Knöpfe auf oder zu beim Hemd?

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Magdalena61
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Knöpfe auf oder zu beim Hemd?

Beitrag von Magdalena61 » So 5. Apr 2020, 02:48

Anzug, Oberhemd, Krawatte. Das war der Dresscode für Männer, so lange ich denken kann. Ein Anzug hat etwas Offizielles an sich. Man(n) ist "gut angezogen"; dem Anlass entsprechend gekleidet. So geht man zum Chef oder zu einer förmlichen Feier, zum Abiball und zum Arbeitsplatz in bestimmten Berufen.

Das Gegenstück ist das "Kostüm" der Dame. Jackett und Rock oder Blazer und Hose.

Nun sieht man immer mehr Männer, die einen Anzug tragen, aber auf die Krawatte verzichten. Na gut, manche Krawatten sind ja auch wirklich farbliche Fehltritte. Es geht auch ohne.

Aber warum laufen die Männer dann, wenn sie einen Anzug tragen, mit offenen Hemdknöpfen herum? Seltener sieht man, dass nur ein Knopf offen ist, eher sind zwei Knöpfe geöffnet und das Hemd knittert dann im oberen Bereich irgendwie so herum. Ich finde, es sieht unordentlich aus. Als sei der Mann nicht mehr rechtzeitig mit dem Anziehen fertig geworden. Oder eine männliche Schlampe, der es egal ist, wie sie aussieht.

Das ist so peinlich wie ein zu tiefes Dekolleté. Man weiß gar nicht, wo man hinschauen soll.

Macht ihr das auch so, ihr Männers? :o

Wenn man die Knöpfe nicht schließen will, dann kann man doch gleich ein T-Shirt anziehen. Das würde zum Anzug noch besser aussehen als ein Hemd, das den Hals unvorteilhaft betont.

Oder man lässt den obersten Knopf offen, wenn der Kragen zu eng ist, aber dann bindet man eine Krawatte um, die verdeckt dann das Malheur.
:D
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Travis
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Re: Knöpfe auf oder zu beim Hemd?

Beitrag von Travis » So 5. Apr 2020, 06:56

Magdalena61 hat geschrieben:
So 5. Apr 2020, 02:48
Anzug, Oberhemd, Krawatte. Das war der Dresscode für Männer, so lange ich denken kann. Ein Anzug hat etwas Offizielles an sich. Man(n) ist "gut angezogen"; dem Anlass entsprechend gekleidet. So geht man zum Chef oder zu einer förmlichen Feier, zum Abiball und zum Arbeitsplatz in bestimmten Berufen.
Obwohl ich tatsächlich solcherlei Tuch besitze, bewege ich mich kaum zu Anlässen, in denen es Kleidungsvorschriften bzw. Erwartungen gäbe.
Magdalena61 hat geschrieben:
So 5. Apr 2020, 02:48
Nun sieht man immer mehr Männer, die einen Anzug tragen, aber auf die Krawatte verzichten. Na gut, manche Krawatten sind ja auch wirklich farbliche Fehltritte. Es geht auch ohne.
Da überlasse ich meiner Frau die Auswahl des Stils und der Farben. Wäre auch illusorisch es selber machen zu wollen.
Magdalena61 hat geschrieben:
So 5. Apr 2020, 02:48
Wenn man die Knöpfe nicht schließen will, dann kann man doch gleich ein T-Shirt anziehen. Das würde zum Anzug noch besser aussehen als ein Hemd, das den Hals unvorteilhaft betont.
Tatsächlich habe ich das schon so gemacht. Ich nenne einige repräsentative T-Shirts mein Eigen.
Magdalena61 hat geschrieben:
So 5. Apr 2020, 02:48
Oder man lässt den obersten Knopf offen, wenn der Kragen zu eng ist, aber dann bindet man eine Krawatte um, die verdeckt dann das Malheur.
Das ist im Laufe meines Lebens vorgekommen... zu spät um ein neues Hemd gekümmert.
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Hiob
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Re: Knöpfe auf oder zu beim Hemd?

