Galater 2 - Damit ich Gott lebe....

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PastorPeitl
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Re: Galater 2 - Damit ich Gott lebe....

Beitrag von PastorPeitl »

Das erkläre einmal Lukas. Der behauptet in seinem Evangelium das Gegenteil:
Lk 2,52 Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.
Der Vers entstammt übrigens der vollkommen normalen Luther Übersetzung vom Bibelserver:

https://www.bibleserver.com/search/LUT/Weisheit%20Jesus

Vielleicht hast Du aber eine andere Deutung, wie Jesus an Weisheit bei Gott zunehmen konnte. Wenn Du meinst, dass er nicht lernte.

Oder meintest Du: Das Lukasevangelium ist schlicht falsch?
Mt 6,33 Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.
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Oleander
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Re: Galater 2 - Damit ich Gott lebe....

Beitrag von Oleander »

PastorPeitl hat geschrieben: Sa 19. Nov 2022, 08:37 Vielleicht hast Du aber eine andere Deutung, wie Jesus an Weisheit bei Gott zunehmen konnte
Wobei mich aus der Aussage(dem Bibelvers) weniger "Weisheit" anspricht, als viel mehr das Wort "Gnade"
und Gnade bei Gott und den Menschen.
Er fand also Gnade bei Gott und Menschen...
Welcher Gnade vor Gott bedurfte es?
Wenn er doch ohne Sünde war, wozu bedarf es Gottes Gnade...
Oder anders rum: Kann man Gnade auch in Bezug auf etwas anderes verstehn?
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Zippo
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Re: Galater 2 - Damit ich Gott lebe....

Beitrag von Zippo »

Oleander hat geschrieben: Do 17. Nov 2022, 14:36
19 Denn ich bin durchs Gesetz ⟨dem⟩ Gesetz gestorben, damit ich Gott lebe;
Das Gesetz spricht schuldig. Und eigentlich müßte ein schuldiger Mensch bestraft werden. Wer kann das Gesetz außer Kraft setzen ? Nach dem Verständnis Gottes nur jemenad, der bereit ist, die Strafe für den schuldig gewordenen Menschen zu übernehmen.

Wenn man von dem Beispiel eines Schuldscheines ausgeht Kol 2,13-14 , dann wird dieser Schuldschein ans Kreuz geheftet, dort, wo Gott selbst zunächst einmal bereit ist, die Strafe für unsere Vergehen zu übernehmen.

Wie kann man das im eigenen Leben erkennen, daß da jemand eine Schuld bezahlt hat ?
Bei mir war da zunächst nicht viel zu merken, ich sah mich aber plötzlich mit der Bibel in der Hand, auf einem Weg zu meinem Arbeitskollegen, der mich zu christlichen Veranstaltungen eingeladen hatte und dann kam ich in eine Brüdergemeinde und alles weitere nahm seinen Lauf.
Einmal hatte ich noch eine Zeit der Erkenntnis und Buße, da fielen mir plötzlich alle Sünden der Jugend wieder ein und ich brachte das vor Gott. Da war ich erleichtert und merkte etwas davon, daß Gnade und Vergebung in mein Leben hineingekommen war.

Durch den Tod des Herrn Jesus wurde das Volk Israel aus dem Bund des Gesetzes befreit und sollte nun in den neuen Bund eintreten, den der Herr Jesus mit seinem Blut und Leib gegründet hat. Mt 26,26-28
Diesem Bund des Gesetzes waren sie nun gestorben und konnten nun durch das Gesetz nicht mehr verurteilt werden.

Jetzt herrscht der Herr Jesus Christus in der Kraft des Heiligen Geistes, der die Seele des Menschen erforscht, und alles Gericht ist in seine Hände gegeben. Joh 5,22-30

Das war natürlich damals nicht zu übersehen, daß einige Nachfolger Jesus aus dem Bund des Gesetzes ausgetreten sind und gesagt haben, wir treten ein in den neuen Bund.
Nicht einmal, um den alten Bund aufzuheben, sondern um ihn zu erfüllen, allerdings nicht dirch die Werke des Gesetzes, sondern durch das Werk Jesu. Rö 3,31
Das ganze Gesetz spricht von dem Werk Jesu.

