Der Wahnsinn der Kopftuch-Debatte

Nichtchristen sind willkommen, wir bitten aber darum, in diesem Forum keine Bibel- und Glaubenskritik zu üben.
Novas
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Der Wahnsinn der Kopftuch-Debatte

Beitragvon Novas » Sa 18. Nov 2017, 10:03

Achja, für all jene Christen die für ein Kopftuchverbot sind, weil sie das für ein Sinnbild der Islamisierung des Abendlandes halten (Halman hat das mal vor einer Weile angesprochen). Tatsächlich gibt es das auch bei orthodoxen Christen. Darüber hinaus sei angemerkt, dass das Kopftuch in der Bibel erwähnt wird (der Apostel Paulus spricht es an), während im Koran an keiner einzigen Stelle ausdrücklich von einem Kopftuch gesprochen wird, dazu empfehle ich diesen Beitrag Die erfundene Religion und die koranische Religion: Kopftuch und Verschleierung von der Koranforschungsgruppe alrahman.de Ein Beispiel von vielen für die mediale Desinformation der Menschen.....

Bild

Im Koran, Sure 7:26 steht lediglich, dass die Menschen ihre “Blöße” bedecken sollen: “Ihr Kinder Adams! Wir haben euch Kleidung gewährt, die eure Blöße bedeckt und euch zur Zierde gereicht.” Es ist also wahrscheinlich so, dass die Muslime das Kopftuch einfach von den orthodoxen Christen übernommen haben. Ab dem 7. Jahrhundert breitete sich, ausgehend von Mekka und Medina, der Islam immer weiter aus und in dieser Region lebten auch viele Christen und Juden.

Es gibt keine Erwähnung der Kopfbedeckung für Frauen

Koran, Sure 24:31 Sage den gläubigen Frauen, sie sollen den Blick niederschlagen und ihre Blöße wahren und ihre Zierde (ziynet) nicht zeigen, außer dem, was äußerlich sichtbar ist, und ihre Brüste bedecken mit ihren Bedeckungen (hmar). Und ihre Zierde niemandem zeigen außer ihren Ehemännern, ihren Vätern, Schwiegervätern, ihren Söhnen, Stiefsöhnen, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder und ihrer Schwestern oder ihre Frauen oder männlichen Dienern, die Frauen nicht mehr begehren, und den Kindern, die noch kein Verlangen nach Frauen haben. Sie sollen nicht plakativ mit den Füßen schlagen, um verdeckten Schmuck bemerkbar zu machen. Kehrt alle reumütig zu Gott zurück, ihr Gläubigen, damit ihr Erfolg erzielt!


Das arabische Wort hmar bedeutet einfach ‚Bedeckung‘. Es hat einen großen Bedeutungsbereich. Es könnte jede Art von Bedeckung sein so wie eine Tischserviette. Wenn es benutzt wird, um den Kopf zu bedecken, wird es das Kopftuch bezeichnen. Wenn jedoch der Kopf das Ziel gewesen wäre, hätte der Ausdruck „hmar-ur-ras“ lauten müssen, was so viel wie Bedeckung des Kopfes bedeutet. Aber im Zusammenhang sollte die Brust als der entsprechende Körperteil verstanden werden. Deshalb ist es die tief ausgeschnittene Kleidung, die hier gemeint ist. Auch wenn das Kopftuch die entsprechende Bedeutung war, sollte in Betracht gezogen werden, dass es benutzt wurde, um die Brust einer Frau zu bedecken und nicht ihren Kopf.
Ein anderer wichtiger Ausdruck, der in den Versen erwähnt wird, ist das Wort ‚Zierde‘, das nach unserer eigenen Interpretation die Brust bedeuten sollte. Wir denken, dass dies in Harmonie mit dem Rest des Satzes ist, in welchem die Bedeckung des Halsausschnittes zwingend ist.

alrahman.de
Zuletzt geändert von Novas am Sa 18. Nov 2017, 10:17, insgesamt 1-mal geändert.

Rembremerding
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Re: Der Wahnsinn der Kopftuch-Debatte

Beitragvon Rembremerding » Sa 18. Nov 2017, 10:14

Wenn ich bei mir zu Hause die älteren Frauen bei der Feldarbeit oder bei schlechten Wetter anschaue, dann sind wir hier bereits islamisiert. :D
Frauen mit Kopftuch waren bis in die 70er Jahre ein völlig normales und unumstrittenes Bild. Man schaue sich nur die Fotos der "Trümmerfrauen" an und der Vertriebenen nach dem 2. Weltkrieg.
Da hat wohl der Feminismus und die Gleichberechtigung das Kopftuch als Feindbild erkannt und Symbol für die Unterdrückung der Frau. In diesem Sinn betrachten wir nun das Kopftuch bei den Muslimen.
Wie so oft wird in Mainstream-Oberflächlichkeit gemeint, wenn man ein Symbol abschafft, muss man dann schmerzvoll an der Gesinnung, sich selbst, nicht mehr arbeiten.

