Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

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Helmuth
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Helmuth »

Zippo hat geschrieben: Do 12. Feb 2026, 12:45 Ich finde, man sollte das Evangelium nicht verwässern und alles unangenehme vorenthalten. Das Vorlesen von Bibelversen ist eine beliebte Methode, um den Heiligen Geist mit seinem Wort tätig werden zu lassen.
Ganz deiner Meinung, aber noch besser als vorlesen finde ich zentrale Verse im Kopf zu haben. Das wirkt auch professioneller und zeigt, dass man sich schon damit auseinandergesetzt hat. Stattdessen kann man bei Bedarf gemeinsam nachlesen, ob dem auch so ist, was man gepredigt hat, falls jemand meint, das wäre nur meine Ansicht.
Zippo hat geschrieben: Do 12. Feb 2026, 12:45 Evangelisten lassen es auch nicht weg. Sie reden von der Gerechtigkeit Gottes und daß es den Menschen schwerlich gelingt, den Ansprüchen Gottes genüge zu tun. Dann reden sie von der Gnade Gottes, welche die Lösung ist, um den Menschen aus seiner Situation zu befreien. Eine Botschaft, die ihm sogar Aussicht und Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod in einer neuen Schöpfung macht. Das alles ist doch der Inhalt der Bibel bzw. des Evangeliums ?
Korrekt, du hast es in meine Augen eh schon lange erfasst, sodass ich meine das "was" könnten man abschließen. Ich liste die vier Punkte auf, die wir in einem Thread aus 2023 erarbeitet haben:
Helmuth hat geschrieben: So 24. Sep 2023, 10:59 - Wir sollen verkünden, dass die Menschen überall Buße und Umkehr von ihren Sünden tun sollen.
- Wir sollen verkünden, dass Jesus Christus für unsere Sünden gestorben ist und damit den Preis bezahlt hat
- Wir sollen verkünden, dass alle, die sich zu Jesus bekehren, die Vergebung ihrer Sünden von Gott erhalten.
- Wir sollen verkünden, dass sich jeder zur Vergebung und Errettung auf den Namen Jesus taufen lasse.
Mir eurer Zustimmung könnte der Punkt abgehakt sein. Es war ja auch schon das Ergebnis. Sollte es nun anders sein?
Magdalena61 hat geschrieben: Do 12. Feb 2026, 00:14 Das ist jetzt mal die Kurzfassung der "Verkündigung", die so manchem vorschwebt. Merkst du, wie blödsinnig das ist?
Dazu Zippos Antwort:
Zippo hat geschrieben: Do 12. Feb 2026, 12:45 Es klingt ein wenig doof, wie du das geschrieben hast. Bete doch lieber und frage den Herrn Jesus, was du sagen sollst.
Magdelana steigt in die Diskussion so ein, als wären wir reine Höllenprediger, oder es fehlt uns wirklich Grips in der Birne. Klar, wenn du dabei an Klaus Kinsky denkst, dann wird das stimmen, der ist auch nachweislich durchgeknallt, aber der wirklich bekehrte Christ, der auch Frucht bringt, kann das schon besser, meine ich.

Und egal wie oft jemand noch betont um Gottes willen nicht die Hölle zu predigen, sie wegzulassen führt zu einem falschen Evangelium. Der alles vergebende Gott kann auch anders, wenn man nicht will. Der Mensch darf darauf hingewiesen werden, was ihm bei Abweisung droht, jedenfalls dann, wenn er z.B: fragt: "Und was ist, wenn ich das anders sehe?"

Ich würde dazu gerne ein Wort Jesu haben, dass und anweist die Konsequenzen wegzulassen, wenn wir in seinem Namen verkündigen. Auf der Basis ließe ich mit mir rede, nur hätte es Jesus m.E. dann schwer, weil er dann darin kein Vorbild wäre. Dem ist aber nicht der Fall.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Lena
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Lena »

Lea hat geschrieben: Do 12. Feb 2026, 15:39 Und wer mit aufrichtigem Herzen, aus der Verbindung zu Jesus/Gott das Evangelium verkündigt, bei dem kommt es nicht auf die Menge der Worte an, sondern auf den Geist, der die Botschaft direkt in die Herzen der Menschen sät.
Ja! Und so gebührt Gott allein Ehre, Lob und Dank.
renato23
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von renato23 »

