Eine AfD-Aussteigerin berichtet

Politik und Weltgeschehen
Benutzeravatar
piscator
Beiträge: 2764
Registriert: So 21. Apr 2013, 11:18
Wohnort: immer unterwegs

Re: Eine AfD-Aussteigerin berichtet

Beitrag von piscator » Di 6. Nov 2018, 16:55

Martinus hat geschrieben:
piscator hat geschrieben: Okay, was mache ich jetzt?
:o :o :o
falls du es noch nicht getan hast : spätestens heute mindestens drei, eher vier Vaterunser
Nein, nein, jetzt betet man Mutterunser, ganz gendergerecht. :lol:
Als Gott mich schuf wollte er angeben!

Benutzeravatar
closs
Beiträge: 35101
Registriert: Fr 19. Apr 2013, 20:39

Re: Eine AfD-Aussteigerin berichtet

Beitrag von closs » Di 6. Nov 2018, 17:15

piscator hat geschrieben:Insbesondere, wenn dein Gegenüber früher gelegentlich geboxt hat.
Hast Du echt mal im Ring geboxt? :D

Im Grunde bildet Deine Geschichte ziemlich viel vom heutigen gesellschaftlichen Konflikt ab: "Gut" versus "korrekt". - Natürlich war das inkorrekt (denn der Gastgeber hat den Boden zu polstern und den Gartenteich zu umzäunen) :geek: - aber gut war's auch. - Andersrum: Wäre es korrekt gewesen, hätte es nicht gut werden können. :lol:

Tip: Tue Dich mit dem Beleidiger zusammen und klage den Gastgeber an (fehlende Boden-Polsterung, fehlender Gartenteich-Zaun) - damit werdet ihr beide wieder korrekt-gewaschen. :lol:

Aber ernsthaft: Genau dieser Konflikt zwischen gesundem Menschenverstand und Correctness bestimmt zur Zeit gesellschaftliche Konflikte.
Zuletzt geändert von closs am Di 6. Nov 2018, 17:16, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
Verlorener_Sohn
Beiträge: 345
Registriert: Do 2. Mai 2013, 10:22

Re: Eine AfD-Aussteigerin berichtet

Beitrag von Verlorener_Sohn » Di 6. Nov 2018, 17:16

piscator hat geschrieben:
Martinus hat geschrieben:
piscator hat geschrieben: Okay, was mache ich jetzt?
:o :o :o
falls du es noch nicht getan hast : spätestens heute mindestens drei, eher vier Vaterunser
Nein, nein, jetzt betet man Mutterunser, ganz gendergerecht. :lol:
*Achtung Ironie*

Bei uns Katholiken nennt man das "Ave Maria".
:mrgreen:
Ich bin römisch-katholisch.
Verloren ist nur noch mein Nick-Name.

In principio erat Verbum, et Verbum erat apud Deum, et Deus erat Verbum.

Benutzeravatar
closs
Beiträge: 35101
Registriert: Fr 19. Apr 2013, 20:39

Re: Eine AfD-Aussteigerin berichtet

Beitrag von closs » Di 6. Nov 2018, 17:18

Verlorener_Sohn hat geschrieben:Bei uns Katholiken nennt man das "Ave Maria".
Zu meiner Marketingzeit haben wir uns mal den Spaß gemacht, einen Slogan für ein Bordell zu machen - raus kam:
"Ave Vagina - wir stellen die Weichen, Sie die Harten." --- Achtung: Selbst-Zensur.

Benutzeravatar
SamuelB
Beiträge: 1456
Registriert: Sa 30. Sep 2017, 17:02

Re: Eine AfD-Aussteigerin berichtet

Beitrag von SamuelB » Di 6. Nov 2018, 20:02

ThomasM hat geschrieben:Gewalt ist tatsächlich keine Lösung.
:lol: :lol:
ThomasM hat geschrieben:Gewalt bedeutet das Durchsetzen der eigenen Interessen ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse des Gegenüber.
Die sind mir unter Umständen tatsächlich egal, vor allem im Fall eines Angriffs, und ich weiß nicht, wo das Problem sein soll. Manche verstehen keine andere Sprache. Wenn du mit denen reden willst, wird es dir als Schwäche ausgelegt und du noch weniger respektiert. Jedes Wort wäre verschwendet. Die geben keine Ruhe und würden dich nur weiter rumschubsen. Kennst du?
ThomasM hat geschrieben:Da Gewalt die Bedürfnisse des Gegenüber vernachlässigt, werden diese sich in irgendeiner Form Bahn brechen, meistens wiederum mit Gewalt. Gewalt erzeugt Gegengewalt.
Hauptsache nicht gegen mich.