Alle Welt darf in den Bund der Gnade eintreten. Den Bund des Gesetzes brauchen wir nicht verlassen, wir hatten ja nur unser Gewissen und manchmal eine gute Erziehung.

Wer in den Bund mit dem Herrn Jesus eintritt, der wird dadurch auffallen, daß er von der Gnade erzählt, die ihm zuteil geworden ist. 1 Petr 3,15 Und natürlich erwartet Gott, daß wir in der Gemeinschaft des Heiligen Geistes ein Leben führen, wie es ihm gefällt. Und das müßte eigentlich für jeden Menschen zu erkennen sein, was da anders geworden ist. Mt 7,16

Oleander

ich bin mit Christus gekreuzigt, 20 und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir;

was ich aber jetzt im Fleisch lebe, lebe ich im Glauben⟨, und zwar im Glauben⟩ an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.
https://www.bibleserver.com/ELB/Galater2%2C20


Meine Frage dazu wäre, wie man an sich selber erkennen kann (nicht die anderen an einem erkennen) ob Christus im eigenen Leben immer mehr Gestalt angenommen hat?
[/quote]
Ja, natürlich kann man da was erkennen. Der Heilige Geist hat mich z. Bsp. dazu bewegt, Zeugnis von meinem Glauben abzulegen. Vor meiner Familie und vor meinen Freunden, die es mit Mißtrauen zur Kenntnis genommen haben oder mit stoischer Gleichmut.

Später ging ich dann in eine Gemeinde und da haben wir dann gemeinsam Lieder gesungen, Traktate und Kalender verteilt. Ich war bei den Gideons und da haben wir überall neue Testamente verteilt.
Ich habe Menschen begleitet, wo Gott Gnade dazu gegeben hat.
Leider war nach ca. 7 Jahren erstmal alles aus. Da kanen dann Depressionen und ich kam mir vor, als würde ich von bösen Mächten regelrecht belagert.

Was ist denn bei dir passiert, Oleander, nachdem du mit der Kreuzesbotschaft konfrontiert worden bist ?
Oleander

Die Schwächen des Fleisches kennt man ja selber...

Und was genau an einem selber IST mit Christus gekreuzigt worden? (ich mein die Praxis) nicht so theologische Aussagen wie: Der alte Mensch...

Ich gebe offen zu, dass die "Sprache" des biblischen Paulus manchmal schwer verständlich/nachvollziehbar sein kann, also was genau(in der Praxis) er damit meint...
Wen da ein Schuldkonto bei der Bank gelöscht wird, dann merkst du das zunächst einmal nicht. Du siehst nur zunächst, das jemand deine Schuld getilgt hat.
Mit der Schuld vor Gott ist es ähnlich, es sei denn, dich hat etwas im Gewissen ganz ordentlich geplagt.
Aber gewöhnlich Leben wir ja mit der Schuld und verdrängen sie. In der Finsternis fallen Sünden nicht so auf, andere leben ja auch so und was früher mal war, wen geht das schon was an ?
Erst wenn man zu dem Licht kommt und Gott uns entweder frei, oder auf Bitte hin, die eigene Sünde zeigt, dann fällt der Selbstbetrug auf und alles Schlechte kommt wieder zum Vorschein. Joh 3,20

Gruß Thomas
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
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Oleander
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Re: Galater 2 - Damit ich Gott lebe....

Beitrag von Oleander »

Zippo hat geschrieben: Sa 19. Nov 2022, 11:05 Was ist denn bei dir passiert, Oleander, nachdem du mit der Kreuzesbotschaft konfrontiert worden bist ?
Erst mal danke für deine Gedanken dazu...
Ich überlege noch, ob ich darauf eingehe oder nicht...lass mir bitte Zeit für eine Entscheidung :)
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Oleander
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Re: Galater 2 - Damit ich Gott lebe....

