Hiob hat geschrieben: ↑Mo 23. Mär 2026, 10:27
Was ist dort die Urbedeutung dessen, was wir "heilig" nennen? (Habe ich was versäumt?)
Es haben sich in der Zwischenzeit einige zu Wort gemeldet und m.E. recht brauchbare Dinge gesagt. Die Wortwurzel "k-d-sh" wäre in seiner Grundform ein gewöhnliches Pa'al Verb mit der Bedeutung "absondern" bzw. "trennen". Daraus können weitere hebr. Verbalformen (jemand heiligen, sich selbst heiligen), Adjektive (heilig) oder Nomen (der Heilige bzw. Geheiligte) gebildet werden.
Es beinhaltet zunächst keine moralische Komponente, sondern meint was es funktionell sagt. Ich sortiere etwas aus einer Menge heraus, um es einem gesonderten Zweck zu widmen.
In der Weise wurde es auch für Tempelprostituierte, weiblich wie männlich, gebraucht, Man war "ein/e Geweihte/r", also kein/e gewöhliche/r Hure/r, die/der sich lediglich für Geld verkauft, sondern man war für eine Gottheit geheiligt. Dass das aus unserer Sicht Hurerei und Götzendienst ist, tut rein begrifflich nichts zur Sache.
Zu einer geistlichen Angelegenheit wird es, wenn Gott derjenige ist, der etwas aus einer Menge abtrennt, um es einem gesonderten Zweck zu widmen.
Dann wird aus einer von ihm abgesonderten Volksmenge ein heiliges Volk. Oder wenn man im AT aus der Herde der Tiere eines ausgesondert hatte, um es Gott zu opfern, dann war dieses Tier geheiligt und durfte nicht mehr für andere Zwecke (als für Gott) verwendet werden.
Es sagt dabei noch nichts über den Zustand der Auswahl aus, sondern nur, dass etwas dem gewöhnlichen Gebrauch entzogen worden ist, sei es Mensch, Tier oder eine Sache. In weiterer Folge will Gott, das auch wir Menschen uns (für Gott) heiligen.
Es muss dabei alles freiwillig erfolgen, eine Zwangsheiligung gibt es nicht und hätte auch keine Sinn, da daraus keine Gemeinschaft in Liebe entstehen kann, sondern wäre ein Sklavenverhätlnis. Jesus heiligte sich so für Gott, dass er (freiwillig) sterben musste, um Gottes Erlösungswerk zu vollbringen:
Joh 10,17-18 hat geschrieben: Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, damit ich es wiedernehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selbst.
Jesus macht das aber nicht für den Vater alleine oder für sich, sondern wiederum für uns:
Joh 17,19 hat geschrieben: Und ich heilige mich selbst für sie, damit auch sie Geheiligte seien durch Wahrheit.
Reicht dir diese Ausführung, oder gibt es noch Fragen? Übrigens liefert dir das heute auch schon die KI.