Larson hat geschrieben: ↑Fr 22. Mai 2026, 13:46
Somit wäre das Christentum ausserhalb seiner Lehre. Somit ist der Glaubensinhalt der christlichen Lehre nicht die Lehre Jesu.
Der Aussage würde ich sogar zustimmen, aber du beziehst ja die Grundlage des Christentums schon mit ein.
Larson hat geschrieben: ↑Fr 22. Mai 2026, 13:46
Ich würde das etwas konkretisieren, dass sie, die Apostel, die Schrift nicht nach ihrem ursprünglichen Sinn verstanden und weiter gaben, sondern sie zum eigenen Zweck gebrauchten, um eine Lehre zu untermauern, welche Jesus nicht lehrte.
Und dabei legst du dann willkürlich fest, wo sogar die Evangelien zwischen wahren Worten Jesu und verfälschten Worten Jesu zirkulieren. Oder sollten sie nur wahre Worte Jesu wiedergeben, warum tun sie das, wenn sie drumherum eine falsche und ihm widersprechende Lehre konstruieren ? Sie hätten Jesus auch ganz anders reden lassen können.
Larson hat geschrieben: ↑Fr 22. Mai 2026, 13:46
Sicher, die Schriften des
Paulus sind / gehören zu den ältesten, aber nein, der Jesus des
Paulus ist des
Paulus Vision, nicht der historische Jesus.
Dass die paulinischen Schriften älter wären als die Evangelien, das ist nur eine Theorie, die ich schon dargestellt habe. Folgst du dieser Denkschule, verliert auch deine Kritik an
Paulus ziemlich den Boden, da es den einen
Paulus dann ja gar nicht gab, sondern einen
Paulus + eine paulinische Schule.
Larson hat geschrieben: ↑Fr 22. Mai 2026, 13:46
Die wurden von
Paulus beeinflusst…. Und das JoEv dann noch mehr von der werdenden „Kirche“.
Das wäre selbst dann nicht gewiss, wenn die Evangelien erst ab 70 n.Chr. verfasst wären.
Larson hat geschrieben: ↑Fr 22. Mai 2026, 13:46
Genau, Menschen, also ist der Begriff „Menschensohn“ nichts mystisches, wie es vorher in einigen Beiträgen gerne dargestellt worden ist.
Von mir ja nicht. Ich verwies nur auf Daniel 7, wo der Sohn des Menschen ein visionäres Bild ist. Wenn man die Deutung der Vision ausblendet, bleibt dieser Sohn des Menschen natürlich "mystisch".
Larson hat geschrieben: ↑Fr 22. Mai 2026, 13:46
Nun, jeder Gott-Gläubige Mensch sollte doch nicht aus seinem Eigenen handeln, denn wenn Gott „Herr“ ist, sollten wir ja nach seinem Willen walten.
Das Problem ist halt der Widerspruch zwischen Sollen und Sein. Ein uraltes Problem.
Larson hat geschrieben: ↑Fr 22. Mai 2026, 13:46Duz meintest wohl Daniel 10,16? Oder Dan 8,16, wo Daniel als Ben-Adam bezeichnet wird (dann kommt es noch ein paarmal im Plural vor)?
Nein, ich meinte den Messias.
Larson hat geschrieben: ↑Fr 22. Mai 2026, 13:46
Wie schon gesagt, der Gott-Gläubige Mensch, wird sich von Gott leiten lassen, da ja der Gottesgeist in jedem Menschen ist.
Es geht darum, dass so einer dann ein Sohn Gottes ist.
Larson hat geschrieben: ↑Fr 22. Mai 2026, 13:46
Gott versöhnt sich mit uns nicht durch „Jesus“, das ist des
Paulus Aussage, aus der Luft gegriffen, und widerspricht doch der Lehre der Tenach.
Die Aussage des
Paulus ist, dass Jesus die Menschen mit Gott versöhnt. Die Haltung der Menschen wird verändert von Ablehnung zu Liebe. Ein zorniger Gott, der durch Blut besänftigt werden müsste, das tritt im NT höchstens als Anti-These auf. Leider ist das ein Verständnis, wie auch ich es am Anfang meines Glaubensweges vermittelt bekam, sowohl durch die Übersetzungen als auch durch Sekundärquellen. Zugegeben, besonders die paulinischen Schriften eignen sich besonders gut für diese Verdrehung. Und auch Jesaja 53 wurde leider diesbezüglich verdreht. Nicht durch das NT, sondern durch spätere Lesarten. Wahrscheinlich meinte man, den Heiden sei solch eine Opfertheologie leichter zu vermitteln, da sie diese gewohnt waren.
