Matthäus 5:43-44 Feinde lieben

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Rilke
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Re: Matthäus 5:43-44 Feinde lieben

Beitrag von Rilke »

777 hat geschrieben: So 9. Mär 2025, 22:59 Das ist mein Problem, denn meine Agape hat Grenzen. Laut Jesus habe ich dann aber ein Problem.
Richtig.

"Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben."
Matthäus 6, 14-15

Die Kirchenväter haben diese radikale Vergebung gepredigt und in den Mittelpunkt gestellt. Johannes Chrysostomus schrieb, dass die Vergebung von Verfehlungen eine christliche Pflicht sei. Er betonte, dass die Vergebung anderer unsere bewusste Entscheidung ist, die es uns ermöglicht, Barmherzigkeit zu empfangen.
Der heilige Augustinus betonte, dass die eigenen Sünden bestehen bleiben, wenn man nicht vergibt. Er warnte davor, dass Gottes Barmherzigkeit an unsere Barmherzigkeit gegenüber unseren Mitmenschen gebunden ist.

Suche das Gebet zum Herrn und arbeite daran, mein brüderlicher Rat an dich.
Was immer ein endliches Wesen begreift, ist endlich.
- Hl. Thomas v. Aquin
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Zippo
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Re: Matthäus 5:43-44 Feinde lieben

Beitrag von Zippo »

777 hat geschrieben: So 9. Mär 2025, 23:11 Sprüche 24:29 Sage nicht: «Wie er mir getan, so will ich ihm tun; ich will dem Mann vergelten nach seinem Werk!»

widerspricht Mose, wie kann das nun wieder sein?
Das scheint den Geboten des Mose tatsächlich zu widersprechen. Aber es gab auch schon das Gebot def Liebe im AT.
[ELB-BK: 3. Mo 19,18] Du sollst dich nicht rächen und den Kindern deines Volkes nichts nachtragen, und sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der HERR.
Dieses Gebot enthält auch die Aufforderung, sich nicht selbst zu rächen. Dazu gibt es Richter, denen die Sache übergeben wird, wenn keine Nachsicht oder Einigung mehr erzielt werden kann.
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
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Magdalena61
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Re: Matthäus 5:43-44 Feinde lieben

Beitrag von Magdalena61 »

Wir sind nicht dazu verpflichtet, Gefühle der Liebe für "Feinde" zu empfinden, also für Menschen, die uns oder anderen Böses wollen oder tun.

Es geht um eine Haltung der Fairness auch solchen gegenüber, die sie nicht "verdienen". Kinder Gottes sollten nach Möglichkeit im Konfliktfall deeskalieren anstatt noch mehr Aggressionen zu produzieren.

Das schließt nicht aus, Klartext zu reden Mt. 23, Grenzen zu ziehen Mt. 13 und bösem Treiben; der Sünde... Einhalt zu gebieten Joh. 8, Hebr. 10. Aber eben auf eine Art und Weise, die sich innerhalb der von Gott vorgegebenen Richtlinien bewegt.

Wie sollte man sonst die Weherufe einordnen? Oder andere Äußerungen Jesu mit wenig schmeichelhaftem Inhalt?
LG
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Helmuth
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Re: Matthäus 5:43-44 Feinde lieben

Beitrag von Helmuth »

Magdalena61 hat geschrieben: Mo 16. Mär 2026, 14:43 Wir sind nicht dazu verpflichtet, Gefühle der Liebe für "Feinde" zu empfinden, also für Menschen, die uns oder anderen Böses wollen oder tun.
Ich kann meine Gefühle nicht steuern, aber meine Reaktionen. Diese sind eine Frage meiner Haltung und diese wieder wie sehr ich mich vom Heiligen Geist leiten lasse.

Wenn ich beizeiten lerne zu vergeben, was ja Gott will, dann werde ich auch dann barmherzig sein können, wenn es mir schwer fällt, weil die andere Partei mir feind ist, ich mich aber nicht von meinen Gefühlen leiten lasse.

Das erste Gefühl kann oft Wut und Zorn sein, aber auch Gleichgültigkeit. Wenn ich nicht lerne unparteiisch zu sein und, was ich noch wichtiger finde, zu vergeben, dann zäume ich das Pferd von der falschen Seite auf. Man will dann in einer solchen Situation vielleicht fair sein, kann es aber nicht wegen der falschen Haltung.

