Was können wir von Hiob lernen?

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Helmuth
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Re: Was können wir von Hiob lernen?

Beitrag von Helmuth »

Zippo hat geschrieben: Mi 15. Apr 2026, 13:16 Das hängt davon ab, welche Bedeutung das Wortes Allmacht hat, meistens wird es ja aus dem Bauch heraus definiert, das alles dem Willen Gottes unterworfen ist, aber das ist meines Erachtens nicht die Bedeutung.
Allmacht wäre nicht Allmacht, wäre ihr nicht alles unterworfen. Diese ist zu unterscheiden von Vollmacht. Gott hat die Allmacht und delegiert davon Bereiche an Menschen. Damit erteilt er demjenigen darüber Vollmacht. Wir kennen das auch von den irdischen Machtstrukturen, wobei Gott selbst der wirksame Machtgeber ist.

Was du nicht berücksichtigst ist der Freiraum, den Gott gewährt oder auch ein Machthaber. Gäbe es den nicht, gäbe es auch keinen freien Willen, wenn man nicht auch tun könnte, was Gott oder der Vorgesetzte nicht will. Machtzuteilung erkennst du auch daran, dass du deinen Willen wirksam duchsetzen kannst.

Kann ein Untergebener seinen Willen wirksam und dauerhaft gegen die Obrigkeit durchsetzen, hat die Obrigkeit gar nicht die Zuteilung von Gott, sondern der Untergebene. An sich ist Gottes Ordnungsmacht aber keine, die von unten nach oben wirkt, sondern von oben nach unten, da Gott ein Gott seiner Ordnung ist und nicht der des Menschen.

Das hieße nämlich, dass jemand, der sich Gott dauerhaft widersetzen kann mehr Macht hätte als er und das ist unmöglich. Aus dem Grund richtet Gott auch zu seiner Zeit oder er kann es mit dessen Tod sofort beenden. Für Satan wird es daher eines Tages auch das Ende geben, wenn Gott über alles endgültig richtet:
Off 20,10 hat geschrieben: Und der Teufel, der sie verführte, wurde in den Feuer- und Schwefelsee geworfen, wo sowohl das Tier ist als auch der falsche Prophet; und sie werden Tag und Nacht gepeinigt werden von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Solches lerne ich jedoch nicht aus dem Buch Hiob, sondern wie soeben gezeigt aus der Offenbarung im NT. Sinn und Zweck des Buches Hiob ist m.E. auch ein anderer gewesen. nur hat das für mich heute keine Bedeutung mehr. Ansonsten könnte ich auch von Rotkäppchen und der Wolf lernen. Auch Märchen lehren, aber nichts so, wie Gottes Wort an seine Propheten.
Zippo hat geschrieben: Mi 15. Apr 2026, 13:16 Ich finde eine grundlegende, biblische Bedeutung von Allmacht in Jes 46,10
Dazu ist Allmacht jedenfalls nötig. Würde auch nur ein Bereich außerhalb der Kontrolle Gottes stehen, dann erklärte es sich von selbst, dass er darüber nicht mehr die Kontrolle hätte und sein prophetisches Wort nicht mit garantierter Verlässlichkeit zur Erfüllung bringen könnte. Das wäre nicht mein Gott.

Angenommen Satan stünde außerhalb seiner Kontrolle, was würde das bedeuten? Doch das, dass er tun und lassen könnte was er will, ohne dass Gott eingreifen könnte. Glaubst du das?
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. - Johannes 3:16
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Zippo
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Re: Was können wir von Hiob lernen?

Beitrag von Zippo »

Helmuth hat geschrieben: Fr 17. Apr 2026, 07:44]
Solches lerne ich jedoch nicht aus dem Buch Hiob, sondern wie soeben gezeigt aus der Offenbarung im NT. Sinn und Zweck des Buches Hiob ist m.E. auch ein anderer gewesen. nur hat das für mich heute keine Bedeutung mehr. Ansonsten könnte ich auch von Rotkäppchen und der Wolf lernen. Auch Märchen lehren, aber nichts so, wie Gottes Wort an seine Propheten.
Für dich hat es heute keine Bedeutung mehr ? Den leidenden Menschen könnte es schon etwas bedeuten.
Jak 5,11
Siehe, wir preisen die glückselig, die ausgeharrt haben. Von dem Ausharren Hiobs habt ihr gehört, und das Ende des Herrn habt ihr gesehen, dass der Herr voll innigen Mitgefühls und barmherzig ist.
Ist auch dementsprechnd dein Umgang mit Menschen, die leiden ?

