Gedenken an die sog. Reichskristallnacht

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Munro
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Re: Gedenken an die sog. Reichskristallnacht

Beitrag von Munro » Fr 9. Nov 2018, 16:09

Gerade eben komme ich nun vom Gedenken an die Opfer des 9. November 1938 zurück.
Denn wir kämpfen nicht für Ruhm, nicht für Reichtümer oder Ehren, sondern wir kämpfen einzig für die Freiheit, die kein ehrenhafter Mann aufgibt, wenn nicht zugleich mit seinem Leben.

thomas4
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Re: Gedenken an die sog. Reichskristallnacht

Beitrag von thomas4 » Fr 9. Nov 2018, 17:00

Dann kannst Du mir ja bitte meine Frage beantworten.

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Munro
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Re: Gedenken an die sog. Reichskristallnacht

Beitrag von Munro » Fr 9. Nov 2018, 17:02

Pluto hat geschrieben:
Andererseits ist der 9. November auch ein Glückstag, an dem das Volk den Fall der Mauer feierte.
Vieles ist an jenem Tag geschehen. :idea:
Denn wir kämpfen nicht für Ruhm, nicht für Reichtümer oder Ehren, sondern wir kämpfen einzig für die Freiheit, die kein ehrenhafter Mann aufgibt, wenn nicht zugleich mit seinem Leben.

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Helmuth
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Re: Gedenken an die sog. Reichskristallnacht

Beitrag von Helmuth » Fr 9. Nov 2018, 17:10

PeB hat geschrieben: 1955: Erlöschen der deutschen Staatsbürgerschaft für "Beute-Österreicher"
Das sehen die wenigsten Österreicher heute als Schicksalsschlag, du meinst eher die Annexion 1938. Allerdings wurde damals Hitler mit ehrenhaften Grüßen und tausenden zuwinkenden Taschentüchern von unserer Stadt empfangen. Eine größere Ehre wurde nur der Schifahrerlegende Karl Schranz zuteil, nachdem man ihn von der Olympiade ausgeschlossen hatte.

Das Blatt kann sich auch wenden. Simon Wiesenthal wird wohl in die Geschichte eingehen als unerbitterlicher Nazigegner. Oder wie man unseren Ex Bundespräsidenten Kurt Waldheim auf die amerikanische Watchlist gesetzt hatte, war auch kein Akt der Würdigung. Ok, einen Gedenktag verdient das natürlich nicht.

Von gegenseitiger Vergebung ist da wenig die Rede. Man kann das allerdings von Nichtchristen auch nicht nur sehr bedingt erwarten. Allerdings nerven mich solche künstlich initiierten Veranstaltungen auch schon. Denn wann hört das eigentlich auf uns weiter die Schuld zuzuschieben? Oder anders gefragt, wann erkennt das Volk Israel seine eigenen Sunden?

Bei aller Liebe zu dem Volk erlaube ich mir auch das zu fragen.
Herzliche Grüße
Helmuth

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Munro
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Re: Gedenken an die sog. Reichskristallnacht

Beitrag von Munro » Fr 9. Nov 2018, 18:24

Hier ein Kommentar zum Thema des Begriffs "Reichskristallnacht":
Nicht einmal der Journalist und Sprachexperte Dolf Sternberger, der unmittelbar nach 1945 begonnen hatte, die Deutschen über menschenverachtende Formulierungen „Aus dem Wörterbuch des Unmenschen“ aufzuklären, vermochte den Ursprung des Wortes aufklären: „Mir ist in Gesprächen gelegentlich die Vermutung begegnet, die Täter selbst hätten das Wort erfunden. Und es ist wahr, man könnte auch ein Interesse am Euphemismus heraushören.“

Doch glaubte Sternberger nicht, dass das Wort ,Reichskristallnacht’ „einer nationalsozialistischen Schnoddrigkeit“ seine Entstehung verdankt: „Das Verwegen- Lustige daran wäre dem Göringschen Milieu zwar durchaus zuzutrauen, nicht aber der Jux mit dem ,Reich’. Diese Zusammensetzung hat ja auch eine höhnische Note, indem sie das parteiamtliche und das reichseinheitlich Durchorganisierte des Vorgangs blitz- und witzhaft kenntlich macht. Kurz, die Vermutung spricht am ehesten für den anonymen Volkswitz, zumal den Berlinischen.“ Beweisen lässt sich diese Annahme freilich nicht.

