Warum Wissenschaft?

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JackSparrow
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Re: Warum Wissenschaft?

Beitragvon JackSparrow » Mi 23. Mai 2018, 10:38

ThomasM hat geschrieben:Das Gehirn ist Teil der Natur und funktioniert nach den Regeln der Natur.
Also sind erfundene Dinge Konsequenzen der Gesetze der Natur.

Das wären sie, wenn sie existieren würden. Da sie das nicht tun, bezeichnen wir sie als "erfunden". So können wir durch wissenschaftliche Methoden feststellen, dass es eine Konsequenz der Gesetze der Natur ist, dass Menschen Dinge erfinden.

Wenn "alle Schrift" nur die Schriften meint, die sich in bestimmter Art und Weise mit dem Thema Gott und Jesus auseinandersetzen,

Dann tritt Implikation 2 in Kraft, da wir lediglich darüber spekulieren können, ob die Evangelien seinen persönlichen Ansprüchen besser oder schlechter genügt hätten als Nietzsches Zarathustra.

ThomasM
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Re: Warum Wissenschaft?

Beitragvon ThomasM » Mi 23. Mai 2018, 13:51

JackSparrow hat geschrieben:
Dann tritt Implikation 2 in Kraft, da wir lediglich darüber spekulieren können, ob die Evangelien seinen persönlichen Ansprüchen besser oder schlechter genügt hätten als Nietzsches Zarathustra.

Du kannst wohl nur darüber spekulieren.
Aber es gibt ja auch solche Menschen, die die Methodik der Wissenschaft beherrschen und damit umgehen können und deshalb nicht spekulieren müssen.
Gott würfelt nicht, meinte Einstein. Aber er irrte. Gott nutzt den Zufall - jeden Tag.

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Flavius
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Re: Warum Wissenschaft?

Beitragvon Flavius » Mo 28. Mai 2018, 18:32

Flavius:
Es gibt Dinge, die einfach nicht in das Feld der Wissenschaft passen und eventuell nie mit deren Mitteln oder deren engen Methoden erforschbar sein werden.
....
Ja. Erfundene Dinge.
....
Thomas (der Zweifelnde) = > Hier begibst du dich in einen logischen Zirkel.
Menschen erfinden Dinge mit ihrem Gehirn. - Das Gehirn ist Teil der Natur und funktioniert nach den Regeln der Natur. -Also sind erfundene Dinge Konsequenzen der Gesetze der Natur.- Dinge, die Konsequenzen der Gesetze der Natur sind, gehören zur Natur.-Die Natur ist real, also sind die erfundenen Dinge real.

Flavius = Ich glaube doch, dass Du (bzw. Ihr) Euch auf einem Fehlgleis befindet .. mit einigen (ja selbst gerade als unlogisch aufgezeigten) Zirkel-Schlüssen. Ein kategorischer Ausschluss von ALLEN Möglichkeiten ist ja immer gefährlich. Einseitige Schlüsse sind dann fast schon zwingend vorprogrammiert. (Es ist zudem schlicht äusserst unwissenschaftliches Denken.)

a. verstehen wir lt. Francois Englert (franz AtomPhysiker u. Nobel-Preisträger) höchstwahrscheinlich gerade mal 5% dessen, was um uns herum passiert. Da sind Lob-Hymnen an den alles verstehenden Verstand u. die alles beantwortete Wissenschaft doch etwas (noch) deplaziert.
b.- Eine demütigere Haltung wie "Wir wissen, dass wir (doch noch) recht wenig wissen" haben Sokrates genauso wie Einstein (und viele der großen Denker) klar vertreten. Damit kommt man letztlich vlt. auch weiter. Der Tod von Fortschritt und Forschen ist ja immer : "Ich weiss es schon".
Wie sagte mal Jemand : "Ich weiss es nicht, aber das mit aller Gewalt" (u. aller Intoleranz)..

Dogmen - aller couleur- sind ausgesprochen hinderlich. - L. Feuerbach
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closs
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Re: Warum Wissenschaft?

Beitragvon closs » Mo 28. Mai 2018, 19:34

JackSparrow hat geschrieben:Das wären sie, wenn sie existieren würden. Da sie das nicht tun, bezeichnen wir sie als "erfunden".
Woher hast Du her, dass sie NICHT existieren? - Du machst eine Prämisse, die genauso wahr wie falsch sein kann, um daraus Schlussfolgerungen zu ziehen.

Das ist an sich normal - das machen andere ebenfalls. - Typisch für Anhänger naturalististischer Weltanschauungen ist allerdings, dass sie ihre Prämissen nicht als solche wahrhaben wollen, sondern sie als "Wieso? Das ist halt so" bezeichnen. - Damit steht der Naturalismus in der Tradition des unkritischen Mittelalters, für das die Existenz Gottes keine Prämisse war, sondern ein "Das ist halt so").

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Re: Warum Wissenschaft?

Beitragvon JackSparrow » Di 29. Mai 2018, 09:40

closs hat geschrieben:
JackSparrow hat geschrieben:Das wären sie, wenn sie existieren würden. Da sie das nicht tun, bezeichnen wir sie als "erfunden".
Woher hast Du her, dass sie NICHT existieren?

