Papst nennt Abtreibung Aufragsmord

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Detlef
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Re: Papst nennt Abtreibung Aufragsmord

Beitrag von Detlef » Fr 12. Okt 2018, 09:00

closs hat geschrieben:
Detlef hat geschrieben:Es geht also niemanden was an, ob ich an Gott oder sonstwas glaube, welche politischen Parteien mir symphatisch oder unsymphatisch sind... uswusf.
Richtig - dann ist es neutral transzendent-religiösen oder parteipolitischen Anschauungen gegenüber - aber doch nicht "neutral an sich" - es repräsentiert eine knallharte Weltanschauung....Du willst, dass eine gesellschafts-normative Weltanschauung als "neutral" bezeichnet wird - genau das hat die Kirche im Mittelalter auch gemacht.
Ja nee,Is klar, für den Mann mit Hammer ist alles ein Nagel... :roll:
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closs
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Re: Papst nennt Abtreibung Aufragsmord

Beitrag von closs » Fr 12. Okt 2018, 09:06

Detlef hat geschrieben:Ja nee,Is klar, für den Mann mit Hammer ist alles ein Nagel...
Heißt das, dass Du ernsthaft glaubst, dass die meinetwegen von Pro Familia vertretene Haltung bei ihren Beratungen NICHT als weltanschaulich bzw. als "neutral" zu bezeichnen ist? - Dein :roll: erweckt den Eindruck, dass Du das meinst. - Schock mich nicht.

Übrigens: Nichts gegen diese Haltung/Weltanschauung - aber diese Aufteilung in neutrale und nicht-neutrale Weltanschauungen ist schon lustig.

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Janina
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Re: Papst nennt Abtreibung Aufragsmord

Beitrag von Janina » Fr 12. Okt 2018, 09:54

closs hat geschrieben:
Janina hat geschrieben:Die Praxis hat gezeigt, dass eine Freigabe der Abtreibung dazu führt, und zwar überall auf der Welt, dass Frauen sich häufiger dazu entscheiden, NICHT abzutreiben. Also ist die Freigabe gut.
Hehe - so verrückt ist die Welt. - Aber fundamental ist es trotzdem falsch.
Tja, im Wettstreit Fundament gegen Nutzen verliert halt das Fundament.
closs hat geschrieben:Stell Dir mal vor: Wir legalisieren Vergewaltigung, damit weniger vergewaltigt wird. :o
Abgesehen von dem absurden Zusammenhang wäre das - wenn es diese Abhängigkeit gäbe - richtig.
Detlef hat geschrieben:Also ist die Freigabe gut. Sehe ich prinzipiell auch so, allerdings musst du dich dann auch mit dem Gedanken befassen, Abtreibungen im 6. , 7 Schwangerschaftsmonat (oder noch später) zu genehmigen. Das wäre schon sehr fragwürdig
Ich hatte die Fristenlösung schon als "Freigabelösung" betrachtet.
SamuelB hat geschrieben:
Janina hat geschrieben:...oder die soziale Situation...
Wie müsste die sein, damit für dich eine Abtreibung vertretbar wäre?
Für mich nicht, weil es immer eine Familie dahinter gibt, so dass es schon irgendwie geht. Aber es gibt genug Leute, wo das anders ist, und die deshalb anders entscheiden. Erwähnt habe ich die soziale Situation, weil sie früher eine legale Indikation war.
SamuelB hat geschrieben:
Janina hat geschrieben:Das alles geht am wichtigsten Punkt vorbei, nämlich der Frage: Ist es zielführend?
Ich bin nicht für ein generelles Verbot. Wenn die Frau das Kind unbedingt loswerden will, dann gibt es verschiedene Möglichkeiten und dann soll sie mMn lieber zu einem Arzt gehen.
Eben, und nicht zur Engelmacherin.
Zuletzt geändert von Janina am Fr 12. Okt 2018, 10:48, insgesamt 1-mal geändert.

