"Die Quantenphysik lässt den Schluss zu ... " " ... dass schon das Denken die Realität verändert"

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sven23
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Re: "Die Quantenphysik lässt den Schluss zu ... " " ... dass schon das Denken die Realität verändert"

Beitragvon sven23 » Sa 14. Okt 2017, 11:26

closs hat geschrieben:
sven23 hat geschrieben:Der Sachbefund ist ziemlich eindeutig, sonst gäbe es den breiten Konsens in der Forschung nicht.
Der Konsens ist Folge davon, dass die heute vorherrschende Exegese-Form kritisch-rational basiert ist. - Jeder wirklich gute kanonische Exeget oder historisch-kritischer Exeget, der die Interpretations-Basis des jeweils anderen zur Arbeits-Hypothese macht, wird bei gleicher Quellenlage zu dessen ERgebnis kommen - das ist ein einfaches Spiel - man muss nur die Perspektive wechseln.

Wie man an den Kurzzeitkreationisten sieht, kann der Perspektivenwechsel auch in die Irre führen, wenn man den wissenschaflichen Pfad verlässt und Glaubensentscheidungen darüber stellt.

closs hat geschrieben:
sven23 hat geschrieben:Unter Kurzzeitkreationisten ist es intersubjektiv nachvollziehbar, dass die Erde nur 5000 Jahre alt ist.
Das hat aber nichts mit "kanonischer Exegese"/"katholische Theologie" zu tun. - Im übrigen kann JEDER Ansatz zu falschen Schlussfolgerungen führen.

Das hat mit der Glaubensentscheidung zu tun, dass die Bibel ein vom Heiligen Geist inspiriertes und irrtumsfreies Buch ist.
Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen.
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closs
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Re: "Die Quantenphysik lässt den Schluss zu ... " " ... dass schon das Denken die Realität verändert"

Beitragvon closs » Sa 14. Okt 2017, 11:47

sven23 hat geschrieben:Wie man an den Kurzzeitkreationisten sieht, kann der Perspektivenwechsel auch in die Irre führen
Richtig - es gibt KEINE Perspektive, die frei von Sehschwächen ist.

sven23 hat geschrieben:Das hat mit der Glaubensentscheidung zu tun, dass die Bibel ein vom Heiligen Geist inspiriertes und irrtumsfreies Buch ist.
Nein - es hat damit zu tun, dass man glaubens-entscheiden muss, ob es Gott gibt oder nicht.

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sven23
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Re: "Die Quantenphysik lässt den Schluss zu ... " " ... dass schon das Denken die Realität verändert"

Beitragvon sven23 » Sa 14. Okt 2017, 11:59

closs hat geschrieben:
sven23 hat geschrieben:Wie man an den Kurzzeitkreationisten sieht, kann der Perspektivenwechsel auch in die Irre führen
Richtig - es gibt KEINE Perspektive, die frei von Sehschwächen ist.

Am ehesten noch die wissenschaftliche Perspektive, denn sie muss sich ständig hinterfragen lassen. Bei Glaubensdogmen fällt das alles weg.

closs hat geschrieben:
sven23 hat geschrieben:Das hat mit der Glaubensentscheidung zu tun, dass die Bibel ein vom Heiligen Geist inspiriertes und irrtumsfreies Buch ist.
Nein - es hat damit zu tun, dass man glaubens-entscheiden muss, ob es Gott gibt oder nicht.

Die meisten Gläubigen erkennen gar nicht, dass sie sich keinen Gefallen damit tun, die sog. Heiligen Schriften nicht als menschliche Werke zu sehen, mit allen Irrtümern, Fehlern und Verirrungen.
Insofern war "sola scriptura" Luthers sogar ein Rückschritt, obwohl er es als Gegenpol zum Katholizismus anderes gemeint hat.
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closs
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Re: "Die Quantenphysik lässt den Schluss zu ... " " ... dass schon das Denken die Realität verändert"

Beitragvon closs » Sa 14. Okt 2017, 13:52

sven23 hat geschrieben:Am ehesten noch die wissenschaftliche Perspektive, denn sie muss sich ständig hinterfragen lassen. Bei Glaubensdogmen fällt das alles weg.
Die Wissenschaft lässt ihre Grundlagen genauso wenig hinterfragen wie die Fundamental-Theologie.

sven23 hat geschrieben:Die meisten Gläubigen erkennen gar nicht, dass sie sich keinen Gefallen damit tun, die sog. Heiligen Schriften nicht als menschliche Werke zu sehen, mit allen Irrtümern, Fehlern und Verirrungen.
Insofern war "sola scriptura" Luthers sogar ein Rückschritt, obwohl er es als Gegenpol zum Katholizismus anderes gemeint hat.
Das ist etwas komplizierter - im Grunde läuft es am Ende darauf hinaus, ob man "Wahrheit" anthropogen oder theogen definiert.

