Lena hat geschrieben: ↑Do 12. Feb 2026, 14:53
Ich wurde sehr gesegnet durch Predigten von C.H. Spurgeon.
(Auch wenn er was über die Sonntagsheiligung predigte wo ich nicht einverstanden war).
Hier seine Meinung über den
Calvinismus
Spurgeon nannte sich zwar "Calvinist", jedoch in der Betonung auf die Gnade, durch die er errettet wurde.
Das kann man so stehen lassen, auch seine Sichtweise, aus Gnade errettet zu sein und nicht durch eigenes Zutun.
Hardcore- Calvinisten behaupten allen Ernstes, Gott habe einen Teil der Menschen zum Heil erwählt; diese könnten gar nicht anders als zu glauben, da niemand Gott widerstehen kann.
Und sie behaupten, was ich strikt ablehne, auch deshalb, weil das nicht mit den Schriften übereinstimmt, sondern das Produkt einer entarteten menschlichen Phantasie ist: Gott habe den anderen Teil der Menschheit, also den "nicht-erwählten" Rest, zum Unheil erwählt- ohne jede Chance, im Laufe des Lebens auf Gnade und Errettung hoffen zu können.
Wenn man dann fragt: Wurden alle, die nicht zur Errettung erwählt wurden, dann zur Verdammnis erwählt? sagen sie "nein"... und winden sich in irgendwelchen nicht nachvollziehbaren Ausflüchten... es wäre aber die logische Schlußfolgerung aus der ersten Behauptung.
Solche Sprüche finde ich bei Spurgeon nicht. Wenn er davon ausgeht, dass ein Gläubiger deshalb gläubig ist, weil er zu den "Erwählten" gehört und "Erwählte" mit "Erlösten" gleichsetzt, dann hat er natürlich ein Problem damit, dass es auch Menschen gibt, die das Evangelium verwerfen und verloren gehen.
Spurgeon scheint da auf eine diplomatische Lösung zu setzen; er bestätigt nicht eine "Erwählung zum Unheil", sondern überlässt letztlich das Richten Gott:
Wenn ich nun auf der einen Seite behaupten würde, dass der Mensch so frei ist in seinem Handeln, dass es keine Kontrolle Gottes über sein Tun gäbe, dann wäre ich sehr gefährlich nahe an den Atheismus herangekommen. Wenn ich auf der anderen Seite erklären würde, dass Gott alle Dinge so sehr überwacht, dass der Mensch nicht frei genug ist, um selbst verantwortlich zu sein, dann wäre ich sofort beim Antinomismus oder Fatalismus.
Dass Gott vorherbestimmt und dass der Mensch doch selbst verantwortlich ist, sind zwei Tatsachen, die nur wenige klar sehen.
Man hält sie für unvereinbar miteinander und für Widersprüche, aber sie sind es nicht. Der Fehler liegt in unserem schwachen Beurteilungsvermögen. Zwei Wahrheiten können sich nicht gegenseitig ausschließen.
Wenn ich also an einer Stelle der Bibel finde, dass alles von oben her bestimmt ist, dann ist das wahr. Wenn ich dann an einer anderen Stelle finde, dass der Mensch für alle seine Taten verantwortlich ist, dann ist auch das wahr. Es ist einzig und allein meine Dummheit, die mich dazu bringt, zu denken, diese beiden Wahrheiten könnten sich jemals widersprechen. Ich glaube nicht, dass sie je auf irgendeinem irdischen Amboss zu einer einzigen Wahrheit zusammengeschmiedet werden können, aber sie werden sicher in der Ewigkeit eins sein. Sie sind zwei Linien, die so parallel sind, dass der menschliche Verstand ihnen so weit, wie es geht, folgen kann, ohne zu sehen, dass sie sich jemals treffen. Aber sie treffen sich und werden eins, irgendwo in der Ewigkeit, nahe bei dem Thron Gottes, wo alle Wahrheit entspringt.
