Oleander hat geschrieben: ↑Di 20. Dez 2022, 16:26
warum man es überhaupt "Glaube" nennt
Die Belegung in Hebr. 11 ist keine Definition sondern lediglich eine Aufreihung von Beispielen.
Das Wort "Glaube" ist ein altdeutsches und kommt von globen (geloben/halten des gelobten).
Im Griechischen steht dort "pistis", dessen Bedeutung darzulegen jemand mit eingehenden Griechischkenntnissen vornehmen müsste. Bei der Übersetzung ist Deutsche wählte man aber das "globen" um damit genau oder nahe an "pistis" heranzugelangen.
Wenn heute jemand sagt: "ich fürchte, das ist in Wirklickeit ganz anders" bedeutet das keine Angst vor der Wahrheit, sondern ebenfalls ein anderer Ausdruck für "ich nehme sehr stark an daß...", und einjedes andere "ich glaube daß es doch so und so ist..." hat exakt die gleiche Bedeutung (heute).
Bist Du der Erkenntnis treu, daß morgen schönes Wetter ist, bist Du demjenigen der die Nachricht überbringt treu, vertraust Du nicht nur der Tatsache sondern auch dem Absender, und zwar blind (ohne dich selbst nachweislich überzeugen zu können, sondern einfach nur überzeugt sein zu dürfen ohne das beweisen zu können), dann, und nur dann ist die Formulierung gerechtfertigt: "Ich glaube...", denn dann vertraust Du, dann bist Du treu und dann folgst Du, Deine daraufhin folgenden Taten werden das bestätigen.
Am Rande: Vertrauen sagt nichts über denjenigen aus, der vertraut, sondern über denjenigen dem man vertraut. Bei der Treue ist es anders, die geht vom "treuenden" aus, egal was es mit dem auf sich hat, dem man die Treue hält. Aber das führt jetzt wohl etwas weit.
Wenn der Herr Jesus an manchen Stellen sagt: dein Glaube hat dir geholfen, dann ist damit dieses starke treuen gemeint, kein wages 'irgendwiefürmöglichhalten'. Und bei der blutflüssigen Frau wird das ganz deutlich, die hat wirklich geglaubt was sie da tat, denn genau das bewies ihre Tat. Und darum wurde sie geheilt. Weil sie nicht nur für möglich hielt, daß Jesus vielleicht was für sie tun könne, sondern weil sie es
glaubte.