Beitrag von Oleander »

Lea hat geschrieben: Fr 18. Nov 2022, 13:46 Wenn man mit Gott lebt, braucht es (eigentlich) kein Gesetz mehr.
Laut Bibel sagte Jesus in Matthäus 22,35-...
35 Und es fragte einer von ihnen, ein Gesetzesgelehrter, und versuchte ihn und sprach: 36 Lehrer, welches Gebot ⟨ist⟩ groß im Gesetz?

37 Er aber sprach zu ihm: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand.« 38 Dies ist das große und erste Gebot.

39 Das zweite aber ist ihm gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.« 40 An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.
https://www.bibleserver.com/ELB/Matth%C3%A4us22%2C40

Also diese beiden Gebote beinhalten laut Bibel alle Gesetze...

Nur was bedeutet Liebe?
Und meiner Ansicht nach versteht darunter fast jeder was anderes....

Was sagt der biblische Paulus über die Liebe, in 1.Korinther 13:
3 Und wenn ich alle meine Habe zur Speisung ⟨der Armen⟩ austeile und wenn ich meinen Leib hingebe, damit ich Ruhm gewinne, aber keine Liebe habe, so nützt es mir nichts.

4 Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig, sie neidet nicht, die Liebe tut nicht groß, sie bläht sich nicht auf, 5 sie benimmt sich nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet Böses nicht zu, 6 sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit; sondern sie freut sich mit der Wahrheit, 7 sie erträgt alles 6, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles. 8 Die Liebe vergeht niemals
https://www.bibleserver.com/ELB/1.Korinther13%2C4

Der Vers 7 irritiert ein bisschen...

Muss "Liebe" wirklich alles erdulden(schlucken) :?:
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Lea
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Re: Galater 2 - Damit ich Gott lebe....

Beitrag von Lea »

Oleander hat geschrieben: Sa 19. Nov 2022, 13:23 Nur was bedeutet Liebe?
Und meiner Ansicht nach versteht darunter fast jeder was anderes....
Oleander hat geschrieben: Sa 19. Nov 2022, 13:23 Muss "Liebe" wirklich alles erdulden(schlucken)
Alles, was mit "Liebe" in den Zusammenhang gebracht wird, ist Interpretation. Weil es die intimste Identität des Menschen anspricht. Und die ist nun mal so unterschiedlich, wie es Menschen gibt.

Jeder Mensch braucht Liebe, um leben zu können. Und wenn ein Mensch auf irgendeine Weise Liebe bekommt, ist er fähig, im gleichen Maße zu lieben, wie er Liebe erhalten hat. Die Fähigkeit zur Liebe kann bei jedem Menschen erweitert und verändert werden. Wenn er von anderen Menschen Liebe erfährt, und vielleicht sogar feststellt, dass das, was man mal für Liebe gehalten hat, nicht ausreicht oder gar nicht gut ist zum weitergeben.

Die von Paulus genannten Merkmale der Liebe .....
Oleander hat geschrieben: Sa 19. Nov 2022, 13:23 ... sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles......
.....zeigt mMn eigentlich nur, dass es nicht mehr nur um mich selbst geht, sondern darum, dass man Liebe FÜR den Anderen lebt. Nicht im ergebenen passiven Erdulden - sondern im Blick daruf, dass man nach Lösungen sucht, damit der Andere Liebe erfährt. Das bedeutet vielleicht erst einmal, dass man nicht zurückschlägt, sondern sich dem Anderen zuwendet - ihn anschaut, ihm zuhört, versucht, zu ergründen, warum er tut,was er tut. Quasi, sein Verständnis von dem, was "Liebe" bedeutet, wie es ihn geprägt hat, zu ergründen versuchen.

