Tanz im Orient-Express – eine feministische Islamkritik

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piscator
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Re: Tanz im Orient-Express – eine feministische Islamkritik

Beitragvon piscator » Fr 6. Jul 2018, 13:07

closs hat geschrieben:"Eigentlich" ist es eine Bewegung für die Rechte der unteren 50% der Bevölkerung
Leider scheinen die unteren 50 % der Bevölkerung das nicht zu verstehen, da sich deren Lage, trotz Regierungsbeteiligung der SPD und der Grünen, nicht wesentlich verbessert hat.
Eigentlich sind Linke, wenn sie keine Fehler machen, das, was damals Karl Barth gesagt hat: „Ein Sozialist kann Christ sein, ein Christ muss Sozialist sein“
Aus meiner Sicht machen Linke keinen Fehler, sie sind selbst der Fehler.
closs hat geschrieben:Nee - schon der normale Moslem.
Wieso soll der normale Moslem ein Opfer sein? Wieso sind Zeugen Jehovas aus Sicht der Linken keine Opfer? Oder Baptisten? Oder gar Juden? Frage: Kennst du die politische Haltung der LINKEN zu Israel?
Das war Kommunismus!!! - Das hat überhaupt nichts mit demokratischem Sozialismus zu tun.
Die DDR hatte mit Kommunismus nichts zu tun.
Um noch eines drauf zu setzen: Neulich war eine Stimme zu hören, dass der Nationalsozialismus "links" gewesen sei, weil es ein Sozialismus gewesen sei.
Autsch! So eine Argumentation hätte ich jetzt nicht erwartet, das passt doch eher ins Forum von Jo Conrad :D
Es geht nicht ohne Kapitalismus, solange der Mensch nicht edel ist - und weil dies nie so sein wird, wird es immer Kapitalismus geben. - Deshalb hat man seit 70 Jahren die Errungenschaft der SOZIALEN Marktwirtschaft - das Wort "soziale" umschreibt eigentlich sehr gut, was man im allgemeinen als "links" bezeichnet: Staatliche Kontrolle des Kapitals.
Soziale Marktwirtschaft bedeutet aus meiner Sicht, dass der Staat Rahmenbedingungen zu schaffen hat, innerhalb deren die Marktwirtschaft funktioniert. Da ist leider Vergangenheit. Heute haben wir einen ausufernden Sozialstaat, der inzwischen so pervers geworden ist, dass nicht nur Schwachen und Bedürftigen hilft, sondern zusätzlich noch in großem Umfang Abnehmer für die staatlichen Sozialleistungen selbst erschafft.
Schau dir nur die Gleichstellungsbeauftragten an, die Migrationsbeauftragten und die Genderbeauftragten. Nur um ein paar Beispiele zu nennen.

Das Schlimmste ist das Bildungswesen. Es hat nur 2 Generationen linker Politik gebraucht um das weltweit führende deutsche Bildungswesen, basierend auf Humboldt, so herunter zu wirtschaften, dass das Wort "Pisa" Schockmomente hervorruft. Dass gipfelt in den linken Spinnereien der Gesamtschulen, des sinkenden Niveaus quer durch alle Bildungssysteme. Nur Bayern und Baden-Württemberg sind halbwegs erfolgreich, weil sie die ganze linke Idiotie nicht in vollem Umfang umgesetzt haben.
Als Gott mich schuf wollte er angeben!

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closs
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Re: Tanz im Orient-Express – eine feministische Islamkritik

Beitragvon closs » Mi 11. Jul 2018, 12:19

piscator hat geschrieben:Leider scheinen die unteren 50 % der Bevölkerung das nicht zu verstehen, da sich deren Lage, trotz Regierungsbeteiligung der SPD und der Grünen, nicht wesentlich verbessert hat.
Stimmt - das alte Bild hat sich verändert - was natürlich auch an der Verblödung durch Medien liegt. - Da kann die SPD Mindestlöhne einbringen, Mietpreisbremsen, etc. - es kommt nicht an.
Dazu kommt, dass Schröder damals mit "2010" die Drecksarbeit für die Mitte-Rechts-Parteien gemacht hat, die danach mordsmäßig davon profitiert haben - allerdings zulasten der eigenen Klientel.

piscator hat geschrieben: Frage: Kennst du die politische Haltung der LINKEN zu Israel?
Zu ISRAEL. - Das ist doch etwas ganz anderes als "Juden". - Wenn ein Staat, wie seit einigen Jahren Israel, völkerrechtswidrige und friedens-unwillige Trump-Politik macht, kann man das kritisieren.

