Torheit des Glaubens

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Zippo
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Torheit des Glaubens

Beitrag von Zippo »

[1. Kor 1,18-25] Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die wir errettet werden, ist es Gottes Kraft. Denn es steht geschrieben: „Ich will die Weisheit der Weisen vernichten, und den Verstand der Verständigen will ich wegtun.“ Wo ist der Weise, wo der Schriftgelehrte, wo der Schulstreiter dieses Zeitlaufs? Hat Gott nicht die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht? Denn weil ja in der Weisheit Gottes die Welt durch die Weisheit Gott nicht erkannte, so gefiel es Gott wohl, durch die Torheit der Predigt die Glaubenden zu erretten; weil ja sowohl Juden Zeichen fordern als auch Griechen Weisheit suchen; wir aber predigen Christus als gekreuzigt, den Juden ein Anstoß und den Nationen eine Torheit; den Berufenen selbst aber, sowohl Juden als auch Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit; denn das Törichte Gottes ist weiser als die Menschen, und das Schwache Gottes ist stärker als die Menschen.
Warum will Gott die Weisheit der Weisen vernichten und durch die Torheit der Predigt, Menschen retten ?


Mir ist eingefallen, daß es auch im AT so etwas, wie die Torheit des Glaubens gibt. Gott läßt manche Menschen Dinge tun, die einem verständigen Menschen unvernünftig erscheinen mußten.
Als z. Bsp Noah und seine Familie die Arche Noah gebaut haben, da war noch nicht im entferntesten mit einer Sintflut zu rechnen. 1 Mo 6, Mt 24,37-39

Als Abraham seinen Sohn opfern sollte, mußte er sich doch eigentlich gefragt haben, warum sein einziger verheißener Sohn, der wie durch ein Wunder von Sarah in hohem Alter geboren wurde, jetzt auf einmal zum Brandopfer gemacht werden sollte. 1 Mo 22

Wer von dem Volk Israel hätte gedacht, daß man eine Stadt erobern kann, indem man Posaune blasend um sie herumging ? Josua 6,1-21

Als Gideon mit einer Schar von 300 Wasser leckenden Kriegern, eine ganze Schar von Midianitern besiegen sollte, mußte der Glaube und das Vertrauen in Gott schon sehr hoch sein, um es zu wagen. Ri 7, 1-22

Als Gott durch den Propheten Jeremia dem Volk Israel empfahl, sich dem Feind Nebukadnezar auszuliefern, da mußten sie denken: "Was für ein Irrsinn, wir wissen doch, wie dieser Nebukadnezar mit seinen Feinden umspringt."
Jer 21, 8-10 , 27,6-12, Jer 38,17-18

usw.

Im NT stehen viele Menschen vor dem Kreuz und fragen sich, warum sich der Sohn Gottes so mißhandeln läßt und nur für gläubige Menschen ist erkennbar, daß er auf diese demütigende Art und Weise einen Sieg erringt.

Warum fordert Gott die Torheit des Glaubens ?


Gruß Thomas
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
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Gottsucher
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Re: Torheit des Glaubens

Beitrag von Gottsucher »

Ich denke, Gott will es den Menschen so einfach wie möglich machen, Ihm zu glauben und zu vertrauen und sich von Ihm retten zu lassen - halt einfach durch den Glauben an das vollbrachte Sühnopfer Jesu am Kreuz und nicht auf eigene Anstrengungen (Eph 2,8-9), weil das eh nie reichen würde, um vor Gott gerecht dazustehen.
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Helmuth
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Re: Torheit des Glaubens

Beitrag von Helmuth »

Zippo hat geschrieben: Mo 6. Apr 2026, 16:38 Warum fordert Gott die Torheit des Glaubens ?
Hast du nicht die Frage schon mit deinen Beispielen beantwortet? Besser hätte ich es dir gar nicht darlegen können. Die Wunder, zu denen Gott fähig ist, sind nicht auf der Ebene unseres rationalen Verstandes begreifbar.