Vorbild ist dafür Gott selbst. Es heißt in Joh. 3,16: Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen Sohn gab (frei zitiert).
Er gab der Welt (nicht nur speziell den Menschen) seinen Sohn.
Jesus hat nicht passiv erduldet. Aber er hatte Geduld mit denen, die fragend und leidend zu ihm kamen. Er hat von den Kranken die Last der Sünde genommen - ohne dass diese sie bekannten. Er hat gepredigt, wie man am Besten Liebe erleben und weitergeben kann - FÜR das Leben ... wirksam für alle, die es erlebten. Er hat sogar für seine Feinde gebetet, und damit kund getan, dass er ihnen ihre Taten nicht anlastet.
Dazu gehören eben auch die genannten Merkmale der Liebe:
Oleander hat geschrieben: Sa 19. Nov 2022, 13:23 ... sie erträgt alles 6, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles.
Ich glaube nicht, dass es hier um ein ergebenes alles einstecken und erdulden geht.
Liebe ist kein Gefühl, das einfach nur so vor sich hin wabert und manchmal trifft oder eben auch nicht. Liebe ist aktiv - für den Anderen. Und damit es wirklich klappen kann, ist es am Besten, in der steten Verbindung zu Gott zu bleiben. Um erst einmal SEINE Liebe zu erfahren, sich selbst (er)füllen zu lassen - um fähig zu werden, zu erkennen, was erst einmal erduldet werden sollte, den Menschen wahrzunehmen und ernst zu nehmen. ... dann die selbst erfahrene Liebe von Gott weiter zu geben.
Glauben (an Gott) funktioniert nicht, indem man "über" den Glauben redet, sondern indem man Glauben LEBT.
Sichtbar werden die Spuren indem sie hinführen zu Gott. Denn Gott findet man nur bei Gott selbst.
Heinz Holger Muff

Re: Galater 2 - Damit ich Gott lebe....

Beitrag von Heinz Holger Muff »

