Das Problem Diesel-Abgase, Autohersteller, oder?

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Grosch
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Das Problem Diesel-Abgase, Autohersteller, oder?

Beitragvon Grosch » Mi 20. Sep 2017, 16:19

Das Problem mit der Umweltverschmutzung durch Dieselmotoren ist nicht allein durch eine Änderung am Motor zu bewältigen, denn durch seine Konstruktion lässt sich eigentlich wenig an dem chemischen Ablauf der Verbrennung ändern.

Viel mehr ist hier die Mineralölindustrie gefragt, die beispielsweise durch katalytische Beeinflussung der Verbrennung viel dazu beitragen kann.
Es ist bekannt, dass z.B. Eisen - II/III – Oxid solche Wirkung hat, weil man in sehr geringen Dosen von 1- 10 mg/l als Olein-Kolloid im Kraftstoff, schon eine starke Veränderung des Verbrennungsverlaufes erhält.

Es wäre also an der Zeit, endlich auch die Mineralölindustrie mit ins Boot zu holen, um hier wirklich effektiv zu forschen.

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Martinus
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Re: Das Problem Diesel-Abgase, Autohersteller, oder?

Beitragvon Martinus » Mi 20. Sep 2017, 18:55

Ein gesunder Menschenverstand ist gefragt,
Der ist leider in der politischen Klasse nicht vorhanden.
Bitte keine Argumente, ich hab schon eine Meinung.

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piscator
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Re: Das Problem Diesel-Abgase, Autohersteller, oder?

Beitragvon piscator » Mi 20. Sep 2017, 19:19

Martinus hat geschrieben:Ein gesunder Menschenverstand ist gefragt,
Der ist leider in der politischen Klasse nicht vorhanden.

Okay Martinus, wie würdest du persönlich das Problem des Diesels lösen?
Als Gott mich schuf wollte er angeben!

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Pluto
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Re: Das Problem Diesel-Abgase, Autohersteller, oder?

Beitragvon Pluto » Mi 20. Sep 2017, 19:33

Grosch hat geschrieben:Viel mehr ist hier die Mineralölindustrie gefragt, die beispielsweise durch katalytische Beeinflussung der Verbrennung viel dazu beitragen kann.
Es ist bekannt, dass z.B. Eisen - II/III – Oxid solche Wirkung hat, weil man in sehr geringen Dosen von 1- 10 mg/l als Olein-Kolloid im Kraftstoff, schon eine starke Veränderung des Verbrennungsverlaufes erhält.
Eisen-Oxid (besser bekannt als Rost) ist natürlich im Motor sehr wirksam. Allerdings gibt es zwei Probleme:
1.) das NOx und der Feinstaub entstehen erst beim Abkühlen nach der Verbrennung.
2.) Das Eisen wird im Auspuff als Schmutz ausgefällt, was unbedingt zu vermeiden ist.
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

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Martinus
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Re: Das Problem Diesel-Abgase, Autohersteller, oder?

Beitragvon Martinus » Mi 20. Sep 2017, 19:51

piscator hat geschrieben:Okay Martinus, wie würdest du persönlich das Problem des Diesels lösen?


ich sehe das Probleme mit dem Diesel nicht.
Bitte keine Argumente, ich hab schon eine Meinung.

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Re: Das Problem Diesel-Abgase, Autohersteller, oder?

Beitragvon AlTheKingBundy » Mi 20. Sep 2017, 20:19

Der Diesel ist keinesfalls das Problem. Man müsste das mal seriös durchrechnen, aber: was für eine CO2 oder Umweltbelastung bringt die Herstellung einer Antriebsbatterie mit? Und, der Strom kommt natürlich aus der Steckdose. Wie wird dieser bei immens gewachsenem Bedarf produziert? Kohlekraftwerke oder Biogasverseuchungsanlagen? Und, wie sieht es mit der Batterieentsorgung aus? Alles auf die Elektromüllhalden in Afrika?

Die "lustige" Sauerei wird aber nach der Wahl kommen, wenn die Dieselautobesitzer nicht mehr in die Städte fahren dürfen, und wenn, dann nur, wenn sie auf eigene Kosten den Dieselmotor für einige 1000 € nachrüsten müssen. Wunderbares Geschäftsmodell, wenn man über Beschiss im großen Stil auch noch die gelackmaierten Kunden nachträglich abkassieren kann.
Beste Grüße, Al

Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.
(Albert Einstein, 1879–1955)

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closs
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Re: Das Problem Diesel-Abgase, Autohersteller, oder?

Beitragvon closs » Mi 20. Sep 2017, 22:06

Verständnisfrage:
Wenn alle Diesel mit Harnstoff-Anlage ausgerüstet wären: Wieviel des Problems ist dann gelöst?

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Re: Das Problem Diesel-Abgase, Autohersteller, oder?

Beitragvon Magdalena61 » Mi 20. Sep 2017, 22:49

Hinter der Hetzjagd auf Dieselfahrzeuge mit der Aussicht darauf, diese ganz zu verbieten, vermute ich die Absicht, die Konjunktur zu fördern. Das neue Spielzeug der Wirtschaft heißt "Elektroauto". Und das soll flächendeckend verkauft werden. Dann wird die Wirtschaft "brummen".

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Vom Heizöl, welches bis auf einige Additive auch "Diesel" heißen könnte, und mit dem auch in den schadstoffbelasteten Ballungsgebieten weiterhin bedenkenlos geheizt und 24 Stunden am Tag Warmwasser erzeugt werden kann, ist keine Rede.