Ja in der Tat, es kling töricht sieben Mal eine Stadt zu umrunden und in eine Posaune zu blasen. Anderseits gab Gott den Einwohnern damit noch die Chance zu fliehen, denn welche Macht Israel mit JHWH hatte, war bereits in aller Munde bekannt. Es dürfte nur keiner diese Chance ergriffen haben. Und ist das nicht noch törichtrt? Man geht lieber unter und stirbt?

Töricht ist es damit im Grunde immer nur für die Ungläubigen, die rein gar nichts erkennen, als dann nur ihren eigenen Untergang finden. Der Gläubige, aber auch schon der, der zumindest Gott fürchtet, wie die Hure Rahab, findet seine Antwort darauf später im Glauben auf der geistlichen Ebene. Dazu sagt Paulus:
1. Kor 2,14 hat geschrieben: Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt wird.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Gottsucher
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Re: Torheit des Glaubens

Beitrag von Gottsucher »

Gut geschrieben, Helmuth!👍🏻😃

Und ist es nicht erstaunlich, dass Rahab später sogar im Stammbaum von Jesus Christus auftaucht (Matthäus 1,5)? Und dass die "rote Schnur" - ein Sinnbild für das erlösende Blut Jesu Christi - dasselbe hebräische Wort ist wie das für "Hoffnung" (תִּקוָה - tiqvah)?
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Galahad
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Re: Torheit des Glaubens

Beitrag von Galahad »

Zippo hat geschrieben: Mo 6. Apr 2026, 16:38 Warum will Gott die Weisheit der Weisen vernichten und durch die Torheit der Predigt, Menschen retten ?
[…]
Warum fordert Gott die Torheit des Glaubens ?
Der Kontext für die von dir zitierten paulinischen Aussagen ist durch Jesaja 29, 14 ff gegeben. Dort begegnet uns die Ankündigung Gottes, die menschliche Weisheit zu "vernichten" und auch eine Begründung dazu. Die Weisen hatte ihr Herz von Gott entfernt, sich innerlich von Gott abgewendet.

Jetzt weist Paulus lediglich darauf hin, daß diese Prophezeiung Gottes erfüllet worden war.

Paulus attestiert der Predigt nicht direkt eine Torheit, sondern löst das Spannungselement, welches diese Formulierung zunächst erzeugt, im späteren Vers auf: Denn die göttliche Torheit ist weiser, als die Menschen sind; (25) – Die Torheit ist nicht absolut als Torheit bezeichnet, sondern Paulus ist hier sarkastisch. Das was die Weisen als Torheit bezeichnen, ist dennoch weiser als alles, was sie selber an Weisheit ergründen konnten.

Vor allem aber, das göttliche Handeln ist effektiv (d.h. es rettet effektiv die Menschen) und im Gegensatz dazu ist die menschliche Handeln effektiv nicht wirksam.

Daraus ergibt sich dieser Ablauf: die Weisen wendeten sich ab von Gott, suchten ihre eigene Weisheit, dennoch rettete Gott sie, aber ohne die Zutat dieser menschlichen Weisheit, sondern in einer Form, die die Weisen für Torheit hielten. Und dennoch ist es diese vermeintliche Torheit, die einzig weise genug ist, die Menschen zu retten.

Die Bedeutung deiner zweiten Frage ist mir nicht klar. Wo fordert Gott? Paulus schreibt in Vers 24, daß uns, im Gegensatz zu den Weisen dieser Welt, die Predigt nicht Torheit, sondern Weisheit ist.

Vielleicht verdeutlichst Du nochmal, was dein Anliegen mit deiner zweiten Frage genauer eigentlich ist.
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Zippo
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Re: Torheit des Glaubens

Beitrag von Zippo »

Gottsucher hat geschrieben: Di 7. Apr 2026, 00:08 Ich denke, Gott will es den Menschen so einfach wie möglich machen, Ihm zu glauben und zu vertrauen und sich von Ihm retten zu lassen - halt einfach durch den Glauben an das vollbrachte Sühnopfer Jesu am Kreuz und nicht auf eigene Anstrengungen (Eph 2,8-9), weil das eh nie reichen würde, um vor Gott gerecht dazustehen.
Eigentlich hast du recht, glauben ist zunächst recht einfach, da tut man einfach was Gott sagt. Ich brauche natürlich das Vertrauen, daß es Gott ist, der zu mir spricht. Wie bekommt man das ?

