Melchisedek und das königliche Priestertum

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Zippo
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Melchisedek und das königliche Priestertum

Beitrag von Zippo »

Hallo zusammen,

Im Hebräerbrief liest man, daß der Sohn Gottes mit dem Priester Gottes Melchisedek verglichen wird:
[Heb 7,1-3] Denn dieser Melchisedek, König von Salem, Priester Gottes, des Höchsten, der Abraham entgegenging, als er von der Schlacht der Könige zurückkehrte, und ihn segnete, dem auch Abraham den Zehnten zuteilte von allem; der erstens übersetzt König der Gerechtigkeit heißt, dann aber auch König von Salem, das ist König des Friedens, ohne Vater, ohne Mutter, ohne Geschlechtsregister, weder Anfang der Tage noch Ende des Lebens habend, aber dem Sohn Gottes verglichen, bleibt Priester für immer.
1 Mo 14,17-24, Ps 110,4
Warum knüpft der Hebräerbrief an diese Begegnung mit Abraham an und vergleicht den Sohn Gottes mit dem königlichen Priester Melchisedek ?

Gruß Thomas
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
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Lea
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Re: Melchisedek und das königliche Priestertum

Beitrag von Lea »

Zippo hat geschrieben: Mi 15. Apr 2026, 15:15 Warum knüpft der Hebräerbrief an diese Begegnung mit Abraham an und vergleicht den Sohn Gottes mit dem königlichen Priester Melchisedek ?
Ich denke, dass "Melchisedek" der gleiche ist wie "Jesus".
Für Menschen sichtbar gemacht als Bote/Abbild von Gott. Wahrscheinlich in allen sichtbaren Gottesbegegnungen mit Menschen der Gleiche - in unterschiedlicher Form.
Jesus sagt von sich selbst:
Wer mich sieht, sieht den Vater.
Joh.14,9
Im gleichen Abschnitt wiederholt er diese Ausage und erklärt sie, so dass sie verstanden werden kann.

Damit denke ich, dass Jesus schon als Sohn Gottes vor der irdischen Schöpfung "gezeugt" wurde von Gott. Nicht gebildet, wie die Menschen, sondern mit einem Höchstmaß von dem, wer/wie/was Gott ist. Seine Aufgabe ist, Gott (den Vater) den Menschen nahe zu bringen. Seine Zeugung geschah vor allen Anderen Geschöpfen - wie es auch Paulus an die Kolosser schreibt:
Kol.1,15
Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung.
So ist ER der "Mittler" 1.Tim.2,5 geworden für die Menschen, damit sie Gott erkennen können - so weit Gott es zulässt.
Glauben (an Gott) funktioniert nicht, indem man "über" den Glauben redet, sondern indem man Glauben LEBT.
Sichtbar werden die Spuren indem sie hinführen zu Gott. Denn Gott findet man nur bei Gott selbst.
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ProfDrVonUndZu
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Re: Melchisedek und das königliche Priestertum

Beitrag von ProfDrVonUndZu »

Zippo hat geschrieben: Mi 15. Apr 2026, 15:15 Warum knüpft der Hebräerbrief an diese Begegnung mit Abraham an und vergleicht den Sohn Gottes mit dem königlichen Priester Melchisedek ?
Es ist nicht durch das AT überliefert, wie Melchisedek in sein Amt gekommen ist. Folglich wird im Hebräerbrief rückgeschlossen, dass er sich qua eigener Entscheidung zu einem Priester Gottes machte, indem er Gott diente. Das hat nichts mit Amtsanmaßung zu tun. Es hat überhaupt nichts mit einem institutionalisierten Amt zu tun. Das ist ja gerade das, worum es geht. Auch Jesus wurde nicht von Rechts wegen zum Priesterkönig gesalbt, da es das Amt eines Priesterkönigs ja nach dem Gesetz noch nicht mal gibt. Melchisedek wird in der Ausübung seines Glaubens noch konsequenter gewesen sein, als Abraham, der ja in erster Linie nur seine Familie versorgte. Melchisedek wird, wie auch Jesus, zu allen Menschen gegangen sein. Ein Tempel und Untertanen wird er nicht gehabt haben.
Offenbarung 1,3 Glückselig, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und bewahren, was in ihr geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe!
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Hans-Joachim
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Re: Melchisedek und das königliche Priestertum