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Detlef
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Re: Papst nennt Abtreibung Aufragsmord

Beitrag von Detlef » Fr 12. Okt 2018, 10:06

closs hat geschrieben:
Detlef hat geschrieben:Ja nee,Is klar, für den Mann mit Hammer ist alles ein Nagel...
Heißt das, dass Du ernsthaft glaubst, dass die meinetwegen von Pro Familia vertretene Haltung bei ihren Beratungen NICHT als weltanschaulich bzw. als "neutral" zu bezeichnen ist? - Dein :roll: erweckt den Eindruck, dass Du das meinst. - Schock mich nicht.
Übrigens: Nichts gegen diese Haltung/Weltanschauung - aber diese Aufteilung in neutrale und nicht-neutrale Weltanschauungen ist schon lustig.
Deine Suggestivfrage kannst du dir sonstwohin...Du hast eine Behauptungen aufgestellt ("Es WERDEN aber Weltanschauungen vermittelt, wenn man bspw. zu Pro Familia geht - nicht mehr oder weniger, als wenn man zu einer Katholischen Beratungsstelle geht - nur dass die Weltanschauungen unterschiedlich sind.), also ist es an dir, dieses konkret zu belegen. Was also geht, meinetwegen bei ProFamilia, über den Kernauftrag Pflichtberatung vor einem Schwangerschaftsabbruch, Hilfe zu Entscheidungskonflikten bei ungeplanter Schwangerschaft,Sozialrechtliche Fragen bei Schwangerschaft und Elternschaft... hinaus und vermittelt Inhalte eine geschlossenen Weltanschauung beziehungsweise einem Glaubenssystem?
Die Wahrheit lässt sich pachten, mit dem Glauben an des Gottes Sohn, doch die Thesen sind vergänglich, allen Gläubigen zum Hohn! (Gert Reichelt)

Andreas
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Re: Papst nennt Abtreibung Aufragsmord

Beitrag von Andreas » Fr 12. Okt 2018, 11:33

closs hat geschrieben:
Andreas hat geschrieben:Du sprichst aber laufend so, als ob du was wüsstest und nicht als ob du, was glaubtest.
Wie oft soll ich noch sagen, dass der Mensch außer "Ich bin" nichts sicher wissen kann?
Oft. Besonders immer dann ziehst du deinen blöden Descartes aus dem Zylinder, wenn du keine Argumente mehr hast. Immer dasselbe Schema: Davor ist alles, was du behauptest das, was der Fall ist. Danach weiß der Mensch nichts sicher - außer "ich bin".

Diesen Satz von Descartes halte ich für einen ziemlichen Unsinn, weil diesem Satz so viel vorausgegangen ist, bevor ein Mensch diesen überhaupt denken kann. Allein die eigene Mutter zu ignorieren, die einem die Sprache beibrachte um diesen Satz zu denken, ist eine Dummheit, weil halt von Nichts Nichts kommt. Radikal skeptisch ist es nonsens, statt der tatsächlichen/eingebildeten Mutter von einem tatsächlichen/eingebildeten Gott, sei er gutmütig oder boshaft auszugehen, den ich mir ohne jeden Anhaltspunkt selbst ausgedacht habe oder mir habe einreden hab lassen.

Und außerdem: Warum sollte der gutmütige Gott die radikal skeptisch bessere Wahl sein als der boshafte Gott der mich verarscht, wenn ich schon davon ausgehe, dass alles andere als dieser Satz eine Verarsche sein könnte? Völlig Wumpe, denn an dem "Ich denke, also bin ich" ändert das rein gar nichts. Die eigene Mutter ist einfach die weitaus vernünftigere, weil naheliegendere und logischere Erklärung, als ein wie auch immer gearteter Gott.