Ich bin selber in diesem Zwiespalt: Einerseits sehe ich das Judentum als DIE kulturelle Urquelle Europas an (mehr als Griechenland) und fühle mich geistig in der Tat seelenverwandt mit deren Denken, andererseits ist deren Politik irgendwo zwischen Trum und Erdogan. - Was macht man da? Meine Empfehlung: Differenziert denken. - Aber gerade DAS passt nicht in unsere Zeit.

piscator hat geschrieben:Die DDR hatte mit Kommunismus nichts zu tun.
Hä? :?: - Was ist den Kommunismus, wenn nicht die DDR? - Willst Du damit sagen, dass es damals im Warschauer Pakt einen Unterschied zwischen sozialistischen und kommunistischen Staaten gab?

piscator hat geschrieben:Autsch! So eine Argumentation hätte ich jetzt nicht erwartet, das passt doch eher ins Forum von Jo Conrad
Aber da siehst Du mal, was man mit dem Begriff "links" so alles machen kann.

piscator hat geschrieben:Soziale Marktwirtschaft bedeutet aus meiner Sicht, dass der Staat Rahmenbedingungen zu schaffen hat, innerhalb deren die Marktwirtschaft funktioniert. Da ist leider Vergangenheit.
Nein - das ist Gegenwart. - Wir haben soziale Standards UND gleichzeitig eine auseinandergehende Schere von arm und reicht. - Da müssten eigentlich beide Seiten zufrieden sein. :lol:

piscator hat geschrieben:Heute haben wir einen ausufernden Sozialstaat, der inzwischen so pervers geworden ist, dass nicht nur Schwachen und Bedürftigen hilft, sondern zusätzlich noch in großem Umfang Abnehmer für die staatlichen Sozialleistungen selbst erschafft.
Dazu lohnt es sich aber, mal die Zahlen genauer anzugucken. - Deutlich mehr als die Hälfte der ca. 140 Milliarden Sozialhaushalt gehen weg für Folgekosten der deutschen Einheit (Rentenzuschüsse, etc.). - Jemand hat mal ausgerechnet, dass für das, was der Normalo unter "Sozialkosten" versteht, gerade mal 40 Milliarden übrigbleiben.

piscator hat geschrieben:Schau dir nur die Gleichstellungsbeauftragten an, die Migrationsbeauftragten und die Genderbeauftragten. Nur um ein paar Beispiele zu nennen.
Das sehe ich ebenfalls distanziert. - Ich habe mir letzte Woche mal auf einer Grillparty mit hauptsächlich Kleinunternehmern mal die Frauen angeguckt (die ich eh schon kenne): Alle leben sehr traditionell (Mann als Firmenchef - Frauen für Familie und evt. Buchhaltung zuständig) - KEINE dieser Frauen ist auch nur einen Millimeter diskriminiert oder fühlt sich so. - Frauen auf dem Land leben sehr selbstbewusst (als Frauen!) auf.

Wir haben einige Verwaltungs-Anstrengungen, um gesunden Menschenverstand durch Verordnungen zu ersetzen, weil der gesunde Menschenverstand ausgetrieben wird ("wissenschaftlich nicht nachweisbar" :devil: ). - Lass es unserer Volkswirtschaft mal deutlich schlechter gehen (in 10 Jahren wird es so sein), wird sich hier einiges ändern, weil man dann weder Zeit noch Mittel dafür hat.

Siehst Du: Egal ob Frauenbild oder Menschenbild: Da könnte die Gesellschaft einiges von den Groß-Kirchen lernen - aber das akzeptiert man nicht, weil man "Kirche" reflexartig mit "Inquisition" verbindet, weil das weit weg genug ist, um sich mit der Gegenwart beschäftigen zu müssen. :devil:

piscator hat geschrieben:Es hat nur 2 Generationen linker Politik gebraucht um das weltweit führende deutsche Bildungswesen, basierend auf Humboldt, so herunter zu wirtschaften, dass das Wort "Pisa" Schockmomente hervorruft.
Da stimme ich Dir zu - das kam eher von links als von rechts. - Allerdings: Das intellektuelle Prekariat (egal in welcher Gesellschaftsschicht) wählt kaum LINKE oder SPD. - Humboldtsche Bildung ist auch den Gesellschafts-Gewinnern ein Dorn im Auge - einfach deshalb, weil (echte!) Bildung (ich rede nicht von Karriere-Ausbildung) kein Interesse erweckt. - Das würde ich nicht unter "links" oder "rechts", sondern unter allgemeinen Dekadenz-Erscheinungen unserer Gesellschaft buchen.