Beitrag von Hans-Joachim »

Melichsedek war ein Hohe Priester. Dieses Priesteramt ist ohne Anfang der Tage. Es steht dort nicht, wer es war, der ihn zu diesem Amt berief. Doch von Aaron wissen wir, dass er von Moses ordiniert wurde.
Hebräer 5 hat geschrieben:4 Und niemand kann sich selbst diese Würde zueignen, sondern er muß von Gott dazu berufen werden, ganz so wie es auch bei Aaron der Fall gewesen ist.

5 So hat denn auch Christus sich nicht selbst (= eigenmächtig) die hohe Würde des Hohenpriesters zugeeignet, sondern der (hat sie ihm verliehen), der zu ihm gesagt hat (Ps. 2,7): „Mein Sohn bist du, ich selbst habe dich heute gezeugt”;

6 wie er auch an einer anderen Stelle sagt (Ps. 110,4): „Du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.”
In der Ruhe liegt die Kraft
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Helmuth
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Re: Melchisedek und das königliche Priestertum

Beitrag von Helmuth »

ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Mi 15. Apr 2026, 18:21 Auch Jesus wurde nicht von Rechts wegen zum Priesterkönig gesalbt, da es das Amt eines Priesterkönigs ja nach dem Gesetz noch nicht mal gibt.
Das offizielle Amt gab es noch nicht, aber die göttliche Willenserklärung erging schon unter Mose folgendermaßen an Israel:
2. Mo 19,6 hat geschrieben: Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation sein. ...
Warum Gott daraufhin nicht die gesamte Nation damit beauftragt hatte, sondern daraus den Stamm Levi für die Ausübung des aktiven Priesterdienstes eingesetzt habe, weiß ich nicht. Ich kann es nur vermuten, was hier aber zu weit führt.

In Christus gilt diese Ordnung ohnehin nicht weiter, darum ist mit Jesus auch die Ordnung nach der Weise Mechisedek in Kraft getreten. Das macht aber nicht nur Jesus zum Priester, sondern jedes männliche Haupt. Jesus ist dabei unser neuer Hohepriester, und das für immer und ewig. Er stirbt auch nicht mehr wie alle aaron'schen Hohepriester gestorben sind.

Melchisedek steht als Typus dieses ewigen Priesters wie schon in 2 Mose 5:19 angekündigt, aber noch mehr als prophetisches Geschehen, weil Gott es so gefügt hatte, dass er Abraham gesegnet hatte und damit quasi im göttlichen Rang über ihn steht.

Dazu war es auch nützlich seine Herkunft nicht zu kennen, wie wir die eigentliche Herkunft des Herrn Jesus auch nicht kennen. Er wurde tatsächlich nicht durch Menschen gezeugt und war dennoch Mensch, womit Gott bei ihm zeigen wllte, dass seine eigentliche Herkunft vom Himmel ist.

Das wieder missdeute man nicht mit seinem wortwörtlichen Sinn, weil das auch auf Melchisedek nicht zur Anwendung kommen kann, sondern das ist die geistliche Bedeutung des Geschehens.