Und wenn alles andere ein Fake wäre, wäre es auch egal, weil ich es eh nicht merken, nicht durchschauen und nichts daran ändern kann, aber trotz dieser philosophischen Betrachtungen jetzt ganz dringend zum Pissen muss. Ahhhhhhhhhh das tut gut. Ich pisse, also bin ich. Wie könnte ich daran zweifeln, wenn aus meinem res cogitans des „Ich bin“ die res extensa so wonnevoll hervorströmt.
closs hat geschrieben:
Andreas hat geschrieben: "Das, was der Fall ist" spricht von Tatsachen, die der Fall sind und nicht von einem Glauben an etwas, das der Fall sein könnte oder auch nicht sein könnte.
Wie oft soll ich noch sagen, dass "das, was der Fall ist" unabhängig davon ist, was der Mensch glaubt. - Wie oft soll ich noch sagen, dass das Höchste, was der Mensch erkennungsmäßig hinkriegen kann, eine Wahrnehmung ist, die authentisch zu dem ist, was der Fall ist, was aber nie nachweisbar ist. - Das versuche ich seit 2013 einzubleuen (siehe Thread "Realität und Wahrnehmung"). - Wie kann es dann sein, dass Du schreibst:
Andreas hat geschrieben:Du sprichst aber laufend so, als ob du was wüsstest und nicht als ob du, was glaubtest.
Da du nicht weißt, was der Fall ist, ist eine Authentizität dazu eine Luftnummer. Zu dem, wovon du nichts weißt, weil es nicht nachweisbar ist, ist logischerweise alles und nichts was du behaupten kannst, authentisch. Da ist eine Banane genau so authentisch zu Gott, wie eine Kombizange oder dein Modell oder das Parteiprogramm der AfD. Du kapierst einfach nicht, wie unsinnig es ist, wenn du von Authentizität in diesem Zusammenhang sprichst.
closs hat geschrieben:
Andreas hat geschrieben:Das nennt sich übrigens Freiheit.
Die Freiheit, etwas tun zu können, ist doch kein Argument dafür, ob man es darf.
Das Argument dafür, dass man das darf stammt von dir aus deiner Hermeneutik: Authentizität.

Wenn Gott die Freiheit hat ein Drittel der gezeugten Menschen zu töten, weil er es kann, darf er das - dann ist das ja okay, wie du behauptet hast. Schon mal auf die Idee gekommen, dass der, in seiner Freiheit und mit seinem Können ungeborenes Leben abtreibende oder seinen Nachbarn mordende Mensch zu Gott ebenbildlicher und authentischer ist, als einer, der keines von beidem tut? Schau mal in die Bibel und zähle die Leichen, die Gottes „heilsgeschichten“ Weg pflastern. Mir geht es hier allein um deine „fundamental-theologische“ Logik und die Art und Weise deiner irrwitzigen Begründungen.

Egal was man von Gott glaubt, eine Authentizität von irgendwas zu Gott, lässt sich nicht nachweisen und deshalb ist das leeres Gerede und völlig überflüssig, weil es nichts beweist, bestärkt, beglaubigt, bewahrheitet, verständlich macht, erklärt oder sonst was. Der einzige Zweck warum du das tust, ist, dass du damit die Sicherheit suggerierst die in dem Wort immer schon enthalten ist, weil die Authentizität an sich immer schon etwas Geprüftes, Nachgewiesenes ist. Du bist da deiner eigenen Autosuggestion auf den Leim gegangen.
closs hat geschrieben:
Andreas hat geschrieben:Ein Drittel als Zygote sterbende Menschen sind also gott-gewollt. Na super!
Mindestens ist es gottgewollt, dass die Natur es so macht. -- Noch eine andere Version: Möglicherweise sind absterbende Zygoten sogar nicht beseelt, weil es Gott bekannt ist, dass sie absterben werden. - Weiß ich's? Bestimmt nicht.
Warum hast du es dann behauptest?
closs hat geschrieben:Geistig/geistlich versteht man die Materie als Entfalter einer bereits bestehenden Person - also eine Person, die geistig/geistlich bereits vollständig existiert. - Logischerweise wird diese vollständige Person per Abtreibung zerstört.
Eine Person die geistig/geistlich bereits vollständig existiert, sollte nicht beseelt sein?
closs hat geschrieben:
Andreas hat geschrieben:Außerdem ist dein "authentischer" Ansatz immer noch Unsinn und schon mehrfach von verschiedenen Leuten hier widerlegt worden.
Was heißt denn hier "widerlegt"? - "Widerlegen" ist, wenn man etwas aus Sicht der eigenen Hermeneutik als widersprüchlich verargumentieren kann.
Ich argumentiere hier doch laufend mit deiner Hermeneutik um dir deine hermeneutische Unlogik aufzuzeigen und nicht mit meiner.