Das Bsp von Piscator ist sehr gut. Kein Mann kann es sich leisten, dass seine Frau ungestraft beleidigt wird! Wie steht er denn da vor ihr, vor anderen Männern und Frauen UND VOR SICH SELBST?!
piscator hat geschrieben:Plötzlich wird meine dabeistehende Frau als Schlampe eines Judenfreundes beschimpft.
Ja, da wäre mein Geduldsfaden auch gerissen. :clap:
piscator hat geschrieben:Strafanzeige?
Polizei rufen?
Spontan Stuhlkreis bilden und darüber mit dem Typ reden?
Yogamatten und Bonbons verteilen?
Die Beiden in den Arm nehmen und zusammen "Kumbaja" singen?
:lol:

Deine Wahl war dann doch besser, so witzig ein Stuhlkreis auch gewesen wäre.^^ :thumbup:
Der Vogel wird das sicherlich nicht noch einmal machen!
piscator hat geschrieben:Merke: Schau dir die Leute genau an, die du beleidigen willst. Insbesondere, wenn dein Gegenüber früher gelegentlich geboxt hat.
Das siehst du den Leuten ja nicht zwangsläufig an. Und dann gibt es eine Überraschung. :devil: :devil:
Viele Grüße
von Sam

Benutzeravatar
Magdalena61
Administrator
Beiträge: 14756
Registriert: Mo 15. Apr 2013, 20:44
Kontaktdaten:

Re: O.T.

Beitrag von Magdalena61 » Mi 7. Nov 2018, 02:05

CoolLesterSmooth hat geschrieben:
Magdalena61 hat geschrieben:5. Mose 21, 10-14 fordert nicht dazu auf, kriegsgefangene Frauen zu vergewaltigen!
Vergewaltigung und die daraus resultierenden Verpflichtungen werden ein Kapitel weiter behandelt. 5. Mose 22.
Sicher? Das, was in 5. Mose 21, 10-14 beschrieben wird, wurde damals vielleicht nicht als Vergewaltigung verstanden, nach heutigem Verständnis sieht das jedoch anders aus.
Nach heutigem Verständnis sieht einiges anders aus.
Heute und bei uns wird nicht mehr gesteinigt oder gekreuzigt. Ein Bräutigam muß keinen Brautpreis mehr entrichten, wenn er heiraten will. Ein Mann darf auch nicht mehrere Frauen gleichzeitig zur Ehefrau haben. Eigentlich auch nicht als Maitresse... sonst ergeht es ihm möglicherweise wie Kachelmann.
CoolLesterSmooth hat geschrieben:5. Mose 22, 28-29 beschreibt klar sexuelle Handlungen, die GEGEN den Willen der Frau geschehen ("ergreift") => Vergewaltigung, da sind wir uns wohl einig (Vers 29 ist übrigens eines der widerwärtigsten Gesetze, die ich jemals gesehen habe).
Soziale Absicherung der Frau auf Lebenszeit. Was hättest du vorgeschlagen?
Dass der Mann die Frau gar nicht erst vergewaltigen soll? Ja klar, das wäre Gott auch lieber gewesen, schätze ich. Deswegen die drastische Androhung: Wenn du sie vergewaltigst, und du wirst geschnappt, dann wirst du sie ein Leben lang ernähren müssen.