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Re: Der Wahnsinn der Kopftuch-Debatte

Beitragvon Pluto » Sa 18. Nov 2017, 10:16

Novalis hat geschrieben:Achja, für all jene Christen die für ein Kopftuchverbot sind, weil sie das für ein Sinnbild der Islamisierung des Abendlandes halten (Halman hat das mal vor einer Weile angesprochen). Tatsächlich gibt es das auch bei orthodoxen Christen. Darüber hinaus sei angemerkt, dass das Kopftuch in der Bibel erwähnt wird (der Apostel Paulus spricht es an), während im Koran an keiner einzigen Stelle ausdrücklich von einem Kopftuch gesprochen wird, dazu empfehle ich diesen Beitrag Die erfundene Religion und die koranische Religion: Kopftuch und Verschleierung von der Koranforschungsgruppe alrahman.de Ein Beispiel von vielen für die mediale Desinformation der Menschen.....
Alles richtig. Allerdings ist es für uns im Westen im Islam zu einem Zeichen der Unterdrückung geworden. Das sage ich jetzt Urteilsfrei.
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

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Re: Der Wahnsinn der Kopftuch-Debatte

Beitragvon Pluto » Sa 18. Nov 2017, 10:20

Rembremerding hat geschrieben:Wenn ich bei mir zu Hause die älteren Frauen bei der Feldarbeit oder bei schlechten Wetter anschaue, dann sind wir hier bereits islamisiert. :D
Frauen mit Kopftuch waren bis in die 70er Jahre ein völlig normales und unumstrittenes Bild. Man schaue sich nur die Fotos der "Trümmerfrauen" an und der Vertriebenen nach dem 2. Weltkrieg.
Da hat wohl der Feminismus und die Gleichberechtigung das Kopftuch als Feindbild erkannt und Symbol für die Unterdrückung der Frau. In diesem Sinn betrachten wir nun das Kopftuch bei den Muslimen.
Wie so oft wird in Mainstream-Oberflächlichkeit gemeint, wenn man ein Symbol abschafft, muss man dann schmerzvoll an der Gesinnung, sich selbst, nicht mehr arbeiten.
Wieder alles richtig...
Allerdings bleibt es nicht bei der Kopfbedeckung. Ich verstehe nicht, warum islamische Frauen sich total verhüllen müssen. Das ist etwas ganz anderes, was unserem Bild der arbeitenden Frau widerspricht.

Bild
[Quelle: http://www.nortexa.de/verfassungsrechtl ... ka-verbot/]
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Re: Der Wahnsinn der Kopftuch-Debatte

Beitragvon Rembremerding » Sa 18. Nov 2017, 10:24

Pluto hat geschrieben:Allerdings bleibt es nicht bei der Kopfbedeckung. Ich verstehe nicht, warum islamische Frauen sich total verhüllen müssen. Das ist etwas ganz anderes, was unserem Bild der arbeitenden Frau widerspricht.


Richtig. Ich habe mich als disziplinierter Forist nur auf den Threadtitel bezogen. :D
Solche Ganzkörperverhüllung wollte ich bewusst nicht ansprechen. Hier wirkt im Islam ein ganz anderer "Menchanismus", der hier noch nicht Thema ist.
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Re: Der Wahnsinn der Kopftuch-Debatte

Beitragvon Novas » Sa 18. Nov 2017, 10:25

Rembremerding hat geschrieben:Wenn ich bei mir zu Hause die älteren Frauen bei der Feldarbeit oder bei schlechten Wetter anschaue, dann sind wir hier bereits islamisiert. :D
Frauen mit Kopftuch waren bis in die 70er Jahre ein völlig normales und unumstrittenes Bild. Man schaue sich nur die Fotos der "Trümmerfrauen" an und der Vertriebenen nach dem 2. Weltkrieg.
Da hat wohl der Feminismus und die Gleichberechtigung das Kopftuch als Feindbild erkannt und Symbol für die Unterdrückung der Frau. In diesem Sinn betrachten wir nun das Kopftuch bei den Muslimen.
Wie so oft wird in Mainstream-Oberflächlichkeit gemeint, wenn man ein Symbol abschafft, muss man dann schmerzvoll an der Gesinnung, sich selbst, nicht mehr arbeiten.

Servus :wave:


Mit meinem Beitrag wollte ich nun nicht sagen, dass christliche Frauen ein Kopftuch tragen müssen, aber es ist jedenfalls keine islamische Erfindung und auch nicht unbedingt unchristlich :) es gibt sicher einiges, was man am Islam kritisieren kann, aber das Kopftuch stört mich nicht. Insbesondere orthodoxe Christen teilen viele Gemeinsamkeiten mit den Muslimen.