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Re: Papst nennt Abtreibung Aufragsmord

Beitrag von Andreas » Fr 12. Okt 2018, 12:42

closs hat geschrieben:
Andreas hat geschrieben:Dass der Mensch aus Gott sei, steht wo in der Bibel? Dass der Mensch von Gott geschaffen wurde, heißt nicht, dass er "aus Gott" ist. Das stimmt nicht einmal für den trinitarischen Jesus.
Ein Theologe hat mir mal lyrisch erklärt, dass aus Sicht der RKK jeder Mensch "ein Gedanke Gottes" sei. - Mir ist jedes Wort recht, dass rüberbringt, dass der Mensch von Gott geschaffen ist und ebenbildlich zu ihm ist.
Das ist auf Jesus bezogen übrigens die Häresie, die man in theologischen Fachkreisen modalistischen Monarchianismus nennt. Da hat der Theologe wohl geschlafen, als das in seinem Theologiestudium dran kam. Such's dir selber raus, falls es dich wirklich interessieren sollte. Ich bin's leid, dir Quellen hierher zu kopieren, die du doch immer ignorierst.

Das dir das gefällt, ist mir schon klar, denn diese Häresie des modalistischen Monarchianismus predigst du neben der Häresie des Pantheismus (Gott sei Alles in Einem) in deiner synkretistischen Theologie ja auch, wenn du behauptest, dass Vater, Sohn und Heiliger Geist verschiedene Ausdrucks- oder Erscheinungsformen Gottes seien.

Vielleicht hielt er dich auch für Hans Muff und nicht für einen Fundamental-Theologen auf Augenhöhe oder er wollte dich einfach nur schnell, billig und "pastoral" abspeisen, weil er noch einen wichtigen Termin hatte. Das ist halt so eine deiner Anekdoten aus deinem Alltagsleben, mit denen du geistig/geistliches intersubjektives Erkennen als "Begründungen" für den Wahrheitsgehalt deines Modells ausgibst. Im wissenschaftlichen Diskurs, sei er natur- oder geisteswissenschaftlich ist Intersubjektivität weit mehr, als eine gleiche Meinung von zwei Gesinnungsgenossen.

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Re: Papst nennt Abtreibung Aufragsmord

Beitrag von closs » Fr 12. Okt 2018, 16:32

Janina hat geschrieben:Tja, im Wettstreit Fundament gegen Nutzen verliert halt das Fundament.
So ist es.
Janina hat geschrieben:Abgesehen von dem absurden Zusammenhang wäre das - wenn es diese Abhängigkeit gäbe - richtig.
Wenn es diese Abhängigkeit gäbe, würde man es wohl machen - bei der Abtreibung scheint es ja so zu sein. - Ergo:
Janina hat geschrieben:Tja, im Wettstreit Fundament gegen Nutzen verliert halt das Fundament.
Detlef hat geschrieben:Was also geht, meinetwegen bei ProFamilia, über den Kernauftrag Pflichtberatung vor einem Schwangerschaftsabbruch, Hilfe zu Entscheidungskonflikten bei ungeplanter Schwangerschaft,Sozialrechtliche Fragen bei Schwangerschaft und Elternschaft... hinaus und vermittelt Inhalte eine geschlossenen Weltanschauung beziehungsweise einem Glaubenssystem?
Pro Familia (die ich nicht kritisiere) arbeiten auf Basis einer heute üblichen säkularen Weltanschauung, dass die Entscheidung des zur Entscheidung fähigen Menschen - die Mutter entscheidet also über das Leben des Kindes. - Wie gesagt: Ich kritisiere das nicht, aber es ist Ausdruck einer Weltanschauung.

Alternative wäre, dass das Gemeinwesen darüber entscheidet: "Sobald das Kind gezeugt ist, gehört es dem Gemeinwesen. - Das Gemeinwesen entscheidet". - Auch das wäre Ausdruck einer Weltanschauung.

