DSGVO=Maulkorb?

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AlTheKingBundy
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Re: DSGVO=Maulkorb?

Beitragvon AlTheKingBundy » Di 22. Mai 2018, 08:40

SamuelB hat geschrieben:
AlTheKingBundy hat geschrieben:1. Man benötigt eine rechtskonforme Datenschutzerklärung zur DSGVO.
2. Man benötigt ein Verzeichnis, welches auf Verlangen vorgezeigt wird (Zweck der Datenverarbeitung, welche Daten werden gespeichert, wann werden diese helöscht, wer ist veraantwortlich usw.)
3. Jeder kann Auskunft über seine Daten verlangen.

2 und 3 treffen auch auf die bisherige Fassung des BDSG zu. Konkretisiert und verschärft werden in der BSGVO, was alles personenbezogene Daten sind. Daraus folgt, dass nahezu jede Website betroffen ist. Wer sich nicht auskennt und keine Lust hat, löscht seinen Auftritt vllt vorsichtshalber. :x


Ich habe meine Websites deaktiviert, nicht deswegen, weil ich mich nicht auskenne, sondern weil noch keine Rechtssicherheit bezüglich der Auslegung der DSGVO vorliegt. Die gibt es erst in ein paar Jahren, nachdem einige Prozesse vor Gericht gelaufen sind.
Beste Grüße, Al

Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.
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ceam
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Re: DSGVO=Maulkorb?

Beitragvon ceam » Di 22. Mai 2018, 10:35

ceam hat geschrieben:Dirk Müller erklärt warum es dieses Datenschutz Gesetz jetzt gibt. Es geht um Kontrolle der Bevölkerung. Einschränkung der Freiheitsrechte. Und man will Werbung noch gezielter platzieren. Es geht auch um Macht.

AlTheKingBundy hat geschrieben:1. Ein lukratives Geschäft für Abmahnanwälte.
2. Kleinere Unternehmen sollen durch größere beseitigt werden können.

Ich verlinke das Video von Dirk Müller, dann bekommt ihr es aus erster Hand. Es gibt immer mehr Gesetze die versuchen die Bevölkerung zu kontrollieren und zu überwachen.
https://www.youtube.com/watch?v=CHXqiiCZSbM

1Johannes4
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Re: DSGVO=Maulkorb?

Beitragvon 1Johannes4 » Di 22. Mai 2018, 13:39

Hallo zusammen,

ich finde diese allgemeine Aufregung wegen der DSGVO übertrieben und weitgehend unberechtigt. Früher hat sich jeder darüber beklagt, dass Datenschutz-Erklärungen in einem unverständlichen Kauderwelsch verfasst waren, das kaum jemand so richtig verstand, und die meisten zwar ihr Einverständnis dazu abhakten, es aber nie gelesen haben. Heute erhielt ich z.B. eine E-Mail von der Handelskette Saturn, in der auf ihre angepasste Datenschutzerklärung hingewiesen wurde. Die ist meiner Meinung nach übersichtlich und man könnte sie tatsächlich verstehen. Also wenn ich ein Betreiber einer kleinen Webpräsenz wäre, würde ich eine solche Datenschutzerklärung leicht überarbeiten, so dass sie für meine Zwecke und für mich passend wäre.

Der andere wichtige Punkt ist der Schutz der eigentlichen Daten. Ich würde nicht behaupten wollen, dass diese DSGVO automatisch zu einem guten Schutz meiner Daten bei allen Webpräsenzen führen wird, die Daten von mir erheben, aber es ist dennoch ein Schritt in die richtige Richtung. Es wird z.B. auch dazu führen, dass der Anteil verschlüsselter Datenübertragungen im Internet deutlich zunehmen wird und somit die entsprechenden Technologien eine weitere Verbreitung finden werden als es bisher der Fall war. Wenn man sich überlegt, dass auch weiterhin keine wirkliche Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und keine wirkliche Prüfung der Authentizität stattfindet, ist es eben nur ein Schritt in die richtige Richtung.

Einerseits verstehen manche Leute unter dem Internet, dass dieses eine quasi grenzenlose Meinungsfreiheit böte, aber erwarten gleichzeitig, dass Leute, die beispielsweise andere Leute beleidigen, verleumden oder betrügen dennoch dafür belangt werden sollten. Entweder das Eine oder das Andere - beides gleichzeitig haben zu wollen ist illusorisch.

Grüße,
Daniel.

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Hexenjagd
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Re: DSGVO=Maulkorb?

Beitragvon Hexenjagd » Di 22. Mai 2018, 14:29

Besten Dank für die doch sehr umfangreichen Antworten und Sichtweisen. :clap:

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AlTheKingBundy
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Re: DSGVO=Maulkorb?