Helmuth hat geschrieben: Fr 13. Feb 2026, 05:52 Korrekt, du hast es in meine Augen eh schon lange erfasst, sodass ich meine das "was" könnten man abschließen. Ich liste die vier Punkte auf, die wir in einem Thread aus 2023 erarbeitet haben:
Helmuth hat geschrieben: ↑So 24. Sep 2023, 10:59
- Wir sollen verkünden, dass die Menschen überall Buße und Umkehr von ihren Sünden tun sollen.
- Wir sollen verkünden, dass Jesus Christus für unsere Sünden gestorben ist und damit den Preis bezahlt hat
- Wir sollen verkünden, dass alle, die sich zu Jesus bekehren, die Vergebung ihrer Sünden von Gott erhalten.
- Wir sollen verkünden, dass sich jeder zur Vergebung und Errettung auf den Namen Jesus taufen lasse.
Na da haben sich offenbar nebst Paulus auch die direkten Jünger - gemäss deren Briefe - eher und überzeugender an Jesus Evangelium vom Reich Gottes gehalten wo nurmehr gelebte Liebe zu Gott, dem Nächsten Mt 22.37-40 oberstes Gebot ist und deshalb für Anteilhabe am Reich Gottes, alle bisherige Bosheit, Untugenden (fleischliche Gesinnung Gal 5,19-21) abgelegt werden sollten.
Lk 16,16 Das Gesetz und die Propheten reichen bis zu Johannes. Von da an wird das Evangelium vom Reich Gottes gepredigt, und jedermann drängt mit Gewalt hinein.
Paulus arbeitete sehr hart, mit viel Herzblut daran, Zuhörer oder Leser zu instruieren, was für Schaffung Reiches Gottes, wo ja nurmehr der Wille Gottes des Himmlischen Vaters zählt was deshalb hierfür abgelgt und angezogen werden sollte um in Christus einst mit ihm und Gott zu werden
Paulus, der im frühen Judentum meinte diese Lehren Jesu Christi (Gemeinde Gottes) zerstören zu müssen, Gal 1.13 nahm dann selber Verfolgung, Todesdrohung, Steinigung in Kauf, um Heiden zu ermöglichen, durch Reue und Abkehr vom Sündigen, Vergebung der Sünden zu empfangen und anteilig am segensreichen "Reich Gottes" zu werden.
Röm 14,17 Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist.
Um Zuhörer für das Evangelium Jesus vom Reich Gottes zu gewinnen, und hierfür in Christus eine neue Kreatur zu werden, wo das Alte vergangen ist und alles Neu geworden ist, die Gott dann für nurmehr Gute Werke einsetzen kann, die er einem jeden gemäss deren von ihm geschenkten Begabungen hierfür jeweils vorbereitet...... empfiehlt Johannes in 1. Joh 3.3
1Joh 3,3 Und jeder, der solche Hoffnung auf ihn hat, der reinigt sich, wie auch jener rein ist.
Das Ziel des Missionsauftrags Jesus an seine getreuen Nachfolger ist doch seit jeher, Menschen, Gottsuchende mit den zu nurmehr gottgefälligem Leben führenden Verhaltenslehren Christi in der Bibel vertraut zu machen.
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Zippo
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Zippo »

renato23 hat geschrieben: Do 12. Feb 2026, 11:34
Zippo hat geschrieben: Mi 11. Feb 2026, 13:55 Gott behauptet, daß wir Menschen Sünder sind und nicht die Herrlichkeit Gottes erreichen.
[Röm. 3,22-23] Denn es ist kein Unterschied, denn alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes
Das wir wohl jeder Mensch einsehen, daß er in seinem Leben Fehler gemacht hat. Und manche Menschen sehen wohl auch ein, daß Gott nicht einfach darüber hinwegsehen kann.
Lieber Thomas, unterstelle bitte nicht Gott behauptet zu haben, dass alle Menschen Sünder seien. Es gab schon immer gottesfürchtige, fromme, wahrhaft gerechte Menschen. Du findest biblische Aussagen dazu in AT und NT. Denke auch an die Eltern von Johannes dem Täufer.
Nicht ich, sondern die Bibel behauptet, daß alle Menschen Sünder sind. Man muß sich unter einem Sünder nicht immer einen Schwerverbrecher vorstellen, aber es heißt in Rö 3,23 "alle haben gesündigt". Dann sind sie doch alle Sünder ?
Auch die sogenannten Gerechten des AT haben gesündigt. Abraham hat z. Bsp. seine Frau als seine Schwester ausgegeben, um sich zu schützen. 1 Mo 12,19 Damals war es wohl üblich, den Mann zu töten, wenn man seine Frau haben wollte.
König David hat wegen einer Frau Ehebruch begangen und einen Mord. 2 Sam 11-12

Wo sind also die Gerechten ?

