Rilke hat geschrieben: ↑Mo 1. Jun 2026, 11:17
Also, wie ist das? Genesis 1&2, vor allem die Verse vor der Erschaffung von Adam und Eva, woher wusste der Verfasser, ganz egal wer es war, wie Gott gehandelt hatte, wenn nicht durch eine Inspiration?
Als Hauptzeugen des Textes sehe keinen Autor, sondern Adam. Er war anfangs in intimer Gemeinschaft mit Gott und Gott brachte ihm alles bei. So ist denkbar, dass sie weit mehr geredet haben als dokumentiert worden ist.
Ich halte es daher auch für denkbar, dass Gott so die 6-Tage-Erschaffung bzw seine eigene mitgeteilt hat. Adam gab dies dann mündlich weiter. Miteinander reden ist kein Inspirationsvorgang, man nennt es schlicht "sprechen". Und so wurden wir erschaffen. Im Kap. 2 war Adam dann auch schon Augenzeuge des Geschehens.
Ab wann der Mensch schreiben gelernt hat, weiß ich nicht, aber dass es bis zu Abraham keine lange Kette gibt, habe ich schon dargelegt, sodass die mündliche Überlieferung keinen Stille-Post Charakter haben muss. Ab Zeitpunkt der Schrift ist es wie heute eine Digital-Kopie, die man verlustfrei und ohne Veränderung tradieren kann, vorausgesetzt man will es korrekt weitergeben, wovon ich bei Männern Gottes ausgehe.
Das ist meine These, wie deine Annahme einer Inspration. Sie ist sowohl von mir als auch von dir subjektiv. Warum gebe ich meiner den Vorzug? Ich halte deine These schon rein schöpfungsbedingt für objektiv nicht möglich, so bleibt sie immer nur subjektiv.
Meine ist jedoch objektiv möglich. Das macht den Kardinalunterschied. Sie bleibt immer noch eine subjektive These, da ich den Beleg wie du auch nicht erbringen kann, da wir eben keine Aufzeichnungen von Noah oder Abraham haben, aber sie ist denkbar und widerspricht keinem Wort Gottes, und Gott kann es so tradiert haben lassen.
Was man auch als objektiv vorbringen kann ist, dass sich Gott ja laufend miteingeschaltet hat. Wir sind nicht auf uns allein gestellt. So hat er Adam direkt angesprochen, nach ihm Noah und dann wieder Abraham. Diese Worte sind schrifltich niedergelegt und bilden damit die objektive Grundlage des Eingreifens Gottes in die Heilsgeschichte.
Rilke hat geschrieben: ↑Mo 1. Jun 2026, 11:17
Du meinst, dass der Heilige Geist dich in deiner Wahrheitssuche leitet und dir die Glaubensgewissheit schenkt, richtig?
Ja, das tut er, und er leitet dich nicht anders als mich. Du bist dir bislang deines Glaubens ja auch gewiss, oder?
Rilke hat geschrieben: ↑Mo 1. Jun 2026, 11:17
Da du in sehr vielen Fällen -sogar im charismatischen Lager- eine sogenannte "Sondermeinung" vertrittst, würdest du sagen, dass der Heilige Geist die meisten Christen in diesen Fragen nicht geleitet hat?
Nein, doch ich fürchte, dazu müssten wir auch wieder Grundlagen erarbeiten, was Leitung durch den Geist ist und was nicht und was sie bewirkt und was nicht. Das ist ein weiteres Themen. Wir können nicht alles in einem abwicklen.
Da verlangst du zuviel von mir auf einmal. Es kostete mich auch das Jahre bis zu meiner heutigen Auffassung und ich bin damit sicher nicht am Ende, Korrektur dabei auch nicht ausgeschlossen. Aber eines freut mich: Dein
(fast schon persönliches) Interesse.
Soweit ich es zur Glaubensgewissheit für relevant sehe, gebe ich Antwort. Ich wiederhole eines, weil ich denke, das wurde noch nicht richtig erfasst und du forscht so in eine andere Richtung, die uns nicht die Antwort gibt: Wir müssen Glaubensgewissheit von Textsicherheit trennen. Feilen wir daran weiter, denn in die Richtung führt der Weg zum Ziel, zumindest denke ich das.