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Pluto
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Re: "Die Quantenphysik lässt den Schluss zu ... " " ... dass schon das Denken die Realität verändert"

Beitragvon Pluto » Sa 14. Okt 2017, 14:01

closs hat geschrieben:Die Wissenschaft lässt ihre Grundlagen genauso wenig hinterfragen wie die Fundamental-Theologie.
Ich bin schockiert über solchen blanken Unsinn!
Die Wissenschaft kennt keine Dogmen um die, die Theologie nicht herum kommt. Ohne ihre Dogmen wäre die Theologie längst zusammengebrochen, wie ein auf Sand gebautes Kartenhaus.
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

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Re: "Die Quantenphysik lässt den Schluss zu ... " " ... dass schon das Denken die Realität verändert"

Beitragvon closs » Sa 14. Okt 2017, 14:27

Pluto hat geschrieben:Ich bin schockiert über solchen blanken Unsinn!
Weil Du so sehr Insider bist!!!

Viele Wissenschaftler bestehen darauf,
* dass ALLES, was ist, wissenschaftlich untersuchbar wäre.
* dass der Kritische Rationalismus der einzige Maßstab wäre, an dem sich alle anderen zu halten hätten, wenn sie "redlich" sein wollen.
* dass Falsifizierung nicht nur methodisch als irreversibel zu verstehen sei, sondern auch in Bezug auf "das, was ist".
* dass Vernunft eine anthropogene Größe wäre.

Ich behaupte nicht, dass diese Aussagen falsch wären - aber es sind allesamt Setzungen/Arbeitsgrundlagen, die man sich nicht in Frage stellen lässt. - So wie das Christentum die leibliche Auferstehung Jesu nicht in Frage stellen läßt.

Du erkennst anscheinend überhaupt nicht, dass die Grundlagen der Wissenschaft weltanschaulich definiert sind, UND es ganz andere Grundlagen geben könnte, die nicht-kritisch-rational der 'Realität' näher sein könnten als das, was Du "wissenschaftlichen Maßstab" nennst.

Auch hier: Ich behaupte nicht, dass dies so sein MUSS - aber man muss doch erkennen, dass diese Frage offen ist.

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Re: "Die Quantenphysik lässt den Schluss zu ... " " ... dass schon das Denken die Realität verändert"

Beitragvon JackSparrow » Sa 14. Okt 2017, 19:56

closs hat geschrieben:Im übrigen kann JEDER Ansatz zu falschen Schlussfolgerungen führen.

Ob Denken die Realität verändert (und Jesus die Wahrheit spricht), kann eigentlich jede Person mit einem Mindestalter von 7 Jahren mit einem handelsüblichen Spielwürfel innerhalb weniger Minuten völlig problemlos selbst feststellen.

Nur wirkt eben ein Versuchsaufbau, in dem nicht ein paar telepathische Photonen und ein bisschen Quantenquatsch drin vorkommt, auf die üblichen Zielgruppen nicht sonderlich überzeugend.

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Re: "Die Quantenphysik lässt den Schluss zu ... " " ... dass schon das Denken die Realität verändert"

Beitragvon Pluto » Sa 14. Okt 2017, 20:26

closs hat geschrieben:Viele Wissenschaftler bestehen darauf,
* dass ALLES, was ist, wissenschaftlich untersuchbar wäre.
* dass der Kritische Rationalismus der einzige Maßstab wäre, an dem sich alle anderen zu halten hätten, wenn sie "redlich" sein wollen.
* dass Falsifizierung nicht nur methodisch als irreversibel zu verstehen sei, sondern auch in Bezug auf "das, was ist".
* dass Vernunft eine anthropogene Größe wäre.
Was genau stimmt da nicht?

