Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Wir bitten darum, in diesem Forum keine Bibel- und Glaubenskritik zu üben.
Benutzeravatar
Zippo
Beiträge: 4989
Registriert: Mo 23. Jan 2017, 00:17

Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Zippo »

Magdalena61 hat geschrieben: Mo 16. Feb 2026, 18:09
Zippo hat geschrieben: Sa 14. Feb 2026, 13:55Aber ich kenne Leute die schlagen eine kleine Gideonbibel auf und lesen vor. Die Traktate gehen ja auch meistens so vor und sie berichten von Liebe und Gerechtigkeit.
Bei einem 100%igen Nichtchristen muss notwendigerweise wenigstens minimal Interesse da sein. Warum will man Menschen, die gar keinen Durst haben, mit Gewalt und zu einem Zeitpunkt, den man selbst bestimmt, Wasser aufdrängen? Will man sie ersäufen?
Ich wüßte nicht, warum das eine Überforderung wäre. Es geht um die Wahrheit der Bibel, also kann man doch mal was draus vorlesen.
Je nachdem, wo der Mensch steht, braucht er eine unterschiedliche Ansprache. Da gibt es vielleicht erst mal die Frage zu klären, ob es Gott gibt ? Kann man das nicht anhand der Bibel beweisen ?
Auf jeden Fall weckt es Neugier und vielleicht werden manche Leute zum ersten mal ihre Bibel aus dem Regal nehmen und darin lesen.
Magdalena

Besser ist es doch, Gott zu bitten, Arbeit im Weinberg zu "schicken". Und man muss diese erkennen... also jederzeit bereit und vorbereitet sein, zu erklären.
Ein Freund von mir betete, daß Gott ihm Menschen zeigen möge, mit denen er über das Evangelium sprechen könne.
Magdalena
Zippo hat geschrieben: Sa 14. Feb 2026, 13:55Früher hatten wir auch Zeltmission und den Bus "Leben ist mehr" und Pro - Christ. Da gibt es dann evangelistisch begabtere Leute wie mich. Aber die bringen immer die Liebe Gottes und die Gerechtigkeit Gottes zusammen.
Das sind dann "offizielle" Veranstaltungen, das wird eher akzeptiert, aber eben auch nur von Menschen, die ein wenig Interesse haben, alle anderen winken ab. Es sei denn, Gott fügt Gelegenheiten, die der Kandidat sich nicht selbst herausgesucht hat... wie dieser hier...


Das rührt mich immer wieder.
Das Zeugnis kam ehrlich rüber, da glaube ich sogar mal an eine Heilung.
Magdalena
Zippo hat geschrieben: Sa 14. Feb 2026, 13:55Nicht schlecht. Landest du nicht auch bei der Frage: "Warum läßt Gott das zu ?"
Natürlich.
Und da sage ich ganz offen, dass auch ich Gott oftmals nicht verstehe.

Aber ich weise darauf hin, dass man zwei Dinge nicht miteinander verwechseln sollte:
1. Dass ich Gott nicht verstehe muss nicht zwangsläufig bedeuten oder beweisen, dass
2. kein Gott ist.
Manchmal fängt Evangelisation mit dem Thema an, ob es Gott gibt. Da gibt es eine Menge Leid in der Welt, das man nicht begreifen kann. Auch intelligente Menschen verstehen nicht, warum ein Gott der Liebe soviel Elend zuläßt.

Ich finde, man darf den Menschen auch nicht verheimlichen, daß es auch eine sehr böse Macht in dieser Welt gibt.
Satan und seine Dämonen werden von Gott bewußt in unsere Welt entlassen, dadurch ist viel Leid entstanden.