Beitragvon AlTheKingBundy » Di 22. Mai 2018, 15:26

1Johannes4 hat geschrieben:ich finde diese allgemeine Aufregung wegen der DSGVO übertrieben und weitgehend unberechtigt. Früher hat sich jeder darüber beklagt, dass Datenschutz-Erklärungen in einem unverständlichen Kauderwelsch verfasst waren, das kaum jemand so richtig verstand, und die meisten zwar ihr Einverständnis dazu abhakten, es aber nie gelesen haben.


Es ist sicher richtig, dass die DSGVO eine einfache und verständliche Sprache vorschreibt. Die Form entscheidet aber nicht über Sinn und Zweck der Verordnung und einer Umsetzung, wie wir sie uns vielleicht wünschen und vorstellen.

1Johannes4 hat geschrieben:Einerseits verstehen manche Leute unter dem Internet, dass dieses eine quasi grenzenlose Meinungsfreiheit böte, aber erwarten gleichzeitig, dass Leute, die beispielsweise andere Leute beleidigen, verleumden oder betrügen dennoch dafür belangt werden sollten. Entweder das Eine oder das Andere - beides gleichzeitig haben zu wollen ist illusorisch.


Beleidigungen und Verleumdungen werden durch die DSGVO nicht verschwinden oder eingegrenzt, das ist nicht das Ziel der DSGVO. Die neue Verordnung ist außerdem für den unmündigen Bürger gemacht. Nirgends wird darauf eingegangen, dass man doch in erster Linie selbst dafür verantwortlich ist, welche Daten man von sich im Internet oder anderswo preisgibt. Eine Gesetzgebung für den Dummen könnte man meinen.
Beste Grüße, Al

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Re: DSGVO=Maulkorb?

Beitragvon 1Johannes4 » Di 22. Mai 2018, 15:56

Hallo Al,

AlTheKingBundy hat geschrieben:Die neue Verordnung ist außerdem für den unmündigen Bürger gemacht. Nirgends wird darauf eingegangen, dass man doch in erster Linie selbst dafür verantwortlich ist, welche Daten man von sich im Internet oder anderswo preisgibt. Eine Gesetzgebung für den Dummen könnte man meinen.

in der StVO steht auch nirgends, dass jeder, der eine Straße betritt, selbst verantwortlich für sein weiteres Schicksal ist. In gewisser Weise also dann auch nur eine Gesetzgebung für den Dummen, oder etwa doch nicht? Es würde doch jeder Mensch mit einem IQ knapp oberhalb von Schimpansen auch so sich denken können, wo er wie schnell fahren sollte.

Dass die meisten Leute zu leichtsinnig mit ihren Daten umgehen, finde ich auch. Aber wer heutzutage am Leben im Rahmen der Social Media teilhaben möchte, hat auch kaum eine andere Möglichkeit bzw. wird regelrecht zu solchem Leichtsinn verführt. Heutzutage wird wahrscheinlich keiner mehr verstehen, warum es früher mal Massenproteste gegen die Datenerhebung bei Volkszählungen gab.

Grüße, Daniel.

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Re: DSGVO=Maulkorb?

Beitragvon AlTheKingBundy » Di 22. Mai 2018, 17:43

1Johannes4 hat geschrieben:in der StVO steht auch nirgends, dass jeder, der eine Straße betritt, selbst verantwortlich für sein weiteres Schicksal ist. In gewisser Weise also dann auch nur eine Gesetzgebung für den Dummen, oder etwa doch nicht?


Hallo Daniel,

das sehe ich etwas anders:

STVO §1 (1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.


Hier wird zwischen Vorsicht und Rücksicht ausbalanciert.

1Johannes4 hat geschrieben: Es würde doch jeder Mensch mit einem IQ knapp oberhalb von Schimpansen auch so sich denken können, wo er wie schnell fahren sollte.


Du sprichst hier ein grundlegendes Problem an ;)

1Johannes4 hat geschrieben:Dass die meisten Leute zu leichtsinnig mit ihren Daten umgehen, finde ich auch. Aber wer heutzutage am Leben im Rahmen der Social Media teilhaben möchte, hat auch kaum eine andere Möglichkeit bzw. wird regelrecht zu solchem Leichtsinn verführt.


Naja "verführt", siehe oben "Gesetzgebung für Dumme".
Beste Grüße, Al

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Re: DSGVO=Maulkorb?

Beitragvon T4125Gamer » Sa 2. Jun 2018, 08:51

Ich hab hier ein Video gefunden, da es mir von Youtube vorgeschlagen wurde.




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