closs hat geschrieben:Ich behaupte nicht, dass diese Aussagen falsch wären - aber es sind allesamt Setzungen/Arbeitsgrundlagen, die man sich nicht in Frage stellen lässt.
Aber das stimmt doch nicht. Erstens sind das keine Setzungen, sondern die Arbeitsgrundlage und zweitens stellt DU sie z.B. dauernd in Frage, und das ist Okay so.
Aber du glaubst doch hoffentlich nicht, dass man zulassen muss, solche wissenschaftsfeindliche Kritik einfach im Raum stehen lässt, oder?

closs hat geschrieben:So wie das Christentum die leibliche Auferstehung Jesu nicht in Frage stellen läßt.
Und Vieles mehr.

closs hat geschrieben:Du erkennst anscheinend überhaupt nicht, dass die Grundlagen der Wissenschaft weltanschaulich definiert sind, UND es ganz andere Grundlagen geben könnte, die nicht-kritisch-rational der 'Realität' näher sein könnten als das, was Du "wissenschaftlichen Maßstab" nennst.
Was denn sonst?

closs hat geschrieben:Auch hier: Ich behaupte nicht, dass dies so sein MUSS - aber man muss doch erkennen, dass diese Frage offen ist.
Gedanken einer Made?
Aber wenn du willst, bleib bei dieser Meinung.
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

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sven23
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Re: "Die Quantenphysik lässt den Schluss zu ... " " ... dass schon das Denken die Realität verändert"

Beitragvon sven23 » Sa 14. Okt 2017, 20:30

closs hat geschrieben:
sven23 hat geschrieben:Am ehesten noch die wissenschaftliche Perspektive, denn sie muss sich ständig hinterfragen lassen. Bei Glaubensdogmen fällt das alles weg.
Die Wissenschaft lässt ihre Grundlagen genauso wenig hinterfragen wie die Fundamental-Theologie.

Unsinn, Wissenschaft muss sich immer über ihre Methoden Rechenschaft ablegen.

closs hat geschrieben:
sven23 hat geschrieben:Die meisten Gläubigen erkennen gar nicht, dass sie sich keinen Gefallen damit tun, die sog. Heiligen Schriften nicht als menschliche Werke zu sehen, mit allen Irrtümern, Fehlern und Verirrungen.
Insofern war "sola scriptura" Luthers sogar ein Rückschritt, obwohl er es als Gegenpol zum Katholizismus anderes gemeint hat.
Das ist etwas komplizierter - im Grunde läuft es am Ende darauf hinaus, ob man "Wahrheit" anthropogen oder theogen definiert.

Wer will wissen, was die "theogene" Wahrheit sein soll? Letzlich ist sie auch nur "anthropogen", denn sie unterliegt der subjektiven Bewertung der Angehörigen eines jeweiligen Glaubens.
Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen.
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Re: "Die Quantenphysik lässt den Schluss zu ... " " ... dass schon das Denken die Realität verändert"

Beitragvon closs » Sa 14. Okt 2017, 22:24

Pluto hat geschrieben:Was genau stimmt da nicht?
1) Der Mensch KANN gar nicht wissen, ob alles, was ist, wissenschaftlich untersuchbar ist.
2) Der Kritische Rationalismus ist nur da das Mittel der Wahl, wo man experimental nachprüfen kann.
3) Wissenschaftliche Ergebnisse sind immer nur methodische Ergebnisse.
4) Vernunft kann auch als universale Größe definiert werden.

Für eine METHODIK ist das alles ok (Popper ist METHODIKER) - für eine Philosophie/Weltanschauung ist es katastrophal.

Pluto hat geschrieben:Was denn sonst?
Alles, was inhaltliche Fragen geistiger Natur angeht (ich meine damit NICHT neurowissenschaftlich-mechanische Fragen), ist kritisch-rational nicht erfassbar. - Es ist vielmehr eine Frage von subjektivem Erkennen, das zwar intersubjektiv mit mehr oder weniger Menschen teilbar ist, aber nicht objektiv. - Keiner lastet das den kritisch-rationalen Wissenschaften an - aber sie können es halt nicht.

Pluto hat geschrieben: closs hat geschrieben:
Auch hier: Ich behaupte nicht, dass dies so sein MUSS - aber man muss doch erkennen, dass diese Frage offen ist.

Gedanken einer Made?
Richtig - der Kleinheit menschlichen Vermögens muss man sich immer bewusst bleiben - "hiob".


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