Als ein solches Beispiel nenne ich Pontius Pilatus. Ihm war Jesus m.E. völlig gleichgültig. Aber ich kaufe ihm ab, dass er ihn ehrlichen Herzens freisprechen wollte. Am Ende tat er es doch nicht.

Jetzt stelle ich die Frage: Warum nicht? Er hatte vermutlich nie gelernt zu vergeben und seine Haltung war darum alles anders als barmherzig. So konnte ihn der Pöbel auch manipulieren und Gott wusste das alles.

Das andere Beispiel ist Josef. Man könnte meinen, dass er lange nur Feinde hatte, zuerst seine Brüder und dann die Frau des Potifars, sodass er ihretwegen sogar im Gefängnis landete. Aber Gott führte es anders und ließ ihn zum Regenten aufsteigen.

Dann hatte er die Möglichkeit sich an seinen Brüdern zu rächen und gewisse Anzeichen sprechen sogar dafür. Er aber hat seinen Brüdern doch vergeben und konnte ihnen Barmherzigkeit erweisen und Gott wurde so verherrlicht.
quote=Magdalena61 hat geschrieben: Mo 16. Mär 2026, 14:43 Kinder Gottes sollten nach Möglichkeit im Konfliktfall deeskalieren anstatt noch mehr Aggressionen zu produzieren.
Nach Möglichkeit, genau. In Konflikte anderer mischt man sich erst gar nicht ein. Es kostet Mühe genug die eigenen nicht eskalieren zu lassen und den Frieden zu wahren. Es ist dies manchmal gar nicht möglich, weil zum Streit zwei gehören. So soll es aber nicht an einem selbst liegen.

Wie Gott eine jede Sache leitet, obliegt ihm. Er wird es schon machen. Ein Aussage, die ich mir in schwierigen Situationen immer wieder aufsage, ist diese:
Röm 8,28 hat geschrieben: Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach Vorsatz berufen sind.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Zippo
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Re: Matthäus 5:43-44 Feinde lieben

Beitrag von Zippo »

Magdalena61 hat geschrieben: Mo 16. Mär 2026, 14:43 Wir sind nicht dazu verpflichtet, Gefühle der Liebe für "Feinde" zu empfinden, also für Menschen, die uns oder anderen Böses wollen oder tun.
Wenn ich schon meine schlechten Gefühle mal beiseitelasse, in welchen Fällen wäre eine Liebe für Feinde sinnvoll und wie würde das gelebt werden ?
Muß ich mir alles gefallen lassen ?

Warum hat Jesus am Kreuz diese Worte gesagt:
[Luther 1912: Lk 23,34] Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen sie wissen nicht, was sie tun! Und sie teilten seine Kleider und warfen das Los darum.
Sicherlich waren die geistigen Umstände so, daß sowohl Satan als auch Gott diese Kreuzigung wollten, wer wollte dem widerstehen ?

In meiner Umgebung beobachte ich auch Menschen, die von böser Macht erfaßt werden und plötzlich eine Haltung annehmen, die ich als feindselig oder zumindest ablehnend empfinde ? Was kann ich dagegen tun, wenn es dich heißt, daß ich dem Frieden mit jedermann nachjagen soll ? Hebr 12,14
Magdalena

Es geht um eine Haltung der Fairness auch solchen gegenüber, die sie nicht "verdienen". Kinder Gottes sollten nach Möglichkeit im Konfliktfall deeskalieren anstatt noch mehr Aggressionen zu produzieren.

Das schließt nicht aus, Klartext zu reden Mt. 23, Grenzen zu ziehen Mt. 13 und bösem Treiben; der Sünde... Einhalt zu gebieten Joh. 8, Hebr. 10. Aber eben auf eine Art und Weise, die sich innerhalb der von Gott vorgegebenen Richtlinien bewegt.

Wie sollte man sonst die Weherufe einordnen? Oder andere Äußerungen Jesu mit wenig schmeichelhaftem Inhalt?
LG
Gott hat Grenzen gezogen und wir sollen die auch respektieren. Wenn der Mensch trotzdem Gebote übertritt und Menschen zu schaden kommen, ist sicherlich Zurechtweisung und Strafe auch eine richtige Methode. Kann man sie vielleicht sogar als Liebe bezeichnen ?
[ELB-BK: Spr 27,5] Besser offener Tadel als verschwiegene Liebe.
Es steht auch schon mal: " ...Liebe, die im verborgenen bleibt" Ich bin allerdings auch sehr sparsam damit.

Menschen die mir feindlich sind, da kann ich bestenfalls noch beten, aber lieben kann ich sie nicht.