Weitere Alternative wäre: "Der einfache Mensch, selbst wenn er demokratisch entscheidungsfähig ist, ist oft nicht in der Lage, die Tragweite seines Tuns abzuschätzen. - Deshalb bezeichnen wir Abtreibung mit entsprechenden Gründen als Fehlverhalten ('Sünde')". - Auch das ist Ausdruck einer Weltanschauung.

Wie kommst Du darauf, dass eine dieser Weltanschauungen "neutral" sein könnte? - Meinst Du mit "neutral" dasselbe wie "en vogue"?

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Re: Papst nennt Abtreibung Aufragsmord

Beitrag von closs » Fr 12. Okt 2018, 17:06

Andreas hat geschrieben:Davor ist alles, was du behauptest das, was der Fall ist. Danach weiß der Mensch nichts sicher - außer "ich bin".
Nein - nicht, was ich sage oder behaupte, "ist der Fall", sondern "das, was der Fall ist" ist der Fall, egal ob ich es sage oder nicht. - Mit "es ist der Fall" meine ich immer das, was unabhängig davon "IST", ob wir es wahrnehmen oder nicht. - Anlass für diesen häufigen Hinweis ist die Marotte, Wirklichkeit vom eigenen Wahrnehmungs-Status abhängig zu machen. - Das scheint ein Kollateralschaden des Kritischen Rationalismus zu sein.
Andreas hat geschrieben:Besonders immer dann ziehst du deinen blöden Descartes aus dem Zylinder, wenn du keine Argumente mehr hast.
Das hat nichts mit "Argumenten-Mangel" zu tun, sondern ist immer dann nötig, wenn jemand weltanschaulich meint, er könne festlegen, was ontisch der Fall ist und was nicht. - Man hat fieserweise den Begriff "der Fall sein" von einem ontischen zu einem methodischen Begriff gemacht - das ist Orwell pur.
Andreas hat geschrieben:Radikal skeptisch ist es nonsens, statt der tatsächlichen/eingebildeten Mutter von einem tatsächlichen/eingebildeten Gott, sei er gutmütig oder boshaft auszugehen, den ich mir ohne jeden Anhaltspunkt selbst ausgedacht habe oder mir habe einreden hab lassen.
Nicht "ausdenken" oder "sich einreden lassen" - das klingt viel zu individuell. - Es geht um nicht mehr und nicht weniger, dass NIEMAND unterscheiden kann (WENN er zu Ende denkt :angel: ), ob alles, was er wahrnimmt, eine Wahrnehmung von Res extensae oder von Vorstellung ist. - Wer behauptet, er könne es, sollte sich Münchhausen nennen lassen, der sich ebenfalls mit der Hand am Schopf aus dem Sumpf gezogen hat.
Andreas hat geschrieben:Warum sollte der gutmütige Gott die radikal skeptisch bessere Wahl sein als der boshafte Gott der mich verarscht, wenn ich schon davon ausgehe, dass alles andere als dieser Satz eine Verarsche sein könnte?
Moment: WENN man GLAUBT (!), dass Gott wohlwollend ist, sind "die anderen Sätze" doch "real". - Gerade WEIL man glaubt, dass Gott wohlwollend ist (so Descartes), kann man Naturwissenschaft als eine Beschäftigung mit "Echtem" und nicht nur mit eigenen Vorstellungen verstehen - dann sind wir plötzlich in der "naturalistischen" Welt - nur dass Descartes erkennt, dass davor notwendig der Glaube steht, während ein Naturalist heute diesen notwendige Vorstufe ignoriert.
Andreas hat geschrieben:Wie könnte ich daran zweifeln, wenn aus meinem res cogitans des „Ich bin“ die res extensa so wonnevoll hervorströmt.
Es wäre nur dann "Res extensa", wenn man vorher geglaubt hat, dass das, was passiert, "naturalistisch echt" ist. - Mit anderen Worten: Auf Basis dieser Glaubensentscheidung hat Descartes genauso gepisst wie Du und hat genauso wie Du die Pisse NICHT als Vorstellung, sondern als "Res extensa" verstanden - also so, wie man es heute tut.
Andreas hat geschrieben:Da du nicht weißt, was der Fall ist, ist eine Authentizität dazu eine Luftnummer.
Falsch. - Entweder es "IST" authentisch oder nicht. - Allerdings: Wir können nie nachweisen, dass es so ist.
Andreas hat geschrieben:Zu dem, wovon du nichts weißt, weil es nicht nachweisbar ist, ist logischerweise alles und nichts was du behaupten kannst, authentisch.
Du verwechselst "Sein" mit "Wahrnehmung". - Auf Seins-Ebene ist es "so" oder "so" - auf Wahrnehmungs-Ebene weißt Du es nicht - aber das ändert nichts daran, dass es "so" oder "so" ist.