Und, ob ich einer Botschaft Vertrauen schenke, hängt auch davon ab, ob ich sie für sinnvoll halte. Und das ist nicht so einfach, wenn sie dem Verstand entgegen steht.

Wie willst du glauben, daß bald die ganze Welt untergeht, wenn sich Sonne und Regen im Wechsel befinden und manchmal vielleicht sogar eher Dürre angesagt ist ?
Wie willst du glauben, daß der Gott, der das Volk Israel vor seinen Feinden nicht beschützen kann, plötzlich diese Aufgabe mit 300 Kriegern bewältigt ?
usw.

Der Glaube fordert auf, trotz scheinbarer Torheit, trotzdem zu vertrauen. Ist das als Prüfung zu verstehen ?

Geheime innere Kräfte haben den Noah, trotz manchem Spott und Hohn geholfen, sein Werk zuende zu bringen.
Ebenso die anderen Werke Gottes, die dem menschlichen Verstand offensichtlich wie eine Torheit vorkommen mußten.

Die Stimme des Glaubens verlangt, einfach einer inneren Stimme zu folgen und zu tun, was da gefordert ist. Wenn aber danach lauter Probleme entstehen ?

Jetzt zum Evangelium. Der Gott, der Weisheit so hoch in Ehren hält, wie Salomo uns in seinen Sprüchen vermittelt, der verachtet diese Weisheit und konfrontiert Menschen mit einer Botschaft, die einen schwierigen Zugang hat, weil sie durch ihre Ungerechtigkeit und Grausamkeit den Blick verstellt. Erst wenn man es versucht, wird man Weisheit finden.
Braucht es nicht auch einen kleinen Hinweis Gottes, bevor man es überhaupt versucht, die Botschaft des Evangeliums ernst zu nehmen ?

Gruß Thomas
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Helmuth
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Re: Torheit des Glaubens

Beitrag von Helmuth »

Zippo hat geschrieben: Mi 8. Apr 2026, 11:40 Ich brauche natürlich das Vertrauen, daß es Gott ist, der zu mir spricht. Wie bekommt man das ?
Im Sinne des Themas sage ich: Durch die Torheit des infantilen Glaubens. Gott sagt etwas, also ist dem so. Man sei sich aber sicher, dass es Gottes Wort ist. Aus dem Grund führe ich oft so scheint's banale Threads wie "Was ist Gottes Wort?"

Ich mache nämlich die Erfahrung, dass Christen das auch oft nicht anders als töricht handhaben. Hier meine ich töricht nicht im Sinne von kindlich, wie Jesus den Glauben der Kinder lobt, sondern kindisch, wie es Paulus hier beschreibt:
. Kor 14,20 hat geschrieben: Brüder, werdet nicht Kinder am Verstand, sondern an der Bosheit seid Unmündige, am Verstand aber werdet Erwachsene.
An sich wäre unsere gängige Wortwahl des Textes: "Brüder, seid nicht dumm wie Kinder", oder töricht anstelle von dumm. Töricht ist ein schon recht altes Deutsch, dumm ist eine heute üblichere Ausdrucksweise. Wienerisch treibt dazu noch ganz andere Blüten. ;)
Zippo hat geschrieben: Mi 8. Apr 2026, 11:40 Und, ob ich einer Botschaft Vertrauen schenke, hängt auch davon ab, ob ich sie für sinnvoll halte. Und das ist nicht so einfach, wenn sie dem Verstand entgegen steht.
Hier sollte zur Anwendung kommen: Gehorsam vor Verstand. Meine Erfahrung ist die: Der Verstand zieht nach, aber umgekehrt wird daraus kein Schuh, denn so blockiert man den Prozess.
Zippo hat geschrieben: Mi 8. Apr 2026, 11:40 Der Glaube fordert auf, trotz scheinbarer Torheit, trotzdem zu vertrauen. Ist das als Prüfung zu verstehen ?
Ich denke ja, durchaus, und gerade darin versagen wir. Ein für mich typisches Beispiel: Wehrt euch nicht! Solches sagt Jesus zu bestimmte Dingen, aber das Fleisch setzt dem ein "Aber". Und es wird zur Heuchelei, wenn du davor noch ein "Ja" setzt, also: "Ja, Jesus sagt das, ich weiß, aber ... " So wird man diese Prüfung wohl nicht bestehen.
Zippo hat geschrieben: Mi 8. Apr 2026, 11:40 Braucht es nicht auch einen kleinen Hinweis Gottes, bevor man es überhaupt versucht, die Botschaft des Evangeliums ernst zu nehmen ?
Wie hast du es angnommen? Oder hast du das noch gar nicht? Gibt es da auch ein "Ja, aber ..."? Ich unterstelle nichts, sondern frage, weil du mir den Eindruck vermittelst als wollest du viele Dinge nicht glauben.
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Gottsucher
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Re: Torheit des Glaubens

