Torheit des Glaubens

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Zippo
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Torheit des Glaubens

Beitrag von Zippo »

[1. Kor 1,18-25] Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die wir errettet werden, ist es Gottes Kraft. Denn es steht geschrieben: „Ich will die Weisheit der Weisen vernichten, und den Verstand der Verständigen will ich wegtun.“ Wo ist der Weise, wo der Schriftgelehrte, wo der Schulstreiter dieses Zeitlaufs? Hat Gott nicht die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht? Denn weil ja in der Weisheit Gottes die Welt durch die Weisheit Gott nicht erkannte, so gefiel es Gott wohl, durch die Torheit der Predigt die Glaubenden zu erretten; weil ja sowohl Juden Zeichen fordern als auch Griechen Weisheit suchen; wir aber predigen Christus als gekreuzigt, den Juden ein Anstoß und den Nationen eine Torheit; den Berufenen selbst aber, sowohl Juden als auch Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit; denn das Törichte Gottes ist weiser als die Menschen, und das Schwache Gottes ist stärker als die Menschen.
Warum will Gott die Weisheit der Weisen vernichten und durch die Torheit der Predigt, Menschen retten ?


Mir ist eingefallen, daß es auch im AT so etwas, wie die Torheit des Glaubens gibt. Gott läßt manche Menschen Dinge tun, die einem verständigen Menschen unvernünftig erscheinen mußten.
Als z. Bsp Noah und seine Familie die Arche Noah gebaut haben, da war noch nicht im entferntesten mit einer Sintflut zu rechnen. 1 Mo 6, Mt 24,37-39

Als Abraham seinen Sohn opfern sollte, mußte er sich doch eigentlich gefragt haben, warum sein einziger verheißener Sohn, der wie durch ein Wunder von Sarah in hohem Alter geboren wurde, jetzt auf einmal zum Brandopfer gemacht werden sollte. 1 Mo 22

Wer von dem Volk Israel hätte gedacht, daß man eine Stadt erobern kann, indem man Posaune blasend um sie herumging ? Josua 6,1-21

Als Gideon mit einer Schar von 300 Wasser leckenden Kriegern, eine ganze Schar von Midianitern besiegen sollte, mußte der Glaube und das Vertrauen in Gott schon sehr hoch sein, um es zu wagen. Ri 7, 1-22

Als Gott durch den Propheten Jeremia dem Volk Israel empfahl, sich dem Feind Nebukadnezar auszuliefern, da mußten sie denken: "Was für ein Irrsinn, wir wissen doch, wie dieser Nebukadnezar mit seinen Feinden umspringt."
Jer 21, 8-10 , 27,6-12, Jer 38,17-18

usw.

Im NT stehen viele Menschen vor dem Kreuz und fragen sich, warum sich der Sohn Gottes so mißhandeln läßt und nur für gläubige Menschen ist erkennbar, daß er auf diese demütigende Art und Weise einen Sieg erringt.

Warum fordert Gott die Torheit des Glaubens ?


Gruß Thomas
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
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Gottsucher
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Re: Torheit des Glaubens

Beitrag von Gottsucher »

Ich denke, Gott will es den Menschen so einfach wie möglich machen, Ihm zu glauben und zu vertrauen und sich von Ihm retten zu lassen - halt einfach durch den Glauben an das vollbrachte Sühnopfer Jesu am Kreuz und nicht auf eigene Anstrengungen (Eph 2,8-9), weil das eh nie reichen würde, um vor Gott gerecht dazustehen.
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Helmuth
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Re: Torheit des Glaubens

Beitrag von Helmuth »

Zippo hat geschrieben: Mo 6. Apr 2026, 16:38 Warum fordert Gott die Torheit des Glaubens ?
Hast du nicht die Frage schon mit deinen Beispielen beantwortet? Besser hätte ich es dir gar nicht darlegen können. Die Wunder, zu denen Gott fähig ist, sind nicht auf der Ebene unseres rationalen Verstandes begreifbar.

Ja in der Tat, es kling töricht sieben Mal eine Stadt zu umrunden und in eine Posaune zu blasen. Anderseits gab Gott den Einwohnern damit noch die Chance zu fliehen, denn welche Macht Israel mit JHWH hatte, war bereits in aller Munde bekannt. Es dürfte nur keiner diese Chance ergriffen haben. Und ist das nicht noch törichtrt? Man geht lieber unter und stirbt?

