Geschichte und Mythos

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Helmuth
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Re: Geschichte und Mythos

Beitrag von Helmuth » Fr 14. Sep 2018, 19:58

closs hat geschrieben: Apropos: Mein Sohn hat mich mal gefragt, ob der Mensch vom Affen abstammt. - Ich habe ihm dann geantwortet: "Ich nicht - Du vielleicht schon". :idea:
Haha, ... ja, wer hat den Spruch nicht schon mal losgelassen. :lol:
closs hat geschrieben: Hast Du Dir schon mal überlegt, dass es eine geistig-existenzielle und eine biologische Herkunft gibt? - "Geistig-existenziell" ist das, woher Du kommst, was Du bist und was Du sein wirst. - "Biologisch" ist lediglich die Hülle in materiellen Zeiten Deiner Existenz. ---- Müsste doch einsichtig sein, oder?
Die Trennung bzw. Umkleidung ist mir bewusst. Daraus leite ich aber nicht ab, dass beide nicht real und historisch sind, oder dass das z.B. nur für den biologischen Wesensbestandteil gelten sollte. Nur Gottes Geist ist ewig zeitlos, unserer hat jedenfalls einen klaren Beginn, und der ist mit dem Geburtsdatum (oder korrekter Zeugungsdatum) historisch fixiert, für mich dabei also sowohl Geist als auch Leib.
closs hat geschrieben: Kann es nicht sein, dass es Botschaften/Offenbarungen von Gott gibt, die historisch gar nicht darstellbar sind, sondern nur durch den Geist einer Metapher?
Nun ja, es heißt bei Gott wäre alles möglich, aber das könnte ich nie für mein Denkvermögen behaupten. Sagen wir mal so: Es ist mir zu hoch. Gott müsste es also dann exakt so offenbaren. Aus seinem Reden erkenne ich das aber nicht.
Herzliche Grüße
Helmuth

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Andreas
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Re: Geschichte und Mythos

Beitrag von Andreas » Fr 14. Sep 2018, 20:11

Helmuth hat geschrieben:Dass Bileam gesprochen hatte ist für mich sicher historischer Fakt. Allerdings gebe ich auf sein Wort einen Furz als das Wort eine Wahrsagers. Wenn so einer sagt, es spricht der Herr, von dem der HG mehrfach bezeugt, dass er ein falscher und irregeleiteter Prophet war, dann sind für mich seine Worte irrelevant was prophtische Weissagung betrifft. Daher lege ich sein Zeugs sicher nicht aus als ein Wort Gottes.
:thumbup: Sorry, war mein Fehler. :oops: Ich nehme alles zurück. :silent: Ich habe schon wieder ohne das Zeugnis des HG geredet. :cry: Du hast selbstverständlich recht. :clap: Jetzt ist mir alles klar. :idea: Danke! :blumenstrauss: Bitte bete für mich, damit der HG doch eines Tages auch zu mir kommt. :Herz: Ich melde mich dann wieder. :chapeau:

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closs
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Re: Geschichte und Mythos

Beitrag von closs » Fr 14. Sep 2018, 20:38

Helmuth hat geschrieben: Nur Gottes Geist ist ewig zeitlos, unserer hat jedenfalls einen klaren Beginn, und der ist mit dem Geburtsdatum (oder korrekter Zeugungsdatum) historisch fixiert, für mich dabei also sowohl Geist als auch Leib.
Da bin ich nicht so sicher - persönlich vermute ich, dass der Mensch mindestens mit der Zeugung einer ist, den Gott beim Namen rufen kann. - Und NACH dem körperlichen Tod gehe ich ebenfalls von einer geistigen Existenz des Menschen (Geistleib) aus.
Helmuth hat geschrieben:Sagen wir mal so: Es ist mir zu hoch. Gott müsste es also dann exakt so offenbaren. Aus seinem Reden erkenne ich das aber nicht.
Stelle Dein Licht nicht unter den SCheffel und denke an das, was "Himmel" bedeutet. - Im AT heißt es irgendwann, dass Gott im "Himmel der Himmel der Himmel" wohnt - dies ist eine Offenbarung im Sinne von: "Es gibt einen Ort, den wir nur durch eine Anhäufung von Metaphern als unverstehbar bezeichnen können - mit anderen Worten: Wir bezeichnen etwas, von dem wir glauben, dass es es gibt, mit Metaphern, die nicht historisch sein KÖNNEN, weil dieses "Etwas" über der Historie ist.

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Andreas
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Re: Geschichte und Mythos

Beitrag von Andreas » Fr 14. Sep 2018, 21:01

Irgendwie, irgenwo, irgendwann in der Bibel ...
1.Kön 8,27 hat geschrieben:Denn sollte Gott wirklich auf Erden wohnen? Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen - wie sollte es dann dies Haus tun, das ich gebaut habe?
Mist.