Beitrag von Hiob » So 5. Apr 2020, 09:21

Magdalena61 hat geschrieben:
So 5. Apr 2020, 02:48
Das ist so peinlich wie ein zu tiefes Dekolleté. Man weiß gar nicht, wo man hinschauen soll.

Macht ihr das auch so, ihr Männers?
Zu Dienstzeiten habe ich einen Knopf aufgelassen und einen breiten Kravatten-Knoten drüber gemacht. -- Auch jetzt habe ich einen Knopf auf (und ziehe keine im Ausschnitt rundgeschnittenen Kragen an), weil Druck am Hals unangenehm reizt - zumindestens ist das bei mir so. --- Insofern würde ich Deine Frage bei MIR beantworten mit "Bequemlichkeit"/"Faulheit"/ etc. (deshalb habe ich auch einen Bart --- JEDEN Tag rasieren -- ihhhhh).

Modisch kann das anders aussehen, weil Mode ja die Kunst ist, einen Aspekt zu betonen, egal ob er etwas mit einem zu tun hat oder nicht. --- Dann SPIELT man halt legère oder faul - oder was auch immer. --- By the way: Wusstest Du, dass es tatsächlich "in" ist, "undone" zu erscheinen?

"Undone" heißt, so auszusehen, als würde man direkt aus dem Bett in die Straßenbahn steigen. - Schlafanzug-ähnlicher Aufzug, Wuschel-Haare, ungeschminkt, etc. --- Das "Problem" dabei: Auch das wird vorgetäuscht: Man kauft etwas Teures, was WIE ein Schlafanzug ist, aber keiner ist. - Man wuschelt aufwendig beim Friseur, als wäre man nicht beim Friseur gewesen. - Man schminkt sich langwierig so lange, bis es aussieht, als sei man nicht geschminkt. - Verrückt, gell?

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Re: Knöpfe auf oder zu beim Hemd?

Beitrag von Magdalena61 » So 5. Apr 2020, 15:18

Hiob hat geschrieben:
So 5. Apr 2020, 09:21
"Undone" heißt, so auszusehen, als würde man direkt aus dem Bett in die Straßenbahn steigen. - Schlafanzug-ähnlicher Aufzug, Wuschel-Haare, ungeschminkt
Jaaaaaaa :o aaa :o
Meine ältere Schwester hat mir das bereits vor Jahren erklärt.

Sie hat seit Jahrzehnten eine Kurzhaarfrisur, sah irgendwann so aus, als käme sie direkt aus dem Bett und informierte mich über den Trend, der jetzt eigentlich auch nicht mehr der Jüngste ist. Vermutlich kennt sie sich als Friseurin da besser aus als ich kleiner Gärtner. :mrgreen:

Es gibt zwei Trends, meine ich. Diese sind überwiegend bei Männern zu beobachten.
Es gibt den wuscheligen, zerzausten Typ, und es gibt den James- Dean- Verschnitt mit kurzen Seitenhaaren und einer sorgfältig geformten Tolle auf dem Oberkopf. Andreas Gabalier & Co. Gefällt mir irgendwie besser.
Insofern würde ich Deine Frage bei MIR beantworten mit "Bequemlichkeit"/"Faulheit"/ etc. (deshalb habe ich auch einen Bart --- JEDEN Tag rasieren -- ihhhhh).
O.k., so kann man das auch machen.

Was mich optisch stört ist die Diskrepanz.
Ein Hemd muss nicht hochgeschlossen sein... der Mann kann es auch sportlich tragen, eventuell mit ansatzweise hochgekrempelten Ärmeln. Dann passt der offene Ausschnitt.

In Ermangelung flotter Oberteile habe ich als Azubi-Teenie Hemden meines Vaters, die mehr oder weniger ungetragen im Schrank hingen, über ein T-Shirt angezogen; gar nicht zugeknöpft, sondern die beiden vorderen Enden auf Hüfthöhe zu einem lockeren Knoten gebunden.

Aber wenn ein Mann ein förmliches Sacco anzieht, dann sieht es besser aus, wenn die Hemdsknöpfe geschlossen sind. Meine Meinung.