Gruß Thomas
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
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Helmuth
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Re: Matthäus 5:43-44 Feinde lieben

Beitrag von Helmuth »

Zippo hat geschrieben: Mo 16. Mär 2026, 16:45 Menschen die mir feindlich sind, da kann ich bestenfalls noch beten, aber lieben kann ich sie nicht.
Ich bewundere die ehrliche Antwort und bin darüber sogar erfreut. Nicht dahergeheuchelt, sondern so ist es. Aber das ist unser alter Mensch. Auch ich tue mir schwer, doch mir hat sehr geholfen alles zu vergeben um ein grundsätzlich vergebendes Herz zu erhalten. Anders geht es m.E. nicht, denn nicht ich forme mein Herz, sondern der Geist Gottes macht das.

Die erste Reaktion eines erklärten Feindes ist auch bei mir oft Zorn und Wut. Ich male mir sogar aus, wie ich dem anderen so richtig die Fresse poliere. Getan habe ich das noch nie, aber ich habe es mir vorgestellt.

Dann heißt es umkehren, denn in diese Richtung darf mein alter Mensch nicht gehen. Dass er es überhaupt tut, zeigt, dass ich noch viel von Jesus zu lernen habe. Aber ich sehe seit meiner Bekehrung, dass es vorwärts geht.

Früher war ich nämlich anders, und zwar gleichgültig. Meine Arroganz überspielte gekonnt meine Wut und ich fühlte mich einem Arschloch einfach überlegen in der Art: Na, wer bist denn du schon!

Das erste war meinen Hochmut zu brechen und so ließ ich meine Gefühle auch raus. Das hatte aber zu Folge, dass ich meinen Zorn nun auch gezeigt habe. Der zweite Schritt war dann die Umlenkung auf Gott.

Ja Herr, was soll ich denn nur tun? Ich lernte zuerst zu beten, also so zu reagieren. Der Zorn ist immer noch da, aber was mache ich damit? Die Antwort klingt simpel, aber sie ist effizient. Man gibt es ab, weil es heißt:
1. Pet 5,6-7 hat geschrieben: So demütigt euch nun unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zur rechten Zeit, indem ihr all eure Sorge auf ihn werft; denn er ist besorgt für euch.
Jesus selbst ermutigt uns alles auf ihn abzuladen:
Mt 11,28-30 hat geschrieben: Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen, denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.
Ich tausche sein Joch gegen meines. Und Leute, das funktioniert. Doch damit ist es noch nicht getan. Jetzt lerne als nächsten Schritt auch sein Joch zu tragen und dazu kommt dieser wichtige Schritt: Du sollst nun vergeben.

Wenn du es nicht tust, war die Lektion nur halb und damit hast du sie nicht gelernt. Aber wenn's nicht gleich funktioniert, du darfst dir sicher sein, du erhältst eine neue Chance, weil Gott seine Kinder nicht im Stich lässt. Er lässt den Feind wieder kommen oder sendet den nächsten.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Abischai
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Re: Matthäus 5:43-44 Feinde lieben

Beitrag von Abischai »

Liebe ist kein Gefühl, sondern steht allenfalls mit Gefühl in Zusammenhang. Liebe ist aber eine Entscheidung und eine Haltung, der immer auch Gefühle folgen.
Wenn wir unsere Feinde lieben sollen (!), heißt das nicht, daß wir uns Sympathie abpressen sollen, sondern lediglich eine Haltung einnehmen, die dem Anderen Gutes gibt, segnet und im Entscheidungsfall für den Anderen anstatt gegen ihn zu sein. DAS ist Liebe. Mich entsprechend auszurichten, das kann Gott, darum bitte ich ihn.
Ich habe neuerlich eine Selbstverpflichtung getan, für eine Gruppe Menschen zu beten und sie zu segnen, die meine Feinde sind, da geht es richtig zur Sache.

Und ihr werdet's vielleicht nicht glauben: das geht!
____________________________
An der Ostfront herrschte bei den Deutschen Hunger. Einmal standen die Russen in langer Schlange vor ihrer Suppenküche um ihre Ration abzufassen, da traten aus dem Gebüsch verstohlen ein paar Deutsche Soldaten herzu, gesenkten Hauptes, mit ein paar Kochgeschirren auch anderer Kameraden in den Händen, und stellten sich mit hinten an. Der russische Koch schimpfte und wetterte, aber er gab ihnen, und die Deutschen zogen kleinlaut auch wieder ab, sie hatten vom Feind zu essen bekommen !