Oder was hättest du sonst empfohlen?
Dass man sie ins Elend schicken soll? Als gefallenes Mädchen hätte sie ihren Eltern oder anderen Verwandten lebenslang auf der Tasche liegen oder sich prostituieren müssen. Einen "ehrbaren" Mann hätte sie nicht mehr bekommen. Ein mieses Leben als lästiges Anhängsel, und das ohne eigene Schuld.
Aber wenn es um die Ehe mit weiblichen Gefangenen geht, ist der Wille der Frau schlicht und einfach egal, sie hat in dieser Sache kein Mitspracherecht. ER darf sie zur Frau nehmen, wenn es IHM passt und darf sie gehen lassen, wenn sie IHM nicht mehr gefällt.
Wurden die Frauen Israels gefragt, ob sie mit der Wahl ihrer Eltern bezüglich ihres künftigen Ehemannes einverstanden waren? Durften sie sich den Mann ihrer Träume etwa selbst aussuchen?
Lea?
Michal?
CoolLesterSmooth hat geschrieben:Wo ist der Vers "Wenn sie jedoch keinen Gefallen an dir hat, so nimm sie nicht zur Ehe und lass sie gehen, wohin sie will."?
Da ist ein anderer Vers. Und in allen Übersetzungen, die ich gecheckt habe, ist die Rede von Zuneigung.
5. Mose 21, 11 (STL): ...und du unter den Gefangenen eine schöne Frau siehst und dich in sie verliebst und sie zur Frau nimmst
-- und von Heirat.
Und ausdrücklich davon, dass der Mann die "kriegsgefangene" Frau nicht versklaven darf.
Wenn dich also jemand gegen deinen Willen zur Frau nimmt und die mit der Ehe verbundenen sexuellen Handlungen an dir vollzieht, ist das in deinen Augen dann keine Vergewaltigung?
Ob gegen den Willen der Frau geheiratet wurde, darüber steht da nichts. Man kann die Verse so sehen, wie du sie siehst.
Man kann sie aber auch als Erlaubnis zur Ehe mit kriegsgefangenen Frauen sehen.
Insgesamt ist es nicht sehr erbaulich, das alles.
CoolLesterSmooth hat geschrieben:oder ob ich dank göttlicher Gesetzgebung gezwungen werde, gegen meinen Willen mit jemandem zu leben, der mich immer wieder vergewaltigt, dann wüsste ich, wie ich mich entscheiden würde.
Nach einer gesellschaftlich anerkannten Eheschließung konnte die Frau sich, wenn ihr Mann sie vernachlässigte oder schlecht behandelte, bei den Ältesten im Tor beschweren. Das muß man sich mal vorstellen: Wenn der Mann seinen ehelichen Pflichten nicht nachkam, konnte die Frau auf diese Weise Druck machen. Wie peinlich für den Mann.

Ehefrauen waren nicht unbedingt graue Mäuse. Sarah. Hatte die Hosen an. Und andere auch.

Und du meinst, wenn Migranten hier deutsche Frauen vergewaltigen, dann sei das 5. Mose 21 gleichzustellen? -- Die Herren Migranten haben doch gar keinen Krieg gewonnen. Sie sind vor dem Krieg in ihrem Land davongelaufen. Und heiraten wollten sie ihre Opfer auch nicht.
Also: Ziemlich daneben, der Vergleich. Leider.
LG

Benutzeravatar
closs
Beiträge: 35101
Registriert: Fr 19. Apr 2013, 20:39

Re: Eine AfD-Aussteigerin berichtet

Beitrag von closs » Mi 7. Nov 2018, 10:06

Magdalena61 hat geschrieben:Nach heutigem Verständnis sieht einiges anders aus.
Ich bin Dir dankbar, dass Du hier als FRAU differenziert sprichst - wenn es vom Mann kommt, wird es gleich wieder auf in die MAcho-Kiste entsorgt. - Sozialgeschichtlich gesehen hast Du aus meiner Sicht vollkommen recht.

Benutzeravatar
closs
Beiträge: 35101
Registriert: Fr 19. Apr 2013, 20:39

Re: Eine AfD-Aussteigerin berichtet

Beitrag von closs » Mi 7. Nov 2018, 10:09

SamuelB hat geschrieben:Das Bsp von Piscator ist sehr gut. Kein Mann kann es sich leisten, dass seine Frau ungestraft beleidigt wird! Wie steht er denn da vor ihr, vor anderen Männern und Frauen UND VOR SICH SELBST?!
Wie gut ist Piscators Lösungsweg auch finde: Man kann es auch mit beißender Ironie und verbaler Verletzung tun - allerdings werden Fäuste universal verstanden, was sicherlich Fragen nach "Hat man es verstanden?" erübrigt.

CoolLesterSmooth
Beiträge: 364
Registriert: Do 21. Apr 2016, 17:03

Re: O.T.

Beitrag von CoolLesterSmooth » Mi 7. Nov 2018, 16:36

Magdalena61 hat geschrieben: Soziale Absicherung der Frau auf Lebenszeit. Was hättest du vorgeschlagen?
Dass der Mann die Frau gar nicht erst vergewaltigen soll? Ja klar, das wäre Gott auch lieber gewesen, schätze ich.
Wenn ich Gott wäre und damit alle Trümpfe für die Gestaltung einer Gesellschaft in der Hand hätte, dann würde ich zunächst mal davon absehen, durch meine Gesetze ein System zu fördern, in dem Frauen wie Ware und vergewaltigte Frauen dementsprechend wie beschädigte Ware behandelt werden.
Deswegen die drastische Androhung: Wenn du sie vergewaltigst, und du wirst geschnappt, dann wirst du sie ein Leben lang ernähren müssen.
Während Vergewaltiger vergebener Frauen getötet werden. Und es geht ja nicht nur darum, dass der Täter für den Unterhalt des Opfers aufkommt, denn:
Oder was hättest du sonst empfohlen?
Dass man sie ins Elend schicken soll? Als gefallenes Mädchen hätte sie ihren Eltern oder anderen Verwandten lebenslang auf der Tasche liegen oder sich prostituieren müssen. Einen "ehrbaren" Mann hätte sie nicht mehr bekommen. Ein mieses Leben als lästiges Anhängsel, und das ohne eigene Schuld.
Exakt, ohne eigene Schuld. Und dennoch wird sie bestraft, indem sie gezwungen wird, ihren Peiniger, den Mann, der ihren gesellschaftlichen Stand zerstört hat, der für ihr körperliches und psychisches Leid verantwortlich ist, diesen Mann also zu heiraten (und folglich natürlich auch noch seine Nachkommen auszutragen). Das ist in deinen Augen eine akzeptable Lösung? Jetzt mal ganz ehrlich und du musst die Frage nicht mir beantworten, wenn du nicht möchtest, es reicht mir schon, wenn du sie für dich selbst beantwortest: Würdest du dieses Vorgehen auch verteidigen, wenn es nicht letztendlich um die Moral deines Gottes gehen würde?