Mir fällt es halt auf, z.B. bei Moderatoren und Nachrichtensprechern. Kopf: sorgfältig frisiert, Mitte: klassisch, Sprachstil: amtlich, Ausschnitt: formlose Freizeit.
Und es gefällt mir nicht.
:D
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Re: Knöpfe auf oder zu beim Hemd?

Beitrag von Hiob » So 5. Apr 2020, 15:58

Magdalena61 hat geschrieben:
So 5. Apr 2020, 15:18
Was mich optisch stört ist die Diskrepanz.
Das geht noch weiter. - Mir fällt auf, dass oft doof aussehende Menschen extravagante Frisuren und Kleidung anhaben, die in krassem Widerspruch zu ihrer eigenen Ausstrahlung stehen. Neulich habe ich beim Optiker eine mittel-junge Frau gesehen, die so eine Art Jogging-Hose anhatte, zwischen deren Bund und de, T-Shirt eine Fett-Welle rausquoll. - Die Frisur dazu war letzter Schrei - und dazu sollte jetzt eine filigrane Brille vom Edel-Designer kommen.

Früher hat man so etwas in anderem Zusammenhang "Zuhälter-Stil" genannt: Brutale, nichtssagende und grobe, aber nichts-destoweniger blaurasierte und mit Wässerchen und Creme-chen eingelullte Gesichter, zu denen einen Smoking getragen wurde. - Das habe ich öfters auf Galas gesehen. - Der Unterschied: Heute hat sich das demokratisiert - man macht es also nicht nur unter reichen Leuten.

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Re: Knöpfe auf oder zu beim Hemd?

Beitrag von Magdalena61 » So 5. Apr 2020, 16:20

:lol:
Sind wir also unter die Philosophen gegangen.

"Alles ist möglich", aber natürlich nur innerhalb der von den jeweiligen Clans bestimmten Regeln. Man erkennt sich an gewissen Details.
Neulich habe ich beim Optiker eine mittel-junge Frau gesehen
Ei ei ei ei. Ich war's nicht. Bauchnabels gehören nicht an die frische Luft. Ausnahme: Der Aufenthalt in Schwimmbädern.
blaurasierte und mit Wässerchen und Creme-chen eingelullte Gesichter, zu denen einen Smoking getragen wurde.
Rhett Butler-- Vom Winde verweht. Von seiner Familie in Charleston verstossen hatte er in Friedenszeiten keine Chance, von der gehobene Gesellschaft Atlantas aufgenommen und als einer der ihren, als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft betrachtet zu werden.

Wie weit sind wir weggekommen von den "Trachten", also den regional vorherrschenden "Moden", die klaren Richtlinien folgten. Ich mag Trachtenkleider.

Nicht die Oktoberfest- Dirndl, mit denen die Damen ihr Angebot wie auf einem Präsentierteller vor sich hertragen.
Sondern die alten Trachten. Stoffe aus (unverwüstlichem) Leinen, die Röcke mindestens wadenlang, Handarbeit. Und die Herren sahen auch schmuck aus.
Besser als mit der Einheitskleidung "Anzug".

Der Kleidungsstil spiegelt irgendwo Verfassung und Stimmung der Gesellschaft wider.
Zwischen - und.
Undefinierbar.
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Re: Knöpfe auf oder zu beim Hemd?