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Re: Tanz im Orient-Express – eine feministische Islamkritik

Beitragvon piscator » Mi 11. Jul 2018, 14:39

Stimmt - das alte Bild hat sich verändert - was natürlich auch an der Verblödung durch Medien liegt. - Da kann die SPD Mindestlöhne einbringen, Mietpreisbremsen, etc. - es kommt nicht an.
Dazu kommt, dass Schröder damals mit "2010" die Drecksarbeit für die Mitte-Rechts-Parteien gemacht hat, die danach mordsmäßig davon profitiert haben - allerdings zulasten der eigenen Klientel.
Sag ich doch. Was schert die SPD die so genannten kleinen Leute. Das Volk stört eh nur, weil es partout nicht verstehen will, was linke Politik eigentlich ist.

ISRAEL. - Das ist doch etwas ganz anderes als "Juden". - Wenn ein Staat, wie seit einigen Jahren Israel, völkerrechtswidrige und friedens-unwillige Trump-Politik macht, kann man das kritisieren.
Ich bin selber in diesem Zwiespalt: Einerseits sehe ich das Judentum als DIE kulturelle Urquelle Europas an (mehr als Griechenland) und fühle mich geistig in der Tat seelenverwandt mit deren Denken, andererseits ist deren Politik irgendwo zwischen Trum und Erdogan. - Was macht man da? Meine Empfehlung: Differenziert denken. - Aber gerade DAS passt nicht in unsere Zeit.
Einspruch. Israel verteidigt sich gegen fortwährende Angriffe von außen. Trotzdem ist Israel sie einzige funktionierende Demokratie im Nahen Osten. Aber Israelis sind im Gegensatz zu Palästinensern aus linker Sicht kein Opfer.

Was ist den Kommunismus, wenn nicht die DDR? - Willst Du damit sagen, dass es damals im Warschauer Pakt einen Unterschied zwischen sozialistischen und kommunistischen Staaten gab?
Kommunismus ist etwas ganz anderes. Das Pol-Pot Regime war annähernd Kommunismus oder die ersten Kibbuze in Israel, die DDR nie, das hat sie auch nie von sich behauptet. Kommunismus war für die klassischen sozialistischen Staates etwas, was erst dann kommt, wenn der Sozialismus überwunden ist.
Nein - das ist Gegenwart. - Wir haben soziale Standards UND gleichzeitig eine auseinandergehende Schere von arm und reicht. - Da müssten eigentlich beide Seiten zufrieden sein. :lol:
Der Sozialismus ist keine Alternative zu unserer Gesellschaftsordnung. Da genügt eine Blick ins Geschichtsbuch oder ein Gespräche mit ehemaligen Bürgern der Ostblockstaaten
Da stimme ich Dir zu - das kam eher von links als von rechts. - Allerdings: Das intellektuelle Prekariat (egal in welcher Gesellschaftsschicht) wählt kaum LINKE oder SPD.
Wen wundert's? Gängelung und Bevormundung sind hat nicht jedermanns Sache. Außerdem hat das intellektuelle Prekariat erkannt, dass seine Belange besser bei den konservativen Parteien aufgehoben sind, weil die weniger Experimente machen, die zu Lasten der Armen gehen.
- Humboldtsche Bildung ist auch den Gesellschafts-Gewinnern ein Dorn im Auge - einfach deshalb, weil (echte!) Bildung (ich rede nicht von Karriere-Ausbildung) kein Interesse erweckt. - Das würde ich nicht unter "links" oder "rechts", sondern unter allgemeinen Dekadenz-Erscheinungen unserer Gesellschaft buchen.
Nein, das hat nicht mit Dekadenz zu tun, das ist linke Bildungspolitik. Wenn man die internationalen Standards durch linke Verwahrlosung des Bildungssystems nicht schafft, dann werden diese Standards einfach herabgesetzt, solange bis das passt.
Als Gott mich schuf wollte er angeben!

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Re: Tanz im Orient-Express – eine feministische Islamkritik

Beitragvon Janina » Mi 11. Jul 2018, 15:42

piscator hat geschrieben:Trotzdem ist Israel sie einzige funktionierende Demokratie im Nahen Osten.
Neben Libanon.

piscator hat geschrieben:Das Pol-Pot Regime war annähernd Kommunismus oder die ersten Kibbuze in Israel...
mit einer ein wenig voneinander abweichenden Lebensqualität. :roll:
Was aussieht wie Dummheit, ist vielleicht keine. Möglicherweise profitiert jemand davon, nur du bist nicht dabei.
http://www.4religion.de/viewtopic.php?p=161626#p161626
http://www.4religion.de/viewtopic.php?p=242349#p242349


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