Auch das Leid am Kreuz ist Satans Werk 1 Mo 3,15, der Herr Jesus liefert sich dem Satan aus und kommt mitten hinein in das Leid, um Menschen aus Tod und Verderben herauszuhelfen.
[Heb. 2,10-15] Denn es ziemte dem, um deswillen alle Dinge sind und durch den alle Dinge sind, der da viele Kinder hat zur Herrlichkeit geführt, dass er den Herzog der Seligkeit durch Leiden vollkommen machte.
...
Nachdem nun die Kinder Fleisch und Blut haben, ist er dessen gleichermaßen teilhaftig geworden, auf dass er durch den Tod die Macht nehme dem, der des Todes Gewalt hatte, das ist dem Teufel, und erlöste die, die durch Furcht des Todes im ganzen Leben Knechte sein mussten.
Mit seinem Tod am Kreuz hat der Herr Jesus dann Menschen aus der Gewalt Satans befreit. Aber trotz alledem läßt Gott Satan und seine Dämonen in der Welt und das ausgerufene Wehe wird bittere Realität.
Off 12
9 Und es wurde geworfen der große Drache, die alte Schlange, der Teufel und Satan genannt wird, der den ganzen Erdkreis verführt, geworfen wurde er auf die Erde, und seine Engel wurden mit ihm geworfen. 10 Und ich hörte eine laute Stimme im Himmel sagen: Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich[4] unseres Gottes und die Macht[5] seines Christus gekommen[6]; denn ⟨hinab⟩geworfen ist der Verkläger unserer Brüder, der sie Tag und Nacht vor unserem Gott verklagte. 11 Und sie haben ihn überwunden wegen des Blutes des Lammes und wegen des Wortes ihres Zeugnisses, und sie haben ihr Leben nicht geliebt bis zum Tod!
Kann man das den Leuten auch noch vorlesen ? Ich denke, das ist doch auch Wahrheit der Bibel wenn man das Leid dieser Welt erklären will und auch die Kreuzigung Jesu.
Magdalena
Die Menschen haben aber von Geburt an eine andere Gerechtigkeit im Sinn , wie die Evangeliumsgerechtigkeit.
Das sehe ich nicht so.
Die Gerechtigkeit, die der Mensch von Geburt an kennt, würde doch den Sünder eher bestrafen. Die Gerechtigkeit des Kreuzes belohnt den Sünder und gewährt Vergebung und Gnade. Dann soll es natürlich nicht so weitergehen. Es werden sogar Situationen kommen, wo sich der Nachfolger Jesu zu Unrecht strafen lassen soll, die Apostel haben es ja genügend erlebt.
Und die Kreuzigung ist ja auch aus menschlicher Sicht die blanke Ungerechtigkeit.
Wie würdest du erklären, daß es trotz alledem die beste Gerechtigkeit ist, den unschuldigen Sohn Gottes zu demütigen und am Kreuz zu martern ??Warum soll ein Unschuldiger für die Sünde der Menschen sterben ?
Magdalena

Du kannst von einem Grundschüler, der noch mit den Grundrechenarten kämpft nicht verlangen, eine Integralgleichung zu verstehen und zu berechnen.
LG
So schnell kannst du keinen Menschen überfordern. Es geht ja auch am Anfang um die vertrauensvolle Annahme des Evangeliums, da muß man ja nicht alles verstanden haben.
Gott hat sein Evangelium nicht für kluge Menschen geschrieben, sondern für diejenigen, die sich einer ehrlichen Sebstbetrachtung unterziehen und eine andere Ausrichtung in ihrem Leben wollen.
1 Kor 1
26 Denn seht, eure Berufung, Brüder, dass es nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele Mächtige, nicht viele Edle sind; 27 sondern das Törichte der Welt hat Gott auserwählt, damit er die Weisen zuschanden macht; und das Schwache der Welt hat Gott auserwählt, damit er das Starke zuschanden macht.
Gruß Thomas
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
Benutzeravatar
Zippo
Beiträge: 4989
Registriert: Mo 23. Jan 2017, 00:17

Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Zippo »

Helmuth hat geschrieben: Mi 18. Feb 2026, 15:32
Zippo hat geschrieben: Mi 18. Feb 2026, 13:51 Ja die Leute wollen ihre Besorgungen machen, da läßt man sich nicht gern aufhalten. Aber meinst du nicht, daß sie so ganz am Rande bemerkt hätten, daß es hier um einen frommen Sprecher, also einen Evangelisten handelt ?
Er könnte auch ein Islamist sein. Ich meine nur rein oberflächlich beobachtet.
Gibt es bei euch viele Islamisten, die so auftreten ?
Helmuth
Zippo hat geschrieben: Mi 18. Feb 2026, 13:51 Was müßte er sagen, damit die Leute stehen bleiben ?
Ganz einfach: "Bleiben Sie bitte kurz stehen, es geht um eine ernste Sache",
Tadellos, aber das kann man natürlich nicht ständig sagen. Reden kann immer nur einer, der Apostel Paulus war in Begleitung, aber hat er nicht meistens allein geredet ?