Beitrag von Hiob » So 5. Apr 2020, 17:17

Magdalena61 hat geschrieben:
So 5. Apr 2020, 16:20
Bauchnabels gehören nicht an die frische Luft.
DU darfst das bei Deiner Figur.
Magdalena61 hat geschrieben:
So 5. Apr 2020, 16:20
Nicht die Oktoberfest- Dirndl, mit denen die Damen ihr Angebot wie auf einem Präsentierteller vor sich hertragen.
Solange man beim Oben-rein-Gucken nicht bis auf die Straße runter gucken kann, geht's eigentlich. - Als ich mit einem Bekannten mal in einem guten Restaurant saß und eine Dame mit ausladenden Erkern und großzügigem Dekolleté eintrat, hat er so halblaut, dass es jeder gehört hat, gesagt: "Es ist angerichtet". - Den Spruch habe ich mir gemerkt. :D
Magdalena61 hat geschrieben:
So 5. Apr 2020, 16:20
Der Kleidungsstil spiegelt irgendwo Verfassung und Stimmung der Gesellschaft wider.
Natürlich. - Manchmal sieht Mode sogar voraus, weil in ihr Instinkte festgemacht werden, die sich mit der Zeit materialisieren können. --- Bei dieser Gelegenheit: Ist Dir aufgefallen, dass das offizielle Frauenbild (emanzipiert, selbständig, geschlechts-verwaschen) im Gegensatz steht zu Mode und Darstellung der Frau in Fernsehserien? - Dort werden mehr als früher archetypische Frauenbilder gelebt. - Da kommt eine große Renaissance des Überwunden-Geglaubten. - Wetten?

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Re: Knöpfe auf oder zu beim Hemd?

Beitrag von Magdalena61 » Mo 6. Apr 2020, 15:39

Hiob hat geschrieben:
So 5. Apr 2020, 17:17
Magdalena61 hat geschrieben:
So 5. Apr 2020, 16:20
Bauchnabels gehören nicht an die frische Luft.
DU darfst das bei Deiner Figur.
:denken:
Nein, rein optisch nicht, über den Winter habe ich mal wieder zugenommen - vielleicht sollte ich mich mit 67 oder 68 kg arrangieren und mit dieser Zahl endlich Frieden schließen, denn viel mehr scheint es nicht zu werden. Ein Ehemann wäre davon vermutlich positiv angetan; die Bohnenstangen sind nämlich eher etwas zum Angucken, aber nicht so griffig... :P -- Nabelfrei finde ich trotzdem nicht schön, würde es auch nicht gut finden, wenn ich eine Bohnenstange wäre. Das zieht doch- es ist kühl.
Und fremde Männer gucken dauernd hin, glotzen so richtig; vor Jahren einmal habe ich das nämlich einmal ausprobiert.

Meine Oma hätte gesagt: "Kind, zieh' dir was an, du holst dir noch was an die Nieren." Und sie hätte damit Recht gehabt.
Als ich mit einem Bekannten mal in einem guten Restaurant saß und eine Dame mit ausladenden Erkern und großzügigem Dekolleté eintrat, hat er so halblaut, dass es jeder gehört hat, gesagt: "Es ist angerichtet". -
:mrgreen:
Magdalena61 hat geschrieben:
So 5. Apr 2020, 16:20
Der Kleidungsstil spiegelt irgendwo Verfassung und Stimmung der Gesellschaft wider.
Natürlich. - Manchmal sieht Mode sogar voraus, weil in ihr Instinkte festgemacht werden, die sich mit der Zeit materialisieren können.
Meinst du?
Ich weiß nicht.
Da sind jede Menge "Modeschöpfer", die denken sich ständig etwas aus, und was nicht zu verrückt ist, wird beworben und unter das Volk gebracht, damit das Geschäft boomt.

Im Falle der offenen Hemden ist das aber gar nicht gut für's Geschäft. Wer kauft denn jetzt noch Krawatten?
Diese Hemden sehen aus, als hätte man sie nach dem Waschen auf einen Bügel gehängt, ohne den obersten Knopf zu schließen. Dann knittert der Ausschnitt auch so runter.

Jede Hausfrau weiß- und das macht zusätzliche Arbeit, die man nicht mag, weil man immer einen Platz finden muss, an dem man den Kleiderbügel fixieren kann: Bei einem gebügelten Hemd, das in den Schrank gehängt wird, muss man den obersten Knopf schließen. Damit der Kragen in Form bleibt.
--- Bei dieser Gelegenheit: Ist Dir aufgefallen, dass das offizielle Frauenbild (emanzipiert, selbständig, geschlechts-verwaschen) im Gegensatz steht zu Mode und Darstellung der Frau in Fernsehserien?
Das ist schon lange so. Auch in Casting- Shows.
- Dort werden mehr als früher archetypische Frauenbilder gelebt. -
:) Ich find's gut, dass viele Frauen sich ihr Frausein nicht ausreden lassen, sondern ihre Weiblichkeit leben, und das auch noch genußvoll.