Also "vom Himmel" bedeutet nicht wortwörtlch, dass jemand vom Himmel kommt, sondern "von Gott". Es war Gottes Wille und Entsendung, die damit verbunden ist, die trotz allem auf natürliche Weise erfolgt. So ist eben Gottes Allmacht, die alles so führt und fügt, wie er es will.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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ProfDrVonUndZu
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Re: Melchisedek und das königliche Priestertum

Beitrag von ProfDrVonUndZu »

Helmuth hat geschrieben: Do 16. Apr 2026, 06:31 Das macht aber nicht nur Jesus zum Priester, sondern jedes männliche Haupt.
Warum meinst du, nur jedes männliche Haupt ? 1. Wieso nur männlich, und 2. wieso Haupt ?
Du deutest damit den Mann als Familienvater an. Das war Jesus aber selber nicht. Paulus spricht es ja auch in 1. Korinther 7 an: Die Ehe und die Familie bringen eine Qualität an Sorgen mit sich, die das Glaubensleben nicht einfacher machen. Jesus war nicht verheiratet. Melchisedek war es nach meinem Rückschluss also auch nicht, denn er war ohne Vater und Mutter und ohne Geschlechtsregister. Damit ist sicher nicht gemeint, dass er ein aus dem Nichts materialisierter Geist war. Es spielt sein Geschlechtsregister bezüglich seiner Priesterschaft einfach keine Rolle. Weder bekam er es rechtlich vererbt, noch vererbte er es selber. Er hatte mit den Rechtsinstitutionen Ehe und Erbe nichts zu tun.
Offenbarung 1,3 Glückselig, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und bewahren, was in ihr geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe!
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Helmuth
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Re: Melchisedek und das königliche Priestertum

Beitrag von Helmuth »

Weibliche Priester kennt man nur im Heidentum, ansonsten denke ich auch, dass Melchisedek gewöhnliche Eltern hatte. Sie spielten bloß ebenso keine Rolle wie etwaige Kinder. Wir wissen darüber lediglich nichts. Der Briefautor nimmt es aus dem Grund auch nur als Allegorie. Er konnte auch noch kein unsterbliches Leben haben, sonst wüssten wir heute um ihn. Den eigentlichen Hohepriester hingegen kennen wir.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Zippo
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Re: Melchisedek und das königliche Priestertum

Beitrag von Zippo »

Lea hat geschrieben: Mi 15. Apr 2026, 15:54
Zippo hat geschrieben: Mi 15. Apr 2026, 15:15 Warum knüpft der Hebräerbrief an diese Begegnung mit Abraham an und vergleicht den Sohn Gottes mit dem königlichen Priester Melchisedek ?
Ich denke, dass "Melchisedek" der gleiche ist wie "Jesus".
Zunächst einmal wird doch auf einen Menschen hingewiesen, der dem Abraham entgegen kam, nachdem dieser die Feinde Lots besiegt hatte, um ihm Brot und Wein zu reichen.
...
[1. Mo 14,16-20] Und er brachte alle Habe zurück; und auch Lot, seinen Bruder, und dessen Habe brachte er zurück, und auch die Frauen und das Volk.
Und als er zurückgekehrt war, nachdem er Kedorlaomer und die Könige, die mit ihm gewesen, geschlagen hatte, zog der König von Sodom aus, ihm entgegen, in das Tal Schawe, das ist das Königstal. Und Melchisedek, König von Salem, brachte Brot und Wein heraus; und er war Priester Gottes, des Höchsten. Und er segnete ihn und sprach: Gesegnet sei Abram von Gott, dem Höchsten, der Himmel und Erde besitzt! Und gepriesen sei Gott, der Höchste, der deine Feinde in deine Hand geliefert hat! – Und Abram gab ihm den Zehnten von allem
Dieser Melchisedek genannte König von Salem - das ist eine alte Bezeichnung für Jerusalem - wird ein Priester Gottes, des Höchsten genannt. Brot und Wein erinnern an das Abendmahl und Abraham gibt ihm den Zehnten.
Was meinst du, wird Abraham von diesem Melchisedek gehalten haben, hat er ihn als Gott in Menschengestalt angesehen ?
Es gibt ja in der Bibel schon mal Begegnungen mit Menschen, die als Gott erkannt werden, weil ein höherer Geist in ihnen ist. Ein paar Kapitel später begegnen drei Männer dem Abraham, einer davon wird HERR genannt 1 Mo 18,1.., Jakob kämpft mit einem Mann, der ihn anschließend segnet und Jakob sagt, er habe Gott von Angesicht gesehen. 1 Mo 32,...30..
Ich gehe ja davon aus, daß es ganz normale Männer waren, die Gott für diesen Zweck gebraucht hatte. Und so wird es auch mit Priester von Salem gewesen sein. In diesen Männern war Gott besonders stark vertreten.

