Was ist Liebe.?

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kandyra
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Re: Was ist Liebe.?

Beitrag von kandyra » Di 21. Mai 2013, 22:43

Josi hat geschrieben:Oder anders erklärt: Liebe lässt sich auch mit dem Wort "Interesse" übersetzen.
LG, Josi ;)


klingt gar nicht schlecht, darüber muss ich noch nachdenken.. Bild
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Abischai
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Re: Was ist Liebe.?

Beitrag von Abischai » Di 21. Mai 2013, 22:50

Die alten Griechen haben da wohl mehr Ahnung gehabt...
Die haben nämlich von Agape, Eros, Philia und Stoika gesprochen.
(Und die ganz Schlauen heute sehen mal wieder den Wald vor lauer Bäumen nicht.)

Wie so vieles, was im hellenistischen Denken zerpflückt und isoliert behandelt wird, ist auch die Liebe in keiner der genannten Formen irgendwo rein zu finden. Wir "lieben" mit verlagerter Wichtung stets in dieser Vielfalt.

Wie sich die Liebe resultierend (!) im sichtbaren, nicht minder aber unteren Level unseres Daseins äußert (ich meine den Körper), das können sicherlich biochemische Vorgänge sein.
Aber Liebe ist das nicht, ist nicht mal dadurch charakterisiert, sondern sie zieht sowas nach sich. Wenn jemand verliebt ist oder irgend etwas aus Liebe tut, sind organische Reaktionen meßbar. Aber Ursache und Wirkung werden üblicherweise in der Wissenschaft deutlich auseinander gehalten, war das nicht mal so?
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Pluto
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Re: Was ist Liebe.?

Beitrag von Pluto » Di 21. Mai 2013, 23:03

kandyra hat geschrieben:. . . . ja, so in etwa hab ich mir das gedacht...
Jo, gell.

kandyra hat geschrieben:Bild

Was machst du bloß mit deinen Haaren? :o
Ist es immer so schlimm oder habt ihr da oben in den Bergen keine guten Friseure?
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Demian
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Re: Was ist Liebe.?

Beitrag von Demian » Di 21. Mai 2013, 23:06

Ja und nein ... die Problematik der instrumentellen Vernunft hat Adorno in seiner Dialektik der Aufklärung herausgearbeitet. Eine einseitig wissenschaftliche Bildung/halbierte Aufklärung hat daran einen großen Anteil; zum Beispiel, wenn die Natur entweder nur noch als bedrohliche Macht, die es zu unterwerfen gilt, oder eben als wirtschaftliche Ressource wahrgenommen wird. Das hat Rückwirkungen auf die Liebesfähigkeit der Menschen.

Heute werden immer mehr gesellschaftliche Bereiche unter Marktmechanismen unterworfen. Es gibt kaum einen Bereich mehr, in dem nicht die Kategorien des Marktes und der Konkurrenz gelten Wie Arbeit immer öfter nur mehr Mittel zur Produktion von mehr Geld als mehr Tauschwert (und zwar für Kapitalisten wie Arbeiter) ist, so werden auch die Beziehungen der Menschen immer mehr von einer Tauschrationalität erfasst. Die Marktbeziehungen und ihre Rationalität weiten sich auf immer mehr gesellschaftliche Bereich aus. Die Grundstrukturen des Kapitalismus sind nicht auf Produktion und Distribution beschränkt. „Zweckrationales“, manipulatives Denken, Atomisierung und Egoismus kennzeichnen die Industriegesellschaften nach der geistig-moralischen Wende zum Neoliberalismus, die sich als alternativlose darstellen wollen.


Quelle

Pluto hat geschrieben:Eines kann ich dir versichern: Wissenschaftler können genauso lieben wie andere Menschen auch.

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Re: Was ist Liebe.?

Beitrag von Pluto » Di 21. Mai 2013, 23:30

Abischai hat geschrieben:Die alten Griechen haben da wohl mehr Ahnung gehabt...
Die haben nämlich von Agape, Eros, Philia und Stoika gesprochen.
Richtig, aber es das sind imo willkürliche Unterteilungen.

Agape... die Nächstenliebe
Philia... die Bruder- oder Freundschaftsliebe
Eros.... Verleibtheit (sexuelle Begehren)
Stoika... die Sachbezogene Liebe

Abischai hat geschrieben:Wenn jemand verliebt ist oder irgend etwas aus Liebe tut, sind organische Reaktionen meßbar.
Das Messen ist nicht so sehr das Problem.
Wo man merkt dass es sich bei der Liebe (und anderen Emotionen) nicht um etwas Reales handelt, ist wenn man versucht das Gefühl einer Drittperson exakt zu beschreiben. Wie sehr wir uns bemühen, es gelingt uns letztlich nicht.
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Re: Was ist Liebe.?