Man könnte die Leute auch gerade da abholen, wo sie sich befinden. In ihren Ängsten oder ihrer Selbstzufriedenheit, ihrem Jagen nach Wohlstand.

Eigentlich haben die Menschen, die im Auftrag Gottes geredet haben, aber das Gewissen angesprochen, ob im alten oder neuen Testament. Allerdings kam der Herr Jesus nicht um zu richten, sondern, um zu retten, was verloren ist:
Joh 8
5 In dem Gesetz aber hat uns Mose geboten, solche zu steinigen. Du nun, was sagst du? 6 Dies aber sagten sie, ihn zu versuchen, damit sie etwas hätten, um ihn anzuklagen. Jesus aber bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde. 7 Als sie aber fortfuhren, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie.
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
Benutzeravatar
Magdalena61
Administrator
Beiträge: 28213
Registriert: Mo 15. Apr 2013, 20:44
Kontaktdaten:

Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Magdalena61 »

Johncom hat geschrieben: Mi 18. Feb 2026, 02:36
Magdalena61 hat geschrieben: Di 17. Feb 2026, 17:20 Meines Wissens war mein Gesprächspartner nie das gewesen, was man unter "gläubig" versteht, es gab keine Beziehung zum Guten Hirten, somit greift die Sorge des Hirten, der keines seiner Schafe aufgeben will, in diesem Fall nicht.
Dann war er auch nie ein Schaf, aber du möchtest ihn der Herde zuführen?
Was heißt hier Herde? Ich möchte einfach, dass dieser Mensch in der Ewigkeit ein gutes Leben hat. Da ich ihn nun einmal kenne, erwächst mir aus dem Wissen eine Verantwortung.
und manche, die Jesus in seiner Botschaft brilliant verstehen und dieselbige einsehen und sich von ihr leiten lassen, zeigen sich genervt von sogenannten Christen, die Bibelzitate herumtragen und sich als errettet bezeichnen,
Das mache ich nicht. Sondern spreche bestenfalls von der Hoffnung, die Christen haben. "Errettet" ist für Außenstehende ein Spezialbegriff der Gattung "kanaanäisch". "Leben", auch "Leben im Jenseits"... nach dem Tod... eignet sich besser.
was dem anderen sagen soll, er sei unerrettet und vielleicht von der Hölle bedroht
Das ist die logische Konsequenz, wenn jemand sich dauerhaft weigert, sich mit der Frage nach Gott und Jesus Christus auseinanderzusetzen.
Wie aus meinen Beiträgen ersichtlich wird, halte ich jedoch nichts davon, Unerlösten mit der Hölle zu drohen.
Wer zweifelt, ob da ein Gott ist, der glaubt auch nicht an eine Hölle.
Aber man wolle ihm zur Errettung helfen. Ich frage mich nur: von was errettet. Von was genau. Leidet jemand, seelisch oder körperlich, dann ist es klar.
Es gibt einen Missionsauftrag. Gott wird schon wissen, warum Er den erteilt hat.
Es gibt, glaube ich eine Werke-Glauben Theorie. Ich weiß von tief drinnen, dass ich nichts zu befürchten habe, von wegen ewig verbrannt werde usw... und andere auch nicht.
Du widersprichst Jesus Christus? Er hat ziemlich oft von Verdammnis gesprochen.
War das Opfer Jesu optional?
Aber ganz sicher muss ich wie jeder, wenn ich sterbe, auch meine Verfehlungen bereuen. Besser heute schon, jeden Tag. Und besser, weniger verfehlt handeln (denken, wünschen).
Wenn du die Bibel nicht als absolute Autorität siehst: Wie, also anhand welchen Maßstabs, beurteilst du dann, was (in den Augen Gottes) Sünde ist?
Ich sage jetzt mal etwas provokant: Für mich ist es eine nicht ungefährliche Sünde, Heiden als solche zu bezeichnen, dann man überhöht sich selbst.
Der Begriff "Heide" ist nicht herabsetzend oder verächtlich gemeint, sondern im Sinne von Röm. 2. Paulus misst den Heiden keinen "geringeren Wert" bei als den Juden.
God bless you all for what you all have done for me.
Benutzeravatar
Magdalena61
Administrator
Beiträge: 28213
Registriert: Mo 15. Apr 2013, 20:44
Kontaktdaten:

Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Magdalena61 »

Johncom hat geschrieben: Mi 18. Feb 2026, 02:36
"Es werden nicht alle, die zu mir sagen: HERR, HERR! ins Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel."
Aber immerhin sagen diese Leute "HERR" zum Gott der Bibel. Es sind keine Heiden. Sie stehen in einer Beziehung zu Gott- es gibt Gesetzlose unter ihnen, dass sind die Ärgernisse; diejenigen, die Unrecht tun, von Mt. 13,41.
Bestimmte Dogmen gehören, sage ich mal, zum Lebensstil evangelisierter Christen.
Das NT fordert wiederholt dazu auf, das Evangelium weiter zu geben. Die Talente in Mt. 25 stehen u.a. für das Evangelium. Der Knecht, der es "vergrub"... hat es für sich behalten, was auf uns übertragen bedeuten könnte, andere ohne Bedauern ins Verderben rennen lassen.
Vers 30: Der "faule" Knecht hatte die Gnade verspielt.

Der Herr, der außer Landes ging, vertraute den Knechten sein Vermögen an, steht da in Vers 14. Und dann kam er nach langer Zeit wieder und forderte Rechenschaft. Daraus schließe ich: Er hatte den Knechten auch einen Auftrag gegeben, mit dem Vermögen zu wirtschaften.
Der Herr ist Jesus Christus, die Knechte sind wir, und das Silber sind die Gaben Gottes, die uns geschenkt wurden, damit wir sie einsetzen und das Vermögen unseres Herrn vermehren.

Wenn jemand das anders sieht, dann kann er etwas dazu sagen, dann möge er es kundtun. :)
Das Evangelium von Jesus Christus zu hören, verstehen .. oder leben?
Ich versuche, mich wie ein Christ zu benehmen. Mein Gesprächspartner ist nicht aus der Gegend. Er kriegt bestenfalls am Rande mit, wie ich lebe.

Was ist denn so verkehrt daran, wenn man über den Glauben spricht? Es gibt eh kaum Gelegenheiten- ich möchte auch niemandem penetrant auf die Nerven gehen. Wenn es sich bei einem Kontakt so ergibt, dann bringe ich die Sichtweise der Bibel mit ein, das mache ich mit allen so, und in der Regel nicht mit Bibelversen, sondern zusammenfassend (inhaltlich) und so, dass ein Mensch des 21. Jahrhunderts sich damit identifizieren kann, wenn er es will.
LG
God bless you all for what you all have done for me.
Benutzeravatar
Johncom
Beiträge: 8581
Registriert: Do 19. Aug 2021, 23:27

Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Johncom »