Oleander hat geschrieben: Sa 19. Nov 2022, 13:23
Lea hat geschrieben: Fr 18. Nov 2022, 13:46 Wenn man mit Gott lebt, braucht es (eigentlich) kein Gesetz mehr.
Laut Bibel sagte Jesus in Matthäus 22,35-...
35 Und es fragte einer von ihnen, ein Gesetzesgelehrter, und versuchte ihn und sprach: 36 Lehrer, welches Gebot ⟨ist⟩ groß im Gesetz?
37 Er aber sprach zu ihm: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand.« 38 Dies ist das große und erste Gebot.
39 Das zweite aber ist ihm gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.« 40 An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.
https://www.bibleserver.com/ELB/Matth%C3%A4us22%2C40
Also diese beiden Gebote beinhalten laut Bibel alle Gesetze...
Nur was bedeutet Liebe?
Und meiner Ansicht nach versteht darunter fast jeder was anderes....
Was sagt der biblische Paulus über die Liebe, in 1.Korinther 13:
3 Und wenn ich alle meine Habe zur Speisung ⟨der Armen⟩ austeile und wenn ich meinen Leib hingebe, damit ich Ruhm gewinne, aber keine Liebe habe, so nützt es mir nichts.
4 Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig, sie neidet nicht, die Liebe tut nicht groß, sie bläht sich nicht auf, 5 sie benimmt sich nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet Böses nicht zu, 6 sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit; sondern sie freut sich mit der Wahrheit, 7 sie erträgt alles 6, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles. 8 Die Liebe vergeht niemals
https://www.bibleserver.com/ELB/1.Korinther13%2C4
Der Vers 7 irritiert ein bisschen...
Muss "Liebe" wirklich alles erdulden(schlucken) :?:
Sorry Linchen, dass ich dir erst jetzt antworte- habe deinen Thread nämlich erst gerade gesehen. Mit der
o. von dir erwähnten "Liebe" ist natürlich nicht die "Eros" Liebe-sondern die von Gott kommende Agape Liebe
"die alles schlucken muss" (sollte) mit gemeint: https://www.bibelinfo.net/index.php/bib ... gape-liebe
Dann gibt es noch das Wort agape. Das Verb agapan wird im allgemeinen Griechisch gebraucht, das Substantiv agape erscheint jedoch nur in ganz wenigen griechischen Schriften. Das Wort gewann eigentlich erst im Christentum seine volle Bedeutung. Das ist nicht zufällig. Agape beschreibt eine neue Eigenschaft, eine neue Einstellung zum Mitmenschen, eine Einstellung, die erst in der christlichen Gemeinschaft entwickelt wurde, eine Einstellung, die ohne die Kraft Christi nicht möglich ist.
Man wird der Bedeutung von agape daher am ehesten nahe kommen, wenn man untersucht, was Jesus selbst darüber sagt. Der aufschlussreichste Abschnitt dafür ist Matthäus 5,43-48. Jesus macht hier sehr deutlich, dass die menschliche Liebe sich an dem Beispiel der Liebe Gottes ausrichten muss. Und was ist charakteristisch für die göttliche Liebe? Gott lässt über Gerechte und Ungerechte regnen, und er lässt seine Sonne über Gute und Böse aufgehen. Agape bedeutet also unbesiegbare Güte und uneingeschränktes Wohlwollen. Agape ist der Geist im Menschen, der immer das Beste und Höchste für seine Mitmenschen suchen wird, ganz gleich, wer diese Mitmenschen sind und wie sie sich ihm gegenüber verhalten mögen. Wenn man das sieht, wird man Wichtiges erkennen.
Bevor ich es aber vergesse. An dieser Agape Liebe -sprich jener auf göttliche Grundsätze beruhenden Liebe-sprich jener Liebe die sogar die Feindesliebe gem. Jesu Worte in Matth.5:43-47 mit einschließt sollten
Christen die von Gott anerkannt werden gem. Joh. 13:34,35 heute erkannt werden:
43 Ihr wisst, dass es heißt: 'Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.'44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen. 45 So erweist ihr euch als Kinder eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne über Böse und Gute aufgehen und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. 46 Wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr dafür wohl verdient? Denn das machen auch die Zöllner. 47 Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr damit Besonderes? Das tun auch die, die Gott nicht kennen.
und
34 Ich gebe euch jetzt ein neues Gebot: Liebt einander! Genauso wie ich euch geliebt habe, sollt ihr einander lieben! 35 An eurer Liebe zueinander werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid."
Habe die Ehre
:wave:
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Zippo
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Re: Galater 2 - Damit ich Gott lebe....

Beitrag von Zippo »

Lea hat geschrieben: Sa 19. Nov 2022, 14:29
Oleander hat geschrieben: Sa 19. Nov 2022, 13:23 Nur was bedeutet Liebe?
Und meiner Ansicht nach versteht darunter fast jeder was anderes....
Oleander hat geschrieben: Sa 19. Nov 2022, 13:23 Muss "Liebe" wirklich alles erdulden(schlucken)
Alles, was mit "Liebe" in den Zusammenhang gebracht wird, ist Interpretation. Weil es die intimste Identität des Menschen anspricht. Und die ist nun mal so unterschiedlich, wie es Menschen gibt.
Liebe tut dem anderen Gutes. Aber Menschen erfahren auch viel Undankbarkeit und Leid. Das ist schwer zu überwinden. Wenn z. Bsp. in der Ehe der Mann die Frau schlägt und die Frau soll trotzdem lieben.
Ich glaube, in solchen Fällen ist es besser, nicht zu erdulden, sondern auszuweichen, und z. Bsp. eheliche Beziehung zu beenden. Oder einer Attacke auszuweichen. Mt 10,23
Lea