Und wenn der Herr Jesus mit diesem König von Salem namens Melchisedek verglichen wird, dann gibt es an diesem König eben Einiges, was auf den Herrn Jesus Christus deutet. Melchisedek wäre das Vorbild, der Herr Jesus wäre das Abbild, weil er ebenso als königlicher Priester in die Welt gekommen ist und sein Name ist mit Jerusalem verknüpft und er hat auch Brot und Wein gebracht. 1 Mo 26,26-29
Lea

Für Menschen sichtbar gemacht als Bote/Abbild von Gott. Wahrscheinlich in allen sichtbaren Gottesbegegnungen mit Menschen der Gleiche - in unterschiedlicher Form.
Jesus war ein Mensch, aber in ihm war ein höherer Geist, das mag der gleiche Geist gewesen sein, wie bei dem König von Salem, aber von Geburt an.
Meiner Einsicht nach war es der Sohn Gottes, er wird im NT Erstgeborener genannt, dessen Wort und Wille wir alle Schöpfung zu verdanken haben. Kol 1,15-17 Im AT war er immer da, wenn Gott sich offenbart hat, er wird auch in dem König von Salem gewesen sein. Und Gott, damals mit HERR benannt, im NT als Vater bezeichnet war mit ihm.
Jesus sagt von sich selbst:
Wer mich sieht, sieht den Vater.
Joh.14,9
Im gleichen Abschnitt wiederholt er diese Ausage und erklärt sie, so dass sie verstanden werden kann.
Daß der Herr Jesus sich mit dem Vater gleichsetzt, das liegt aber meiner Einsicht nach an der Ausstrahlung, die der Geist seines Vaters in ihm hatte.
[Heb 1,1-3] Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat in den Propheten, hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohn, den er gesetzt hat zum Erben aller Dinge, durch den er auch die Welten gemacht hat; welcher, die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und der Abdruck seines Wesens seiend und alle Dinge durch das Wort seiner Macht tragend, nachdem er durch sich selbst die Reinigung von den Sünden bewirkt, sich gesetzt hat zur Rechten der Majestät in der Höhe;
Der als Hohepriester nach der Ordnung Melchisedeks bezeichnete Sohn Gottes Jesus Christus ist jedenfalls nach erfolgreicher Mission in den Himmel zurückgekehrt, wie es heißt , um ein besseres Amt zu erlangen und eines besseren Bundes Mittler zu sein. Hebr 8,6 Damit Erlösung geschieht von den Sünden des ersten Bundes und die Berufenen den verheißenen Segen erhalten.
Hebr 9,15
Und darum ist er Mittler eines neuen Bundes, damit, da der Tod stattgefunden hat zur Erlösung von den Übertretungen unter dem ersten Bund, die Berufenen die Verheißung des ewigen Erbes empfingen.
Wie wird diese Tätigkeit dieses königlichen Priesters sein ? Ist er nicht auch in der Welt, um als Streiter Gottes, feindliche Mächte zu unterwerfen ? 1 Kor 15,25-27
Aber er soll auch in priesterlicher Weise, den von Satan verführten Menschen helfen, ihren Weg in den Himmel zu finden ?