Magdalena61 hat geschrieben: Do 19. Feb 2026, 17:09
Johncom hat geschrieben: Mi 18. Feb 2026, 02:36 was dem anderen sagen soll, er sei unerrettet und vielleicht von der Hölle bedroht
Das ist die logische Konsequenz, wenn jemand sich dauerhaft weigert, sich mit der Frage nach Gott und Jesus Christus auseinanderzusetzen.
Wie aus meinen Beiträgen ersichtlich wird, halte ich jedoch nichts davon, Unerlösten mit der Hölle zu drohen.
Die logische Konsequenz ist, dass man vielleicht jemanden mag von seine Art her, aber dann kommt der immer am Ende mit Gott und Jesus. Obwohl beide Begriffe das Wunderbare meinen, werden sie dann wie eine Bedrückung empfunden, den es wird oft eine ganze "Theologie" mitgeliefert, die für heutige Menschen nicht mehr so einleuchtet. Auch dieses Bild von Erlöstheit und Unerlöstheit. Also oft sieht oder fühlt man bei "erlösten" Christen wenig Erlöstheit, und erfährt: ja, das kommt dann irgendwann. Oft verbunden mit der Vorstellung eines Weltenendes.
Wer zweifelt, ob da ein Gott ist, der glaubt auch nicht an eine Hölle.
Nein, das ist nicht so. Zum einen kennen alle Religionen Höllen, Unterwelten, aber auch Fegefeuer. Und sie ähneln sich auffällig. Das andere ist aber, dass der heutige Mensch dazu neigt, psychologisch zu entschlüsseln. Himmel und Hölle als Seelenzustände, die man ansatzweise auch hier erlebt, die jeder kennt.
Magdalena61 hat geschrieben: Do 19. Feb 2026, 17:09
Johncom hat geschrieben: Mi 18. Feb 2026, 02:36 Aber man wolle ihm zur Errettung helfen. Ich frage mich nur: von was errettet. Von was genau. Leidet jemand, seelisch oder körperlich, dann ist es klar.
Es gibt einen Missionsauftrag. Gott wird schon wissen, warum Er den erteilt hat.
Das ist nur die halbe Antwort. Ich fragte ja: von was errettet. Vielleicht besteht ein Auftrag des Heilens? Das tat der Christus, ich bin sicher, die Schüler haben diese Gabe übernommen und weiter gegeben. Nicht unbedingt, das Gelähmte wieder gehen, aber geistig-seelisch. Und auf diese Heiler wartet die Welt damals wie heute.
Magdalena61 hat geschrieben: Do 19. Feb 2026, 17:09
Johncom hat geschrieben: Mi 18. Feb 2026, 02:36 Es gibt, glaube ich eine Werke-Glauben Theorie. Ich weiß von tief drinnen, dass ich nichts zu befürchten habe, von wegen ewig verbrannt werde usw... und andere auch nicht.
Du widersprichst Jesus Christus? Er hat ziemlich oft von Verdammnis gesprochen.
Ich würde sagen, er benutzte drastische Worte. Klare Kante. …. mir erscheinen manche Leute ziemlich verdammt, vor allem solche, die andere verdammen. Sie tun mir fast leid, weil sie sich selbst kaputt machen. Gott verdammt sie nicht, das machen sie selber. Gott hat aber Zeit, dass Menschen zur Besinnung kommen, glaube ich zumindest. Aber gutmeinende Christen setzen sich unter den Fluch, die Zeit gehe zu Ende. Das, glaube ich, ist ein Irrtum. Dazu könnte ich mehr sagen ..
Wenn du die Bibel nicht als absolute Autorität siehst: Wie, also anhand welchen Maßstabs, beurteilst du dann, was (in den Augen Gottes) Sünde ist?
Also 1) ist keine Schrift eine Autorität, und selber das NT überliefert: "Hütet euch vor den Schriftgelehrten!"
2) Sünde ist (meine Definition): sich absondern. Sich selber Vorteile sichern, überheben, andere ausnutzen, in einem Wort: Egoismus. Deshalb nennt Jesus sein Hauptgebot die Liebe zum Nachbarn, dem Mitmenschen. Das sei gleichwertig mit der Liebe zu Gott.
Das sagt er den Juden, den Monotheisten. Nur mal als Vorstellung: Hätte Jesus in Indien oder China gelehrt, hätte er sich sicher einer dort akzeptablen Bilder-Sprache angepasst.
Der Begriff "Heide" ist nicht herabsetzend oder verächtlich gemeint, sondern im Sinne von Röm. 2. Paulus misst den Heiden keinen "geringeren Wert" bei als den Juden.
Manche Christen sind auch Heiden, manche völlig unbewusst, unbelesen, andere Buchstabengläubig, oder Pharisäerhaft rechtgläubig. Soweit ich es höre, gibt es in Europa bekennende Heiden, die beleben griechische, germanische Götter usw … Ich denke, Christen und Heiden könnten voneinander lernen, zumindest sich ohne Vorurteile freundlich austauschen. Auch Jesus ist vor keinem Gespräch weggelaufen.
"Errettet" ist für Außenstehende ein Spezialbegriff der Gattung "kanaanäisch". "Leben", auch "Leben im Jenseits"... nach dem Tod... eignet sich besser.
Mir dem Wort "Außenstehende" trennt man sich schnell wieder ab vom Mitmenschen. Jesus war Grenz-Überschreiter laut Bibel, konnte mit jedem und fast jeder verstand ihn.
Für mich gibt es Insider und Außenstehende überall. Die Insider gehen allen Religionen auf den Grund, beleuchten ihr eigenes Inneres, erkennen auch, oder ganz besonders, den eigenen Schatten und suchen Erlösung auf dem Weg, den ihnen Gott anbietet. Und das ist nicht unbedingt immer der christlich-biblizistische Weg.
"An den Früchten könnt ihr sie erkennen".
Benutzeravatar
Johncom
Beiträge: 8581
Registriert: Do 19. Aug 2021, 23:27

Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Johncom »

Magdalena61 hat geschrieben: Do 19. Feb 2026, 17:16 Was ist denn so verkehrt daran, wenn man über den Glauben spricht? Es gibt eh kaum Gelegenheiten- ich möchte auch niemandem penetrant auf die Nerven gehen. Wenn es sich bei einem Kontakt so ergibt, dann bringe ich die Sichtweise der Bibel mit ein, das mache ich mit allen so, und in der Regel nicht mit Bibelversen, sondern zusammenfassend (inhaltlich) und so, dass ein Mensch des 21. Jahrhunderts sich damit identifizieren kann, wenn er es will.
Finde ich super. :angel: Ich versuche auch immer, auf Glauben oder Weltanschauung zu lenken. Ich denke auch, man muss ausloten, wie weit kann der andere mitgehen. Ich kenne auch bekennende Agnostiker, denen versuche ich zu vermitteln, wir "Religiösen" und ihr wollen eigentlich ganz Ähnliches.
Magdalena61 hat geschrieben: Do 19. Feb 2026, 17:16
Johncom hat geschrieben: Mi 18. Feb 2026, 02:36
"Es werden nicht alle, die zu mir sagen: HERR, HERR! ins Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel."
Aber immerhin sagen diese Leute "HERR" zum Gott der Bibel. Es sind keine Heiden. Sie stehen in einer Beziehung zu Gott- es gibt Gesetzlose unter ihnen, dass sind die Ärgernisse; diejenigen, die Unrecht tun, von Mt. 13,41.
Sorry nein. Hier wird betont: den Willen des Vaters tun, nicht die HERR, HERR Beziehung. Und auch keine Gesetzes-Hörigkeit. Der Wille Gottes kommt aus dem Herzen, nicht aus dem Kopf oder einer Schrift, so ist es gemeint, glaube ich ziemlich sicher.
Ziska
Beiträge: 6037
Registriert: Do 18. Apr 2013, 11:32

Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Ziska »

Johncom hat geschrieben: Fr 20. Feb 2026, 04:09 [Der Wille Gottes kommt aus dem Herzen, nicht aus dem Kopf oder einer Schrift, so ist es gemeint, glaube ich ziemlich sicher.
Das geht alles Hand in Hand.
Römer 10:14,15
14 Doch wie sollen sie ihn anrufen, wenn sie nicht an ihn glauben?
Und wie sollen sie an ihn glauben, wenn sie nicht von ihm gehört haben?
Wie aber sollen sie hören, wenn nicht jemand predigt? 
15 Und wie sollen sie predigen, wenn sie nicht ausgesandt worden sind?
In den Schriften steht ja:
„Wie schön sind die Füße derer, die eine gute Botschaft von etwas Gutem verkünden!“
Die Bibel ist das Buch von Gott, dass uns den Willen Gottes erklärt.
Der Verstand/Kopf muß den Willen Gottes aber erst begreifen.
Aus dem Herzen kommt dann der Wunsch den Willen Gottes zu tun.

Deswegen wird weltweit die gute Botschaft oder Evangelium gepredigt.

Tatsache ist aber, dass nicht alle dieser guten Botschaft gehorchen.
Römer 10:16
16 Trotzdem haben sie nicht alle der guten Botschaft gehorcht.
Schon Jesaja sagt: „Jehova, wer hat an das geglaubt, was er von uns gehört hat?“ 
Wer aber wirklich mit dem logischen Verstand zuhört
und die Wahrheiten der Bibel in sein Herz aufnimmt,
wird einen starken Glauben entwickeln.

Das ist ein Prozess, der nicht über Nacht kommt.
Römer 10:17
17 Der Glaube folgt also auf das Gehörte.
Das Gehörte aber kommt durch die Botschaft über Christus
Dieser Glaube bewirkt, dass man in sich den brennenden Wunsch verspürt darüber zu reden. :Herz2:
2. Korinther 4:13
13 Nun haben wir denselben Geist des Glaubens wie der,
von dem es in den Schriften heißt: „Ich habe geglaubt, darum habe ich geredet.“
Deshalb glauben auch wir und darum reden wir.
Liebe Grüße von Ziska
Kann der Mensch dem Krieg ein Ende machen?
Neugierig geworden? Schreib mir bitte PN! :wave:

Mit der Intelligenz ist es ja so:
Entweder man hat sie oder man weiß gar nicht, dass sie einem fehlt
8-)
Benutzeravatar
Helmuth
Beiträge: 18671
Registriert: So 5. Jun 2016, 12:51
Wohnort: Wien

Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Helmuth »

Ziska hat geschrieben: Fr 20. Feb 2026, 09:03 Tatsache ist aber, dass nicht alle dieser guten Botschaft gehorchen.
Das mit dem Gehorsam ist so eine Sache. Ich bin mir zu 100% sicher, du als auch ich gehorchen nicht immer in allem dem Wort Gottes Gottes. Das liegt daran, dass wir manche Dinge falsch auffassen, d.h. anders als Gott es wirklich meint. Wir sündigen so unbewusst, oder wir wollen Dinge einfach nicht wahrhaben, dann sündigen wir sogar in Richtung Vorsatz.

Und was das Evangelium betrifft, ist es für mich gar keine Sache des Gehorsams. Was bitte verstehst du unter "dem Evangelium gehorchen"? Zuerst muss es angenommen werden und das kann nur mittels des Glaubens geschehen, nicht durch Werke. Das ist m.E. ein wesentlicher Punkt, dass wir der Botschaft zunächst mal glauben. Diesen Glauben hebt Jesus hervor:
Joh 3,18 hat geschrieben: Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes.
An den Namen Jesus glauben und das, was ich tue, muss nicht ein und dasslebe sein. Das sollte es, aber wie ich zuvor gesagt habe ist dem nicht in allem der Fall. Daraus resultieren Handlungen, doch es kommt in erster Linie darauf an, dass diese durch den rechten Glauben an Jesus erfolgen und nicht weil man z.B. alles richtig machen will, sprich nach eigener Aauffassung.

Der Glaube ist das Um und Auf in der Beziehung mit Gott und Jesus. Anders nimmt man das Evangelium gar nicht an. Was heißt das nun? Wir müssen nicht alles verstehen und wissen, aber wir müssen glauben, dass nur Jesus uns erretten kann, und zwar aufgrund seines Opfers. Das bedingt auch ein klares Sündenbewusstsein.

Dann ermöglicht uns der Heilige Geist die Umkehr. Wer anstelle dessen aus seinen Werken gerecht werden will, der wird m.E. die Gabe des Heiligen Geistes auf diese Weise gar nicht empfangen. Er kann Gutes tun, weil er das für richtig findet und wäre auch nicht falsch, aber das bedeutet nicht, dass sein Herz auch umgekehrt worden ist. Paulus formuliert das sehr klar so mit seinen Worten:
Eph 2,8-9 hat geschrieben: Denn durch die Gnade seid ihr errettet, mittels des Glaubens; und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.
In der evangelikalen Sprechweise versucht man das durch den Begriff "rettender Glaube" oder auch "biblischer Glaube" zu betonen. Glauben tun alle Menschen, ja auch alle Nichtchristen glauben an etwas. Das bedeutet nicht, dass dieser Glaube auch die Kraft der Errettung miteinschließt.

Darum muss diese gute Botschaft vom Kreuz auch sehr klar und unmissverständlich gepredigt werden, damit sie nicht missverständlich aufgefasst und in der Folge falsch angenommen wird.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
Benutzeravatar
Zippo
Beiträge: 4989
Registriert: Mo 23. Jan 2017, 00:17

Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Zippo »