Jeder Mensch braucht Liebe, um leben zu können. Und wenn ein Mensch auf irgendeine Weise Liebe bekommt, ist er fähig, im gleichen Maße zu lieben, wie er Liebe erhalten hat. Die Fähigkeit zur Liebe kann bei jedem Menschen erweitert und verändert werden. Wenn er von anderen Menschen Liebe erfährt, und vielleicht sogar feststellt, dass das, was man mal für Liebe gehalten hat, nicht ausreicht oder gar nicht gut ist zum weitergeben.
Und wenn keine Liebe erfahren wird ? Die Liebe am Kreuz ist ja ansich eine schwer zu begreifende Liebe. Reinhold spricht von der Agape Liebe. Da ist die Nächstenliebe, die immer bestrebt ist - sogar dem Feind- zu helfen.
Der Herr Jesus wollte mit seinem Kreuzeswerk die unvermeidliche Strafe Gottes für uns ertragen und damit abwenden. Diese Liebe wird von vielen Menschen nicht verstanden.
Ein Paulus z. Bsp. hatte Christen verfolgt und hatte dem Tode des Stephanus zugestimmt. Da war er bestimmt dankbar, als er von Satan befreit, darüber nachdachte was er getan hatte. Ich persönlich bin auch nicht so übermäßig dankbar, daß der Herr Jesus am Kreuz für mich gelitten hat, das muß ich mir ehrlicherweise manchmal eingestehen.
Ich erwarte viel mehr die Hilfe im täglichen Leben. Und da ist es eher weniger. Aber z. Bsp. hat er mich gestern zu einem Tanzvergnügen geführt und das hat meiner Seele Kraft gegeben.
Jeder Mensch braucht auch etwas, wenn er bereit sein soll, für andere dazusein.
Am edelsten ist natürlich die Kraft, die man bekommt, wenn anderen Menschen hilft.
Dann spürt man am ehesten, daß man Gott lebt. Da gibt es so viele Möglichkeiten und manchmal bekommt man von Gott auch Menschen gezeigt, denen man helfen soll.

Lea

Die von Paulus genannten Merkmale der Liebe .....
Oleander hat geschrieben: Sa 19. Nov 2022, 13:23 ... sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles......
.....zeigt mMn eigentlich nur, dass es nicht mehr nur um mich selbst geht, sondern darum, dass man Liebe FÜR den Anderen lebt. Nicht im ergebenen passiven Erdulden - sondern im Blick daruf, dass man nach Lösungen sucht, damit der Andere Liebe erfährt. Das bedeutet vielleicht erst einmal, dass man nicht zurückschlägt, sondern sich dem Anderen zuwendet - ihn anschaut, ihm zuhört, versucht, zu ergründen, warum er tut,was er tut. Quasi, sein Verständnis von dem, was "Liebe" bedeutet, wie es ihn geprägt hat, zu ergründen versuchen.

Vorbild ist dafür Gott selbst. Es heißt in Joh. 3,16: Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen Sohn gab (frei zitiert).
Er gab der Welt (nicht nur speziell den Menschen) seinen Sohn.
Jesus hat nicht passiv erduldet. Aber er hatte Geduld mit denen, die fragend und leidend zu ihm kamen. Er hat von den Kranken die Last der Sünde genommen - ohne dass diese sie bekannten. Er hat gepredigt, wie man am Besten Liebe erleben und weitergeben kann - FÜR das Leben ... wirksam für alle, die es erlebten. Er hat sogar für seine Feinde gebetet, und damit kund getan, dass er ihnen ihre Taten nicht anlastet.
Der Mensch Jesus war von Gott erfüllt und hat sicherlich alles ertragen. Menschen sind dazu ja nicht unbedingt in der Lage. Obwohl ich glaube, daß der Herr Jesus die letzten schweren Schritte eines Menschen z. Bsp. auf den Scheiterhaufen begleitet hat.
Im Leid wird der Mensch auch Gott erleben, wenn er in der Liebe bleibt und den Blick auf Gott nicht verliert. Hebr 12,2; Ps 73,26