Im Jahr 1978 schlug der damalige SPD-Bundestagsabgeordnete Klaus Thüsing vor, statt von „Reichskristallnacht“ besser von „Reichspogromnacht“ zu sprechen. In Deutschland hat sich dieser politisch korrekte Begriff seit 1988 zunehmend durchgesetzt, obwohl ihm im Gegensatz zur Prägung „Kristallnacht“ jede Authentizität fehlt. In anderen Ländern wird jedoch weiter von der „Crystal night“, der „Nuit de Crystal“ oder der „Notte dei Cristalli“ gesprochen.
Quelle: https://www.welt.de/regionales/berlin/a ... nacht.html
Denn wir kämpfen nicht für Ruhm, nicht für Reichtümer oder Ehren, sondern wir kämpfen einzig für die Freiheit, die kein ehrenhafter Mann aufgibt, wenn nicht zugleich mit seinem Leben.

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Munro
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Re: Gedenken an die sog. Reichskristallnacht

Beitrag von Munro » Fr 9. Nov 2018, 18:39

Und die JÜDISCHE ALLGEMEINE schreibt:

Von der »Kristallnacht« zum »Novemberpogrom«
Der 9. November 1938 im deutschen Sprachgebrauch: eine Spurensuche
Wenn heute öffentlich von dem Inferno der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 die Rede ist, spricht man von (Reichs-) »Pogromnacht« oder »Novemberpogrom«. Die lange gängigen Begriffe »Kristallnacht«, beziehungsweise »Reichskristallnacht« gelten inzwischen als politisch nicht korrekt.

.....

Doch inzwischen ist der Sprachgebrauch in manchen Medien wieder heterogen, nicht zuletzt wohl wegen Vorbehalten, wie sie der Historiker Friedemann Bedürftig am 7. November 1998 in der SZ artikuliert hat: »›Pogrom‹, wörtlich übersetzt ›Unwetter‹, hat etwas von Naturereignis und anonymisiert die Verbrecher. So schlägt die gute Absicht der Umbenenner in Verschlimmbesserung um.«
Quelle: https://www.juedische-allgemeine.de/art ... w/id/14390
Denn wir kämpfen nicht für Ruhm, nicht für Reichtümer oder Ehren, sondern wir kämpfen einzig für die Freiheit, die kein ehrenhafter Mann aufgibt, wenn nicht zugleich mit seinem Leben.

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jose77
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Re: Gedenken an die sog. Reichskristallnacht

Beitrag von jose77 » Fr 9. Nov 2018, 19:09

Denn wann hört das eigentlich auf uns weiter die Schuld zuzuschieben? Oder anders gefragt, wann erkennt das Volk Israel seine eigenen Sunden?
Solange solche Fragen gestellt werden, wird es nicht aufhören können und werden
Grüsse von Jose

Nova
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Re: Gedenken an die sog. Reichskristallnacht

Beitrag von Nova » Fr 9. Nov 2018, 19:51

jose77 hat geschrieben:
Denn wann hört das eigentlich auf uns weiter die Schuld zuzuschieben? Oder anders gefragt, wann erkennt das Volk Israel seine eigenen Sunden?
Solange solche Fragen gestellt werden, wird es nicht aufhören können und werden
.
„... So glaube ich heute im Sinne des allmächtigen Schöpfers zu handeln: Indem ich mich des Juden erwehre, kämpfe ich für das Werk des Herrn.“ Adolf Hitler
Christen haben den Holocaust wohl zugelassen, weil sie es irgendwie als gerechte Strafe für die Sünden des Volkes Israel hielten. Nachdem sie Jahrhunderte - natürlich aus reiner christlicher Nächstenliebe - als Christusmörder bezeichnet wurden.
Zuletzt geändert von Nova am Fr 9. Nov 2018, 20:00, insgesamt 1-mal geändert.

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Helmuth
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Re: Gedenken an die sog. Reichskristallnacht

Beitrag von Helmuth » Fr 9. Nov 2018, 20:00

jose77 hat geschrieben:
Denn wann hört das eigentlich auf uns weiter die Schuld zuzuschieben? Oder anders gefragt, wann erkennt das Volk Israel seine eigenen Sunden?
Solange solche Fragen gestellt werden, wird es nicht aufhören können und werden
Das prophetische Wort dazu ist Gott sei Dank anders. Wenn ich so rede, dann menschlich, im Sinne Jesu, als er sagte, wie lange muss ich das noch ertragen. Jesus wusste aber mit Bestimmtheit, dass dies eine Ende haben wird. Er kannte das prophetische Wort, und weit besser als ich.
Herzliche Grüße
Helmuth

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PeB
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Re: Gedenken an die sog. Reichskristallnacht

Beitrag von PeB » Fr 9. Nov 2018, 20:48

Helmuth hat geschrieben:
PeB hat geschrieben: 1955: Erlöschen der deutschen Staatsbürgerschaft für "Beute-Österreicher"
Das sehen die wenigsten Österreicher heute als Schicksalsschlag
...und recht haben sie ;)
Deine Worte sind mein Leben. Ich freue mich von Herzen, wenn du mit mir redest, denn ich gehöre ja dir, Herr, du Allmächtiger. (Jeremia 15,16)

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