Die meisten Menschen denken wohl, daß sie ganz gute Menschen sind, weil sie ihre Sünden fein säuberlich begraben und vergessen haben. Auch Hiob hielt sich für gerecht und das war er ja auch im Großen und Ganzen, denn er wird ja von Gott gelobt.
Hiob 1,1
Es war ein Mann im Land Uz, sein Name war Hiob; und dieser Mann war vollkommen und rechtschaffen und gottesfürchtig und das Böse meidend.
.....
[Hiob 1,6-8] Und es geschah eines Tages, da kamen die Söhne Gottes, um sich vor den HERRN zu stellen; und auch der Satan kam in ihrer Mitte. Und der HERR sprach zum Satan: Woher kommst du? Und der Satan antwortete dem HERRN und sprach: Vom Durchstreifen der Erde und vom Umherwandeln auf ihr. Und der HERR sprach zum Satan: Hast du achtgehabt auf meinen Knecht Hiob? Denn seinesgleichen ist kein Mann auf der Erde, vollkommen und rechtschaffen, gottesfürchtig und das Böse meidend.
Aber was sagt Hiob, als er vor Gott steht ?
[Luther 1912: Hiob 42,6] Darum spreche ich mich schuldig und tue Buße in Staub und Asche.
Renato
Jesus sagte ja klarLk 6,45 Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus dem guten Schatz seines Herzens; und ein böser bringt Böses hervor aus dem bösen. Denn wes das Herz voll ist, des geht der Mund über.
Lk 531 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. 32 Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße= Umkehr, Abkehr vom Sündigen um nurmehr den Willen Gottes dem himmlischen Vater zu tun., 
Es gibt wohl bessere und schlechtere Menschen, aber Sünder sind alle, die hier auf dem Erdenrund herumlaufen.
Und wenn sie das Evangelium in Anspruch nehmen, Gemeinschaft mit Gott wollen und den Eintritt in das Reich Gottes, dann müssen sich Menschen doch als Sünder bekennen ?
Renato

Wie Du richtig erkannt hast sagte das Paulus seinerzeit, also vor 2000 Jahren zu solchen, deren Füsse eilten Blut zu vergiessen etc.
Aber nicht nur diese, sondern alle Menschen haben gesündigt. Wenn sie das nicht bejahen können, haben sie sich nur noch nicht richtig selbst erkannt.
Sie könnten ja beten, Gott bitte zeige mir wo ich gesündigt habe und vielleicht immer noch sündige ohne es zu erkennen !
[ELB-CSV: Ps. 19,13] Verirrungen, wer sieht sie ein? Von verborgenen Sünden reinige mich!
Renato
Zippo hat geschrieben:Ich kenne diese Aussprüche, daß der Mensch "durch und durch verdorben ist" und fand sie auch immer ein wenig übertrieben. Das kommt sicher aus der Passage, wo Paulus die Psalmen zitiert, in denen König David seine gottlosen Zeitgenossen beschreibt.
Ja, aus Psalm 14 unnd 53.
Satan ist heute noch der Gleiche, wie damals. Also gibt es auch heute noch solche Verfehlungen, wie im Römerbrief genannt werden.
Ohne die Gnade Gottes wird niemand vor Gott bestehen können.

Gruß Thomas
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
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Zippo
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Zippo »

Helmuth hat geschrieben: Fr 13. Feb 2026, 05:52
Zippo hat geschrieben: Do 12. Feb 2026, 12:45 Ich finde, man sollte das Evangelium nicht verwässern und alles unangenehme vorenthalten. Das Vorlesen von Bibelversen ist eine beliebte Methode, um den Heiligen Geist mit seinem Wort tätig werden zu lassen.
Ganz deiner Meinung, aber noch besser als vorlesen finde ich zentrale Verse im Kopf zu haben. Das wirkt auch professioneller und zeigt, dass man sich schon damit auseinandergesetzt hat. Stattdessen kann man bei Bedarf gemeinsam nachlesen, ob dem auch so ist, was man gepredigt hat, falls jemand meint, das wäre nur meine Ansicht.
Es gibt doch die kleinen Gideonbibeln. Ich kenne jemand, der liest daraus vor und verschenkt sie dann.
Oder das Smartphone, da kann man noch viel schneller nachschlagen.
KI kann man auch fragen: "Was bedeutet das Evangelium ?" Das habe ich gerade gemacht und fand die Antwort gut.
Helmuth