Lea
Dazu gehören eben auch die genannten Merkmale der Liebe:
Oleander hat geschrieben: Sa 19. Nov 2022, 13:23 ... sie erträgt alles 6, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles.
Ich glaube nicht, dass es hier um ein ergebenes alles einstecken und erdulden geht.
Liebe ist kein Gefühl, das einfach nur so vor sich hin wabert und manchmal trifft oder eben auch nicht. Liebe ist aktiv - für den Anderen. Und damit es wirklich klappen kann, ist es am Besten, in der steten Verbindung zu Gott zu bleiben. Um erst einmal SEINE Liebe zu erfahren, sich selbst (er)füllen zu lassen - um fähig zu werden, zu erkennen, was erst einmal erduldet werden sollte, den Menschen wahrzunehmen und ernst zu nehmen. ... dann die selbst erfahrene Liebe von Gott weiter zu geben.
Du erfährst aber Gottes Liebe erst, wenn du im Gehorsam zu seinem Wort tust, was er dir sagt. Da kannst du keine Vorleistung erwarten.

Durch das Gesetz dem Gesetz sterben und Gott leben, bedeutet nichts anderes, als Gottes Willen zu tun und dann schenkt er dir auch Kraft dazu.
Und dann merkst du auch, was sich in dir verändert hat.
Ich meine jetzt speziell Oleander, weil sie so überlegt, was das ganz pragmatisch mit einem Menschen macht, der sich auf das Evangelium einläßt.
Vielleicht ist da aber auch in der Entwicklung etwas stecken geblieben. Vielleicht haben sich auch irgendwann finstere Mächte angemeldet, die den Schwung für die Nachfolge nehmen wollen. Denn die Macht dieser Herren der Welt, die in der Finsternis wohnen, ist auch sehr groß. Eph 6, 12
Oleander hat versucht zu ignorieren. Das habe ich nicht geschafft, aber bei mir ist es der Grund, warum das süße Christenleben auf einmal bitter wurde. Abgesehen davon, daß mir schon vorher einige Dienste nicht ganz leicht fielen.

Gruß Thomas
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
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Re: Galater 2 - Damit ich Gott lebe....

Beitrag von Oleander »

Oleander hat geschrieben: Do 17. Nov 2022, 14:36
Galater 2

19 Denn ich bin durchs Gesetz ⟨dem⟩ Gesetz gestorben, damit ich Gott lebe;

ich bin mit Christus gekreuzigt, 20 und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir;

was ich aber jetzt im Fleisch lebe, lebe ich im Glauben⟨, und zwar im Glauben⟩ an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.

https://www.bibleserver.com/ELB/Galater2%2C20
Ein paar Verse davor steht Folgendes:
15 Wir ⟨sind⟩ von Natur Juden und nicht Sünder aus ⟨den⟩ Nationen, 16 aber ⟨da⟩ wir wissen, dass der Mensch nicht aus Gesetzeswerken gerechtfertigt wird, sondern nur durch den Glauben an Christus Jesus, haben wir auch an Christus Jesus geglaubt, damit wir aus Glauben an Christus gerechtfertigt werden und nicht aus Gesetzeswerken, weil aus Gesetzeswerken kein Fleisch gerechtfertigt wird.
Aus diesem Text geht hervor, dass der Gläubige NUR durch den Glauben (an Jesus) GERECHTFERTIGT ist und nicht durch einhalten des Gesetzes= Gesetzeswerke...

Jedoch aus einen anderen Text geht Folgendes hervor:
Wie könnt ihr Gutes reden, da ihr böse seid? Denn aus der Fülle des Herzens redet der Mund.
35 Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz Gutes hervor, und der böse Mensch bringt aus dem bösen Schatz Böses hervor.

36 Ich sage euch aber, dass die Menschen von jedem unnützen Wort, das sie reden werden, Rechenschaft geben müssen am Tag des Gerichts;
37 denn aus deinen Worten wirst du gerechtfertigt werden, und aus deinen Worten wirst du verdammt werden.
https://www.bibleserver.com/ELB/Matth%C3%A4us12%2C36

Es betrifft das "gerechtfertigt sein/werden"...

Somit ist man nicht nur aus Glauben gerechtfertigt , sondern wird auch auch nach dem gerichtet, was "man" so von sich gibt...