glaubensstimme.de
Calvin- Jünger stützen ihre Theorie der "selektiven" Erwählung u.a. auf
Eph. 1,4,
1. Thess. 1,4 etc. -
Eine selektive Erwählung ist nicht kompatibel mit
1. Tim. 2,4 ,
Apg. 17,30 und anderen. Bezüglich "
alle Menschen" behaupten Calvinisten deshalb, "alle" bedeute nicht "alle" und betreiben Framing vom Feinsten, um das Wort Gottes zu verdrehen--- aber das führt jetzt zu weit---
Es waren anstrengende Tage, Wochen und Jahre, in denen ich mich mit der Prädestinationslehre auseinandersetzen musste.
Mein Fazit: ALLE (Menschen) sind erwählt.
Aber nicht jeder nimmt die Erwählung an.
Spurgeon liegt richtig mit seiner Feststellung: "
... kein Christ kann jemals sagen, dass der Glaube von ihm selber komme ohne die Gabe und ohne das Werk des Heiligen Geistes"
"Wenn mich jemand fragen würde, was ich unter einem Calvinisten verstehe, dann würde ich antworten: „Das ist einer, der sagt: Die Rettung ist des Herrn.“ Ich kann in der Heiligen Schrift keine andere Lehre finden. "
Möglicherweise wollte er sich damit von der Verkündigung einer Errettung mit der Betonung auf "Werkgerechtigkeit" in der Katholischen und der Anglikanischen Kirche distanzieren.
Die Werke sind wichtig und dass sie einen Einfluss auf das Heil haben, ist richtig. Der Begriff "Werke" umfasst jedoch unser ganzes Leben, unsere Haltung, unsere Ausrichtung/ Überzeugung...das "Herz", wurde aber in der Praxis und im Verständnis der Menschen auf Taten reduziert, etwa auf den Empfang von Sakramenten, der Selbstverleugnung und der Übung von Nächstenliebe.
Die Betonung lag früher auf: (die richtigen) Werke
plus Gnade- das ist die Verkündigung, die Helmuth und Zippo hier verfechten... vielleicht konnte man es den Menschen nicht besser verständlich machen, denn in vielen der Kirchgänger war der latend vorhandene Funke der Liebe zu Gott ja noch gar nicht enzündet, und da dachten die Kirchenoberen wohl, es sei besser, ihren Schäfchen sozusagen ein "ordentliches Benehmen" anzutrainieren, eben über die Benimmregeln der guten Werke, damit sie nicht Sünde auf Sünde häuften und dadurch sich selbst und die Gemeinde gefährdeten.
Die richtige Reihenfolge wäre aber: Die Errettung aus Gnade bewirkt eine Beschneidung des Herzens und wird (sollte!) die Heiligung auch der Werke
nach sich ziehen.
Wenn ich Spurgeon richtig verstehe, hat er diese Wahrheit im Calvinismus gefunden.
GOTT ist der Urheber unserer Errettung.
Das bestreite ich nicht, meine aber, man kann hier nicht von einem Automatismus ausgehen, sondern man muss den Menschen sagen: Gott wartet auf deine Antwort.
Der Mensch ist in der Pflicht, sein "o.k." zu geben. Dann kann Gott dem Menschen ganz nahe kommen und hat auch Handlungsfreiheit- weil der Mensch Ihn dazu ermächtigte.
Wenn es nicht so wäre, dann wären ja alle Menschen gläubig und errettet. Wir wissen, dass dem nicht so ist.
Es ist nicht ganz einfach für Menschen, die keine positiven Erfahrungen mit Gott haben, auf die sie zurückgreifen können, Ihm eine solche Vollmacht auszustellen.
Deshalb halte ich es für unverantwortlich, mit Gericht und Hölle zu drohen und "Buße" einzufordern, anstatt dazu zu ermutigen, zu vertrauen.
Gott
wird antworten. Warum will man das denn nicht abwarten?
LG