Im NT wird der Hiob übrigens viel mehr zitiert, als man über den Namen herausfindet. Rö 11,35, Hiob 41,3 ElbÜ
Rö 11,35 Oder wer hat ihm zuvor gegeben, und es wird ihm vergolten werden?
oder 1 Kor 3,19, Hiob 5,13
[1. Kor 3,19] Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit bei Gott; denn es steht geschrieben: „Der die Weisen fängt in ihrer List.“
Paß mal auf, daß du nicht die ganze Bibel in den Bereich der Märchen und Legenden verfrachtest !

Über die Allmacht muß ich ein anderes Thema machen: "Ist alles dem Willen Gottes untergeordnet ?"
2 Kor 13,13 Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
Sara Funkelstein
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Re: Was können wir von Hiob lernen?

Beitrag von Sara Funkelstein »

Helmuth hat geschrieben: Do 16. Apr 2026, 17:19 Das denke ich anhand deiner Ausführungen nicht, auch nicht wer Satan ist und warum er der Erzfeind Gottes ist. Du hast dazu für meine Begriffe keinen christlichen Zugang.
Wir befinden uns nun im Bereich des ATs. Als diese Schriften entstanden sind, gab es keine Christen und man braucht dazu keinen christlichen Zugang. In der Geschichte über Hiob können wir sehen, was der Satan ist bzw. wie er ursprünglich gedacht wurde: Nämlich nicht als Erzfeind Gottes. Die Vorstellung kam erst viel später. Im Quran wird sie sogar noch verschärft: Iblis widerspricht Gott direkt, verweigert seine Anweisung.

Wenn dich meine Meinung dazu grundsätzlich nicht interessiert, weil ich nicht das schreibe, was du gerne liest, würde ich empfehlen, meine Beiträge einfach zu ignorieren und nicht noch darauf zu antworten...
Helmuth hat geschrieben: Do 16. Apr 2026, 17:19 Kein Christ würde beim Satan ein Körnchen von etwas Positivem sehen. Das zeigt nur, dass man über ihn nicht Bescheid weiß.
Umgekehrt wird ein Schuh draus.
Helmuth hat geschrieben: Do 16. Apr 2026, 17:19 Die Apostel erklären uns, warum wir ihn möglichst aus dem Weg gehen sollen.
Du kannst dem Satan nicht aus dem Weg gehen. Sein Geist ist immer dann aktiv, wenn etwas in Frage gestellt wird.
Helmuth hat geschrieben: Do 16. Apr 2026, 17:19 Zum Thema: Dieser reale Satan, dem Jesus begegnet ist, ist m.E. nicht der Satan aus Hiob. In Hiob ist er auch nur fiktiv, hier bei Jesus war der reale Teufel am Werk. Mit ihm gibt es keine Zusammenarbeit. Wer das tut, der ist bald weg vom Fenster.

Die Themenfrage: Über sein Wesen kann ich nicht aus dem Buch Hiob lernen, weil es einen falschen Satan und auch einen falschen Gott zeichnet.
Damit befindest du dich im Bereich der Bibelkritik und dieses Thema ist grundsätzlich nichts für dich. Ein Standpunkt, den man auch vertreten kann und absolut legitim. Allerdings, gerade du erstellst ja gern Themen im Bereich "Bibelforum", übst aber hier selbst Kritik, die du von anderen nicht lesen möchtest.

Ich halte die Geschichte des Hiob ebenfalls für fiktiv, aber ihre Botschaft ist real, ebenso der Satan und mit dem arbeitet Gott schon zusammen wie wir in der Geschichte von Hiob lesen dürfen: Er bringt das Beste in Hiob zum Vorschein und hilft bei der Wahrheitsfindung.
Gott hat entschieden, dass die Welt ohne dich nicht auskommt.

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