Gruß Thomas
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Lea
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Re: Melchisedek und das königliche Priestertum

Beitrag von Lea »

Zippo hat geschrieben: Do 16. Apr 2026, 13:55 Wie wird diese Tätigkeit dieses königlichen Priesters sein ? Ist er nicht auch in der Welt, um als Streiter Gottes, feindliche Mächte zu unterwerfen ? 1 Kor 15,25-27
Aber er soll auch in priesterlicher Weise, den von Satan verführten Menschen helfen, ihren Weg in den Himmel zu finden ?
Ich verstehe das viel einfacher: ER (diese Person/Gestalt/Erscheinung) hat immer das gleiche Ziel. Nämlich, die Menschen zu bewegen, sich Gott zuzuwenden. Die eigentlichen Botschaften an die verschiedenen Menschen kommen dann direkt von Gott und treffen genau dort, wo sie treffen sollen: ins Herz desjenigen Menschen.

Dann ist es eigentlich egal, wo man die "Mittler-Person" einordnet. Ziel ist immer, Gott zu begegnen und sich von Gott berühren/bewegen/verändern zu lassen.
Glauben (an Gott) funktioniert nicht, indem man "über" den Glauben redet, sondern indem man Glauben LEBT.
Sichtbar werden die Spuren indem sie hinführen zu Gott. Denn Gott findet man nur bei Gott selbst.
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Zippo
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Re: Melchisedek und das königliche Priestertum

Beitrag von Zippo »

ProfDrVonUndZu hat geschrieben: Mi 15. Apr 2026, 18:21
Zippo hat geschrieben: Mi 15. Apr 2026, 15:15 Warum knüpft der Hebräerbrief an diese Begegnung mit Abraham an und vergleicht den Sohn Gottes mit dem königlichen Priester Melchisedek ?
Es ist nicht durch das AT überliefert, wie Melchisedek in sein Amt gekommen ist. Folglich wird im Hebräerbrief rückgeschlossen, dass er sich qua eigener Entscheidung zu einem Priester Gottes machte, indem er Gott diente. Das hat nichts mit Amtsanmaßung zu tun. Es hat überhaupt nichts mit einem institutionalisierten Amt zu tun. Das ist ja gerade das, worum es geht. Auch Jesus wurde nicht von Rechts wegen zum Priesterkönig gesalbt, da es das Amt eines Priesterkönigs ja nach dem Gesetz noch nicht mal gibt. Melchisedek wird in der Ausübung seines Glaubens noch konsequenter gewesen sein, als Abraham, der ja in erster Linie nur seine Familie versorgte. Melchisedek wird, wie auch Jesus, zu allen Menschen gegangen sein. Ein Tempel und Untertanen wird er nicht gehabt haben.
Melchisedek wird in 1 Mo 14,18 als Priester Gottes des Höchsten bezeichnet, also glaube ich nicht, daß der König von Salem sich dieses Amt selber angeeignet hat.
[1. Mo 14,18-20] Und Melchisedek, der König von Salem, brachte Brot und Wein heraus; und er war Priester Gottes, des Höchsten. Und er segnete ihn und sprach: Gesegnet sei Abram von Gott, dem Höchsten, der Himmel und Erde besitzt! Und gepriesen sei Gott, der Höchste, der deine Feinde in deine Hand geliefert hat! – Und Abram gab ihm den Zehnten von allem.
Dieses Priesteramt nach der Ordnung Melchisedeks hat weder Stammbaum, noch Vater und Mutter, darin wird man auch nicht eingewiesen und gesalbt. Hebr 7,1-3 Ich denke, da hat Gott den König von Salem gedrängt, dieses Amt zu tun und wird somit zu dem Vorbild des Sohnes Gottes, den er auf diese Weise schattenhaft vorwegnimmt.
Wird jetzt nicht auch das levitische Priestertum außer Kraft gesetzt, um einem höheren Priestertum zu weichen ?

Eigentlich wird doch nicht gesagt, daß der König von Salem noch anderen Menschen ein Priester war, aber ausgeschlossen ist es nicht.

Gruß Thomas
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