Ich möchte manchmal wirklich verzweifeln, warum das nicht verstanden wird. - Erkläre ich falsch oder ist unsere aktuelle Denk-Formatierung derart anthropozentrisch/subjekt-normativ, dass man meint, es könne nur etwas "sein", wenn man es wahrnimmt? - Das betrifft bei weitem nicht nur Dich.
Andreas hat geschrieben:Da ist eine Banane genau so authentisch zu Gott, wie eine Kombizange oder dein Modell oder das Parteiprogramm der AfD.
Nein - Du darfst die Verwirrung der Wahrnehmung nicht auf das Sein übertragen.
Andreas hat geschrieben:Das Argument dafür, dass man das darf stammt von dir aus deiner Hermeneutik: Authentizität.
Keine Ahnung, was Du Dir dabei denkst.
Andreas hat geschrieben:Schau mal in die Bibel und zähle die Leichen, die Gottes „heilsgeschichten“ Weg pflastern. Mir geht es hier allein um deine „fundamental-theologische“ Logik und die Art und Weise deiner irrwitzigen Begründungen.
Irrwitzig ist das nur, wenn die Grundlagen es nahelegen, dass es irrwitzig ist.

Es ist dann nicht irrwitzig, wenn man
* Gott versteht als den, der Leben gibt und nimmt.
* das (irdische) Leben nicht als Endstation der menschlichen Existenz, sondern als Zwischenstation versteht
* dem Menschen untersagt, Menschen zu töten (Quod es Jovi, non est bovi)
* die Antwort auf solche Fragen nicht im Anthropogen-Vernünftigen sucht.
Andreas hat geschrieben:Egal was man von Gott glaubt, eine Authentizität von irgendwas zu Gott, lässt sich nicht nachweisen
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Andreas hat geschrieben: deshalb ist das leeres Gerede und völlig überflüssig, weil es nichts beweist, bestärkt, beglaubigt, bewahrheitet, verständlich macht, erklärt oder sonst was.
Das wiederum ist falsch, weil man (mit Descartes) annehmen darf, dass Gott wohlwollend ist und uns unseren Geist gegeben hat, damit wir uns authentisch hin zu Gott bewegen können. - Allerdings immer ohne Gewähr - also ohne "Peer Review" durch eine eigene Instanz - die gibt es nicht.
Andreas hat geschrieben:du damit die Sicherheit suggerierst die in dem Wort immer schon enthalten ist, die Authentizität an sich immer schon etwas Geprüftes, Nachgewiesenes ist.
Nein - bestenfalls "nachgewiesen im Sinne einer bestimmten Hermeneutik". - Aber ums Nachweisen geht es eh nicht - es geht darum, ob das Gegenüber etwas wiedererkennt, was in ihm ebenfalls erkannt ist. - So kann man sich gegenseitig weiterentwickeln - "kritisch" (im heutigen Sinne des Wortes) geht das NICHT.
Andreas hat geschrieben:Warum hast du es dann behauptest?
Ich habe behauptet, dass das Absterben von Embryos Gottes Sache ist und nicht unsere sein darf.
Andreas hat geschrieben:Eine Person die geistig/geistlich bereits vollständig existiert, sollte nicht beseelt sein?
Doch - es sei denn, sie wurde von Gott in seiner Voraussicht erst gar nicht als Person platziert - dann wäre es wirklich nur "bio".
Andreas hat geschrieben:Ich argumentiere hier doch laufend mit deiner Hermeneutik um dir deine hermeneutische Unlogik aufzuzeigen und nicht mit meiner.
Du hast allem Anschein nach meine Hermeneutik nicht verstanden.