Es gab Revanche, denn das Blatt wendete sich auch, da waren es diese Russen, die bei diesen Deutschen was zu essen bekamen, sowas vergißt man nicht !

"Wenn dein Feind hungrig ist, gib ihm zu essen, wenn er durstig ist, gib ihm zu trinken, damit beschämst du ihn." (Spr.)
Das ist keine eiskalte Berechnung, sondern Feindesliebe.
Meine Hilfe kommt von Jahweh, der Himmel und Erde gemacht hat. [Ps 121;2]
Ziska
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Re: Matthäus 5:43-44 Feinde lieben

Beitrag von Ziska »

Jesus gab den weisen Rat:
Lukas 6:27
27 Doch ich sage euch, die ihr mir zuhört:
Hört nicht auf, eure Feinde zu lieben, denen Gutes zu tun, die euch hassen,
Auch der allmächtige Gott läßt es, laut Matthäus 5:45 „über Böse und Gute regnen“.
Dieser Rat Jesu hat mir oft geholfen:
Matthäus 7:12
12 Behandelt andere deshalb immer so, wie ihr von ihnen behandelt werden möchtet.
Das ist die Kernaussage des Gesetzes und der Propheten.

1.Petrus 3:9
9 „Reagiert auf Beleidigung nicht mit Beleidigung. Segnet stattdessen“
Wir segnen unsere Feinde, wenn wir freundlich und verständnisvoll antworten,
selbst wenn sie uns beschimpfen.

So wird diese Hassspirale durchbrochen!

Auch werden wir uns niemals wegen erlittenem Unrecht irgendwie rächen.
Römer 12:17
17 Zahlt niemandem Böses mit Bösem zurück.
Seid auf das bedacht, was aus Sicht aller Menschen gut ist.

1.Korinther 13:4-8
4 Die Liebe ist geduldig und gütig.
Die Liebe ist nicht eifersüchtig.
Sie prahlt nicht, ist nicht aufgeblasen,
benimmt sich nicht unanständig,
hat nicht ihre eigenen Interessen im Sinn,
lässt sich nicht provozieren.

Sie rechnet das Böse nicht an.
Sie freut sich nicht über Ungerechtigkeit,
sondern freut sich mit der Wahrheit.

Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, erduldet alles.
Die Liebe versagt nie“.


Eine Frage könnte jetzt auftauchen:
Forderte Jesus seine Nachfolger nun auf, das falsche Verhalten der Feinde zu befürworten?
Laut Bibel kann man eine Person lieben, ohne ihr falsches Verhalten gutzuheißen…

Jesus verurteilte z.B. Gewalt.
Trotzdem er betete für diejenigen, die ihn hinrichteten.
Er hasste auch Gesetzlosigkeit, also Sünde!
Trotzdem gab er sein Leben für Sünder!

Machen wir es wie Jesus!
Er überließ es seinem Vater gegen Ungerechtigkeit vorzugehen.
1. Petrus 2:23: „Als er [Jesus] beschimpft wurde, schimpfte er nicht zurück.
Als er litt, drohte er nicht, sondern vertraute sich dem an, der gerecht urteilt.“
Liebe Grüße von Ziska
Reicht der Glaube an Jesus aus, um gerettet zu werden?
Neugierig geworden? Schreib mir bitte PN! :wave:

Mit der Intelligenz ist es ja so:
Entweder man hat sie oder man weiß gar nicht, dass sie einem fehlt
8-)
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Helmuth
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Re: Matthäus 5:43-44 Feinde lieben

Beitrag von Helmuth »

Abischai hat geschrieben: Mo 16. Mär 2026, 20:06 Liebe ist kein Gefühl, sondern steht allenfalls mit Gefühl in Zusammenhang. Liebe ist aber eine Entscheidung und eine Haltung, der immer auch Gefühle folgen.
Das sehe ich völlig gleich. Gott hat entschieden Sünder zu retten und macht keinen Unterschied zwischen Massenmördern mit pathlogischem Verhalten und den vielen kleinen Fischen. Sünder sind letztendlich alle und wir haben das Recht der Kindschaft Gottes verwirkt.

Aber Gott will unser Vater sein, also hat er entschieden seinen einzigen Sohn zu opfern, um wieder Vater möglichst vieler KInder zu werden, die zu ihm umkehren. Das war eine Entscheidung, wie die Schrift sagt, von Grunleggung der Welt an und dabei ist nicht von Belang wie sich Gott gegenwärtig fühlt. Das ist Gottes Liebe wie es auch in Joh. 3:16 steht.