Helmuth hat geschrieben: Mi 18. Feb 2026, 22:21
Zippo hat geschrieben: Mi 18. Feb 2026, 22:04 Wie wird wohl das Gespräch vorher verlaufen sein ?
Das kann ich nicht wissen, aber Menschen, die zulassen für sie zu beten, sind damit auch offener. Eine solche Möglichkeit würde ich daher nicht auslassen. Welche Kraft und Macht Gebet haben kann, habe ich von meinem Pastor live miterleben dürfen und biblisch ist das so und so gut untermauert, wie hier z.B. ausgesagt wird:
Jak 5,16-17 hat geschrieben: Bekennt nun einander die Sünden und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet; das inbrünstige Gebet eines Gerechten vermag viel. Elia war ein Mensch von gleichen Empfindungen wie wir; und er betete ernstlich, dass es nicht regnen möge, und es regnete nicht auf der Erde drei Jahre und sechs Monate.
Es wurde gesagt, daß es sich um einen Atheisten gehandelt hat. Es geht um die Frage: Glaubst du an Gott ?
Wer das nicht bejahen kann, der hat schon die Grundvoraussetzung nicht, um das Evangelium anzuerkennen.
Hebr 11,6
6 Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ⟨ihm⟩ wohlzugefallen; denn wer Gott naht, muss glauben, dass er ist und denen, die ihn suchen, ein Belohner sein wird.
Für solch einen Menschen kann es erstmal genug sein, ein Zeichen zu haben, daß Gott da ist, auch wenn er ihn nicht sieht oder versteht.
Oder könnte ihn sonst ein Wort überzeugen ? Z. Bsp . Schau dich um, die Natur, meinst du nicht daß das jemand geschaffen hat ?
Rö 1
18 Denn es wird offenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten[10], 19 weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar[11] ist, denn Gott hat es ihnen offenbart[12]. 20 Denn sein unsichtbares ⟨Wesen⟩, sowohl seine ewige Kraft als auch seine Göttlichkeit, wird seit Erschaffung der Welt in dem Gemachten wahrgenommen[13] und geschaut, damit sie ohne Entschuldigung sind;
Das muß man jetzt nicht unbedingt vorlesen, aber der Römerbrief ist nun mal die beste Grundlage für das Evangelium, die man in der Bibel finden kann. Da wird alles systematisch aufgebaut.

Der nächste Punkt wird der Blick in das Weltgeschehen sein, wo kannst du da einen Gott finden ? Was würdest du da erzählen ?

Viele Menschen haben auch schon ihre Frustrationen mit Gott und Gebet hinter sich gelassen. Da kann man doch sicher auch mal drauf ansprechen ?
Nicht erhöhtes Gebet oder das Scheitern von nahestehenden Menschen, die trotz ihres Glaubens in der Welt gescheitert sind, könnten einem suggerieren, daß es eben keinen Gott gibt.

Gruß Thomas
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
Benutzeravatar
Helmuth
Beiträge: 18671
Registriert: So 5. Jun 2016, 12:51
Wohnort: Wien

Re: Definition Evangelium. Wie und was sollen wir predigen?

Beitrag von Helmuth »

Zippo hat geschrieben: Fr 20. Feb 2026, 13:48 Für solch einen Menschen kann es erstmal genug sein, ein Zeichen zu haben, daß Gott da ist, auch wenn er ihn nicht sieht oder versteht. Oder könnte ihn sonst ein Wort überzeugen ?
Wenn du einen Menschen nicht kennst, hast du kaum eine Basis wo du ansetzen kannst. Dazu müsste er sich dir schon öffnen. Und wenn du ihn besser kennst, weißt du in der Regel auch, ob er für das Evangelium überhaupt empfänglich ist.

Glaubensgespräche muss ich nicht erst anzetteln, die ergeben sich wie von alleine. Dazu muss man nur authentisch aufteten. Dann wird man gefragt. Aber die Verkündigung des Evangeliums braucht die Kraft des Heiligen Geistes dahinter, sonst degradiert sich auch dieses Gespräch lediglich zu einer Debatte. Und genau das mache ich nicht.

So es dazu kommt, dass ich das Evangelium verkündige, nutze ich einen situativen Einstieg, wie es der Herr führt, oder ich lasse es bleiben. Als der Herr seine Apostel ausgesandt hatte, gab er ihnen keinen Auftrag nur über Gott oder z.B. seine Existenz Gespräche zu führen, sie sollten verkündigen. Dazu erteilte er ihnen sogar alle Vollmacht.

Doch all die Vollmacht nützt dir nichts, wenn man dich nicht hören will. Für den Fall gibt uns der Herr keine Anweisung, es mit Überzeugungsarbeit zu probieren, sondern dies sind seine Worte:
Mk 6,11 hat geschrieben: Und welcher Ort irgend euch nicht aufnimmt und wo sie euch nicht hören, von dort geht hinaus und schüttelt den Staub ab, der unter euren Füßen ist, ihnen zum Zeugnis.
Das bedeutet für unsere Einsätze, dass wir es einstellen zu verkündigen und erst wieder bei einer anderen Gelegenheit tun. Ich sagte dir auch, dass man das nicht alleine tun soll. Das ist kein Gebot, aber für mich ein weiser Rat.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
Antworten