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Re: Papst nennt Abtreibung Aufragsmord

Beitrag von closs » Fr 12. Okt 2018, 17:19

Andreas hat geschrieben:Das ist auf Jesus bezogen übrigens die Häresie
Ich sprach von den Menschen und nicht von Jesus als "Mensch und Gott". - Wie kommst Du aufgrund meiner Aussagen auf den Begriff "modalistischen Monarchianismus"? - Wäre der Gedanke, dass Andreas eine Gedanke Gottes ist, "modalistisch monarchianistisch"?

Aber wenn wir schon dabei sind: Die Annahme, dass Gott Vater selbst in der Gestalt des Sohnes am Kreuz gelitten habe (Modalismus oder Patripassianismus), wird sehr wohl heute in der Theologie vertreten: "Wo war Gott in Auschwitz? - Am Kreuz". - Das habe ich schon oft von katholischen Theologen gehört.
Andreas hat geschrieben:wenn du behauptest, dass Vater, Sohn und Heiliger Geist verschiedene Ausdrucks- oder Erscheinungsformen Gottes seien
Richtig. - Um es zu meinen Lasten zu sagen: Mir ist noch keine Alternative dazu untergekommen.
Andreas hat geschrieben:predigst du neben der Häresie des Pantheismus (Gott sei Alles in Einem)
Das verstehst Du (absichtlich?) falsch - denn "Pantheismus" bedeutet nach meinen Quellen, dass Gott nichts anderes ist als Natur. - Meine Aussage ist dagegen, dass die Natur vollumfänglich Ableitung von Gott ist, dass es also nichts gibt, was nicht von Gott ist. - Vielleicht hätte ich besser sagen sollen "Alles AUS EINEM" - aber ich habe nicht damit gerechnet, dass es hier eine Diskussion gibt.
Andreas hat geschrieben:Das ist halt so eine deiner Anekdoten aus deinem Alltagsleben, mit denen du geistig/geistliches intersubjektives Erkennen als "Begründungen" für den Wahrheitsgehalt deines Modells ausgibst.
Völlig missverstanden: Erkennen unter geistig/geistlich orientierten Menschen bestärkt gegenseitig, dass man nicht so ganz falsch liegen kann. - Über "Wahrheit" hat der Mensch nicht zu verfügen - er kann nur hoffen, dass sein Erkennen authentisch zur Wahrheit ist.
Andreas hat geschrieben:Im wissenschaftlichen Diskurs, sei er natur- oder geisteswissenschaftlich ist Intersubjektivität weit mehr, als eine gleiche Meinung von zwei Gesinnungsgenossen.
Nein - Wissenschaft bringt keine geistige/geistliche Erkenntnis, sondern nur Beiwerk zur geistigen/geistlichen Erkenntnis.

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Re: Papst nennt Abtreibung Aufragsmord

Beitrag von Andreas » Fr 12. Okt 2018, 19:23

Das ist jetzt alles wieder nur noch Zitaten-Geschnetzeltes ala closs um logische Zusammenhänge auseinanderzureißen. Ich müsste jetzt all die Argumente wiederholen, die du einfach ignoriert hast. Du schreibst halt irgendetwas drauf los, reagierst nur auf das, was dir genehm ist, hast es nicht mehr nötig dich weiterzubilden, weil du längst zu Ende gedacht hast, und jammerst herum, dass dich keiner verstehen kann.

Nur noch soviel, weil es so bezeichnend für dich ist:
Andreas hat geschrieben:
closs hat geschrieben:
Andreas hat geschrieben:Dass der Mensch aus Gott sei, steht wo in der Bibel? Dass der Mensch von Gott geschaffen wurde, heißt nicht, dass er "aus Gott" ist. Das stimmt nicht einmal für den trinitarischen Jesus.
Ein Theologe hat mir mal lyrisch erklärt, dass aus Sicht der RKK jeder Mensch "ein Gedanke Gottes" sei. - Mir ist jedes Wort recht, dass rüberbringt, dass der Mensch von Gott geschaffen ist und ebenbildlich zu ihm ist.
Das ist auf Jesus bezogen übrigens die Häresie, die man in theologischen Fachkreisen modalistischen Monarchianismus nennt. Da hat der Theologe wohl geschlafen, als das in seinem Theologiestudium dran kam. Such's dir selber raus, falls es dich wirklich interessieren sollte. Ich bin's leid, dir Quellen hierher zu kopieren, die du doch immer ignorierst.