Beitrag von Gottsucher »

Zippo hat geschrieben: Mi 8. Apr 2026, 11:40 Braucht es nicht auch einen kleinen Hinweis Gottes, bevor man es überhaupt versucht, die Botschaft des Evangeliums ernst zu nehmen ?
Hast Du Ihn denn mal nach einem solchen Hinweis gefragt?

Viele Leute, die zuerst nicht an Gott geglaubt haben, berichten, dass sie sich (erst) in einer verzweifelten Lage an Gott gewendet haben - oft mit einem Gebet wie: "Gott, wenn es Dich gibt, dann... (zeig Dich/hilf mir/mach was)". Und tatsächlich ist dann meist etwas passiert, das sie davon überzeugt hat, dass es Gott tatsächlich gibt, und dass dann wohl auch die Bibel und das Evangelium wahr sein könnten...

Bei mir war es etwas anders; ich hatte irgendwie keine Zweifel, dass es Gott gibt, aber ich hatte lange Zeit in der falschen Richtung (Esoterik) nach Antworten gesucht. Erst nachdem ich mich dann explizit an Jesus gewendet hatte, ist etwas passiert, woran ich erkennen konnte, dass an der ganzen Sache tatsächlich etwas dran ist.

Gott lässt uns alle Freiheiten, lässt uns auch falsche Wege gehen, aber Er wirbt unaufhörlich um uns, und sobald wir Ihn suchen, lässt Er sich finden, davon bin ich ziemlich überzeugt nach allem, was ich sowohl von anderen gehört habe als auch was ich selber erlebt habe. Auf alle Fragen bzgl. des Evangeliums habe ich auch noch keine Antworten, vor allem das Thema "ewige Verdammnis" finde ich schwierig, aber auch das gehört, meine ich, zum Glauben mit dazu: darauf zu vertrauen, dass Gott am Ende sowohl gerecht als auch barmherzig und gnädig ist.
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Helmuth
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Re: Torheit des Glaubens

Beitrag von Helmuth »

Galahad hat geschrieben: Di 7. Apr 2026, 16:34 Die Bedeutung deiner zweiten Frage ist mir nicht klar. Wo fordert Gott? Paulus schreibt in Vers 24, daß uns, im Gegensatz zu den Weisen dieser Welt, die Predigt nicht Torheit, sondern Weisheit ist.
Ich denke, das als Forderung Gottes zu interpretieren resultiert aus der dogmatischen Denkweise, dass alles, was in Schrift steht, "Gottes Wort" ist. Tatsächlich ist es Paulus Wort, wobei er stellenweise natürlich Gottes Wort zitert, wie von dir mit Jes 29:14 korrekt ermittelt.

Also wird es, weil man nun denkt "Gott" lässt uns das sagen, was Paulus denkt, als eine Art Aufforderung gesehen, es auch so zu glauben. Was ich zum Thema dazu hier interessant finde ist dies: Das, was Menschen schreiben und in der Schrift steht, oder nicht einmal steht, aber theologisch so gedeutet wird, erlangt mehr Bedeutung als viele Aussprüche Gottes bzw. seines Sohnes aus deren Mund selbst.