Dazu gehört, dass sie die Attribute des Frauseins nicht verstecken. Schöne lange Haare sind ein Teil davon. Wer von Natur aus nicht so tolle Haare hat, macht sich Extensions rein. Die sind mittlerweile weit verbreitet.
Da kommt eine große Renaissance des Überwunden-Geglaubten. - Wetten?
Ich glaube eher, die Zweiteilung bleibt bestehen:
Die Burschikosen und die Weibchen.
LG
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Hiob
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Re: Knöpfe auf oder zu beim Hemd?

Beitrag von Hiob » Mo 6. Apr 2020, 16:18

Magdalena61 hat geschrieben:
Mo 6. Apr 2020, 15:39
Und fremde Männer gucken dauernd hin, glotzen so richtig; vor Jahren einmal habe ich das nämlich einmal ausprobiert.
Das missinterpretierst Du: Männer senken vor Dir ihre Augen vor Deiner Aura. :!:
Magdalena61 hat geschrieben:
Mo 6. Apr 2020, 15:39
Da sind jede Menge "Modeschöpfer", die denken sich ständig etwas aus, und was nicht zu verrückt ist, wird beworben und unter das Volk gebracht, damit das Geschäft boomt.
Ja - aber die richtig Guten davon spüren, was in der Luft liegt. Das ist in der Kunst genauso. - Der Psychoanalytiker Jung hat mal so was gesagt wie: "Künstler stehen gleichzeitig in der Zeit und über der Zeit". Das gilt natürlich nur für WIRKLICHE Künstler. :|
Magdalena61 hat geschrieben:
Mo 6. Apr 2020, 15:39
- Dort werden mehr als früher archetypische Frauenbilder gelebt. -

:) Ich find's gut, dass viele Frauen sich ihr Frausein nicht ausreden lassen, sondern ihre Weiblichkeit leben, und das auch noch genußvoll.
Finde ich genauso - aber es wundert mich schon, wie sehr offiziell-gesellschaftliches und TV- und Real-Bild auseinanderklaffen. - Übrigens: In der ZEIT schreiben momentan regelmäßig junge Redakteurinnen so zwischen 25 und 35 - an ihnen sieht man, wie sich diese Kluft auflöst. - Oder um es überspitzt zu sagen: Die Zeit der dritten WCs für Diverse ist vorbei - aber nicht aus rückwärtsgerichteten Gründen, sondern weil man Solches heute inzwischen so locker sieht, dass man keine dritten WCs mehr als Trophäe braucht.
Magdalena61 hat geschrieben:
Mo 6. Apr 2020, 15:39
Ich glaube eher, die Zweiteilung bleibt bestehen:
Die Burschikosen und die Weibchen.
Das meine ich nicht. - Ich meine die Zweiteilung zwischen natürlich empfindenden Frauen und gesellschafts-zertifizierten Zeit-Erscheinungen von Frauen. ---- Viele Frauen, die heute "modern" leben, werden im Alter sehr einsam sein.

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Re: Knöpfe auf oder zu beim Hemd?

Beitrag von Magdalena61 » Di 7. Apr 2020, 17:45

Hiob hat geschrieben:
Mo 6. Apr 2020, 16:18
Das missinterpretierst Du: Männer senken vor Dir ihre Augen vor Deiner Aura. :!:
*kicher*
Um ehrlich zu sein: Ich hatte etwas Geschnürtes an, das eben etwas zu kurz war. So etwas Ähnliches wie ein Mieder. Plus Jeans.
Damit ging ich arbeiten; dachte: Es ist Sommer, es ist heiß... ich möchte ohne Ärmelansatz braun werden.