Magdelana steigt in die Diskussion so ein, als wären wir reine Höllenprediger, oder es fehlt uns wirklich Grips in der Birne.
Es wird von ihr etwas polemisch übertrieben, aber immerhin hat es den Anstoß gegeben, mal darüber nachzudenken, was man sagen und tun würde, wenn man über den Glauben an Jesus Christus sprechen soll.
Helmuth
Und egal wie oft jemand noch betont um Gottes willen nicht die Hölle zu predigen, sie wegzulassen führt zu einem falschen Evangelium. Der alles vergebende Gott kann auch anders, wenn man nicht will. Der Mensch darf darauf hingewiesen werden, was ihm bei Abweisung droht, jedenfalls dann, wenn er z.B: fragt: "Und was ist, wenn ich das anders sehe?"
Es hat bestimmt Evangelisten gegeben, die mit dem Thema Hölle angefangen haben. Dann kann man mit der Gerechtigkeit Gottes anfangen oder mit der Liebe Gottes. Das kommt wohl drauf an, was für eine Zuhörerschaft vorhanden ist und was der Heilige Geist in den Sinn gibt.

Das Evangelium wird immer auf Widerspruch stoßen, daß wurde schon von dem frommen Simeon vorhergesagt:
[ELB-CSV: Lk. 2,34] Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und Aufstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird –
Wer läßt sich schon gerne sagen, daß er Sünder ist ? Wer möchte sich in seiner freien Lebensgestaltung irgendwie reinreden lassen ?

Und wer beschäftigt sich schon gern mit einem zu unrecht bestraften Menschen Jesus, der behauptet hat, daß er für die Sünde der Menschheit gemartert wird ?

Gott soll in diesem Menschen gewesen sein ? Ja warum geht er denn so niedrige Wege und läßt sich auf so furchtbare Art und Weise bestrafen ?
[Luther 1912: 2. Kor. 5,19] Denn Gott war in Christo und versöhnte die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.
Gruß Thomas
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Zippo
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Zippo »

Lea hat geschrieben: Do 12. Feb 2026, 15:39
Zippo hat geschrieben: Do 12. Feb 2026, 12:45 Ich finde, man sollte das Evangelium nicht verwässern und alles unangenehme vorenthalten. Das Vorlesen von Bibelversen ist eine beliebte Methode, um den Heiligen Geist mit seinem Wort tätig werden zu lassen.

Evangelisten lassen es auch nicht weg. Sie reden von der Gerechtigkeit Gottes und daß es den Menschen schwerlich gelingt, den Ansprüchen Gottes genüge zu tun. Dann reden sie von der Gnade Gottes, welche die Lösung ist, um den Menschen aus seiner Situation zu befreien. Eine Botschaft, die ihm sogar Aussicht und Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod in einer neuen Schöpfung macht.
Das alles ist doch der Inhalt der Bibel bzw. des Evangeliums ?
Warum willst du denn unbedingt gleich am Anfang "das ganze Evangelium verkündigen"?
Ich habe ja nicht gesagt, daß ich das alles direkt sage, aber es gehört eben alles dazu.
Und wer die Gelegenheit dazu hat, der kann doch mal von der Grundsituation ausgehen und dann einen Ausblick geben, was dem Nachfolger gegeben wird, wenn er die Widrigkeiten in der Welt überwindet und das Ziel des Glaubens erreicht.
[Luther 1912: Off. 21,7] Wer überwindet, der wird es alles ererben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein.
Im übrigen habe ich den Eindruck, daß du mich zu vorschnell verurteilst. Ich habe kaum die Gelegenheit mit Menschen über das Evangelium zu sprechen. Ich bin auch überzeugt, daß das andere besser können.

