Lichtstrebender hat geschrieben: ↑Mo 30. Okt 2023, 10:37
gibt es von Paulus auch eine Liste , wo drin steht, das jeder das tagtägliche richten erleben muß ?
Paulus kann keine Liste darüber erstellen wir oft du betest und was du dabei erlebst. Das liegt doch völlig in deiner Hand. Immer wenn ich bete, erfahre ich aber ein Gericht. Du versetzt dem Begriff vielleicht unnötigerweise eine negative Konnotation. Mach einen Check. Das kann so sein, muss es aber nicht zwingend.
Richten meint einerseits wirkliches Richten, sodass es dir durch Mark und Bein gehen kann, was schmerzt, anderseits auch ausrichten, also sich z.B. von einer falschen Richtung wieder in die richtige Richtung zu drehen, die dem Weg Christi entspricht. sprich die simple Kurskorrektur.
Wie das eine Kompassnadel z.B. tut, die immer nach Norden zeigt. Die schmerzt nicht, aber sie weist den Weg. So bleibt auch das Wort Gottes unabänderlich hinisichtlich seiner moralischen Richtungsweisung. Widersetzt du dich aber immer wieder, dann wird Gottes Fluch irgendwann auch greifen.
Und dazu holt der HG die Worte in Erinnerung, die du schon kennst. Er macht das nicht erst, wenn du schon völlig kaputt bist, sondenr schon recht frühzeitig. Es kommt nun darauf an, wie sensibel du auf solche Dinge reagierst. Willl Got wirklch Schmerzen zufügen? Nein. Tut er e aber? Ja!
Oder ist dein Leben schon so vollkommen und sündenfrei, dass du nur mehr noch vom HG ein braves Schulterklopfen verspürst? Ja, die gibt es auch, die sich das vielleicht so einreden, und ich sage, es ist dann sicher nicht der HG, der da klopft. Ich denke Jesus nennt sie Heuchler. Vielleicht dieser Vergleich:
Lk 18,10-13 hat geschrieben: Zwei Menschen gingen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer und der andere ein Zöllner.
Der Pharisäer trat hin und betete bei sich selbst so: O Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die Übrigen der Menschen: Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche, ich verzehnte alles, was ich erwerbe.
Der Zöllner aber, von fern stehend, wollte nicht einmal die Augen zum Himmel erheben, sondern schlug sich an die Brust und sprach: O Gott, sei mir, dem Sünder, gnädig!
Beim Zöllner wirkte, wie ich das nun auslege, offensichtlich der HG derart, dass er sich seiner Sünde bewusst wurde, er sah sich darin regelrecht verdammt, was beim Pharisäer nicht der Fall war. Und wäre es anders, würde Jesus das m.E. nicht so drastisch gegenüberstellen. Das Gebet des Zöllners ist mir aber aufgrund meiner Gebete durchaus bekannt.
Aber kann es erneut daran liegen, dass wir erst ein gemeinsames Begriffsverständnis aufbauen müssen, sonst werden wir weiter aneinander vorbeireden und kommen nicht effektiv dazu, wie der HG wirklich wirkt?