Vielleicht hier?
2.Chr 6,18 hat geschrieben:Denn sollte Gott wirklich bei den Menschen auf Erden wohnen? Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen; wie sollte es dann dies Haus tun, das ich gebaut habe?
Ja Himmel, Herrgott ...
Macht aber nix, weil ...

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Helmuth
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Re: Geschichte und Mythos

Beitrag von Helmuth » Fr 14. Sep 2018, 23:52

closs hat geschrieben: Stelle Dein Licht nicht unter den SCheffel ...
Closs: Irgendwo scheitert mein Intellekt, dir noch Antworten zu geben. Dein Denken überfordert mich.
Andreas hat geschrieben:
2.Chr 6,18 hat geschrieben:Denn sollte Gott wirklich bei den Menschen auf Erden wohnen? Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen; wie sollte es dann dies Haus tun, das ich gebaut habe?
Ja Himmel, Herrgott ...
Macht aber nix, weil ...
Ja, irgendwie schaffst du es besser, noch eine Antwort zu geben. ;)
Herzliche Grüße
Helmuth

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Andreas
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Re: Geschichte und Mythos

Beitrag von Andreas » Sa 15. Sep 2018, 01:25

Der eine hat den HG, der andere wusste schon die Grundlagen von allem, was der Fall ist - lange bevor er die Bibel gelesen hat. Biblischer Widerstand ist zwecklos.

Okay, dann wohnt Gott eben im Himmel der Himmel der Himmel. Irgendwann ... wenn alle anderen überzeugt worden sind ... zieht Gott dann um ... und dann steht es auch so ... irgendwo in irgendeiner Bibel ... die dann endlich irgendwer umgeschrieben hat.

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Janina
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Re: Geschichte und Mythos

Beitrag von Janina » Sa 15. Sep 2018, 09:27

R.F. hat geschrieben:Ihr nennt mein Vorgehen planlos, weil Ihr den Plan dahinter nicht begreift.
Das macht nichts. Solange du den Stoff nicht begreifst, ist jeder Plan überflüssig.
closs hat geschrieben:2) Ist der Sündenfall von A+E historisch im Sinne von 1 b)?
Wohl kaum. Aber mythisch.
R.F. hat geschrieben:Jedenfalls darfst Du nach meinen wenigen Worten vermuten, dass ich insbesondere der Ur- und Frühgeschichte distanziert gegenüber stehe.
Ich darf auch nach wenigen deiner Worte vermuten, dass du jeglicher Bildung distanziert gegenüber stehst.

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Helmuth
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Re: Geschichte und Mythos

Beitrag von Helmuth » Sa 15. Sep 2018, 09:41

Guten Tag Closs, mein Geist derfangt sich wieder etwas. :D
closs hat geschrieben: Und NACH dem körperlichen Tod gehe ich ebenfalls von einer geistigen Existenz des Menschen (Geistleib) aus.
Ja, nach Zeugung exisiterst du. Die Existenz sehe ich als Realtität. Und diese in einem historischen Kontext. Nach Auferstehung wird dein Geist von einem neuen Leib umkleidet, denn der erste war hinich, er hatte ein historisches Ablaufdatum, von Gott gesetzt. Auf den neuen hoffen wir, denn der ist dann ewig.

Leben ist kein Mythos. Wer sich nur einbildet, dass er lebt, oder daraus eine Metapher oder metaphysische Gedanken konstruiert, der denkt philosophisch und ist sich möglicherweise einer Exsistenz Gottes nicht bewusst. Darum will ja Gottes HG in dir wohnen, um zu zeigen wie real und echt "Leben" in Wirklichkeit ist.

Und so sehe ich sein Wort. Es wurde von Anfang an im Geiste so geschrieben, dass sein Geist, Gott JHWH, uns sich offenbart, schrittweise halt, nicht das ganze Programm auf einmal, denn das übersteigt uns. Unser Denken ist ja ebenso infolge der Sünde hinich, nicht nur der Leib.

Die hinichen Gedanken, die Klugscheißer sogar noch Weisheit nennen, nun, dazu hat Gott auch seinen Senf abgegeben. Mythen haben da keinen Platz finde ich, zumindest wenn man von meiner Definition und Klassifizerung dieses Begriffs ausgeht. Eher sage ich, solches Denken ist ebenso hinich wie der sterbliche Leib.
closs hat geschrieben: Im AT heißt es irgendwann, dass Gott im "Himmel der Himmel der Himmel" wohnt - dies ist eine Offenbarung im Sinne von: ...
Das ist eben keine Offenbarung, sondern hier agiert wieder dein Geist mit seiner beschränkten Vorstellungskraft in seinem Unterfangen sich es doch irgendwie erklären zu wollen, obwohl es schon heißt, dass es nicht zu fassen ist. Ein Akt des Hochmutes.

