ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Sa 19. Jun 2021, 16:09
Ich sehe den Menschen nicht in einen Dualismus hinein geworfen. Viel mehr nimmt er seitdem die Welt dualistisch wahr.
Unterschied?
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Sa 19. Jun 2021, 16:09
Die Grundsätze der von Gott geschaffenen Welt verändern sich nicht, wohl aber die Wahrnehmung des Menschen auf die Welt, womit er sich wiederum seine eigene Welt konstruiert
Klar - aber warum? Weil sein ICH gott-emanzipiert ist,
1) was einerseits Gott will,
2) was diese dualistische Wahrnehmung zwangsläufig bewirkt.
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Sa 19. Jun 2021, 16:09
In der dualistischen Weltsicht wird die Welt reduziert wahrgenommen und nur noch in gut und böse, schädlich und nützlich etc. kategorisiert. Das ist kein Fortschritt, das ist ein großes Übel.
Am Heil gemessen, ja - aber auf dem Weg zu einem eigen-/ich-bewussten Erkenntnisweg ist es nötig. Aporie.
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Sa 19. Jun 2021, 16:09
Sagt Hegel generalisierend, dass Aufhebung kein Verzicht sei ?
Ja. - Wenn die 2-dimensionale Kreisfläche in die 3-dimensionale Kugel aufgeht, bleibt sie Kreisfläche, ist aber im Höheren veredelt. - Ursprung (Gott) und Abbild (Mensch) sind EINS, was sie vorher nicht sind. (Hegel würde vielleicht sagen, dass eine These ihren Dienst getan hat, wenn das Ihrige in die Synthese eingegangen ist)
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Sa 19. Jun 2021, 16:09
Selbstermächtigung, Verantwortung für sein Leben übernehmen. Jeder ist seines Glückes Schmied. Das ist das Evangelium des Teufels.
Sehe ich genauso (wobei Deine Formulierung missverstanden werden kann). - Aber das MUSS so sein. Der Satan ist nicht unabsichtlich "Fürst der Welt" - das ist so gemeint.
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Sa 19. Jun 2021, 16:09
Aber dieser Prozess sagt nichts darüber aus, ob der Beschämte auch die Werte und Normen vertritt, an denen er scheitert.
Natürlich nicht - aber er erkennt das Maß, an dem er scheitert.
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Sa 19. Jun 2021, 16:09
Abraham hat sogar schon mit der Auferstehung der Toten gerechnet.
Das ist AT - siehe:
Deut.32,22
<Gottes> Feuer … lodert bis in die unterste Totenwelt
In dieser apokalyptischen Passage wirkt der Zorn Gottes in die tiefsten Ecken der Schöpfung. Dass der Zorn auch in das Totenreich reicht, kann als Indiz gewertet werden, dass das Totenreich nicht nur als neutraler Sammelort aller Verstorbenen, an dem man zu seinen „Vätern gebettet“ (31,16) wird, verstanden wird, sondern auch als Zorn-Ort, also Straf-Ort und somit Richt-Ort. – Dies ist bemerkenswert, da damit die Grundlage geschaffen wird, aus einer indifferenten Totenexistenz einen Scheidungsort für Seligkeit und Verdammnis werden zu lassen – also überhaupt zu ermöglichen, dass Menschen im Scheol zum Leben vorgesehen sein können, also ein Tag des „Zuordnens“ (vgl. zu Ex. 32,30) möglich ist. - Dass im Sinne des Holon alle zum Leben vorgesehen sein können (vgl. zu 31,16), spielt hier noch keine Rolle – es geht allein darum, dass überhaupt eine Pforte zurück ins Leben geöffnet wird, wenn der Scheol als Sanktionsort Gottes dargestellt wird. (vgl. zu Ex. 32,30).
ProfDrVonUndZu hat geschrieben: ↑Sa 19. Jun 2021, 16:09
Ich gehe nicht davon aus, dass im NT hier neue Erkenntnisse offenbart werden, sondern lediglich über die Prämissen des Glaubens aufgeklärt wird.
Ja - aber man hat noch nicht den Ausweg aus dem Scheol gekannt. - Die erste mir bekannte, diesbezügliche transzendierende Stelle im AT ist
Hiob 19,25f
Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, und zuletzt wird er sich über den Staub erheben.
Und nachdem diese meine Hülle zerbrochen ist, dann werde ich, von meinem Fleisch los, Gott schauen