Beitrag von Demian » Di 21. Mai 2013, 23:34

Solche Gebote sind mehr als Angebote und Empfehlungen zu verstehen; schließlich ist auch ein religiöses Bekenntnis eine persönliche Entscheidung. Innerhalb der christlichen Spiritualität, würde ich sagen, ist die Liebe eine Einsicht in die Notwendigkeit.

Josi hat geschrieben:
Demian hat geschrieben:Im theistischen Jargon ist Liebe mehr als ein Gefühl; darum wird es auch anders behandelt.

Hi Demian,
wie im Konkreten wird nach theistischem Jargon Liebe aufgefasst und behandelt, wenn nicht einzig als Gebot/Auflage?

LG, Josi :chapeau:
Zuletzt geändert von Demian am Mi 22. Mai 2013, 00:16, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Was ist Liebe.?

Beitrag von kandyra » Di 21. Mai 2013, 23:35

Demian hat geschrieben: zum Beispiel, wenn die Natur entweder nur noch als bedrohliche Macht, die es zu unterwerfen gilt, oder eben als wirtschaftliche Ressource wahrgenommen wird. Das hat Rückwirkungen auf die Liebesfähigkeit der Menschen.


fragt sich nur ob vorher oder nachher, ich meine wenn ein Mensch Natur und Tiere nur noch ausnutzt, dann ist er ja bereits gestört in seiner Fähigkeit des Mitgefühls.
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Re: Was ist Liebe.?

Beitrag von Demian » Di 21. Mai 2013, 23:47

So ist es. Vom Standpunkt der Liebe her gesehen, steckt die Menschheit noch im Bewusstsein eines Kindes.

kandyra hat geschrieben:fragt sich nur ob vorher oder nachher, ich meine wenn ein Mensch Natur und Tiere nur noch ausnutzt, dann ist er ja bereits gestört in seiner Fähigkeit des Mitgefühls.

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Re: Was ist Liebe.?

Beitrag von Pluto » Mi 22. Mai 2013, 01:01

kandyra hat geschrieben:ja gute Frage, wie ist platonische Liebe.

Einfach gesagt, eine Liebe die sexuell unerfüllt bleibt.

Wiki hat geschrieben:Im modernen Sprachgebrauch hingegen drückt die Bezeichnung einer Freundschaft als „platonisch“ gewöhnlich nur aus, dass die befreundeten Personen kein sexuelles Interesse aneinander haben. Der Ausdruck wird auch für eine potenziell erotische Beziehung verwendet, bei der man freiwillig auf die sexuelle Erfüllung verzichtet oder umständehalber auf sie verzichten muss. Dabei kommt es nur auf den Verzicht als solchen an, nicht auf eine philosophische Motivation, Begründung oder Zielsetzung, die oft gar nicht vorhanden ist. Der Grund kann beispielsweise auch darin bestehen, dass die Fähigkeit oder Gelegenheit zu sexueller Betätigung fehlt oder diese unmöglich ist, da die geliebte Person ihr nicht zustimmt.
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Abischai
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Re: Was ist Liebe.?

Beitrag von Abischai » Mi 22. Mai 2013, 02:13

Lieber Pluto!
Du hast das nicht ganz so zusammen gefaßt wie ich das meinte.:

Agape+Philia+Eros = Nächstenliebe
Die Gewichtsverlagerung der Komponenten ist nur etwas anders, als wenn man mit guten Freunden 2 Wochen in die Berge fahren möchte, um zu angeln und zu jagen. Auch hier gilt: Freundschaft (bilaterale Liebe) = Agape+Philia+Eros. Homosexuell sind die nicht, also ist alles sexuelle lediglich ihr Testosteronüberschuß.

Und wenn ein Mann und seine Frau so richtig Zeit füreinander haben, sich wirklich mögen und so richtig scharf aufeinander sind, dann gilt auch hier wieder (mit anderer Gewichtung): Agape+Philia+Eros.

("Eros" ist nicht gleich "Erotik", das ist zu abgeplattet)

Jegliche Form der Liebe zu der wir Menschen überhaupt fähig sind besteht immer aus Agape+Philia+Eros, das geht gar nicht anders.

Wenn mir ein wirklich dreckiger Penner begegnet, dem ich für's reine Überleben irgendwas helfe, dann ist das sicher am allerwenigsten "Eros"-artig, das gebe ich zu.

Ich hoffe Du bist nun neugierig...
Liebe Grüße, Tobias
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