Larson hat geschrieben: ↑Fr 22. Mai 2026, 13:46
Und das ist nicht die Liebe Gottes, wenn da Jesus (später dann als Gott verehrt) für unsere Sünden stirbt, sondern schlichtweg eine menschliche Gesinnung, welche Gott vorschreiben will, wie, auf welche Art er versöhnlich sei.
Paulus hebt ja hervor, dass Gott den Schritt der Versöhnung schon längst getan hat. Nicht erst durch das Opfer Jesu, sondern schon immer. Jesus hat das den Juden seiner Zeit mit seiner Botschaft noch mal deutlich gemacht. Das war in dieser Zeit und unter diesen Umständen dringend notwendig. Für die Nicht-Juden dann sowieso. Es wird ja schon bei der Frage im Konext des Blindgeborenen deutlich, ob er gesündigt hätte oder seine Eltern, welche verkehrte Gottesvorstellung die Menschen hatten. Leider gibt es diese Vorstellung immer noch überall.
Larson hat geschrieben: ↑Fr 22. Mai 2026, 13:46
Und durch das Blut Jesu wird niemand gerechtfertigt, sondern allein nur durch Umkehr zum allein-einzigen Gott JHWH, und dazu braucht es kein Blut.
Doch, das braucht es. Blut steht für Leid und Tod. Es geht nicht um eine magische Kraft der Substanz Blut. Es geht um die Erkenntnis, dass ein Gerechter und Unschuldiger, durch mein Verhalten leidet oder sogar stirbt. Analog ist es auch mit den Tieropfern.
Larson hat geschrieben: ↑Fr 22. Mai 2026, 13:46Versöhnung geschieht nicht durch den Tod (eines anderen) sondern indem man JHWH als seinen Herrn und Elohim annimmt, und sein Leben nach seinem Willen gestaltet.
Es findet ja wohl hoffentlich ein Umdenken im Menchen statt, wenn er erkennt, dass sein Verhalten zum Tod von anderen führt.
Übrigens äußert schon Elihu einen ähnlichen Gedanken gegenüber Hiob:
Hiob 35,5 Siehe zum Himmel empor und betrachte ihn und schau die Wolken an, die höher sind als du!
6 Wenn du sündigst, was tust du ihm zuleide? Und sind deiner Missetaten viele, was schadest du ihm?
7 Bist du aber gerecht, was gibst du ihm, und was empfängt er von deiner Hand?
8 Aber ein Mensch wie du leidet unter deiner Sünde, und den Menschenkindern nützt deine Gerechtigkeit.
Elihu macht deutlich, dass Hiob, so vorbildlich er auch wandelte, ein selbstgerechter Mensch ist, der sich seinen Segen verdient zu haben meint.
Die Kehrseite der Medaille einer solchen Haltung ist die, dass ausbleibender Segen als selbstverschuldet, nachlässig oder sonstige Charakterfehler gesehen werden.
Larson hat geschrieben: ↑Fr 22. Mai 2026, 13:46
Also so direkt sagt
Paulus das nicht.
Paulus adressiert menschliches Verhalten als Gefahrenquelle für den Menschen. Ein nicht gottgemäßes Leben führt zum Tode. Zum Tode von anderen und früher später auch in den eigenen.
Larson hat geschrieben: ↑Fr 22. Mai 2026, 13:46
Sag ich doch schon die ganze Zeit… und dazu braucht es keiner christlichen Theologie.
In einer verkehrten Welt, die sich nach dem Recht des Stärkeren entwickelt hat, braucht es zumindest eine Anleitung dafür. Eigentlich bräuchte es ja nicht mal die Thora, denn Adam hatte auch keine. Oder hat Gott versäumt, ihm eine in die Hand zu drücken ? Sogar Abraham und die 12 Stammväter hatten noch keine Thora. Bist du, der du eine Thora hast, höher als Abraham ?