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Re: Der Wahnsinn der Kopftuch-Debatte

Beitragvon Novas » Sa 18. Nov 2017, 10:29

Pluto hat geschrieben:
Novalis hat geschrieben:Achja, für all jene Christen die für ein Kopftuchverbot sind, weil sie das für ein Sinnbild der Islamisierung des Abendlandes halten (Halman hat das mal vor einer Weile angesprochen). Tatsächlich gibt es das auch bei orthodoxen Christen. Darüber hinaus sei angemerkt, dass das Kopftuch in der Bibel erwähnt wird (der Apostel Paulus spricht es an), während im Koran an keiner einzigen Stelle ausdrücklich von einem Kopftuch gesprochen wird, dazu empfehle ich diesen Beitrag Die erfundene Religion und die koranische Religion: Kopftuch und Verschleierung von der Koranforschungsgruppe alrahman.de Ein Beispiel von vielen für die mediale Desinformation der Menschen.....
Alles richtig. Allerdings ist es für uns im Westen im Islam zu einem Zeichen der Unterdrückung geworden. Das sage ich jetzt Urteilsfrei.



Eine Freundin von mir hat afghanische Wurzeln, sie wurde aber hier in Deutschland geboren und hat ihr Abitur gemacht. Darüber hinaus ist sie Muslimin und trägt ein Kopftuch. Ein großartiger Mensch und Deutschland ist ihre Heimat, denn sie hat ihr ganzes Leben hier gelebt. Trotzdem fühlt sie sich regelmäßig in ihrer eigenen Heimat unwillkommen und fremd, weil mediale Hetzkampagnen gegen Muslime veranstaltet werden, die häufig nicht viel mit der Realität zu tun haben. Soetwas gilt als normal. Ich hingegen frage mich: dürfen die Medien den Menschen vorschreiben, wie sie denken, glauben, leben und sich kleiden müssen? Ich denke nicht ... erstens haben sie kein Recht dazu und zweitens ist das nicht ihre Aufgabe ... :P

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Re: Der Wahnsinn der Kopftuch-Debatte

Beitragvon Novas » Sa 18. Nov 2017, 10:37

Pluto hat geschrieben:]Alles richtig. Allerdings ist es für uns im Westen im Islam zu einem Zeichen der Unterdrückung geworden. Das sage ich jetzt Urteilsfrei.


Kannst Du für “die” Menschen im Westen sprechen, bist Du dir sicher? Wer ist dieses “uns”? Ich empfinde den aggressiven Atheismus und aufgezwungenen Materialismus nicht als freiheitlich, denn ich möchte eine religiöse Lebensweise praktizieren und empfinde genau das als wirkliche Freiheit. Innere geistige Freiheit. Wenn es sein muss, dann kämpfe ich als orthodoxer Christ an der Seite der Muslime für die Religionsfreiheit :thumbup: im Zuge des Kommunismus gab es schon mal einen Staatsatheismus der die Menschen bevormunden und entmündigen wollte. Einmal ist mehr als genug. Das sage ich nicht urteilsfrei.

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Re: Der Wahnsinn der Kopftuch-Debatte

Beitragvon Catholic » Sa 18. Nov 2017, 14:39

Rembremerding hat geschrieben:Wenn ich bei mir zu Hause die älteren Frauen bei der Feldarbeit oder bei schlechten Wetter anschaue, dann sind wir hier bereits islamisiert. :D

Servus :wave:


Noch im europäischen Hochmittelalter war es normal dass sowohl Frauen als auch Männer nur mit (!) Kopfbedeckung in der Öffentlichkeit zu sehen waren.
Und mit Kleidung,die selbstredend "die Blösse bedeckte",also den Ausschnitt.

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Re: Der Wahnsinn der Kopftuch-Debatte

Beitragvon Catholic » Sa 18. Nov 2017, 14:47

Novalis hat geschrieben:Mit meinem Beitrag wollte ich nun nicht sagen, dass christliche Frauen ein Kopftuch tragen müssen, aber es ist jedenfalls keine islamische Erfindung und auch nicht unbedingt unchristlich :) es gibt sicher einiges, was man am Islam kritisieren kann, aber das Kopftuch stört mich nicht. Insbesondere orthodoxe Christen teilen viele Gemeinsamkeiten mit den Muslimen.


Das Kopftuch muslimischer Frauen kritisiere ich nicht,nur wenn sie gezwungen werden es zu tragen.
Denoch sollte man nicht dem Stereotyp verfallen muslimische Frauen würde "ja alle gezwungen Kopftuch zu tragen",dem ist nicht so.
Persönlich finde ich übrigens die Zurschaustellung des Körpers - auch in der Werbung und den Medien - wesentlich kritischer als das muslimische Kopftuch,dass eben laut Qur`an und Hadithen ja nicht vorgeschrieben ist.


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