Was will ich damit sagen? Man hält nicht selten die theologischen Auffassungen, Lehren und Auslegungen für wichtiger bis hin zu unumstößlich wahr, als das eigentliche Wort Gottes. Ich illustriere das mit einem Beispiel. Gott hat gesagt:
2. Mo 20,8 hat geschrieben: Gedenke des Sabbattages, ihn zu heiligen.
Das ist Gottes Wort, unbestritten! Auf welche Art und Weise die Heiligung konkret erfolgen soll, hat Gott nicht explizit ausgesprochen mit der Ausnahme an dem Tag keine Arbeit zu verrichten. Nun denke man an die Priesterschaft, was sie zu Jesu irdischen Zeiten daraus gemacht hatte.

DIe Menschen wurden damit regelrecht drangsaliert. Es wurde eine maximale Gehstrecke für diesen Tag festgelegt, das Tragen einer Last war verboten, auch wenn es unumgänglich war, und sogar jemand zu heilen, der dringend Hilfe nötig hatte, wurde als Verstoß gegen Gottes Gebot interpretiert. So musste Jesus eine grundlegende Korrektur vornehmen:
Mk 2,27-28 hat geschrieben: Und er sprach zu ihnen: Der Sabbat wurde um des Menschen willen geschaffen und nicht der Mensch um des Sabbats willen; also ist der Sohn des Menschen Herr auch des Sabbats.
Zur Klarstellung: Jesus hat damit nicht Gottes Wort korrigiert, sondern das Wort der Menschen. So gibt es für mich zwei Torheiten des Glaubens: Die Torheit Gottes und die Torheit des Menschen, woran wir glauben.
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Zippo
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Re: Torheit des Glaubens

Beitrag von Zippo »

Galahad hat geschrieben: Di 7. Apr 2026, 16:34
Zippo hat geschrieben: Mo 6. Apr 2026, 16:38 Warum will Gott die Weisheit der Weisen vernichten und durch die Torheit der Predigt, Menschen retten ?
[…]
Warum fordert Gott die Torheit des Glaubens ?
Der Kontext für die von dir zitierten paulinischen Aussagen ist durch Jesaja 29, 14 ff gegeben. Dort begegnet uns die Ankündigung Gottes, die menschliche Weisheit zu "vernichten" und auch eine Begründung dazu. Die Weisen hatte ihr Herz von Gott entfernt, sich innerlich von Gott abgewendet.

Jetzt weist Paulus lediglich darauf hin, daß diese Prophezeiung Gottes erfüllet worden war.
Ja, das ist interessant.
[Jes 29,13-14] Und der HERR spricht: Darum dass dieses Volk zu mir naht mit seinem Munde und mit seinen Lippen mich ehrt, aber ihr Herz fern von mir ist und sie mich fürchten nach Menschengeboten, die sie lehren: so will ich auch mit diesem Volk wunderlich umgehen, aufs wunderlichste und seltsamste, dass die Weisheit seiner Weisen untergehe und der Verstand seiner Klugen verblendet werde.
Mt 15,7-9
Was für Menschengebote werden hier angeprangert ? Sind das selbst ersonnene Regeln, wie sie die religiöse Obrigkeit Israels erfunden hatten ? Es gibt z. Bsp so gewisse Auslegungen für den Sabbat, die aber unbarmherzig war und der Herr Jesus übertrat diese Regeln, wenn er z. Bsp an einem Sabbat geheilt hatte.
[Mt 12,10-13] Und siehe, da war ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand. Und sie fragten ihn und sprachen: Ist’s auch recht, am Sabbat heilen? auf dass sie eine Sache gegen ihn hätten. Aber er sprach zu ihnen: Wer ist unter euch, wenn er ein Schaf hat, das ihm am Sabbat in eine Grube fällt, der es nicht ergreife und aufhebe? Wie viel besser ist nun ein Mensch denn ein Schaf! Darum mag man wohl am Sabbat Gutes tun. Da sprach er zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus; und sie ward ihm wieder gesund gleichwie die andere.
In Mt 23 hält der Herr Jesus seine Rede an die Schriftgelehrten und Pharisäer, die große Bürden auf das Volk laden würden und alles nur machen würden, um von dem Volk gesehen zu werden.

