Helmuth hat geschrieben: ↑So 8. Feb 2026, 11:33
Gesetze entstehen infolge Übertretung.
Ja, auch. Aber nicht allein nur deswegen.
Helmuth hat geschrieben: ↑So 8. Feb 2026, 11:33Wenn keiner übertritt, wer sollte Regeln aufzustellen? Man weiß ja gar nicht welche. Das macht man demnach in Erwartung einer bereits bekannten Übertretung. Jedenfalls lehrt es
Paulus so:
Gal 3,19 hat geschrieben: Warum nun das Gesetz? Es wurde der Übertretungen wegen hinzugefügt ...
Von einer bestimmten Übertretung soll auf allgemeine Übertretung geschlossen werden ? Von da aus auf Mord, Diebstahl und Ehebruch ? Das Israel des Exodus, ein Volk von Mördern, Dieben und Ehebrechern ? Das wäre mindestens eine gewagte These.
Paulus’ Aussage ist besser so zu verstehen: Das Gesetz wurde gegeben, weil Übertretung (als Möglichkeit und als verborgene Realität) existierte und erst durch das Gesetz sichtbar und zurechenbar wurde.
Römer 3,20 ... denn durch Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.
Römer 5,20 Das Gesetz aber kam daneben ein, auf daß die Übertretung überströmend würde. Wo aber die Sünde überströmend geworden, ist die Gnade noch überschwenglicher geworden,
Den Israeliten wird Gott nichts Neues gesagt haben, dass Mord, Diebstahl und Sünde moralisch mindestens fragwürdig wären. Mit dem Gesetz allein wird nichts verhindert, wie
Paulus ja eigentlich ziemlich deutlich sagt.
Gott ließ mit dem Gesetz vom Sinai das kodifizieren, was schon im common sense des Volkes Israel vorhanden war. Allerdings war es so noch unverbindlich und uneinheitlich.
Paulus sagt zwar auch
Galater 3,24 Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christum hin, auf daß wir aus Glauben gerechtfertigt würden.
Aber Zuchtmeister dürfen wir hier nicht zu streng als Drillinstructor verstehen. Das Gesetz ist viel mehr der Leitfaden und das Ideal. Im strengen Sinne erzogen wird und wurde damit niemand.
Helmuth hat geschrieben: ↑So 8. Feb 2026, 11:33
Überlegen wir praktisch: Wer muss ein Gesetz schreiben, welches ein Gebot die Ehe nicht zu brechen anordnet, wenn kein einziger Mensch die Ehe bricht? Es kommt also gar keinem in Sinn solches zu tun. Dann kommt auch keiner auf die Notwendigkeit dies zu regeln.
Ein Mensch kommt vielleicht nicht so schnell auf die Idee. Deswegen hatte sich Israel ja selbst auch kein verbindliches Gesetz gegeben. Wenn aber niemand die Ehe gebrochen hat, heißt das noch nicht, dass niemand auf die Idee gekommen wäre. Jesus deutet ja schon an, dass schon Ehebruch im Herzen auch Ehebruch wäre. Es gab also einen moralischen Maßstab. Aber wie gesagt, das ist nicht verbindlich und nicht einheitlich. Von einem Volk von Dieben, Mördern und Ehebrechern kann man nicht verlangen oder erwarten, dass sie mit dem Gesetz auf einmal zu lieben Menschen werden. Aber von Menschen, die moralische Maßstäbe schon haben und diese auch weitgehend einhalten, kann man erwarten, dass sie dies konsequent und dauerhaft tun. Und wenn sie es mal nicht tun, dafür dann auch zur Verantwortung gezogen werden können.
Helmuth hat geschrieben: ↑So 8. Feb 2026, 11:33
Als Beispiel nehme ich dazu das Gebot der Unterordnung der Frau. Das zu missachten ist in Israel offenbar nie jemand in den Sinn gekommen. Es war so und man lebte danach. Vielleicht war es die einzige Sünde, die sie nicht getan hatten. Nun kommt das Evangelium zu den Heiden und auf eimal gerät die Gemeinde deshalb in Unordnung und
Paulus musste es als Gesetz formulieren.
Aus strukturellen Gründen schon wäre es gefährlich für eine Frau in einer patriarchalen Gesellschaft, dies zu missachten.