Woher kann jemand haben, dass sie existieren?

Du machst eine Prämisse, die genauso wahr wie falsch sein kann, um daraus Schlussfolgerungen zu ziehen.

Meine Prämisse ist, dass sich ein lebendiger bellender Langhaardackel von einem rein geistigen Langhaardackel in gewisser Weise unterscheidet. Diesen geringfügigen Unterschied bezeichne ich als "Existenz".

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Re: Warum Wissenschaft?

Beitragvon closs » Di 29. Mai 2018, 10:49

JackSparrow hat geschrieben:Woher kann jemand haben, dass sie existieren?
Das ist logisch bei entsprechenden Prämissen plausibel - die Frage ist, ob die Prämisse richtig ist. - Aber eine Prämisse wäre keine Prämisse, wenn dies falsifizierbar wäre.

JackSparrow hat geschrieben:Meine Prämisse ist, dass sich ein lebendiger bellender Langhaardackel von einem rein geistigen Langhaardackel in gewisser Weise unterscheidet. Diesen geringfügigen Unterschied bezeichne ich als "Existenz".
Dann definierst Du "Existenz" als das, was naturalistisch passt. - Das kann man tun, muss aber dann damit rechnen, dass "Existenz" auch anders definiert wird - bspw. "als das, was IST, ob es naturalistisch ist oder nicht".

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Re: Warum Wissenschaft?

Beitragvon JackSparrow » Di 29. Mai 2018, 12:26

closs hat geschrieben:Dann definierst Du "Existenz" als das, was naturalistisch passt.

Ich definiere Existenz so, wie es mir ästhetisch angenehm erscheint, und andere Leute teilen mir dann mit, dass es zufälligerweise auch naturalistisch passt.

Das kann man tun, muss aber dann damit rechnen, dass "Existenz" auch anders definiert wird - bspw. "als das, was IST, ob es naturalistisch ist oder nicht".

Aus Gründen der persönlichen Ästhetik möchte ich geistig SEIENDE Dinge nicht in die gleiche Kategorie einsortieren wie materiell SEIENDE Dinge.

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Re: Warum Wissenschaft?

Beitragvon closs » Di 29. Mai 2018, 13:15

JackSparrow hat geschrieben:Ich definiere Existenz so, wie es mir ästhetisch angenehm erscheint, und andere Leute teilen mir dann mit, dass es zufälligerweise auch naturalistisch passt.
Das ist legitim - wir haben Glaubenfreiheit.

JackSparrow hat geschrieben:Aus Gründen der persönlichen Ästhetik möchte ich geistig SEIENDE Dinge nicht in die gleiche Kategorie einsortieren wie materiell SEIENDE Dinge.
Dito.

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Flavius
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Re: Warum Wissenschaft?

Beitragvon Flavius » Sa 2. Jun 2018, 16:59

Flavius: Es gibt Dinge, die einfach nicht in das Feld der Wissenschaft passen; eventuell nie mit deren Mitteln od. Methoden erforscht werden können. Jan.= Was nicht bedeutet, dass es andere Methoden gäbe, mit denen sie erforscht werden könnten.

Bo => Ja klar; wir sprechen ja auch über verschiedene (Wissens- und) Forschungs-Felder. Die eben verschiedener Herangehensweisen (versch. Methoden) bedürfen .. Man hat ja innerhalb "der Wissenschaft" auch verschied. Wissenschaften- nicht nur die Natur-Wissenschaft. (Und Jede hat eigene Methoden)..
Wird Jemand sagen, die eine Wissenschaft ist nichts wert, nur weil sie z.B. anders forscht wie die Eigene?

Die Richtigkeit u. richtigen Ergbnisse eines Forschungszweiges (auf sEINEM Gebiet), bedeutet lange nicht, dass damit andere Felder u. deren Ergebnisse -noch dazu automatisch- falsch sein müssen!
Es sind eindeutig nur verschied. Ebenen. Mit eben jeweils ziemlich anderem Zugang und eigenen Methoden!
Das Eine geht mehr (bzw ganz gewollt fast ausschliesslich) über emp. Wissen. Das Andere dagegen zum überwiegenden Teil über (persönl. od. allgemein.) Erfahrung.
Wissenschaft ist für mich kein Feindbild !! .. Obwohl ich gleichzeitig AUCH fest an "mehr" glaube.
Ich habe da kein Problem.
Für mich beisst sich auch nicht Philosophie, obwohl sie nicht unbedingt empirisch arbeitet.

..
Ein Zahnarzt mag in seinem Feld große Spitze sein (Großes Wissen, Geschick und Erfahrung haben), aber kann er deshalb die elektrischen Anlagen im Haus selbst reparieren? Nur weil er kein guter Elekritiker ist, werde ich nicht sagen, dass er insgesamt schlecht und unfähig ist.
Dogmen - aller couleur- sind oft sehr hinderlich. (nach Feuerbach).


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