Damit die Bevölkerung sich willig zu den Melkständen führen lässt, werden Sündenböcke kreiert. Derzeit sind es Dieselfahrer und Raucher. Mit einem frisch gewaschenen Gehirn möchte natürlich keiner zu denen gehören, die für all das Elend auf der Welt verantwortlich gemacht werden. Es ist immer günstig, einen Sündenbock zu haben. Dann muß man sich nicht mit dem eigenen Versagen befassen.

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Bei den Motoren hat der Diesel in Sachen CO2 die Nase vorn. Bei seiner Verbrennung entsteht pro Liter zwar mehr CO2 als beim Benziner, durch den geringeren Verbrauch wird das aber mehr als ausgeglichen. In der Regel haben Diesel-Autos daher eine deutlich bessere CO2-Bilanz als die vergleichbaren Benziner.
Quelle
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Bei den Motoren schneidet der Diesel in Sachen CO besser ab: Für ihn gibt es schon seit fast zwei Jahrzehnten deutlich strengere Emissionsvorgaben bei den Euro-Abgasnormen.
Quelle
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Für die drittgrößte Schadstoffmasse sind die Stickoxide (NOx) verantwortlich.
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Die letzten Abgasnormen haben dem Diesel großzügige Emissionen zugestanden, seit September ist der Grenzwert jedoch nahezu auf Benziner-Niveau gesunken. Der Ottomotor ist aber auch kein Kind von Traurigkeit beim NOx: Der Trend zu Turbos und hoher Verdichtung treibt auch dort im realen Betrieb häufig die Verbrennungstemperaturen und somit die NOx-Bildung hoch.
Quelle
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Staub ist mit rund 46 Millionen Tonnen Nummer fünf unter den Schadstoffen. Er entsteht auch durch Abrieb von Reifen und Bremsscheiben, der leicht größere Teil kommt jedoch aus dem Auspuff, meist in Form von Ruß.
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Mittlerweile aber haben auch Benziner ein Ruß-Problem. Weil auch sie zunehmend auf Direkteinspritzung setzen, stoßen sie teils drei- bis zehnmal mehr ultrafeine Partikel aus als Dieselmotoren.
Quelle
Grundsätzlich ist das Nachdenken über Alternativen zur Verwendung von Erdöl begrüßenswert. Aber was da abgeht... nee, das kann man wirklich nicht ernst nehmen.

*den Beitrag von AKB unterschreibe*

Die BRD betreibt übrigens immer noch Kohlekraftwerke zur Gewinnung von Strom. Und nicht zu wenige davon. Genau gesagt: 148. Und dann will man dem Bürger erzählen, der langfristige Betrieb seines Diesels sei nicht mehr zu verantworten.

Was man kurzfristig tun könnte, um die Umwelt zu entlasten und trotzdem Mobilität zu garantieren ist der flächendeckende Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes. Wenn dieses endlich einmal auch außerhalb von Großstädten funktionieren UND subventioniert würde, sodass die Kosten für die Nutzer nicht höher wären als der Unterhalt eines eigenen PKW, würden sicher viele es nützen. Ich auch.
LG

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Re: Das Problem Diesel-Abgase, Autohersteller, oder?

Beitragvon Pluto » Mi 20. Sep 2017, 23:48

closs hat geschrieben:Verständnisfrage:
Wenn alle Diesel mit Harnstoff-Anlage ausgerüstet wären: Wieviel des Problems ist dann gelöst?
Das Zaberwort heißt "Euro-6 Norm".
Wird genügend Ammoniak den Abgasen beigefügt, UND läuft der warm (mindestens 150 Grad im Auspuffrohr, wo das Ammoniak eingespritzt wird), sind mit Zusatz von ausreichend Harnstoff, die strengste Euro-6 Norm erreichbar.

Ammoniak wäre optimal (wird in Ölkraftwerken eingesetzt), ist aber im Auto zu giftig. Also wählt man den Umweg über Harnstoff der bei erhöhten Temperaturen in Ammoniak und CO2 zerfällt. Das Gemisch aus Wasser (67%) und Harnstoff (33%) heißt übrigens "AdBlue", wegen des blauen Farbstoffs der beigemischt wird.

Das Problem: Die Harnstofftanks sind allerdings bei älteren Fahrzeugen zu klein und die hohe Menge reicht dann kaum mehr für 100 km.
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

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closs
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Re: Das Problem Diesel-Abgase, Autohersteller, oder?

Beitragvon closs » Do 21. Sep 2017, 00:07

Pluto hat geschrieben:Wird genügend Ammoniak den Abgasen beigefügt, UND läuft der warm (mindestens 150 Grad im Auspuffrohr, wo das Ammoniak eingespritzt wird), sind mit Zusatz von ausreichend Harnstoff, die strengste Euro-6 Norm erreichbar.
Aber was heißt das? - Ist bei Euro-6 das Problem gelöst? - Soweit ich verstehe nein, da die Prüfstand-Messwerte ganz andere sind als die realen Werte (hier haben wir übrigens ein ähnliches Problem wie beim Thread über HP!).

Deshalb die Frage: Egal, ob man es Euro 6 oder irgendwann mal Euro 8 nennt: Gibt es die Möglichkeit, über AdBlue das Dieselproblem so zu lösen, dass der Diesel noch 50 Jahre umweltfreundlich fahren kann?

Pluto hat geschrieben: Die Harnstofftanks sind allerdings bei älteren Fahrzeugen zu klein und die hohe Menge reicht dann kaum mehr für 100 km.
Mir hat gerade letzte Woche ein Mechatroniker gesagt, dass moderne Autos einen 30-Liter-AdBlue-Tank hätten, was für einen ganzen Service-Zyklus (15 - 20.000 km) reichen würde - war dieser Informant komplett daneben?


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