Paulus aber orientiert sich nicht an einer patriarchalen Unterordnung der Frau, sondern an einer menschlichen. Die Ehefrau soll sich ihrem Ehemann unterordnen und der Ehemann soll sich seiner Ehefrau unterordnen. Nicht die Weiblichen im Allgemeinen den Männlichen im Allgemeinen. Das Leben in Christus ist ein Leben in Unterordnung und Dienst und an keiner Stelle wird irgendwem verordnet oder erlaubt, dass er sich mit Befehlen überordnen/überheben soll. Stattdessen soll vorgelebt werden.
Helmuth hat geschrieben: ↑So 8. Feb 2026, 11:33
Aber das sind Nebenthemen. Für mich geht es um die Würde, die mit deiner Heiligkeit einhergeht. Mit deiner Heiligung steigt deine Würde, und mit deiner Unheiligkeit sinkt sie. Darum genießt Jesus die höchste Würde eines Menschen, die es gibt.
Deine Herleitung halte ich für fragwürdig. DIe Würde des Menschen ist unabhängig vom Verdienst. Wenn der Mensch ins Gericht kommt, wird sein Leben bewertet. Gott will das doch gar nicht. Der Mensch, der sein Leben und das Leben anderer Menschen nach Kriterien der Nützlichkeit und Leistungsfähigkeit bewertet, ist schon gerichtet, wie es Jesus in Johannes 3,18 sagt. Wie man richtet, so wird man gerichtet. Gott will uns davor bewahren und darum schickte er uns seinen Sohn, dass er uns zeigt, dass Gott uns schon geliebt hat und wir uns seine Liebe nicht erst verdienen müssen.
Helmuth hat geschrieben: ↑So 8. Feb 2026, 11:33
Eine Haufrau tut mit ihrer Tätigkeit den Willen Gottes.
Wenn sie aus strukturellen Gründen ökonomisch dazu gezwungen ist ? Wenn dieser strukturelle Zwang nicht mehr besteht, sie das dann auch nutzt, soll gegen den Willen Gottes sein ?
Helmuth hat geschrieben: ↑So 8. Feb 2026, 11:33Demnach ist ihre Würde entsprechend hoch.
Nur dann, wenn das auch wirklich freiwillig geschieht. Es würde nicht zu Umwerfungen kommen, wäre das nicht unfreiwillig. Dass diese neue Form der Emanzipation nur eine andere Form der Unterwerfung und somit Illusion ist, erklärt vorhandene Unzufriedenheit aus Zwang ja noch nicht weg.
Helmuth hat geschrieben: ↑So 8. Feb 2026, 11:33Eine Hure tut mehr was der Teufel will. Also ist ihre Würde des Teufels.
Eine Hure benötigt einen Freier. Das Problem der Prostitution, was ich ja durchaus als Problem anerkenne, ist keine Sache individueller Schuld, sondern strukturell. Mit dem Finger auf Sündenböcke zu zeigen, ist nicht weniger Sache des Teufels. Im aus dem Boden gestampften Bundesvolk Israel muss man eine solche Sache auch noch mal anders bewerten, als für den Rest der Welt. Ähnlich wie die Sache mit dem Diebstahl.
Helmuth hat geschrieben: ↑So 8. Feb 2026, 11:33
Können wir, wenn's geht im Thema bleiben? Sozialkritische Themen kannst du in dem anderen Thread fortsetzen. Das tangiert mich nicht so. Die Würde ist eine Funktion der Heiligekeit und das tangiert uns nicht nur, sie ist heilsrelevant, weil es heißt:
Heb 12,14 hat geschrieben: Jagt dem Frieden nach mit allen und der Heiligkeit, ohne die niemand den Herrn schauen wird.
Wir sind hier nicht mehr in einem speziellen Bibelunterforum. Das Thema lässt sich biblisch auch nicht ohne Weiteres einordnen, da sie (die Würde des Menschen) zur moderneren Philosophie gehört, die mit sozialkritischen Themen zusammen gehört. Abgesehen davon sind sozialkritische Themen auch primär in der Bibel, aber du bist scheinbar immer noch blind dafür.
Einen Zusammenhang mit Heiligkeit und Würde will ich gar nicht abstreiten, aber wie ich schon sagte, dass der Mensch sich durch Heligung in seiner Würde steigern könne, halte ich für eine fragwürdige These.