Das dir das gefällt, ist mir schon klar, denn diese Häresie des modalistischen Monarchianismus predigst du neben der Häresie des Pantheismus (Gott sei Alles in Einem) in deiner synkretistischen Theologie ja auch, wenn du behauptest, dass Vater, Sohn und Heiliger Geist verschiedene Ausdrucks- oder Erscheinungsformen Gottes seien.
Das zerschnetzelst du zu folgendem:
closs hat geschrieben:
Andreas hat geschrieben:Das ist auf Jesus bezogen übrigens die Häresie
Ich sprach von den Menschen und nicht von Jesus als "Mensch und Gott". - Wie kommst Du aufgrund meiner Aussagen auf den Begriff "modalistischen Monarchianismus"? - Wäre der Gedanke, dass Andreas eine Gedanke Gottes ist, "modalistisch monarchianistisch"?

Aber wenn wir schon dabei sind: Die Annahme, dass Gott Vater selbst in der Gestalt des Sohnes am Kreuz gelitten habe (Modalismus oder Patripassianismus), wird sehr wohl heute in der Theologie vertreten: "Wo war Gott in Auschwitz? - Am Kreuz". - Das habe ich schon oft von katholischen Theologen gehört.
Andreas hat geschrieben:wenn du behauptest, dass Vater, Sohn und Heiliger Geist verschiedene Ausdrucks- oder Erscheinungsformen Gottes seien
Richtig. - Um es zu meinen Lasten zu sagen: Mir ist noch keine Alternative dazu untergekommen.
Andreas hat geschrieben:predigst du neben der Häresie des Pantheismus (Gott sei Alles in Einem)
Das verstehst Du (absichtlich?) falsch - denn "Pantheismus" bedeutet nach meinen Quellen, dass Gott nichts anderes ist als Natur. - Meine Aussage ist dagegen, dass die Natur vollumfänglich Ableitung von Gott ist, dass es also nichts gibt, was nicht von Gott ist. - Vielleicht hätte ich besser sagen sollen "Alles AUS EINEM" - aber ich habe nicht damit gerechnet, dass es hier eine Diskussion gibt.
Klaro: Ich verstehe (absichtlich?) falsch - weil du vielleicht besser hättest sagen sollen "Alles aus Einem" statt "Alles in Einem"? Jetzt schwenkst du also vom Pantheismus in Richtung eines Panentheismus um. Aber biblisch wäre das genau so wenig.

Die Ursprungsfrage dass der Mensch aus Gott sei und wo das in der Bibel stünde (siehe oben), meinst du auf diese Weise "elegant" erledigt zu haben. Dem ist aber nicht so:
2.Ma 7,28 Luther 2017 hat geschrieben:Ich bitte dich, mein Kind, sieh Himmel und Erde an und betrachte alles, was darin ist, und erkenne: Dies hat Gott alles aus nichtsA gemacht, und wir Menschen sind auch so gemacht.
A) Wörtlich: "nicht aus schon Bestehendem".
Also: nicht aus Gott, der ja schon Bestehendes wäre, sondern "ex nihilo" - aus Nichts ist der Mensch geschaffen - wenn's nach der Bibel geht. Kein Wunder also, dass du deine Behauptung nicht biblisch belegen kannst. Das zugeben kannst du auch nicht, sondern musst versuchen, dich mit solch einem Zirkus aus der Affäre zu ziehen.

Vom ursprünglichen Zusammenhang, bei dem es um dein angebliches ZURÜCK zu Gott ging, weißt du längst nicht mehr. ZURÜCK hieße biblisch allerdings ZURÜCK ins NICHTS.

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