Ziska hat geschrieben: ↑Sa 11. Apr 2026, 11:22
In Hiob 2 tritt Satan als „Widersacher“, „Gegner“, „Ankläger“ auf. Von Lüge ist nicht die Rede.
Dass Satan, der Teufel, ein Lügner ist, wissen wir von Jesus, oder wenn man will seit der Verführung Evas, die damit belogen wurde, sie werde gewisslich nicht sterben. Als Gegner und Widersacher kennen wir ihn aber auch schon aus anderen Stellen aus dem AT.
Zum Buch Hiob kennt man meine Auffassung und aus der Perspektive schreibe ich. Im babylonischen Exil wurde den Juden wohl erstmals bewusst, dass es einen solchen Widersacher gibt, der sich Gott selbst in den Weg stellt. Vermultich waren diese Juden mehr Hellenisten als sog. Israeliten und versuchten dies in Form eines literarischen Werkes zu verarbeiten. Genau so lesen sich die vielen Reden.
Wirklich Offenbarung erhalten wir von Satan erst durch Jesus. Was Schmerz an sich betrifft, finden wir zur Genüge anhand vieler Aussagen durch Gottes Wort, dass z.B. nur Gott alleine uns Schmerzen zufügen oder nehmen kann. Der Satan hat diese Macht nicht, sondern verführt uns zu Handlungen, die in der Folge Schmerzen verursachen. Wozu wurde Hiob verführt, dass er sich versündigt hätte? Davon lesen wir nichts.
Was die Autoren des Buches aber sicher schmerzhaft im Gedächtnis haben, ist das Leid, dass sie durchmachen mussten, als sie brutal aus ihrer Heimat vertrieben worden sind. Viele wurden getötet und der Rest gewaltsam nach Babel verscheppt. Dort enstand z.B. auch Psalm 139, der ausdrückt, dass sie an dem Ort keine Loblieder singen können, da der Schmerz zu tief sitzt und für sie ein unheiliger Ort ist.
Theologisch hat das Buch für mich keine Bedeutung, dazu widerspricht es geoffenbarten Prinzipen des Tanachs, der schon hinreichend bekannt war, aber sich Gedanken zu machen, wie man Leid verarbeitet, ist das Motiv dieses Buchs und legitim. Weil es zum Tanach gehört heißt nicht, dass es eine Offenbarung Gottes ist.
Es ist im Stil von Prediger, Hohelied oder Klageleid eine literarische Verarbeitung von Lebensumständen, sei es Freud oder Leid. Es gibt auch historische Werke wie Ester, Nehemia oder Esra, die ebenfalls keine Offenbarung Gottes beinhalten, aber dennoch zum Tanach gehören, weil sie historische Relevanz haben.
Mit der Figur Hiob sich zu assoziieren ist sicher eine Überlegung wert, wie ich damit umginge, würde mir Leid widerfahren, von dem ich meine, dass ich daran gar keine Schuld trage. Allerdings ist es heute zu meiner festen Überzeugng geworden, dass jedes Leid, das mir widerfährt, mit meiner Schuld zu tun hat.
Und wenn wir schon den Satan ins Spiel bringen, dann ist es entweder meine Schuld ihm die Türe zu weit aufgemacht zu haben, sodass ich verführt wurde, oder eine Schuld, der ich mir noch gar nicht bewusst bin, sodass sie mir Gott erst offenbaren muss.
Ich glaube aber nicht, dass ich ein reiner Spielball Satans bin und Gott sagt dazu: "Na gut, dann mach mal, wir werden dann schon sehen, was bei Helmuth Sache ist." Einem solchen Gott vertraue ich nicht mein Leben an, wohl aber dem JHWH, der sich einem Mose geoffenbart hatte.
Ich gehe also an mein Leid anders heran und bitte Gott mir zu offenabren warum es mich trifft. Nun, es könnte auch sein, dass er mich zum Märtyrer auserwählt hatte, der also tatsächlich schuldlos zu leiden hatte, nur denke ich, da hätte er sich dann bei mir den falschen ausgesucht.