Da war eine Weisheit, wo es um Habgier ging und nicht um Gott, eine Weisheit, die an der Barmherzigkeit und Liebe vorbeiging. Da kann man sich vorstellen, daß Gott so etwas nicht mag.
Jetzt muß man natürlich nicht nur auf die Schriftgelehrten und Pharisäer schauen, wenn es um solche Weisheit geht, so etwas findet sich in der ganzen Welt, nicht immer mit religiösem Hintergrund.
Galahad

Paulus attestiert der Predigt nicht direkt eine Torheit, sondern löst das Spannungselement, welches diese Formulierung zunächst erzeugt, im späteren Vers auf: Denn die göttliche Torheit ist weiser, als die Menschen sind; (25) – Die Torheit ist nicht absolut als Torheit bezeichnet, sondern Paulus ist hier sarkastisch. Das was die Weisen als Torheit bezeichnen, ist dennoch weiser als alles, was sie selber an Weisheit ergründen konnten.

Vor allem aber, das göttliche Handeln ist effektiv (d.h. es rettet effektiv die Menschen) und im Gegensatz dazu ist die menschliche Handeln effektiv nicht wirksam.
Wer sich im Glauben auf den Herrn Jesus Christus zubewegt hat, der stellt schon fest, daß da eine Weisheit vorhanden ist, die den Menschen rettet. Da ist alles geordnet und sinnvoll.
Aber zunächst einmal wurde auch von Paulus die Botschaft des Evangeliums auf das schärfste verfolgt, da brauchte es erstmal ein Damaskusereignis, um eine andere Haltung einzunehmen. Da hat er die Schriften noch mal studiert und rühmt die Weisheit des Kreuzes Jesu.
2 Kor 4,6
Denn Gott, der da hieß das Licht aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben, dass durch uns entstünde die Erleuchtung von der Erkenntnis der Klarheit Gottes in dem Angesichte Jesu Christi.
Galahad

Daraus ergibt sich dieser Ablauf: die Weisen wendeten sich ab von Gott, suchten ihre eigene Weisheit, dennoch rettete Gott sie, aber ohne die Zutat dieser menschlichen Weisheit, sondern in einer Form, die die Weisen für Torheit hielten. Und dennoch ist es diese vermeintliche Torheit, die einzig weise genug ist, die Menschen zu retten.
Der Herr Jesus sprach Worte, die schwer zu verstehen waren und da haben sich manche Zuhörer zunächt abgewandt.
[Joh 6,60-62] Viele nun seine Jünger, die das hörten, sprachen: Das ist eine harte Rede; wer kann sie hören? Da Jesus aber bei sich selbst merkte, dass seine Jünger darüber murrten, sprach er zu ihnen: Ärgert euch das? Wie, wenn ihr denn sehen werdet des Menschen Sohn auffahren dahin, da er zuvor war?
Und er sprach, daß der Mensch seinem Leben keine Spanne hinzufügen könne.
Mt 6,27
Wer ist aber unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum sorget?
Und kein Mensch hätte ein Lösegeld, um seine Seele auszulösen.
Mt 16,26
Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, damit er seine Seele wieder löse?
Galahad

Die Bedeutung deiner zweiten Frage ist mir nicht klar. Wo fordert Gott? Paulus schreibt in Vers 24, daß uns, im Gegensatz zu den Weisen dieser Welt, die Predigt nicht Torheit, sondern Weisheit ist.

Vielleicht verdeutlichst Du nochmal, was dein Anliegen mit deiner zweiten Frage genauer eigentlich ist.
Wenn du dir die Beispiele mal ansiehst, die ich dir gegeben habe, dann mußt du doch zugeben, daß Gott seine Hilfeleistung an Bedingungen knüpft. Wenn die Menschen den Gehorsam nicht aufgebracht hätten, dann hätte Gott doch nicht geholfen ?

Bei dem Evangelium nicht anders. Wenn du den Glauben nicht aufbringst und dein Herz verstockst, dann kannst du an dem Rettungsangebot Jesu nicht teilhaben.
[Heb 3,7-8] Darum, wie der heilige Geist spricht: „Heute, so ihr hören werdet seine Stimme, so verstocket eure Herzen nicht, wie geschah in der Verbitterung am Tage der Versuchung in der Wüste,
Gruß Thomas
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
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