Töricht ist es damit im Grunde immer nur für die Ungläubigen, die rein gar nichts erkennen, als dann nur ihren eigenen Untergang finden. Der Gläubige, aber auch schon der, der zumindest Gott fürchtet, wie die Hure Rahab, findet seine Antwort darauf später im Glauben auf der geistlichen Ebene. Dazu sagt Paulus:
1. Kor 2,14 hat geschrieben: Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt wird.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Gottsucher
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Re: Torheit des Glaubens

Beitrag von Gottsucher »

Gut geschrieben, Helmuth!👍🏻😃

Und ist es nicht erstaunlich, dass Rahab später sogar im Stammbaum von Jesus Christus auftaucht (Matthäus 1,5)? Und dass die "rote Schnur" - ein Sinnbild für das erlösende Blut Jesu Christi - dasselbe hebräische Wort ist wie das für "Hoffnung" (תִּקוָה - tiqvah)?
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Galahad
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Re: Torheit des Glaubens

Beitrag von Galahad »

Zippo hat geschrieben: Mo 6. Apr 2026, 16:38 Warum will Gott die Weisheit der Weisen vernichten und durch die Torheit der Predigt, Menschen retten ?
[…]
Warum fordert Gott die Torheit des Glaubens ?
Der Kontext für die von dir zitierten paulinischen Aussagen ist durch Jesaja 29, 14 ff gegeben. Dort begegnet uns die Ankündigung Gottes, die menschliche Weisheit zu "vernichten" und auch eine Begründung dazu. Die Weisen hatte ihr Herz von Gott entfernt, sich innerlich von Gott abgewendet.

Jetzt weist Paulus lediglich darauf hin, daß diese Prophezeiung Gottes erfüllet worden war.

Paulus attestiert der Predigt nicht direkt eine Torheit, sondern löst das Spannungselement, welches diese Formulierung zunächst erzeugt, im späteren Vers auf: Denn die göttliche Torheit ist weiser, als die Menschen sind; (25) – Die Torheit ist nicht absolut als Torheit bezeichnet, sondern Paulus ist hier sarkastisch. Das was die Weisen als Torheit bezeichnen, ist dennoch weiser als alles, was sie selber an Weisheit ergründen konnten.

Vor allem aber, das göttliche Handeln ist effektiv (d.h. es rettet effektiv die Menschen) und im Gegensatz dazu ist die menschliche Handeln effektiv nicht wirksam.

Daraus ergibt sich dieser Ablauf: die Weisen wendeten sich ab von Gott, suchten ihre eigene Weisheit, dennoch rettete Gott sie, aber ohne die Zutat dieser menschlichen Weisheit, sondern in einer Form, die die Weisen für Torheit hielten. Und dennoch ist es diese vermeintliche Torheit, die einzig weise genug ist, die Menschen zu retten.

Die Bedeutung deiner zweiten Frage ist mir nicht klar. Wo fordert Gott? Paulus schreibt in Vers 24, daß uns, im Gegensatz zu den Weisen dieser Welt, die Predigt nicht Torheit, sondern Weisheit ist.

Vielleicht verdeutlichst Du nochmal, was dein Anliegen mit deiner zweiten Frage genauer eigentlich ist.
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Zippo
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Re: Torheit des Glaubens

Beitrag von Zippo »

Gottsucher hat geschrieben: Di 7. Apr 2026, 00:08 Ich denke, Gott will es den Menschen so einfach wie möglich machen, Ihm zu glauben und zu vertrauen und sich von Ihm retten zu lassen - halt einfach durch den Glauben an das vollbrachte Sühnopfer Jesu am Kreuz und nicht auf eigene Anstrengungen (Eph 2,8-9), weil das eh nie reichen würde, um vor Gott gerecht dazustehen.
Eigentlich hast du recht, glauben ist zunächst recht einfach, da tut man einfach was Gott sagt. Ich brauche natürlich das Vertrauen, daß es Gott ist, der zu mir spricht. Wie bekommt man das ?

Und, ob ich einer Botschaft Vertrauen schenke, hängt auch davon ab, ob ich sie für sinnvoll halte. Und das ist nicht so einfach, wenn sie dem Verstand entgegen steht.

Wie willst du glauben, daß bald die ganze Welt untergeht, wenn sich Sonne und Regen im Wechsel befinden und manchmal vielleicht sogar eher Dürre angesagt ist ?
Wie willst du glauben, daß der Gott, der das Volk Israel vor seinen Feinden nicht beschützen kann, plötzlich diese Aufgabe mit 300 Kriegern bewältigt ?
usw.

Der Glaube fordert auf, trotz scheinbarer Torheit, trotzdem zu vertrauen. Ist das als Prüfung zu verstehen ?

Geheime innere Kräfte haben den Noah, trotz manchem Spott und Hohn geholfen, sein Werk zuende zu bringen.
Ebenso die anderen Werke Gottes, die dem menschlichen Verstand offensichtlich wie eine Torheit vorkommen mußten.

Die Stimme des Glaubens verlangt, einfach einer inneren Stimme zu folgen und zu tun, was da gefordert ist. Wenn aber danach lauter Probleme entstehen ?

Jetzt zum Evangelium. Der Gott, der Weisheit so hoch in Ehren hält, wie Salomo uns in seinen Sprüchen vermittelt, der verachtet diese Weisheit und konfrontiert Menschen mit einer Botschaft, die einen schwierigen Zugang hat, weil sie durch ihre Ungerechtigkeit und Grausamkeit den Blick verstellt. Erst wenn man es versucht, wird man Weisheit finden.
Braucht es nicht auch einen kleinen Hinweis Gottes, bevor man es überhaupt versucht, die Botschaft des Evangeliums ernst zu nehmen ?

