Rilke hat geschrieben: ↑Do 4. Jun 2026, 10:04
Insofern ist diese Form der Glaubensgewissheit meines Erachtens nach nicht sehr stichhaltig. Ein Hindu mag sich seines Glaubens sehr gewiss sein, aber was habe ich damit zu tun? Ist das ein Zeugnis des Heiligen Geistes? Nein.
Ich denke damit durchgedrungen zu sein, dass eigene Gewissheit alleine nicht aussreicht. Das ist für mich ein echtes erstes gemeinsames Ergebnis. Ich hoffe auf weitere, auch dass du mich mal überzeugst.
Es hängt auch damit zusammen, was man überhaupt als Glaube ansieht. Wenn du dir die Liste der Zeugen für den rechten Glauben in
Hebräer 11 ansiehst, dann wird keiner wegen korrekter Lehre gelistet, sondern wegen der Taten. Du verknüpfst Glaube m.E. noch zu sehr an Lehre.
Lehre ist wichtig, aber nicht alles und vor allem nicht die oberste Priorität, Aber es ist mir zumindest verständlich, weil du sehr intellektuell denkst. Leg den Theologen ab, gemeint nicht für immer, aber entkopple das von der Kindschaft Gottes.
Das muss ich auch immer wieder als einen Akt gelebter Demut. Sprich zu dir: "Ich bin ein Volltrottel, der nicht einmal bis 3 zählen kann." Nun, im Verhältnis zu Gottes Weisheit ist das auch die Wahrheit. Wenn du das nicht zuwege bringst, dann arbeite daran. Und ich meine es sogar ernst, denn erst dann
glaubst du m.E. in die richtige Richtung.
So sage ich dazu: Ich bin auch dann ein Kind Gottes, wenn ich tatsächlich fetzendeppert und dumm wie ein Strohsack wäre und zwei simple Lehrsätze nicht auf die Reihe bekäme. Oder züchtet Gott nur Akademiker? Nun ja, mancher meint vielleicht, dass es die Eintrittskarte ins Reich Gottes ist. Auch das wäre ein Glaube, aber wohl nicht unserer, das hoffe ich zumindest.
Rilke hat geschrieben: ↑Do 4. Jun 2026, 10:04
Ohne Gottes offenbartes Wort wüssten wir nicht, was sein Wille ist. Das wiederum zeigt mir, dass die Schrift frei von Fehlern ist. Die Schrift muss in dem, was Gott durch sie lehrt und bezeugt, zuverlässig und wahr sein.
An dem müssen wir noch feilen, denn da vermischen sich m.E. schon wieder wahre mit nicht zutreffenden Dingen. Das sauber zu differenzieren und
erst dann (!) Schlüsse zu ziehen ist halt auch Arbeit, die sich Exegese nennt. Auf deine Weise ist mir das zu voreilig und ein sozusagen Kurzschluss.
Aber ich sage jetzt schon, es wird nicht gehen, wenn bislang vertretene Prämissen und Dogmen nicht zuerst zertrümmert werden, um dann unvoreingenommen Kraft des Heiligen Geist alles neu aufzusetzen. Ein Reset von Zeit zu Zeit tut gut. Das lehrt uns heute auch die moderne PC-Welt als ein Gleichnis für unsere geistliche Denk-Welt.
Rilke hat geschrieben: ↑Do 4. Jun 2026, 10:04
So sehe ich das.
Klar, und so sehe ich das.
