) aus der formalen Logik in die natürliche Sprache:

Annahme 1: Entweder eine Eigenschaft oder ihre Negation ist positiv.
Annahme 2: Eine Eigenschaft, die notwendigerweise durch eine positive Eigenschaft impliziert wird, ist positiv.
Theorem 1: Positive Eigenschaften kommen möglicherweise einer existenten Entität zu.
Definition 1: Eine gottähnliche Entität besitzt alle positiven Eigenschaften.
Annahme 3: Die Eigenschaft, gottähnlich zu sein, ist positiv.
Schlussfolgerung: Möglicherweise existiert Gott.
Annahme 4: Positive Eigenschaften sind notwendigerweise positiv.
Definition 2: Eine Eigenschaft ist Essenz einer Entität, falls sie der Entität zukommt und notwendigerweise alle Eigenschaften der Entität impliziert.
Theorem 2: Gottähnlich zu sein ist eine Essenz von jeder gottähnlichen Entität.
Definition 3: Eine Entität existiert genau dann notwendigerweise, wenn all ihre Essenzen notwendigerweise in einer existenten Entität realisiert sind.
Annahme 5: Notwendigerweise zu existieren ist eine positive Eigenschaft.
Theorem 3: Gott existiert notwendigerweise.

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Detlef
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Re: Kurt Gödel

Beitrag von Detlef » Di 31. Aug 2021, 08:56

So weit mir bekannt, war Gödel Atheist.
Dazu würde auch folgender Kommentar passen, den ich bezüglich des "Gottesbeweises" mal iirgendwo gefunden hatte:
"Kurt Gödel definiert sich Gott so zurecht, dass der Beweis funktioniert. Das ist Loriot auf hohem Niveau (vielleicht hat der späte Kurt Gödel den frühen Vicco von Bülow ja noch gekannt). Dass der Beweis formal richtig ist, darf nicht darüber hinweg täuschen, dass er vollkommener Unsinn ist und ich bin auch ziemlich sicher, dass dies zu zeigen Gödels Absicht war. Daher schlage ich vor, die Gödelschen Unvollständigkeitssätze mal auf diesen Beweis anzuwenden.
Ich kann auch grammatikalisch richtige Sätze bilden, die keinen Sinn ergeben: Grün geglaubte Liebeshymnen steigen fragmentarisch in die falsche Reibung.
Dass Leute tatsächlich über die interne Logik des Beweises diskutieren, darüber wird Kurt Gödel sich noch im Grab zu Tode lachen."
Die Wahrheit lässt sich pachten, mit dem Glauben an des Gottes Sohn, doch die Thesen sind vergänglich, allen Gläubigen zum Hohn! (Gert Reichelt)

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PeB
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Re: Kurt Gödel

Beitrag von PeB » Di 31. Aug 2021, 12:41

Wer will Gott beweisen, wenn man ihn doch glauben kann und soll???
:shock:
Die einzige Weisheit, die wir erwerben können, ist die Weisheit der Demut: Demut ist ohne Ende.
T.S. Eliot

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