Ich frage mich auch, ob derart düstere Aussichten nicht eher die Vertuschung von Vergewaltigungen gefördert haben.
Wurden die Frauen Israels gefragt, ob sie mit der Wahl ihrer Eltern bezüglich ihres künftigen Ehemannes einverstanden waren? Durften sie sich den Mann ihrer Träume etwa selbst aussuchen?
Macht es das besser?
Da ist ein anderer Vers. Und in allen Übersetzungen, die ich gecheckt habe, ist die Rede von Zuneigung.
5. Mose 21, 11 (STL): ...und du unter den Gefangenen eine schöne Frau siehst und dich in sie verliebst und sie zur Frau nimmst
-- und von Heirat.
Richtig, du in sie, nicht ihr in euch.
Und ausdrücklich davon, dass der Mann die "kriegsgefangene" Frau nicht versklaven darf.
Das Versklavungsverbot ist Teil von 5. Mose 21, 14 und der Vers bezieht sich klar darauf, was zu tun ist, wenn der Mann keinen Bock mehr auf die Frau hat, dann darf er sie nicht verkaufen oder sie sozusagen von der Ehefrau zur Sklavin degradieren, sondern muss sie ziehen lassen. Auf die Eheschließung hat dieser Vers jedoch keinen Einfluss.
Und du meinst, wenn Migranten hier deutsche Frauen vergewaltigen, dann sei das 5. Mose 21 gleichzustellen?
Ganz und gar nicht, um den Bezug zu den Vergewaltigungen durch Migranten ging es mir nie, sondern lediglich um deine Relativierung dessen, was in der Bibel steht. Das macht die genauere Ausführung dieser Sache zugegebenermaßen zum Offtopic, ich könnte schon noch mehr zur moralischen Verkommenheit der mosaischen Gesetze schreiben, aber das sollte dann wohl lieber in einen anderen Thread verlegt werden.
Und heiraten wollten sie ihre Opfer auch nicht.
Und selbst wenn sie es wollten, wäre ich verdammt froh, dass wir kein Gesetz haben, dass ihnen diese Ehe gegen Zahlung eines Bußgeldes und unabhängig vom Willen des Opfers ermöglicht.

Benutzeravatar
closs
Beiträge: 35101
Registriert: Fr 19. Apr 2013, 20:39

Re: Eine AfD-Aussteigerin berichtet

Beitrag von closs » Mi 7. Nov 2018, 16:46

CoolLesterSmooth hat geschrieben:Wenn ich Gott wäre und damit alle Trümpfe für die Gestaltung einer Gesellschaft in der Hand hätte, dann würde ich zunächst mal davon absehen, durch meine Gesetze ein System zu fördern, in dem Frauen wie Ware und vergewaltigte Frauen dementsprechend wie beschädigte Ware behandelt werden.
Das Böse ist keine Schöpfung an sich, sondern ein Verstoß/Missbrauch der Schöpfung durch die Fähigkeit des Menschen, ich-orientiert zu denken und zu handeln. - Die Alternative, so wie Du sie meinst, hätte zur Folge, dass es keinen Menschen mit Eigen-Bewusstsein hat. - Dieses ist nämlich nur durch das Ausgesetzt-Werden von gut und böse möglich.
CoolLesterSmooth hat geschrieben:sondern lediglich um deine Relativierung dessen, was in der Bibel steht.
Man MUSS das relativieren - da ist Dir zuzustimmen. - Das heißt: Man muss es sozialgeschichtlich verstehen. - Oder anders: Auch heute gibt es Versklavung, auch bei uns im Westen - nur bedient diese sich anderer Motive.

Antworten