Galahad hat geschrieben: ↑Di 7. Apr 2026, 16:34
Zippo hat geschrieben: ↑Mo 6. Apr 2026, 16:38
Warum will Gott die Weisheit der Weisen vernichten und durch die Torheit der Predigt, Menschen retten ?
[…]
Warum fordert Gott die Torheit des Glaubens ?
Der Kontext für die von dir zitierten paulinischen Aussagen ist durch
Jesaja 29, 14 ff gegeben. Dort begegnet uns die Ankündigung Gottes, die menschliche Weisheit zu "vernichten" und auch eine Begründung dazu. Die Weisen hatte ihr Herz von Gott entfernt, sich innerlich von Gott abgewendet.
Jetzt weist
Paulus lediglich darauf hin, daß diese Prophezeiung Gottes erfüllet worden war.
Ja, das ist interessant.
[Jes 29,13-14] Und der HERR spricht: Darum dass dieses Volk zu mir naht mit seinem Munde und mit seinen Lippen mich ehrt, aber ihr Herz fern von mir ist und sie mich fürchten nach Menschengeboten, die sie lehren: so will ich auch mit diesem Volk wunderlich umgehen, aufs wunderlichste und seltsamste, dass die Weisheit seiner Weisen untergehe und der Verstand seiner Klugen verblendet werde.
Mt 15,7-9
Was für Menschengebote werden hier angeprangert ? Sind das selbst ersonnene Regeln, wie sie die religiöse Obrigkeit Israels erfunden hatten ? Es gibt z. Bsp so gewisse Auslegungen für den Sabbat, die aber unbarmherzig war und der Herr Jesus übertrat diese Regeln, wenn er z. Bsp an einem Sabbat geheilt hatte.
[Mt 12,10-13] Und siehe, da war ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand. Und sie fragten ihn und sprachen: Ist’s auch recht, am Sabbat heilen? auf dass sie eine Sache gegen ihn hätten. Aber er sprach zu ihnen: Wer ist unter euch, wenn er ein Schaf hat, das ihm am Sabbat in eine Grube fällt, der es nicht ergreife und aufhebe? Wie viel besser ist nun ein Mensch denn ein Schaf! Darum mag man wohl am Sabbat Gutes tun. Da sprach er zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus; und sie ward ihm wieder gesund gleichwie die andere.
In Mt 23 hält der Herr Jesus seine Rede an die Schriftgelehrten und Pharisäer, die große Bürden auf das Volk laden würden und alles nur machen würden, um von dem Volk gesehen zu werden.
Da war eine Weisheit, wo es um Habgier ging und nicht um Gott, eine Weisheit, die an der Barmherzigkeit und Liebe vorbeiging. Da kann man sich vorstellen, daß Gott so etwas nicht mag.
Jetzt muß man natürlich nicht nur auf die Schriftgelehrten und Pharisäer schauen, wenn es um solche Weisheit geht, so etwas findet sich in der ganzen Welt, nicht immer mit religiösem Hintergrund.
Galahad
Paulus attestiert der Predigt nicht direkt eine Torheit, sondern löst das Spannungselement, welches diese Formulierung zunächst erzeugt, im späteren Vers auf: Denn die göttliche Torheit ist weiser, als die Menschen sind; (25) – Die Torheit ist nicht absolut als Torheit bezeichnet, sondern Paulus ist hier sarkastisch. Das was die Weisen als Torheit bezeichnen, ist dennoch weiser als alles, was sie selber an Weisheit ergründen konnten.
Vor allem aber, das göttliche Handeln ist effektiv (d.h. es rettet effektiv die Menschen) und im Gegensatz dazu ist die menschliche Handeln effektiv nicht wirksam.
Wer sich im Glauben auf den Herrn Jesus Christus zubewegt hat, der stellt schon fest, daß da eine Weisheit vorhanden ist, die den Menschen rettet. Da ist alles geordnet und sinnvoll.
Aber zunächst einmal wurde auch von
Paulus die Botschaft des Evangeliums auf das schärfste verfolgt, da brauchte es erstmal ein Damaskusereignis, um eine andere Haltung einzunehmen. Da hat er die Schriften noch mal studiert und rühmt die Weisheit des Kreuzes Jesu.
2 Kor 4,6
Denn Gott, der da hieß das Licht aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben, dass durch uns entstünde die Erleuchtung von der Erkenntnis der Klarheit Gottes in dem Angesichte Jesu Christi.
Galahad
Daraus ergibt sich dieser Ablauf: die Weisen wendeten sich ab von Gott, suchten ihre eigene Weisheit, dennoch rettete Gott sie, aber ohne die Zutat dieser menschlichen Weisheit, sondern in einer Form, die die Weisen für Torheit hielten. Und dennoch ist es diese vermeintliche Torheit, die einzig weise genug ist, die Menschen zu retten.
Der Herr Jesus sprach Worte, die schwer zu verstehen waren und da haben sich manche Zuhörer zunächt abgewandt.
[Joh 6,60-62] Viele nun seine Jünger, die das hörten, sprachen: Das ist eine harte Rede; wer kann sie hören? Da Jesus aber bei sich selbst merkte, dass seine Jünger darüber murrten, sprach er zu ihnen: Ärgert euch das? Wie, wenn ihr denn sehen werdet des Menschen Sohn auffahren dahin, da er zuvor war?
Und er sprach, daß der Mensch seinem Leben keine Spanne hinzufügen könne.
Mt 6,27
Wer ist aber unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum sorget?
Und kein Mensch hätte ein Lösegeld, um seine Seele auszulösen.
Mt 16,26
Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, damit er seine Seele wieder löse?
Galahad
Die Bedeutung deiner zweiten Frage ist mir nicht klar. Wo fordert Gott? Paulus schreibt in Vers 24, daß uns, im Gegensatz zu den Weisen dieser Welt, die Predigt nicht Torheit, sondern Weisheit ist.
Vielleicht verdeutlichst Du nochmal, was dein Anliegen mit deiner zweiten Frage genauer eigentlich ist.
Wenn du dir die Beispiele mal ansiehst, die ich dir gegeben habe, dann mußt du doch zugeben, daß Gott seine Hilfeleistung an Bedingungen knüpft. Wenn die Menschen den Gehorsam nicht aufgebracht hätten, dann hätte Gott doch nicht geholfen ?
Bei dem Evangelium nicht anders. Wenn du den Glauben nicht aufbringst und dein Herz verstockst, dann kannst du an dem Rettungsangebot Jesu nicht teilhaben.
[Heb 3,7-8] Darum, wie der heilige Geist spricht: „Heute, so ihr hören werdet seine Stimme, so verstocket eure Herzen nicht, wie geschah in der Verbitterung am Tage der Versuchung in der Wüste,
Gruß Thomas
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.