Gruß Thomas
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Helmuth
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Re: Torheit des Glaubens

Beitrag von Helmuth »

Zippo hat geschrieben: Mi 8. Apr 2026, 11:40 Ich brauche natürlich das Vertrauen, daß es Gott ist, der zu mir spricht. Wie bekommt man das ?
Im Sinne des Themas sage ich: Durch die Torheit des infantilen Glaubens. Gott sagt etwas, also ist dem so. Man sei sich aber sicher, dass es Gottes Wort ist. Aus dem Grund führe ich oft so scheint's banale Threads wie "Was ist Gottes Wort?"

Ich mache nämlich die Erfahrung, dass Christen das auch oft nicht anders als töricht handhaben. Hier meine ich töricht nicht im Sinne von kindlich, wie Jesus den Glauben der Kinder lobt, sondern kindisch, wie es Paulus hier beschreibt:
. Kor 14,20 hat geschrieben: Brüder, werdet nicht Kinder am Verstand, sondern an der Bosheit seid Unmündige, am Verstand aber werdet Erwachsene.
An sich wäre unsere gängige Wortwahl des Textes: "Brüder, seid nicht dumm wie Kinder", oder töricht anstelle von dumm. Töricht ist ein schon recht altes Deutsch, dumm ist eine heute üblichere Ausdrucksweise. Wienerisch treibt dazu noch ganz andere Blüten. ;)
Zippo hat geschrieben: Mi 8. Apr 2026, 11:40 Und, ob ich einer Botschaft Vertrauen schenke, hängt auch davon ab, ob ich sie für sinnvoll halte. Und das ist nicht so einfach, wenn sie dem Verstand entgegen steht.
Hier sollte zur Anwendung kommen: Gehorsam vor Verstand. Meine Erfahrung ist die: Der Verstand zieht nach, aber umgekehrt wird daraus kein Schuh, denn so blockiert man den Prozess.
Zippo hat geschrieben: Mi 8. Apr 2026, 11:40 Der Glaube fordert auf, trotz scheinbarer Torheit, trotzdem zu vertrauen. Ist das als Prüfung zu verstehen ?
Ich denke ja, durchaus, und gerade darin versagen wir. Ein für mich typisches Beispiel: Wehrt euch nicht! Solches sagt Jesus zu bestimmte Dingen, aber das Fleisch setzt dem ein "Aber". Und es wird zur Heuchelei, wenn du davor noch ein "Ja" setzt, also: "Ja, Jesus sagt das, ich weiß, aber ... " So wird man diese Prüfung wohl nicht bestehen.
Zippo hat geschrieben: Mi 8. Apr 2026, 11:40 Braucht es nicht auch einen kleinen Hinweis Gottes, bevor man es überhaupt versucht, die Botschaft des Evangeliums ernst zu nehmen ?
Wie hast du es angnommen? Oder hast du das noch gar nicht? Gibt es da auch ein "Ja, aber ..."? Ich unterstelle nichts, sondern frage, weil du mir den Eindruck vermittelst als wollest du viele Dinge nicht glauben.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Gottsucher
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Re: Torheit des Glaubens

Beitrag von Gottsucher »

Zippo hat geschrieben: Mi 8. Apr 2026, 11:40 Braucht es nicht auch einen kleinen Hinweis Gottes, bevor man es überhaupt versucht, die Botschaft des Evangeliums ernst zu nehmen ?
Hast Du Ihn denn mal nach einem solchen Hinweis gefragt?

Viele Leute, die zuerst nicht an Gott geglaubt haben, berichten, dass sie sich (erst) in einer verzweifelten Lage an Gott gewendet haben - oft mit einem Gebet wie: "Gott, wenn es Dich gibt, dann... (zeig Dich/hilf mir/mach was)". Und tatsächlich ist dann meist etwas passiert, das sie davon überzeugt hat, dass es Gott tatsächlich gibt, und dass dann wohl auch die Bibel und das Evangelium wahr sein könnten...

Bei mir war es etwas anders; ich hatte irgendwie keine Zweifel, dass es Gott gibt, aber ich hatte lange Zeit in der falschen Richtung (Esoterik) nach Antworten gesucht. Erst nachdem ich mich dann explizit an Jesus gewendet hatte, ist etwas passiert, woran ich erkennen konnte, dass an der ganzen Sache tatsächlich etwas dran ist.

Gott lässt uns alle Freiheiten, lässt uns auch falsche Wege gehen, aber Er wirbt unaufhörlich um uns, und sobald wir Ihn suchen, lässt Er sich finden, davon bin ich ziemlich überzeugt nach allem, was ich sowohl von anderen gehört habe als auch was ich selber erlebt habe. Auf alle Fragen bzgl. des Evangeliums habe ich auch noch keine Antworten, vor allem das Thema "ewige Verdammnis" finde ich schwierig, aber auch das gehört, meine ich, zum Glauben mit dazu: darauf zu vertrauen, dass Gott am Ende sowohl gerecht als auch barmherzig und gnädig ist.
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