Wann hast du denn das letzte mal mit jemand über das Evangelium gesprochen ?
Lea
Joh.4,37-38
37 Denn hier ist der Spruch wahr: Der eine sät, der andere erntet. 38 Ich habe euch gesandt zu ernten, wo ihr nicht gearbeitet habt; andere haben gearbeitet, und ihr seid in ihre Arbeit eingetreten. 
Ja, so war es bei mir auch. Ein Arbeitskollege hat gesät und ein Bibelstudent hat geerntet. Der Arbeitskollege hat mir ein Traktat gegeben und mich zu Veranstaltungen eingeladen. Und ein Bibelstudent hat mit mir das erste Gebet gesprochen und mir eine große Thompson Studienbibel verkauft und mir Tipps gegeben, welche Gemeinde geeignet wäre.
Lea

Nicht die Worte, welche der Prediger wählt, führen zur Annahme des Evangeliums, sondern Gott, der uns die Worte gibt. Und zwar genau so, wie ER es für passend hält, damit es im Herzen der Menschen (die gerade zuhören) ankommt.
Sicher ist es Gott, aber je mehr du weißt und dir überlegt hast, was du sagen willst, desto besser kann dich der Heilige Geist gebrauchen. Und wenn Rückfragen kommen, kannst du Antworten geben.
Lea
Auch Paulus sagt dazu...
1.Kor.3,5-10
5 Was ist nun Apollos? Was ist Paulus? Diener sind sie, durch die ihr gläubig geworden seid, und das, wie es der Herr einem jeden gegeben hat: 6 Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen; aber Gott hat das Gedeihen gegeben. 7 So ist nun weder der etwas, der pflanzt, noch der begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt. 8 Der aber pflanzt und der begießt, sind einer wie der andere. Jeder aber wird seinen Lohn empfangen nach seiner Arbeit. 9 Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Ackerfeld und Gottes Bau. 10 Nach Gottes Gnade, die mir gegeben ist, habe ich den Grund gelegt als ein weiser Baumeister; ein anderer baut darauf. Ein jeder aber sehe zu, wie er darauf baut. 
Das zeugt (für mein Verständnis) davon, dass "Bekehrung" meistens eher in Form von mehreren Schritten wachsen, reifen und Frucht bringen kann. Und derjenige, der eine Botschaft von Gott weitergibt, bekommt vielleicht manchmal auch gar nicht das Ergebnis mit, was letztendlich dabei herauskommt.

Und wer mit aufrichtigem Herzen, aus der Verbindung zu Jesus/Gott das Evangelium verkündigt, bei dem kommt es nicht auf die Menge der Worte an, sondern auf den Geist, der die Botschaft direkt in die Herzen der Menschen sät.
Da hast du sicher recht.

Aber der Heilige Geist bildet seine Leute auch aus. Du liest doch in der Bibel und sprichst mit anderen gläubigen Christen. Du hörst Vorträge, machst dir Gedanken über die unterschiedlichsten Fragen.

Paulus war eine ganze zeitlang in Arabien, bevor er mit ganzen Eifer das Evangelium verkündet hat. Gal 1,15-18
Lea
:devil:
Den Teufel müßen wir auch berücksichtigen und beten, wenn wir mit jemand über das Evangelium sprechen.

Gruß Thomas
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
renato23
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von renato23 »

Zippo hat geschrieben: Fr 13. Feb 2026, 11:01 Nicht ich, sondern die Bibel behauptet, daß alle Menschen Sünder sind. Man muß sich unter einem Sünder nicht immer einen Schwerverbrecher vorstellen, aber es heißt in Rö 3,23 "alle haben gesündigt". Dann sind sie doch alle Sünder ?
Auch die sogenannten Gerechten des AT haben gesündigt.
Die Aussage von Paulus bezog sich auf jene Zeit, wo ja u.a. noch geglaubt wurde (vor seiner Begegnung mit Jesus auch von Paulus), dass z.B. all die Tötungsgesetze göttlichen Ursprungs seien. Ihre Füsse eilten, Blut zu vergiessen. Paulus bezog das -alle seien sie Sünder gewesen eh auf die Gottlosen, die Toren, die alle gesündigt haben. Psalm 14 und 53 und gewiss nicht auf heutige Menschen.

Paulus unterschied aber auch zwischen den fleischlich Gesinnten und den geistlich Gesinnten.
Röm 8,5 Denn die da fleischlich sind, die sind fleischlich gesinnt; die aber geistlich sind, die sind geistlich gesinnt.,6 Denn fleischlich gesinnt sein ist der Tod, doch geistlich gesinnt sein ist Leben und Friede.
Die geistlich Gesinnten waren keine Sünder, denn sie lebten und leben nachweislich nurmehr unter Führung durch den Hl.Geist (Gal 5,22.23)

Nein, lieber Thomas, die wahrhaft Gerechten (nicht zu verwechseln mit den selbstgerechten AT-Gesetzeslehrer die den jüdischen Glaubensgeschwister solche Gesetzeslasten aufbürdeten, die sie selber nicht zu tragen bereit waren.) waren keine Sünder. Denke doch z.B. an die Eltern von Johannes dem Täufer

Johannes hat wohl geahnt, dass man auch Gerechten einreden will , sie seien alle Sünder, darum ermahnte er schon damals, vor 2000 Jahren.
1Joh 3,7 Kinder, lasst euch von niemandem verführen! Wer die Gerechtigkeit tut, der ist gerecht, wie auch jener gerecht ist.