Closs, wenn du mal akzeptierst, dass dein Denken ebenso hinich ist, dann bist du im Leben schon einen Schritt weiter als Millionen andere gekommen und jagst nicht mehr Flöhe. :)

Salomo hat hier aufrichtigerweise resigniert als er diese Aussage tätigte, und ich denke das ist ein Akt der Demut vor Gott. Gott kennt sich aus, wir nicht. Aber er lässt uns Anteil haben. Er erneuert unser hiniches Wesen, alles, den Geist und den Leib. Und über diese Hoffnung redet die Schrift von Alpha bis Omega.
Herzliche Grüße
Helmuth

R.F.
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Re: Geschichte und Mythos

Beitrag von R.F. » Sa 15. Sep 2018, 10:02

Janina hat geschrieben: - - -
R.F. hat geschrieben:Jedenfalls darfst Du nach meinen wenigen Worten vermuten, dass ich insbesondere der Ur- und Frühgeschichte distanziert gegenüber stehe.
Ich darf auch nach wenigen deiner Worte vermuten, dass du jeglicher Bildung distanziert gegenüber stehst.
Du meinst mit Bildung die auf falschen Annahmen beruhende One Way - Bildung, die die Menschheit stracks an den Rammbock führt... :P

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closs
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Re: Geschichte und Mythos

Beitrag von closs » Sa 15. Sep 2018, 10:47

Janina hat geschrieben: closs hat geschrieben:
2) Ist der Sündenfall von A+E historisch im Sinne von 1 b)?

Wohl kaum. Aber mythisch.
Naja - man könnte diesen Mythos als Bezeichnung des Moments bezeichnen, als der Mensch evolutions-geschichtlich erstmals bewusst "Ich" reflektieren konnte. - Diesen Moment gibt es in der Tat in der Menschheitsgeschichte.
Helmuth hat geschrieben: Die Existenz sehe ich als Realtität. Und diese in einem historischen Kontext.
Zustimmung.
Helmuth hat geschrieben:Nach Auferstehung wird dein Geist von einem neuen Leib umkleidet, denn der erste war hinich, er hatte ein historisches Ablaufdatum, von Gott gesetzt. Auf den neuen hoffen wir, denn der ist dann ewig.
Zustimmung.
Helmuth hat geschrieben: Mythen haben da keinen Platz finde ich
Moment - Mythen sind keine Alternative zu Wirklichkeit, sondern Bezeichner von Wirklichkeit.
Helmuth hat geschrieben:Das ist eben keine Offenbarung, sondern hier agiert wieder dein Geist mit seiner beschränkten Vorstellungskraft in seinem Unterfangen sich es doch irgendwie erklären zu wollen, obwohl es schon heißt, dass es nicht zu fassen ist. Ein Akt des Hochmutes.
Es steht aber da - warum? - Doch deshalb, weil die Offenbarung darin heißen soll: "Ich, Jahwe, BIN irgendwo, aber Ihr könnte nicht fassen, was mein Wesensort ist" (und der ist NICHT "historisch"). - Es wäre also eine Offenbarung für die Unerreichbarkeit menschlichen Denkens - damit müsstest Du eigentlich einverstanden sein.
Helmuth hat geschrieben:wenn du mal akzeptierst, dass dein Denken ebenso hinich ist, dann bist du im Leben schon einen Schritt weiter als Millionen andere gekommen und jagst nicht mehr Flöhe.
Der Gegenstand meines Denkens ist es gerade, auf die Hinichkeit menschlicher Existenz und Reflexion hinzuweisen - aber das tut man halt mit Denken. - Alternative dazu wäre beten und ansonst schweigen - was sicherlich nicht das Schlechteste ist.

EIGENTLICH sehe ich meine Aufgabe darin, mit menschlichem Denken dem heute üblichen Primat menschlichen Denkens (anthropogene Vernunft = Maßstab) etwas entgegenzusetzen im Sinne von: "Wer in anthropogener Vernunft die Lösung geistig-existenzieller Fragen des Menschen sieht, ist unaufgeklärt".
Helmuth hat geschrieben:Salomo hat hier aufrichtigerweise resigniert als er diese Aussage tätigte, und ich denke das ist ein Akt der Demut vor Gott.
Richtig - siehe auch "Hiob". - Aber man muss durch die anthropogene Vernunft durch (siehe dazu Kant!!!), um sie als endlich entlarven zu können.

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