Ich hatte über das Thema schon mal mit einer Person ein Gespräch, weil ich dachte, soll jetzt jeder Mensch (vor allem Gläubige) den ganzen Tag darauf achten, was er so von sich gibt?
Und ständig darauf bedacht, dass er ja nix Falsches sagt? Bisserl anstrengend und man wäre dan ja ständig mit sich selbst beschäftgigt:
"War das jetzt nützlich oder nicht nützlich"
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Re: Galater 2 - Damit ich Gott lebe....

Beitrag von Lea »

Zippo hat geschrieben: So 20. Nov 2022, 11:56 Du erfährst aber Gottes Liebe erst, wenn du im Gehorsam zu seinem Wort tust, was er dir sagt. Da kannst du keine Vorleistung erwarten.
Erwarten, im Sinne von: "so wie ich es verstehen will" vielleicht nicht. Aber erfahren kann man genau das.
... wie es auch in
1. Joh. 4,19
gesagt wird: "ER (Gott) hat uns zuerst geliebt - und darum können auch wir lieben.... und wollen es auch, wenn wir Gottes Liebe an uns erkennen.

DAS ist die Art, wie ich persönlich Gottes Liebe erlebe. Und aus dieser Erfahrung heraus, entwickelt sich erst der Wunsch, auch andere Menschen zu lieben. Meistens wird es umgekehrt gepredigt. Aber genau deshalb wird es oft schwierig, andere Menschen zu lieben, wenn man glaubt, man müsse Gott und die Menschen lieben, weil Gott das fordert - nicht, weil ER genau diese Liebe zuerst schenkt, DAMIT überhaupt Liebe erfahrbar wird, und nicht nur reine Theorie ist.
Zippo hat geschrieben: So 20. Nov 2022, 11:56 Der Herr Jesus wollte mit seinem Kreuzeswerk die unvermeidliche Strafe Gottes für uns ertragen und damit abwenden. Diese Liebe wird von vielen Menschen nicht verstanden.
Ich denke auch nicht, dass man es genau SO verstehen sollte. Wobei ich weiß, dass es von vielen Christen so verstanden wird. Ich denke sogar, Gott straft nicht, sondern ER hilft, Böses mit Gutem zu überwinden.... wie es auch in
Römer 12,21 heißt.

Das, was von Menschen meistens als Strafe Gottes verstanden wird, ich schlicht und einfach eine Folge der eigenen Fehler. Dass Menschen dafür Opfer gefordert und dargebracht haben, ist von Anfang an von Menschen so gewählt.
Für mein Verständnis hat Jesus sich genau darum geopfert, damit die Menschen nicht ständig bei der Frage nach der "Schuld" stehen bleiben - und diese erst als gelöst betrachten, wenn "Strafe" ausgeübt wurde. So verstehe ich auch diesen Vers:
So spricht der Herr der Heere, der Gott Israels: Häuft nur Brandopfer auf Schlachtopfer und esst Opferfleisch! Denn ich habe euren Vätern, als ich sie aus Ägypten herausführte, nichts gesagt und nichts befohlen, was Brandopfer und Schlachtopfer betrifft. Vielmehr gab ich ihnen folgendes Gebot: Hört auf meine Stimme, dann will ich euer Gott sein und ihr sollt mein Volk sein. Geht in allem den Weg, den ich euch befehle, damit es euch gut geht. Jer. 7,21-23
Jesus hat in seinem irdischen Leben und mit seinem Opfer immer auf Gott verwiesen. Und so klingt auch die Hauptbotschaft im AT: Kommt her zu MIR (nicht: tue dies oder das, damit ich dich annehmen kann). Sieger waren im AT immer auch sündige Menschen, die einfach immer dafür sorgten, dass sie mit Gott in Verbindung blieben.
Glauben (an Gott) funktioniert nicht, indem man "über" den Glauben redet, sondern indem man Glauben LEBT.
Sichtbar werden die Spuren indem sie hinführen zu Gott. Denn Gott findet man nur bei Gott selbst.
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