Der Heiligungsprozess druch den Glauben bewirkt aber auch die Wiederherstellung unseres seelischen Gleichgewichtes und das geht dann auch mit guten Gefühlen einher. Man darf aber nicht das Pferd von hinten aufzäumen.

Die Kinder dieser Welt machen das aber so und sie reden bei Liebe von "Gefühlen" dem anderen gegenüber, d.h. sie machen ihre Zuneigung davon abhängig. Das ist der falsche Weg oder wenn man will der breite Weg, den viele gehen. Uns ist der schmale Weg anberaumt.

Das kostet ganz sicher Überwindung und kommt einer Züchtigung gleich, weil uns ja ein Feind immer feindselig behandeln wird. Oder man geht dem aus dem Weg. Dann liebt man aber nicht und will sich dazu nicht erziehen lassen. Doch gerade diese an sich strenge Erziehung trägt am Ende auch Früchte:
Heb 12,11 hat geschrieben: Alle Züchtigung aber scheint für die Gegenwart nicht ein Gegenstand der Freude, sondern der Traurigkeit zu sein; danach aber gibt sie die friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die durch sie geübt worden sind.
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Zippo
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Re: Matthäus 5:43-44 Feinde lieben

Beitrag von Zippo »

Helmuth hat geschrieben: Mo 16. Mär 2026, 17:37
Zippo hat geschrieben: Mo 16. Mär 2026, 16:45 Menschen die mir feindlich sind, da kann ich bestenfalls noch beten, aber lieben kann ich sie nicht.
Ich bewundere die ehrliche Antwort und bin darüber sogar erfreut. Nicht dahergeheuchelt, sondern so ist es. Aber das ist unser alter Mensch. Auch ich tue mir schwer, doch mir hat sehr geholfen alles zu vergeben um ein grundsätzlich vergebendes Herz zu erhalten. Anders geht es m.E. nicht, denn nicht ich forme mein Herz, sondern der Geist Gottes macht das.
Einmal hatte ich einen Streit mit einem Mieter, der inklusive Gerichtsverhandlung einige Monate gedauert hat und ausging wie das Hornberger Schießen. Viele Briefe, viele Sitzungen wegen ein paar hundert Euro. Da hatte ich mir eigentlich geschworen, so etwas nie wieder zu machen.
Später sah ich diesen Mieter am Supermarkt und habe ihm die Hand gereicht. Da hat Gott sicherlich auch ein wenig nachgeholfen. Aber ich hatte keinen Groll und bin auch immer wieder zum Frieden bereit.
[Mt 5,43-48] Ihr habt gehört, dass gesagt ist: „Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.“ Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde; segnet, die euch fluchen; tut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, die euch beleidigen und verfolgen, auf dass ihr Kinder seid eures Vater im Himmel; denn er lässt seine Sonne aufgehen über die Bösen und über die Guten und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn so ihr liebet, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? Und so ihr euch nur zu euren Brüdern freundlich tut, was tut ihr Sonderliches? Tun nicht die Zöllner auch also? Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist.
Es gibt auch Menschen, die ohne Grund hassen.
Ps 69
5 Die mich ohne Ursache hassen, deren ist mehr, denn ich Haare auf dem Haupt habe. Die mir unbillig feind sind und mich verderben, sind mächtig. Ich muss bezahlen, was ich nicht geraubt habe.
Wer, außer Satan, könnte dahinterstecken ? Das ist, meiner Ansicht nach auch ein Grund für Milde Gottes.
Aber mit Milde kommt man nicht immer zurecht, z. Bsp wenn Feinde bedrängen, was macht man da ?

Wie liebt denn Gott seine Feinde ? Denn die Worte über die Feindesliebe münden ja in der Vollkommenheit Gottes. Liebt Gott seine Feinde dauerhaft oder hat das auch seine Grenzen ?
Lk 19,27
Doch jene meine Feinde, die nicht wollten, dass ich über sie herrschen sollte, bringet her und erwürget sie vor mir.
[1. Kor 15,25-26] Er muss aber herrschen, bis dass er „alle seine Feinde unter seine Füße lege“. Der letzte Feind, der aufgehoben wird, ist der Tod.
Gegen manche Feinde muß man doch auch in dieser Welt kämpfen, oder nicht ?

Gruß Thomas
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
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