Lieber Thomas, wir leben doch nicht in der Bibel sondern können wir seit 2000 Jahren von Jesus Christus und seinen Jüngern und Apostel Paulus nurmehr gottgefälliges Leben lernen. Und das kann dann Mitmenschen neugierig machen, wenn sie sehen, wie positiv sich auf das Verhalten auswirkt.

Dann kann man wohl am Überzeugendsten Werbung für getreuliche Nachfolge Jesus Christus machen und Menschen für sein Evangelium vom Reich Gottes gewinnen wo die gelebte Liebe zu Gott zum Nächsten und sich für paradiesische Zustände führen......wie im Himmel so auf Erden.
Gesegnete Grüsse renato
Ziska
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Ziska »

Von den ersten wahren Christen, in der Apostelgeschichte wird von ihnen berichtet,
könnte man sehr viel lernen.
Es waren Menschen wie du und ich.
Sie nahmen den Auftrag Jesu, die gute Botschaft vom Königreich zu verkünden, sehr ernst.

Hat sich jemand schon mal mit den Christen des ersten Jahrhunderts etwas näher befasst?
Was könnte man sich von ihnen abschauen?
Liebe Grüße von Ziska
Kann der Mensch dem Krieg ein Ende machen?
Neugierig geworden? Schreib mir bitte PN! :wave:

Mit der Intelligenz ist es ja so:
Entweder man hat sie oder man weiß gar nicht, dass sie einem fehlt
8-)
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Lea
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Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Lea »

Zippo hat geschrieben: Fr 13. Feb 2026, 12:49 Im übrigen habe ich den Eindruck, daß du mich zu vorschnell verurteilst. Ich habe kaum die Gelegenheit mit Menschen über das Evangelium zu sprechen. Ich bin auch überzeugt, daß das andere besser können.
Ich beurteile dich nicht, sondern habe nur auf deine Aussage, welche ich zitiert habe, geantwortet. Das ist zunächst einmal nicht mehr als die Ausdrucksweise zu einem Text, so wie ich ihn verstanden habe.
Wann hast du denn das letzte mal mit jemand über das Evangelium gesprochen ?
Ich spreche (in Schriftform) gerade mit Dir über das Evangelium ;)

Aber das Evangelium jemandem verkündigen, ist natürlich viel komplexer, als "über" es zu reden.

Es kann mit wenigen oder sehr vielen Worten stattfinden. Um "Evangelium" für jemanden zu werden, kommt es auf viel mehr an, als auf die Worte.

Dazu fällt mir (wie so oft) die Weisung von Jesus in Joh. 15,1-8 ein ...

...einmal der Satz "ohne mich könnt ihr nichts tun" ...
... und auf der anderen Seite ...
... "wer in mir bleibt, bringt viel Frucht".

Diesen Text kann man auch wörtlich verstehen - und dennoch nicht wirklich verinnerlichen.
Wenn ich sage: ich weiß, dass ich ohne Jesus nichts tun kann, aber weil er ja (sowieso) in mir ist, verkündige ich es einfach mal.

Oder ich bin mir bei jeder Handlung bewusst, dass meine Worte und Werke ohne Jesus "Nichts" sind, und bitte Jesus, dass ER durch mich seine Botschaft in die Herzen der Menschen sendet.

Dann kann es passieren, dass mir Worte einfallen, an die ich zuvor nicht gedacht habe. Und es kann sein, dass nur wenige Worte mehr bewirken, als so manche Predigt.
Nicht, weil ich so gut bin und die richtigen Worte im richtigen Moment angebracht habe, sondern weil ich ein Werkzeug sein durfte, von dem, der direkt in die Herzen der Menschen hinein wirkt.
Es sind SEINE Worte, und Sein Wirken, welches das Evangelium zu der Botschaft macht, die auch da ankommt, wo sie hin soll.
Glauben (an Gott) funktioniert nicht, indem man "über" den Glauben redet, sondern indem man Glauben LEBT.
Sichtbar werden die Spuren indem sie hinführen zu Gott. Denn Gott findet man nur bei Gott selbst.
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