... SO viele Männer haben mich noch nie in SO kurzer Zeit nach dem Weg gefragt. Manch einer stoppte sein Fahrzeug (ich arbeitete in der Nähe der Straße)... und manch einer kam mir unangenehm nahe. Das wurde mir dann schon etwas unheimlich.

Das Teil habe ich in der Öffentlichkeit nie wieder angezogen.
Ja - aber die richtig Guten davon spüren, was in der Luft liegt. Das ist in der Kunst genauso. - Der Psychoanalytiker Jung hat mal so was gesagt wie: "Künstler stehen gleichzeitig in der Zeit und über der Zeit". Das gilt natürlich nur für WIRKLICHE Künstler. :|
Ähm --- hä? wenn ich dir folgen könnte, würde ich dir schon mal aus Höflichkeit zustimmen.
Magdalena61 hat geschrieben:
Mo 6. Apr 2020, 15:39
:) Ich find's gut, dass viele Frauen sich ihr Frausein nicht ausreden lassen, sondern ihre Weiblichkeit leben, und das auch noch genußvoll.
Finde ich genauso - aber es wundert mich schon, wie sehr offiziell-gesellschaftliches und TV- und Real-Bild auseinanderklaffen.
"Offiziell" ist Mainstream, und vor dem Bundestag ist eh Kahlschlag; eine große Wüste. Die Blümchen wachsen dort, wo "offiziell" das nicht unbedingt sieht--

-- frustrierte Frauen, die schlechte Erfahrungen mit Versager- Männern gemacht haben, schnitten sich die Haare ab und sagten: Jetzt nehmen wir das Heft selbst in die Hand.

Das sieht man auch oft bei Frauen nach einer gescheiterten Beziehung oder Ehe. Imagewandel. Suche nach einer neuen, befriedigerenden Identität.

JEDE Frau, die das Arbeitsgerät eines Mannes an sich reißt 5. Mose 22,5- Und damit sind nicht Damenjeans gemeint- tut dies auf Kosten ihrer Weiblichkeit.
Strafe muss ein.

Das tut aber nicht jede Frau. Viele bleiben auch nach schmerzlichen Erfahrungen mit einem Mann in ihrer Rolle... fackeln sich nicht die Haare ab, mutieren nicht zum Mannweib. Es ist schwer, als allein erziehende Mutter Frau zu bleiben, weil die Aufgaben eines Mannes eine Frau überlicherweise überfordern, und da fehlt dann natürlich auch der männliche Part in dieser Familie komplett.
Aber ein Mannweib kann diesen auch nicht ausfüllen. Im Gegenteil: Eine Mannsfrau nimmt den Kindern auch noch die Mutter.
- Übrigens: In der ZEIT schreiben momentan regelmäßig junge Redakteurinnen so zwischen 25 und 35 - an ihnen sieht man, wie sich diese Kluft auflöst.
Die Zeit ist nicht gerade mein Lieblingsblatt.
Manchmal gibt es lesenswerte Artikel. Öfter: Mainstream.
Ich meine die Zweiteilung zwischen natürlich empfindenden Frauen und gesellschafts-zertifizierten Zeit-Erscheinungen von Frauen. ---- Viele Frauen, die heute "modern" leben, werden im Alter sehr einsam sein.
Die wollen es ja so.
Sie wollen unabhängig sein.
Gut, das ist auch ein Lebensentwurf. Familie erfordert immer Kompromisse / die Zurückstellung des eigenen Ichs. Und das wollen sie nicht. Sie sind erfolgreich (im Beruf), sie können sich etwas leisten... und soziale Bedürfnisse werden mit einem großen Freundeskreis und unverbindlichen Beziehungen zu ebenfalls freiheitsliebenden Männern abgedeckt.
Und nicht wenige von denen schauen auf Mütterhausfrauen herab und unterstellen denen Faulheit.

Aber später dann nicht klagen...

Ich philosophiere dich schon noch an die Wand.

Die Knöpfe am Hemd könnten in geöffnetem Zustand auch eine Einladung sein.
:? Vielleicht ist es so? aber keiner gibt's zu.
LG
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